Zahnzusatzversicherung ab 70: Abschluss, Kosten, Prothesen und was 2027 ändert
Das Wichtigste in Kürze
- Ein gesetzliches Höchstalter gibt es nicht. Manche Tarife sind ohne Altersgrenze abschließbar, andere nur bis Mitte 60 oder nur nach persönlicher Beratung. Über die Annahme entscheiden vor allem fehlende Zähne, Prothesen und angeratene Behandlungen.
- Ein Beispiel aus den Bedingungen: Der DFV-ZahnSchutz kostet von 71 bis 80 Jahren 36,00 bis 59,00 Euro im Monat und ab 81 Jahren 25,40 bis 41,70 Euro (Stand 01.08.2025). Bei DA Direkt ist die letzte Altersstufe die ab 61 Jahren.
- Eine vorhandene herausnehmbare Prothese ist oft nicht versichert. In den DFV-Bedingungen gelten Teil- und Vollprothesen ausdrücklich nicht als dauerhaft ersetzte Zähne. Prüfen Sie diese Klausel vor dem Abschluss.
- Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse mit zehn Jahren Bonusheft 65 statt 75 Prozent der Regelversorgung. Bei einer Totalprothese im Unterkiefer fehlen im Rechenbeispiel 102,96 Euro.
- Mit 70 haben Männer im Schnitt noch rund 14 und Frauen rund 17 Lebensjahre vor sich (Sterbetafel 2023/2025). Über zehn Jahre rechnet sich ein Tarif im Beispiel nur bei hohem Bedarf, etwa zwei Implantaten, zwei Kronen und einer Brücke.

Inhaltsverzeichnis
- Kurz beantwortet: Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung mit 70?
- Gibt es ein Höchstalter? Was mit 70, 75 und 80 möglich ist
- Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für 70-Jährige?
- Wie lange der Vertrag noch nutzt: Lebenserwartung als Rechengröße
- Zahngesundheit ab 70 und ab 75: Was die Studien zeigen
- Was die Krankenkasse ab 70 zahlt, 2026 und ab 2027
- Prothesenträger: Ist eine vorhandene Prothese versichert?
- Gesundheitsfragen, fehlende Zähne, Parodontitis
- Erstattung ab 70: Krone und Implantat nach Tarifmodell
- Zahnstaffel: Das erste Jahr entscheidet mit 70 mehr
- Rechnet sich das ab 71? Zwei Szenarien über zehn Jahre
- Laufende und angeratene Behandlung, Sofort-Tarife
- Pflegebedürftig: Was die Kasse zusätzlich zahlt
- Wann Sie ab 70 eher keine Versicherung brauchen
- Bestehenden Vertrag mit 70 behalten, wechseln oder kündigen?
- Entscheidungstabelle: Welcher Weg passt ab 70?
- Checkliste vor dem Abschluss mit 70+
- Häufig gestellte Fragen zur Zahnzusatzversicherung ab 70
- Fazit: Mit 70 zählen Prothese, Staffel und Laufzeit
- Quellen
Mit 70 können Sie eine Zahnzusatzversicherung noch abschließen. Ein gesetzliches Höchstalter gibt es nicht, und einige Versicherer verzichten ausdrücklich auf eine Altersgrenze. Ob sich der Vertrag lohnt, entscheiden vier Dinge: Ihr Zahnstatus beim Abschluss, die Frage, ob eine vorhandene Prothese überhaupt versichert ist, die Zahnstaffel in den ersten Jahren und die Zeit, die Ihnen der Vertrag noch nutzt. Hinzu kommt eine Gesetzesänderung: Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Krankenkasse spürbar weniger.
Dieser Ratgeber zeigt echte Beiträge für 71- bis 80-Jährige und für Menschen ab 81, erklärt die Prothesen-Klausel am Bedingungstext, rechnet Krone und Implantat für 2026 und 2027 durch und stellt Beitrag und Erstattung über zehn Jahre gegenüber. Er geht außerdem auf etwas ein, das in anderen Ratgebern fehlt: was die Kasse zusätzlich zahlt, wenn Sie pflegebedürftig werden. Für die Altersgruppe 60 bis 69 gibt es einen eigenen Ratgeber zur Zahnzusatzversicherung ab 60.
Kurz beantwortet: Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung mit 70?
Mit 70 lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung vor allem, wenn diese vier Punkte zusammenkommen:
- Ihre eigenen Zähne sind heute versorgt und stabil. Der Zahnarzt hat keine Behandlung angeraten, und Lücken sind geschlossen oder festsitzend ersetzt.
- Sie rechnen in einigen Jahren mit größerem Zahnersatz, etwa mit Kronen, einer Brücke, Implantaten oder einer Teleskopversorgung.
- Sie möchten mehr als die Regelversorgung, zum Beispiel Implantate statt einer herausnehmbaren Prothese.
- Der Vertrag kann mindestens fünf Jahre laufen. Erst danach fällt bei den meisten Tarifen die Zahnstaffel weg.
Die Stiftung Warentest hält eine Zahnzusatzversicherung in fast jedem Alter für sinnvoll, wenn beim Abschluss noch keine Behandlung diagnostiziert ist. Menschen mit sehr geringen Einkünften rät sie ab, weil dann die Härtefallregelung der Kasse greift (Stand 12.08.2026).
| Ihre Situation mit 70+ | Einschätzung |
|---|---|
| eigene Zähne, keine Behandlung angeraten, Wunsch nach Implantaten | Abschluss sinnvoll, möglichst bald |
| Brücken oder Implantate vorhanden, intakt | meist abschließbar, Gesundheitsfragen genau lesen |
| herausnehmbare Teilprothese | oft nur Tarife ohne Gesundheitsfragen; die Prothese selbst ist häufig nicht versichert |
| Vollprothesen oben und unten, kein Wunsch nach Implantaten | Versicherung meist überflüssig |
| Behandlung angeraten oder Heil- und Kostenplan liegt vor | dafür zahlt kein neuer Vertrag |
| Einkommen unter der Härtefallgrenze (2026: 1.582 Euro brutto allein) | Härtefall prüfen, Versicherung oft unnötig |
| pflegebedürftig, eigene Zähne vorhanden | Kassenleistungen nach § 22a SGB V zuerst nutzen, Versicherung nur für Zahnersatz |
Gibt es ein Höchstalter? Was mit 70, 75 und 80 möglich ist
Ein gesetzliches Höchstalter für Zahnzusatzversicherungen gibt es nicht. Umgekehrt muss Sie aber auch kein Versicherer aufnehmen: Eine Pflicht zur Annahme kennt das Versicherungsvertragsgesetz nur für den Basistarif der privaten Krankenvollversicherung (§ 193 Abs. 5 VVG), nicht für Zusatztarife. Jeder Versicherer legt seine Annahmeregeln selbst fest.
