Zum Inhalt springen
Menü

Ratgeber durchsuchen

Zahnzusatzversicherung

Zahnzusatzversicherung wechseln oder kündigen: Fristen, Zahnstaffel, Muster und was 2027 ändert

Aktualisiert am26 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kündigen können Sie mit drei Monaten Frist zum Ende des Versicherungsjahres, frühestens zum Ende der Mindestlaufzeit, meist 24 Monate (§ 205 Abs. 1 VVG). Manche Tarife sind danach monatlich oder täglich kündbar.
  • Nach einer Beitragserhöhung oder beim Wechsel in eine höhere Altersgruppe haben Sie zwei Monate Zeit für eine Sonderkündigung. Nach einer Erstattung gibt es kein Sonderkündigungsrecht.
  • Der neue Vertrag beginnt fast immer mit einer Zahnstaffel. Im Rechenbeispiel mit einem Implantat für 3.000 Euro zahlen Sie im ersten Jahr nach dem Wechsel 754,88 Euro mehr als im alten Vertrag. Einige Tarife rechnen die Vorversicherung an.
  • Wechseln Sie nie mit einer angeratenen oder laufenden Behandlung. Der alte Schutz endet auch für begonnene Behandlungen, der neue Vertrag zahlt sie nicht.
  • Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse 50, 60 oder 65 statt 60, 70 oder 75 Prozent. Wie viel davon bei Ihnen landet, hängt vom Tarifmodell ab. Das gehört in jeden Tarifvergleich.
Zahnarztkosten clever absichernKostenloser Tarif-Check in 2 Minuten · ab 7,99 €/Monat
Zwei Schilde mit Uhrsymbol auf blauem Hintergrund
Inhaltsverzeichnis
  1. Kurz beantwortet: Wann ein Wechsel sinnvoll ist und wann nicht
  2. Kündigungsfrist: drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres
  3. Sonderkündigung: wann Sie außerhalb der Frist raus können
  4. Form und Zugang: E-Mail, Brief, Online-Formular
  5. Wechseln in der richtigen Reihenfolge
  6. Die Zahnstaffel: Was der Wechsel wirklich kostet
  7. Laufende und angeratene Behandlungen: der teuerste Fehler
  8. Gesundheitsfragen beim neuen Vertrag
  9. Alternative: Tarifwechsel beim eigenen Versicherer
  10. Kürzung des Festzuschusses 2027: warum das Tarifmodell jetzt wichtiger wird
  11. Zwei Zahnzusatzversicherungen gleichzeitig
  12. Kassenwechsel, Wechsel in die PKV, Umzug
  13. Kann der Versicherer Ihnen kündigen?
  14. Kündigungsmuster
  15. Zeitachse für einen Wechsel ohne Lücke
  16. Checkliste vor der Kündigung
  17. Häufig gestellte Fragen zum Wechsel und zur Kündigung der Zahnzusatzversicherung
  18. Fazit: Erst den neuen Vertrag, dann die Kündigung
  19. Quellen

Sie können eine Zahnzusatzversicherung mit drei Monaten Frist zum Ende des Versicherungsjahres kündigen, frühestens zum Ende der vereinbarten Mindestlaufzeit, meist nach 24 Monaten (§ 205 Abs. 1 VVG). Nach einer Beitragserhöhung haben Sie zwei Monate Zeit für eine Sonderkündigung. Ob sich ein Wechsel lohnt, entscheidet meist nicht der Monatsbeitrag. Entscheidend ist, dass der neue Vertrag in den ersten Jahren fast immer nur begrenzt zahlt (Zahnstaffel) und keine Behandlung übernimmt, die schon angeraten ist.

Dieser Ratgeber erklärt die Fristen mit konkreten Daten, zeigt an einem durchgerechneten Implantat, was ein Wechsel im ersten bis dritten Jahr kostet, und ordnet die Kürzung des Kassenzuschusses ab 2027 ein. Am Ende finden Sie zwei Kündigungsmuster, eine Zeitachse und eine Checkliste.

Kurz beantwortet: Wann ein Wechsel sinnvoll ist und wann nicht

Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn der neue Tarif Ihren absehbaren Bedarf klar besser abdeckt und Sie die ersten Vertragsjahre ohne große Behandlung überbrücken können. Er ist riskant, wenn eine Behandlung angeraten ist oder Sie mit größerem Zahnersatz in den nächsten Jahren rechnen.

Ihre LageEmpfehlung
Behandlung angeraten, geplant oder begonnenNicht wechseln, nicht kündigen. Erst abschließen und abrechnen.
Alter Tarif zahlt Zahnersatz nur nach Kassenleistung (z. B. Verdopplung des Festzuschusses)Wechsel prüfen, besonders wegen der Kürzung 2027.
Alter Tarif leistet gut, nur der Beitrag ist gestiegenErst Tarifwechsel beim eigenen Versicherer prüfen, dann Neuvertrag vergleichen.
Altersrückstellung seit vielen JahrenMeist bleiben oder intern wechseln. Die Rückstellung geht bei der Kündigung verloren.
Gesunde Zähne, neuer Tarif rechnet die Vorversicherung anGuter Zeitpunkt für einen Wechsel.
Mehrere fehlende, nicht ersetzte ZähneVorsicht: Neue Verträge schließen fehlende Zähne oft aus oder lehnen ab.

Stiftung Warentest hat einem Leser im September 2026 geantwortet, dass neue, gut bewertete Tarife „allein kein Grund für einen Wechsel“ sind. Die Leistungen eines bestehenden Tarifs bleiben gleich, auch wenn der Versicherer neue Tarife auflegt (test.de). Ein Wechsel lohnt sich, wenn sich Ihr Bedarf geändert hat oder der alte Tarif bei dem, was Sie wahrscheinlich brauchen werden, schwach ist. Ob sich eine Zahnzusatzversicherung grundsätzlich für Sie rechnet, klärt der Ratgeber Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?.

Kündigungsfrist: drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres

Die gesetzliche Grundregel steht in § 205 Abs. 1 VVG: Sie können zum Ende des ersten Versicherungsjahres oder jedes folgenden Jahres mit drei Monaten Frist kündigen, vorbehaltlich einer vereinbarten Mindestversicherungsdauer. Die Kündigung lässt sich auf einzelne Personen oder einzelne Tarife beschränken. Sie können also zum Beispiel nur den Zahntarif kündigen und einen Krankenhaustarif behalten.

Die Musterbedingungen des PKV-Verbands (MB/KK) erlauben eine vereinbarte Vertragsdauer von bis zu zwei Jahren (§ 13 Abs. 1 MB/KK). Daran halten sich die meisten Zahntarife. Die oft gelesene Aussage, die Mindestlaufzeit sei „gesetzlich auf zwei Jahre begrenzt“, findet sich so nicht im Gesetz. Die Regel für