Was das für Menschen ab 70 bedeutet, zeigen öffentlich zugängliche Bedingungen und Angaben:
| Versicherer und Tarif | Altersgrenze laut eigenen Unterlagen | Stand |
|---|---|---|
| DFV-ZahnSchutz | „Es gibt keine Altersgrenze für den Abschluss.“ Die Beitragstabelle hat Stufen für 71 bis 80 und ab 81 Jahre. Voraussetzung: gesetzlich versichert, Wohnsitz in Deutschland. | 01.08.2025, Produktseite Abruf 22.10.2026 |
| DA Direkt Zahnschutz | Die Bedingungen nennen keine Altersgrenze; die letzte Beitragsstufe heißt „ab 61 Jahre“. | 03/2025 |
| NÜRNBERGER Komfort 80/90/100 | keine Gesundheitsfragen, keine Wartezeit; eine Altersgrenze nennt die Kundeninformation nicht | 07/2025 |
| ARAG Dent-Tarife | Die Beitragsübersicht endet beim Eintrittsalter 61 bis 65 Jahre. | 1.2023 |
| Allianz MeinZahnschutz | Online-Abschluss bis 64 Jahre, ab 65 nur persönliche Beratung | Abruf 22.10.2026 |
Quellen: DFV-Versicherungsbedingungen und Anhang mit Beiträgen, DA-Tarifblatt und Bedingungen, NÜRNBERGER-Kundeninformation, ARAG-Bedingungsheft. Die Allianz-Angabe stammt aus deren Senioren-Ratgeber.
Für Sie bedeutet das: Mit 70 ist die Auswahl kleiner als mit 60, aber nicht verschwunden. Ab 75 und erst recht ab 80 bleiben vor allem Tarife, die ausdrücklich ohne Altersgrenze und häufig ohne Gesundheitsfragen arbeiten. Tarife mit Alterungsrückstellung, bei denen der Beitrag nach dem Eintrittsalter festgelegt wird, sind in diesem Alter kaum noch zu bekommen. Wie diese Kalkulation funktioniert, erklärt der Ratgeber Zahnzusatzversicherung mit Altersrückstellung.
Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für 70-Jährige?
Der Beitrag hängt vom Erstattungssatz, von der Kalkulationsart und von möglichen Risikozuschlägen ab. Pauschale Preisspannen helfen deshalb wenig. Belastbar sind die Beitragstabellen, die Versicherer in ihren Bedingungen veröffentlichen.
DFV-ZahnSchutz (Anhang zu den Versicherungsbedingungen, Beiträge gültig ab 01.08.2025), Monatsbeitrag nach erreichter Altersstufe:
| Altersstufe | Komfort 60 | Premium 80 | Premium 90 | Exklusiv 100 |
|---|---|---|---|---|
| 61–70 Jahre | 41,20 € | 54,40 € | 61,00 € | 67,60 € |
| 71–80 Jahre | 36,00 € | 47,50 € | 53,30 € | 59,00 € |
| ab 81 Jahre | 25,40 € | 33,50 € | 37,60 € | 41,70 € |
| Erstattung nach Abzug der Kassenleistung | 60 % | 80 % | 90 % | 100 % |
Auffällig ist: Bei diesem Tarif sinkt der Beitrag mit 71 und noch einmal mit 81. Im Exklusiv 100 zahlen Sie ab 71 Jahren 8,60 Euro und ab 81 Jahren weitere 17,30 Euro weniger im Monat. Die Bedingungen regeln, dass der neue Beitrag ab dem Monat nach Erreichen der nächsten Altersstufe gilt (Ziffer 8). Dazwischen sind trotzdem Erhöhungen möglich, wenn die Leistungsausgaben dauerhaft steigen.
DA Direkt Zahnschutz (Tarifblatt, Fassung 01.03.2025): Ab 61 Jahren kosten Komfort 36,90 Euro, Premium 54,90 Euro und Premium Plus 62,90 Euro im Monat. Eine höhere Altersstufe gibt es nicht. Der Beitrag steigt also nicht mehr, weil Sie älter werden.
Zur Einordnung: Die Stiftung Warentest nennt für ihre 43-jährigen Modellkunden 25 bis 58 Euro im Monat für einen der Testsieger (Stand 12.08.2026). Mit 70 liegen Sie bei vergleichbarer Leistung meist darüber. Der Abstand ist aber oft kleiner als erwartet, weil die Altersstufen mancher Tarife mit 60 oder 61 enden oder der Beitrag im hohen Alter sogar sinkt.
Rund drei Viertel der Tarife sind laut Stiftung Warentest so kalkuliert, dass der Beitrag mit dem Alter steigt. Bei diesen Tarifen sparen Sie durch einen früheren Abschluss keinen Beitrag, denn mit 70 zahlen alle denselben Betrag der Altersstufe. Ein früherer Abschluss hätte trotzdem Vorteile gehabt: Die Zahnstaffel wäre abgelaufen, und es gäbe weniger Befunde, die ausgeschlossen werden. Eine Übersicht über Beiträge in allen Altersgruppen bietet der Ratgeber Zahnzusatzversicherung Kosten pro Monat.
Wie lange der Vertrag noch nutzt: Lebenserwartung als Rechengröße
Ein Punkt wird in Ratgebern zur Zahnzusatzversicherung fast nie mit Zahlen unterlegt: die Zeit, in der Sie den Vertrag noch brauchen. Das ist kein angenehmes Thema, für die Rechnung aber wichtig, weil die Zahnstaffel die ersten vier Jahre begrenzt.
Nach der aktuellen Sterbetafel des Statistischen Bundesamts (Berichtszeitraum 2023/2025) haben Menschen in Deutschland im Durchschnitt noch diese Lebensjahre vor sich:
| Alter | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| 70 Jahre | 14,4 Jahre | 17,0 Jahre |
| 75 Jahre | 11,2 Jahre | 13,2 Jahre |
| 80 Jahre | 8,2 Jahre | 9,7 Jahre |
| 85 Jahre | 5,6 Jahre | 6,7 Jahre |
Aus derselben Tafel lässt sich ablesen: Von 70-jährigen Männern erleben rund 70 Prozent ihren 80. Geburtstag, von 70-jährigen Frauen rund 81 Prozent. Das sind Durchschnittswerte. Ihre persönliche Gesundheit zählt mehr als die Statistik.
Für die Entscheidung heißt das: Mit 70 bleibt im Mittel genug Zeit, damit nach Ablauf einer vierjährigen Zahnstaffel noch mehrere Jahre volle Leistung folgen. Mit 80 ist die Spanne deutlich kürzer. Wer in diesem Alter abschließt, sollte vor allem auf die Erstattungsgrenzen im ersten und zweiten Jahr achten.
Zahngesundheit ab 70 und ab 75: Was die Studien zeigen
Ältere Menschen haben heute deutlich mehr eigene Zähne als früher. Die aktuelle Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) hat allerdings nur die 65- bis 74-Jährigen untersucht. Für Menschen ab 75 stammen die jüngsten repräsentativen Zahlen aus der DMS V mit Erhebung im Jahr 2014.
| Kennzahl | 65–74 Jahre (DMS 6, 2025) | 75–100 Jahre (DMS V, 2014) | 75–100 mit Pflegebedarf |
|---|---|---|---|
| vollständig zahnlos | 5,0 % | 32,8 % | 53,7 % |
| fehlende Zähne im Mittel | 8,6 (ohne Weisheitszähne) | 21,6 (mit Weisheitszähnen) | 26,3 |
| herausnehmbarer Zahnersatz | – | 57,4 % | 77,1 % |
| schwere Parodontitis | 30,4 % | 44,3 % | 47,6 % |
| Zahnarzt nur bei Beschwerden | – | 38,4 % | 61,3 % |
Quellen: Samietz et al. 2025 (DMS 6) sowie die Übersicht von Nitschke und Hahnel im Bundesgesundheitsblatt 2021 zu den Daten der DMS V.
Drei Folgerungen für die Versicherungsfrage:
- Viele Menschen ab 75 tragen eine herausnehmbare Prothese. Ob ein Tarif eine vorhandene Prothese mitversichert, ist deshalb ab 70 eine der wichtigsten Fragen (dazu gleich mehr).
- Parodontitis ist im Alter häufig. Sie ist ein häufiger Grund, warum Anträge mit Gesundheitsprüfung abgelehnt oder nur mit Einschränkungen angenommen werden. Hintergründe im Ratgeber Parodontitis und Zahnzusatzversicherung.
- Mit Pflegebedarf verschlechtert sich die Mundgesundheit deutlich, und Menschen gehen seltener zur Kontrolle. Für diesen Fall gibt es eigene Kassenleistungen, die viele nicht kennen.
Was die Krankenkasse ab 70 zahlt, 2026 und ab 2027
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für Zahnersatz einen befundbezogenen Festzuschuss. Eine Altersgrenze oder eine altersabhängige Kürzung sieht § 55 SGB V nicht vor. Wer mit 70 seit vielen Jahren ein lückenloses Bonusheft hat, bekommt für bis zum 31.12.2026 bewilligte Heil- und Kostenpläne 75 Prozent der festgesetzten Kosten der Regelversorgung.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228) sinken die Sätze für alle ab dem 01.01.2027 bewilligten Festzuschüsse:
| bewilligt bis 31.12.2026 | bewilligt ab 01.01.2027 | |
|---|---|---|
| ohne Bonus | 60 % | 50 % |
| 5 Jahre Bonusheft | 70 % | 60 % |
| 10 Jahre Bonusheft | 75 % | 65 % |
| Härtefall | 100 % | 100 % |
Entscheidend ist das Datum der Bewilligung durch die Kasse, nicht der Behandlungsbeginn (§ 55 Abs. 6 SGB V in der Fassung ab 2027). Die Techniker Krankenkasse bestätigt die neuen Sätze und dass der Härtefall bei 100 Prozent bleibt.
Was das in Euro für Versorgungen bedeutet, die ab 70 häufig sind, zeigt die folgende Tabelle mit zehn Jahren Bonusheft. Die Werte für 2026 stammen aus der Festzuschuss-Richtlinie des G-BA. Die Euro-Beträge für 2027 legt der G-BA erst bis 30.11.2026 fest. Die Spalte 2027 ist deshalb ein Rechenbeispiel mit den Beträgen von 2026 und dem neuen Prozentsatz.
| Befund | 2026 (75 %) | 2027 Rechenbeispiel (65 %) | weniger |
|---|---|---|---|
| 3.1 Teilprothese mit Metallgerüst (Modellguss), je Kiefer | 714,11 € | 618,90 € | 95,21 € |
| 3.2 Teleskopkrone auf Eckzahn oder erstem Prämolar | 500,93 € | 434,14 € | 66,79 € |
| 4.2 Totalprothese Oberkiefer | 720,56 € | 624,48 € | 96,08 € |
| 4.4 Totalprothese Unterkiefer | 772,16 € | 669,20 € | 102,96 € |
| 4.6 Teleskop bei höchstens drei Restzähnen | 513,14 € | 444,72 € | 68,42 € |
| 6.2 Prothesenreparatur mit Abformung | 118,77 € | 102,93 € | 15,84 € |
| 6.7 Unterfütterung einer Totalprothese | 162,69 € | 141,00 € | 21,69 € |
| 7.5 implantatgetragene Prothese erneuern | 738,01 € | 639,61 € | 98,40 € |
Mit fünf Jahren Bonusheft sind die Euro-Differenzen gleich groß, denn der Unterschied beträgt bei jedem Bonusstand zehn Prozentpunkte der Regelversorgung. Für ein Paar Totalprothesen oben und unten zahlt die Kasse 2026 mit zehn Jahren Bonusheft zusammen 1.492,72 Euro, im Rechenbeispiel 2027 noch 1.293,68 Euro.
Für Sie heißt das: Steht ein neuer Zahnersatz ohnehin bald an, sprechen Sie mit Ihrer Praxis, ob der Heil- und Kostenplan noch 2026 bewilligt werden kann. Die Bewilligung gilt ein halbes Jahr. Alle Einzelheiten zu Befunden, Bonus und Stichtag stehen im Ratgeber zum Festzuschuss für Zahnersatz und unter Was zahlt die Krankenkasse für Zahnersatz? Wie Zusatzversicherungen mit dem Bonus umgehen, erklärt der Artikel zur Bonusheft-Erstattung.
Prothesenträger: Ist eine vorhandene Prothese versichert?
Für viele Menschen ab 70 ist das die wichtigste Frage, und die Antwort lautet oft: nein. Tarife ohne Gesundheitsfragen nehmen Prothesenträger zwar auf. Versichert sind aber meist nur Zähne, die beim Abschluss vorhanden oder „dauerhaft ersetzt“ sind. Was als dauerhaft ersetzt gilt, steht im Bedingungstext.
Ein Beispiel aus den DFV-Versicherungsbedingungen (Fassung 01.08.2025, Ziffer 2.1): Versicherungsfall ist die Behandlung „an bei Vertragsschluss vorhandenen oder dauerhaft ersetzten Zähnen“. Und weiter: „Herausnehmbare Teil- und Vollprothesen der versicherten Person gelten nicht als dauerhaft ersetzte Zähne im Sinne dieser Bestimmungen.“ Ausgeschlossen ist außerdem die Versorgung von Zähnen, die beim Abschluss fehlen oder noch nicht dauerhaft ersetzt sind (Ziffer 6).
Was das praktisch bedeutet:
| Situation beim Abschluss | Typische Folge bei solchen Klauseln |
|---|---|
| Teilprothese ersetzt drei Backenzähne | Die drei ersetzten Zähne bleiben unversichert. Eine spätere Brücke oder ein Implantat an diesen Stellen zahlt der Tarif nicht. |
| Teilprothese mit Klammern an zwei eigenen Zähnen | Die eigenen Ankerzähne sind versichert, zum Beispiel neue Kronen an diesen Zähnen. |
| Vollprothese im Oberkiefer, eigene Zähne unten | Nur der Unterkiefer ist sinnvoll versichert. |
| Vollprothesen oben und unten | Es gibt praktisch nichts zu versichern, außer gegebenenfalls Leistungen wie Prophylaxe. |
| Brücke oder Implantat, festsitzend | gilt in der Regel als dauerhaft ersetzt und ist dann versichert |
Andere Tarife regeln das anders. Manche Versicherer werten eine intakte Prothese als vollwertigen Zahnersatz, andere lehnen Prothesenträger bei der Gesundheitsprüfung ab. Die NÜRNBERGER schließt in ihren Komfort-Tarifen vor Abschluss fehlende, nicht ersetzte Zähne aus. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Werbeaussagen, sondern lassen Sie sich die Klausel zeigen. Drei Fragen helfen:
- Gilt meine vorhandene herausnehmbare Prothese als ersetzter Zahn?
- Zahlt der Tarif, wenn die Prothese erneuert oder durch Implantate ersetzt werden soll?
- Sind die eigenen Ankerzähne der Prothese versichert?
Ein Trost: Kleinere Arbeiten an der Prothese bezuschusst die Krankenkasse ohnehin über eigene Befunde, etwa Reparatur mit Abformung (Befund 6.2) und Unterfütterung (6.6 und 6.7). Die Eigenanteile dafür sind überschaubar. Mehr dazu in den Ratgebern Zahnprothese reparieren, Totalprothese und Teleskopprothese. Wer von der Vollprothese auf eine implantatgestützte Lösung wechseln möchte, findet Hinweise im Ratgeber zur Druckknopfprothese.
Gesundheitsfragen, fehlende Zähne, Parodontitis
Tarife mit Gesundheitsprüfung fragen typischerweise nach fehlenden, nicht ersetzten Zähnen, nach der Zahl der Zähne mit Zahnersatz, nach Parodontitis in den letzten Jahren, nach herausnehmbarem Zahnersatz und nach angeratenen Behandlungen. Ab 70 beantworten die meisten Menschen mindestens eine dieser Fragen mit Ja. Der Versicherer darf dann ablehnen, einen Risikozuschlag verlangen oder einzelne Zähne ausschließen (§ 203 Abs. 1 VVG). Nach Angaben der Allianz kommt bei Anbietern mit Gesundheitsprüfung meist kein Vertrag zustande, wenn mehr als drei Zähne fehlen.
Beantworten Sie jede Frage vollständig und wahrheitsgemäß. Sie müssen nur das angeben, wonach in Textform gefragt wird. Verschweigen Sie etwas, kann der Versicherer je nach Verschulden zurücktreten, kündigen oder den Vertrag anpassen, in der Krankenversicherung innerhalb von drei Jahren, bei Vorsatz oder Arglist innerhalb von zehn Jahren (§ 19 VVG, §§ 21, 194 VVG). Lassen Sie sich vor dem Antrag den aktuellen Zahnstatus von Ihrer Praxis geben.
Tarife ohne Gesundheitsfragen sind ab 70 oft der einzige Weg. Sie gleichen das Risiko über Ausschlüsse und die Zahnstaffel aus. Wie diese Tarife im Einzelnen funktionieren, erklärt der Ratgeber Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen. Die ausführliche Darstellung zu Zuschlägen für fehlende Zähne steht im Ratgeber Zahnzusatzversicherung ab 60.
Vorsicht bei Tarifen, die sich ausdrücklich an Senioren richten. Laut Allianz bieten solche Seniorentarife oft nur eine eingeschränkte Kostenübernahme, zum Beispiel 40 Prozent. Vergleichen Sie deshalb nicht den Beitrag, sondern was bei einer konkreten Rechnung bei Ihnen hängen bleibt.
Erstattung ab 70: Krone und Implantat nach Tarifmodell
Wie viel Ihnen eine Zahnzusatzversicherung bringt, hängt davon ab, worauf sich der Prozentsatz bezieht. Zwei Modelle sind verbreitet:
- Prozent vom Rest: Der Tarif erstattet einen Prozentsatz dessen, was nach der Kassenleistung übrig bleibt. So rechnet der DFV-ZahnSchutz („nach Abzug der Vorleistung einer GKV“).
- Prozent der Rechnung inklusive Kasse: Der Tarif füllt bis zu einem Prozentsatz der Gesamtrechnung auf. So rechnet DA Direkt.
Die Tabelle zeigt den Eigenanteil nach Ablauf der Zahnstaffel. Annahmen: Krone 950 Euro, Implantat mit Krone 3.000 Euro, zehn Jahre Bonusheft, Festzuschuss als Rechenbeispiel 2027 (65 Prozent). Die Rechnungsbeträge sind Annahmen in realistischer Größenordnung.
| Tarif | Krone 950 €: Sie zahlen | Implantat 3.000 €: Sie zahlen |
|---|---|---|
| ohne Zusatzversicherung | 691,05 € | 2.400,96 € |
| DFV Exklusiv 100 (100 % vom Rest) | 0,00 € | 0,00 € |
| DFV Premium 80 (80 % vom Rest) | 138,21 € | 480,19 € |
| DA Premium (90 % inklusive Kasse) | 95,00 € | 300,00 € |
| DA Komfort (75 % inklusive Kasse) | 237,50 € | 750,00 € |
Kassenleistung im Rechenbeispiel: 258,95 Euro für die Krone (Befund 1.1) und 599,04 Euro für das Implantat (Befund 2.1).
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Nach Ablauf der Staffel fängt der Versicherer die Kürzung 2027 ganz oder größtenteils auf, weil er mehr zahlt, wenn die Kasse weniger zahlt. Bei „Prozent der Rechnung inklusive Kasse“ bleibt Ihr Anteil gleich. Bei „Prozent vom Rest“ tragen Sie einen Teil mit, bei 80 Prozent sind es 20 Prozent der fehlenden Kassenleistung. Zweitens: Tarife, die nur den Festzuschuss verdoppeln, verlieren 2027 mit. Wie die Modelle im Detail rechnen, erklären die Ratgeber Eigenanteil beim Zahnersatz, Zahnzusatzversicherung 100 Prozent und Zahnzusatzversicherung für Implantate.
Die Versicherer zahlen nur für medizinisch notwendige Behandlungen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Versicherer gerade bei Implantaten infrage stellen können, ob eine einfachere Versorgung genügt hätte. Vor größeren Behandlungen über 2.000 Euro haben Sie Anspruch auf eine schriftliche Auskunft, ob und in welchem Umfang der Versicherer zahlt. Er muss innerhalb von vier Wochen antworten, in dringenden Fällen innerhalb von zwei (§ 192 Abs. 8 VVG).
Zahnstaffel: Das erste Jahr entscheidet mit 70 mehr
Fast alle Tarife begrenzen die Erstattung in den ersten Jahren. Mit 70 wiegt das schwerer als mit 40, weil weniger Zeit bleibt, in der die volle Leistung gilt. Die Grenzen gelten meist kumuliert, also für die Summe aller Erstattungen seit Beginn.
| Tarif (Stand) | 1. Jahr | 2 Jahre | 3 Jahre | 4 Jahre | danach |
|---|---|---|---|---|---|
| DFV Premium 80 (08/2025) | 1.400 € | 2.800 € | 4.200 € | 5.600 € | unbegrenzt |
| DFV Exklusiv 100 (08/2025) | 1.750 € | 3.500 € | 5.250 € | 7.000 € | unbegrenzt |
| DA Premium (03/2025) | 1.100 € | 2.200 € | 3.300 € | 4.400 € | unbegrenzt |
| DA Premium Plus (03/2025) | 1.500 € | 3.000 € | 4.500 € | 6.000 € | unbegrenzt |
| NÜRNBERGER Komfort 100 (07/2025) | 1.000 € | 2.000 € | 3.000 € | 4.000 € | unbegrenzt |
Bei der DFV zählen die ersten 12, 24, 36 und 48 Monate ab Versicherungsbeginn. Was in einem Abschnitt über der Grenze liegt, wird nicht in einen späteren Abschnitt übertragen. Unfälle nach Versicherungsbeginn sind bei diesen Tarifen von der Staffel ausgenommen.
Was das bedeutet, zeigt das Implantat aus der Tabelle oben, wenn es schon im ersten Versicherungsjahr nötig wird und der Festzuschuss 2027 bewilligt wird (Rechenbeispiel, zehn Jahre Bonus, Kasse 599,04 Euro):
| Tarif | Anspruch ohne Staffel | Grenze 1. Jahr | Sie zahlen |
|---|---|---|---|
| DFV Exklusiv 100 | 2.400,96 € | 1.750 € | 650,96 € |
| DFV Premium 80 | 1.920,77 € | 1.400 € | 1.000,96 € |
| DA Premium Plus | 2.400,96 € | 1.500 € | 900,96 € |
| DA Premium | 2.100,96 € | 1.100 € | 1.300,96 € |
Im ersten Jahr entscheidet also nicht der Erstattungssatz, sondern die Grenze. Planen Sie größere Arbeiten, die sich verschieben lassen, nach Möglichkeit in spätere Versicherungsjahre. Medizinisch notwendige Behandlungen sollten Sie aber nicht wegen der Staffel aufschieben. Wie die Staffel genau funktioniert, erklärt der Ratgeber Zahnstaffel erklärt.
Die gesetzliche Höchstwartezeit für Zahnersatz beträgt acht Monate (§ 197 VVG). Längere Wartezeiten speziell für Senioren gibt es also nicht. DFV, DA Direkt und NÜRNBERGER verzichten ganz auf Wartezeiten und begrenzen stattdessen über die Staffel.
Rechnet sich das ab 71? Zwei Szenarien über zehn Jahre
Ob sich der Vertrag rechnet, hängt davon ab, was tatsächlich anfällt. Zwei Szenarien für einen Abschluss mit 71 Jahren, Beiträge laut Bedingungen ohne künftige Anpassungen (DFV 71 bis 80 Jahre, DA ab 61 Jahre), Kassenzuschuss als Rechenbeispiel 2027 mit zehn Jahren Bonus. Alle Behandlungen liegen nach Ablauf der Zahnstaffel.
Szenario A, mittlerer Bedarf: zwei Kronen und ein Implantat. Rechnungen zusammen 4.900 Euro, Kasse 1.116,94 Euro, ohne Versicherung bleiben 3.783,06 Euro bei Ihnen.
| Tarif | Beitrag 10 Jahre | Erstattung | Ihr Eigenanteil | Erstattung minus Beitrag |
|---|---|---|---|---|
| DFV Exklusiv 100 | 7.080,00 € | 3.783,06 € | 0,00 € | −3.296,94 € |
| DFV Premium 80 | 5.700,00 € | 3.026,45 € | 756,61 € | −2.673,55 € |
| DA Premium | 6.588,00 € | 3.293,06 € | 490,00 € | −3.294,94 € |
Szenario B, hoher Bedarf: zwei Implantate, zwei Kronen und eine Brücke für 1.700 Euro. Rechnungen zusammen 9.600 Euro, Kasse 2.315,02 Euro, ohne Versicherung bleiben 7.284,98 Euro.
| Tarif | Beitrag 10 Jahre | Erstattung | Ihr Eigenanteil | Erstattung minus Beitrag |
|---|---|---|---|---|
| DFV Exklusiv 100 | 7.080,00 € | 7.284,98 € | 0,00 € | +204,98 € |
| DFV Premium 80 | 5.700,00 € | 5.827,99 € | 1.456,99 € | +127,99 € |
| DA Premium | 6.588,00 € | 6.324,98 € | 960,00 € | −263,02 € |
Was die Rechnung zeigt:
- Bei mittlerem Bedarf zahlen Sie mit 70 deutlich mehr Beitrag, als Sie erstattet bekommen. Der Vertrag verteilt die Kosten auf Monatsbeiträge, er spart aber kein Geld.
- Selbst bei hohem Bedarf ist das Ergebnis ab 71 knapp. Ein Vertrag, der schon mit 60 begonnen hätte, wäre in diesem Fall günstiger gewesen, weil die Staffel dann längst abgelaufen wäre.
- Der Vertrag schützt vor dem Ausreißer. Kommen mehr als zwei Implantate dazu, dreht die Rechnung ins Plus. Wer eine solche Rechnung nicht aus Rücklagen bezahlen könnte, kauft mit dem Beitrag vor allem Planbarkeit.
Wer erst mit 76 abschließt, zahlt bei der DFV fünf Jahre den Beitrag der Stufe 71 bis 80 und danach den niedrigeren Beitrag ab 81. Im Exklusiv 100 sind das über zehn Jahre 6.042 Euro. Weitere Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?
Laufende und angeratene Behandlung, Sofort-Tarife
Für eine Behandlung, die vor Vertragsbeginn angeraten, geplant oder begonnen wurde, zahlt ein neuer Vertrag nicht. Die DFV schließt in ihren Bedingungen ausdrücklich „bereits vor Vertragsabschluss begonnene, ärztlich angeratene oder bekannte Behandlungen“ aus. Ab 70 schließen viele erst ab, wenn der Zahnarzt einen Zahnersatz anspricht. Für diesen Zahn ist es dann zu spät.
Es gibt Sofort-Tarife, die auch bereits begonnene Zahnersatzmaßnahmen erstatten. Die ERGO Zahnersatz Sofort zum Beispiel zahlt einen Betrag in Höhe des Festzuschusses der Kasse, auch für Zahnersatz, der bis zu sechs Monate vor Versicherungsbeginn begonnen wurde. Im ersten Jahr zahlt sie höchstens 1.000 Euro, in den ersten zwei Jahren zusammen höchstens 2.000 Euro. Implantate sind ausgeschlossen, und der Vertrag läuft mindestens 24 Monate. Bei 37,60 Euro im Monat zahlen Sie in dieser Zeit 902,40 Euro Beitrag. Finanztip warnt, dass solche Tarife oft weniger leisten als erwartet. Rechnen Sie also vor dem Abschluss nach, ob die Erstattung den Beitrag für zwei Jahre übersteigt. Hinzu kommt: Sinkt der Festzuschuss 2027, sinkt auch diese Leistung.
Mehr dazu in den Ratgebern laufende Behandlung, angeratene Behandlung und Zahnzusatzversicherung: wenn es zu spät ist.
Pflegebedürftig: Was die Kasse zusätzlich zahlt
Wer einen Pflegegrad hat, bekommt von der Krankenkasse Leistungen, die anderen Versicherten nicht zustehen. Das ist ab 70 oft wichtiger als jede Zusatzversicherung, weil die Mundgesundheit mit Pflegebedarf deutlich schlechter wird.
Vorsorge nach § 22a SGB V. Versicherte mit Pflegegrad oder in der Eingliederungshilfe haben Anspruch auf Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (§ 22a SGB V). Die Richtlinie des G-BA legt fest, was dazugehört, jeweils einmal im Kalenderhalbjahr:
- Erhebung des Mundgesundheitsstatus, also Beurteilung von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhaut und Zahnersatz
- ein individueller Mundgesundheitsplan mit Empfehlungen zur Mund- und Prothesenpflege, zu Fluorid, Ernährung und Mundtrockenheit, und mit der Angabe, wer die Pflege übernimmt
- Aufklärung mit praktischer Anleitung, auch zur Prothesenreinigung, unter Einbeziehung von Pflegepersonen
- Entfernung harter Zahnbeläge
Sie erhalten den ausgefüllten Vordruck. Pflegende Angehörige oder der Pflegedienst können ihn mit Ihrer Zustimmung als Anlage zum Pflegeplan nutzen. Die Untersuchung zählt außerdem für das Bonusheft. Bei Mundtrockenheit soll die Praxis darauf hinwirken, dass die Medikation geprüft wird. Mehr zum Thema im Ratgeber Mundtrockenheit.
Besuch zu Hause oder im Heim. Können Sie die Praxis wegen Ihrer Pflegebedürftigkeit nicht oder nur mit hohem Aufwand aufsuchen, ist der Besuch durch die Zahnärztin oder den Zahnarzt eine Kassenleistung (§ 87 Abs. 2i SGB V). Stationäre Pflegeeinrichtungen müssen bei entsprechendem Bedarf Kooperationsverträge mit geeigneten Praxen schließen (§ 119b SGB V). Für Zahnärzte, die im Rahmen eines solchen Vertrags ins Heim kommen, sieht die Kassenabrechnung eine eigene Leistung vor (§ 87 Abs. 2j SGB V). Fragen Sie im Heim, ob es eine Kooperation mit einer Zahnarztpraxis gibt.
Fahrkosten. Bei Pflegegrad 4 oder 5, bei Pflegegrad 3 mit dauerhaft eingeschränkter Mobilität oder mit den Merkzeichen aG, Bl oder H gilt die Fahrt zur ambulanten Behandlung als genehmigt (§ 60 SGB V). Die gesetzliche Zuzahlung fällt trotzdem an.
Eine Zahnzusatzversicherung bleibt daneben für Zahnersatz und private Leistungen relevant. Prophylaxe und Prothesenreinigung zahlen manche Tarife zusätzlich. Hinweise zur Pflege des Zahnersatzes gibt der Ratgeber Zahnersatz richtig pflegen.
Wann Sie ab 70 eher keine Versicherung brauchen
Bei geringem Einkommen: Härtefall. Liegt Ihr monatliches Bruttoeinkommen 2026 bei höchstens 1.582 Euro als alleinstehende Person oder bei 2.175,25 Euro mit einem Angehörigen, zahlt die Kasse auf Antrag 100 Prozent der Regelversorgung (§ 55 Abs. 2 SGB V). Die Einnahmen der Angehörigen im Haushalt zählen mit. Ohne Einkommensprüfung gilt der Härtefall unter anderem bei Grundsicherung im Alter, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Heimunterbringung auf Kosten der Sozialhilfe. Für 2027 ergeben sich nach dem Entwurf der neuen Bezugsgröße voraussichtlich 1.652 Euro beziehungsweise 2.271,50 Euro. Knapp darüber hilft die gleitende Härtefallregelung (§ 55 Abs. 3 SGB V). Mehr im Ratgeber Härtefall beim Zahnersatz.
Bei Vollprothesen oben und unten ohne Wunsch nach Implantaten. Eine vorhandene Prothese ist häufig nicht versichert, und für eine neue Totalprothese in Kassenqualität ist der Eigenanteil überschaubar. Im Härtefall zahlt die Kasse für beide Totalprothesen zusammen bis zu 1.990,28 Euro (2026), höchstens aber die tatsächlichen Kosten.
Bei ausreichenden Rücklagen. Wer einige Tausend Euro für Zahnersatz zurücklegen kann, trägt das Risiko selbst. Mit dem Beitrag des DFV Exklusiv 100 kämen von 71 bis 80 in zehn Jahren 7.080 Euro zusammen.
Bei absehbarer Behandlung. Ist ein großer Zahnersatz schon besprochen, zahlt ein neuer Vertrag nicht, und die Staffel bringt zu wenig. Für die Finanzierung gibt es Ratenzahlungen über die Praxis, Hinweise im Ratgeber Zahnersatz finanzieren.
Zur Steuer: Für die meisten Rentner wirkt sich der Beitrag zur Zahnzusatzversicherung steuerlich nicht aus, weil die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung den Höchstbetrag schon ausschöpfen. Einzelheiten stehen im Ratgeber Zahnzusatzversicherung ab 60 und unter Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzen.
Bestehenden Vertrag mit 70 behalten, wechseln oder kündigen?
Wer schon versichert ist, sollte mit 70 nur aus gutem Grund wechseln. Ein neuer Vertrag bringt eine neue Zahnstaffel, neue Gesundheitsfragen und den Ausschluss aller Befunde, die inzwischen dokumentiert sind.
- Der Versicherer kann Ihnen nach drei Jahren nicht mehr ordentlich kündigen. Bei einer Zahnzusatzversicherung als Krankheitskostenteilversicherung ist das nur in den ersten drei Versicherungsjahren möglich (§ 206 Abs. 2 VVG). Ein alter Vertrag bleibt Ihnen also erhalten, solange Sie Ihre Beiträge zahlen und Ihre Pflichten erfüllen.
- Beitragserhöhung: Der Versicherer darf nur bei dauerhaft gestiegenen Ausgaben und mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders erhöhen (§ 203 Abs. 2 VVG). Danach können Sie innerhalb von zwei Monaten kündigen (§ 205 VVG).
- Tarifwechsel beim selben Versicherer: Sie dürfen in einen gleichartigen Tarif wechseln, erworbene Rechte werden angerechnet. Für Mehrleistungen kann der Versicherer einen Ausschluss, einen Zuschlag oder eine Wartezeit verlangen (§ 204 VVG). Das ist mit 70 oft der bessere Weg als ein neuer Vertrag.
- Erst den neuen Vertrag abschließen, dann kündigen. Nur so vermeiden Sie eine Lücke, falls der neue Antrag abgelehnt wird.
Mehr dazu in den Ratgebern Zahnzusatzversicherung wechseln und Zahnzusatzversicherung kündigen.
Entscheidungstabelle: Welcher Weg passt ab 70?
| Ausgangslage | Naheliegender Weg | Worauf achten |
|---|---|---|
| eigene Zähne, nichts angeraten, Implantatwunsch | regulärer Tarif ohne Altersgrenze | Grenze im 1. und 2. Jahr, Beitrag ab 71 und ab 81 |
| festsitzender Zahnersatz, intakt | Tarif mit oder ohne Gesundheitsfragen | Fragen zum Alter des Zahnersatzes |
| Teilprothese, eigene Ankerzähne | Tarif ohne Gesundheitsfragen | Klausel „dauerhaft ersetzte Zähne“; nur Ankerzähne versichert? |
| Vollprothesen oben und unten | meist keine Versicherung | Festzuschüsse für Reparatur und Unterfütterung nutzen |
| Zahnersatz bereits angeraten | Heil- und Kostenplan möglichst 2026 bewilligen lassen | Sofort-Tarife kritisch durchrechnen |
| Einkommen unter Härtefallgrenze | Härtefall beantragen | Mehrkosten über die Regelversorgung zahlen Sie selbst |
| Pflegegrad vorhanden | Leistungen nach § 22a SGB V, Hausbesuch | Versicherung nur für geplanten Zahnersatz |
| alter Vertrag vorhanden | behalten oder Tarif beim selben Versicherer wechseln | neue Staffel und Gesundheitsfragen bei Neuabschluss |
| Rücklagen vorhanden, kein Implantatwunsch | ansparen | Bonusheft weiterführen |
Checkliste vor dem Abschluss mit 70+
- Aktuellen Zahnstatus bei der Praxis anfordern: fehlende, ersetzte und behandlungsbedürftige Zähne.
- Klären, ob eine Behandlung angeraten oder im Gespräch ist. Wenn ja, zuerst den Heil- und Kostenplan klären.
- Prüfen, ob der Tarif in Ihrem Alter abschließbar ist, online oder über die Beratung.
- Bei Prothese: Klausel zu „dauerhaft ersetzten Zähnen“ lesen und die drei Prothesen-Fragen stellen.
- Beitrag in Ihrer Altersstufe und in den folgenden Stufen nachsehen, etwa ab 71 und ab 81.
- Erstattungsgrenzen im ersten und zweiten Jahr mit einer konkreten Rechnung vergleichen.
- Klären, ob der Tarif einen Prozentsatz vom Rest, der Rechnung oder nur den Festzuschuss erstattet. Davon hängt ab, wie stark die Kürzung 2027 durchschlägt.
- Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten und eine Kopie des Antrags aufbewahren.
- Mindestlaufzeit und Kündigungsfristen prüfen, bei der DFV zum Beispiel 24 Monate.
- Bonusheft weiterführen: Die jährliche Kontrolle sichert 2026 bis zu 75 und ab 2027 bis zu 65 Prozent.
- Vor Behandlungen über 2.000 Euro eine schriftliche Leistungszusage einholen (§ 192 Abs. 8 VVG).
- Bei Pflegegrad die halbjährlichen Kassenleistungen nach § 22a SGB V in Anspruch nehmen.
Häufig gestellte Fragen zur Zahnzusatzversicherung ab 70
Kann man mit 70 Jahren noch eine Zahnzusatzversicherung abschließen?
Ja. Ein gesetzliches Höchstalter gibt es nicht, und einige Versicherer nennen in ihren Bedingungen gar keine Altersgrenze. Die Deutsche Familienversicherung schreibt zum Beispiel ausdrücklich, es gebe keine Altersgrenze für den Abschluss, und führt in ihrer Beitragstabelle eine Stufe ab 81 Jahren. Andere Anbieter schließen online nur bis Mitte 60 ab. Entscheidender als das Alter sind fehlende Zähne, eine vorhandene Prothese und Behandlungen, die schon angeraten sind.
Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für 70-Jährige?
Das hängt vom Tarif und vom Erstattungssatz ab. Zwei Beispiele aus offiziellen Unterlagen: Der DFV-ZahnSchutz kostet für 61- bis 70-Jährige 41,20 bis 67,60 Euro und für 71- bis 80-Jährige 36,00 bis 59,00 Euro im Monat (Stand 01.08.2025). DA Direkt Zahnschutz kostet ab 61 Jahren 36,90, 54,90 oder 62,90 Euro (Stand 03/2025). Dazu können Risikozuschläge kommen, und Versicherer dürfen Beiträge anpassen.
Was ist die beste Zahnzusatzversicherung für ältere Menschen?
Eine für alle beste gibt es nicht. Ab 70 zählen vier Punkte mehr als Testnoten: Ist der Tarif in Ihrem Alter überhaupt abschließbar? Ist Ihre vorhandene Prothese oder Brücke mitversichert? Wie hoch ist die Erstattungsgrenze im ersten und zweiten Jahr? Und wie entwickelt sich der Beitrag in den Altersstufen ab 70 und ab 80? Spezielle Seniorentarife mit niedrigen Erstattungssätzen sind meist nicht die beste Wahl.
Wann ist es zu spät für eine Zahnzusatzversicherung?
Nicht wegen des Alters, sondern wenn eine Behandlung angeraten, geplant oder begonnen ist. Dafür zahlt ein neuer Vertrag nicht. Auch beim Abschluss fehlende Zähne und eine vorhandene herausnehmbare Prothese sind bei vielen Tarifen ausgeschlossen. Wer mit 70 noch abschließen möchte, tut das am besten direkt nach einem Kontrolltermin ohne Befund.
Gibt es eine Zahnzusatzversicherung für Prothesenträger?
Ja, aber mit Einschränkungen. Tarife ohne Gesundheitsfragen nehmen auch Prothesenträger auf. Viele leisten aber nicht für die vorhandene Prothese: In den DFV-Bedingungen gelten herausnehmbare Teil- und Vollprothesen nicht als dauerhaft ersetzte Zähne. Versichert sind dann vor allem die noch vorhandenen eigenen Zähne und festsitzender Zahnersatz. Reparaturen und Unterfütterungen bezuschusst die Krankenkasse über eigene Festzuschüsse.
Kann ich mit 75 oder 80 noch eine Zahnzusatzversicherung abschließen?
Bei einigen Versicherern ja. Die DFV nennt keine Altersgrenze und hat eine eigene Beitragsstufe ab 81 Jahren, die günstiger ist als die Stufe für 71- bis 80-Jährige. Bei anderen Anbietern ist ein Abschluss nur bis zu einem bestimmten Alter oder nur über eine persönliche Beratung möglich. Je später Sie abschließen, desto stärker wirkt allerdings die Zahnstaffel, weil die Laufzeit kürzer ist.
Wird die Zahnzusatzversicherung im Alter immer teurer?
Nicht unbedingt. Bei Tarifen mit Altersstufen steigt der Beitrag nur, solange es höhere Stufen gibt. Bei DA Direkt ist ab 61 Jahren Schluss, bei der DFV sinkt der Beitrag ab 71 und ab 81 Jahren sogar. Unabhängig davon darf der Versicherer Beiträge erhöhen, wenn die Leistungsausgaben dauerhaft steigen und ein Treuhänder zustimmt. Nach einer Erhöhung können Sie innerhalb von zwei Monaten kündigen.
Was ändert sich 2027 für Zahnzusatzversicherte über 70?
Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse 50 statt 60 Prozent der Regelversorgung, mit fünf Jahren Bonusheft 60 statt 70 und mit zehn Jahren 65 statt 75 Prozent. Der Härtefall bleibt bei 100 Prozent. Im Rechenbeispiel fehlen bei einer Totalprothese im Oberkiefer 96,08 Euro. Tarife, die einen Prozentsatz vom Rest erstatten, fangen einen Teil davon auf. Ein vor 2027 bewilligter Heil- und Kostenplan behält das alte Recht.
Darf mir die Versicherung im Alter kündigen?
Nach den ersten drei Versicherungsjahren nicht mehr ordentlich. Bei einer Zahnzusatzversicherung als Krankheitskostenteilversicherung darf der Versicherer laut § 206 Abs. 2 VVG nur innerhalb der ersten drei Versicherungsjahre zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen. Ausnahmen gelten etwa bei Zahlungsverzug oder verletzter Anzeigepflicht. Sie selbst können ordentlich mit drei Monaten Frist kündigen.
Fazit: Mit 70 zählen Prothese, Staffel und Laufzeit
Mit 70 ist eine Zahnzusatzversicherung weder automatisch sinnvoll noch zu spät. Abschließen können Sie, ein gesetzliches Höchstalter gibt es nicht, und einige Tarife werden im hohen Alter sogar günstiger. Lohnend ist der Vertrag, wenn Sie noch eigene Zähne haben, nichts angeraten ist und Sie in einigen Jahren mit Implantaten oder größerem festsitzendem Zahnersatz rechnen. Tragen Sie bereits eine herausnehmbare Prothese, prüfen Sie zuerst die Bedingungen, denn oft ist genau sie nicht versichert.
Rechnen Sie ehrlich: Über zehn Jahre zahlen Sie ab 71 bei mittlerem Bedarf meist mehr Beitrag, als Sie erstattet bekommen. Der Vertrag lohnt sich vor allem als Schutz vor einer großen Rechnung. Ab 2027 zahlt die Kasse weniger. Ein Heil- und Kostenplan, der noch 2026 bewilligt wird, behält die alten Sätze. Werden Sie pflegebedürftig, stehen Ihnen zusätzliche Kassenleistungen zu, unabhängig von jeder Zusatzversicherung.
Quellen
- § 55 SGB V Leistungsanspruch Zahnersatz – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, Art. 1 Nr. 22 (§ 55 SGB V ab 01.01.2027) – Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 (recht.bund.de)
- Gesundheitsreform 2026/2027: Zusammenfassung – Techniker Krankenkasse, 2026 (tk.de)
- Festzuschuss-Richtlinie, in Kraft 01.01.2026 – Gemeinsamer Bundesausschuss (g-ba.de, PDF)
- Richtlinie über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen (§ 22a SGB V), in Kraft 15.02.2023 – Gemeinsamer Bundesausschuss (g-ba.de, PDF)
- §§ 22a, 60, 87, 119b SGB V – Bundesministerium der Justiz (§ 22a, § 60, § 87, § 119b)
- Versicherungsvertragsgesetz §§ 19, 192, 193, 197, 203, 204, 205, 206 – Bundesministerium der Justiz (§ 19, § 192, § 193, § 197, § 203, § 204, § 205, § 206)
- Statistischer Bericht Sterbetafeln 2023/2025, Tabellen 12613-b01 und b02 – Statistisches Bundesamt (destatis.de, XLSX)
- Samietz S et al.: Oral health in the elderly, DMS 6 – Quintessence International 2025 (PubMed 40091730)
- Nitschke I, Hahnel S: Zahnmedizinische Versorgung älterer Menschen: Chancen und Herausforderungen (Daten der DMS V) – Bundesgesundheitsblatt 2021;64:802–811 (PMC8241673)
- Zahnzusatzversicherungen im Vergleich – Stiftung Warentest, 12.08.2026 (test.de)
- Zahnzusatzversicherung: Risiken und Vorteile – Verbraucherzentrale, 2026 (verbraucherzentrale.de)
- Kostenschock beim Zahnarzt: Vorsicht vor diesen Werbeversprechen – Finanztip, 27.06.2025 (finanztip.de)
- DFV-ZahnSchutz: Versicherungsbedingungen und Anhang mit Beiträgen, Fassung 01.08.2025 – Deutsche Familienversicherung AG (Bedingungen, PDF, Anhang, PDF)
- DA Direkt Zahnschutz: Tarifblatt (Fassung 01.03.2025) und AZB – DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (da-direkt.de, PDF)
- ARAG Zahn-Zusatzversicherung, Bedingungsheft Dent-Tarife, Stand 1.2023 – ARAG Krankenversicherungs-AG (arag.de, PDF)
- Zahnzusatzversicherungen Basis und Komfort, Kundeninformation KV391 (07/2025) – NÜRNBERGER Krankenversicherung AG (nuernberger.de, PDF)
- ERGO Zahnersatz Sofort, Leistungsübersicht – ERGO Krankenversicherung AG, Abruf 21.10.2026 (nicht verlinkt)
- Zahnzusatzversicherung Senioren – Allianz, Ratgeberseite, Abruf 22.10.2026 (nicht verlinkt)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Versicherungs- oder zahnärztliche Beratung. Beiträge und Leistungen stammen aus den genannten Bedingungen und Tarifblättern mit dem jeweils angegebenen Stand; Versicherer können Beiträge anpassen. Die Festzuschuss-Beträge für 2027 setzt der G-BA bis 30.11.2026 fest; alle Werte für 2027 sind gekennzeichnete Rechenbeispiele. Stand: Oktober 2026

Geschrieben von
Gründer und Inhaber von ZahnzusatzPlus, Versicherungsmakler nach § 34d GewO mit 9 Jahren Erfahrung in der Versicherungs- und Finanzbranche. Schreibt über Tarife, Leistungen und Fallstricke der Zahnzusatzversicherung. So arbeitet unsere Redaktion
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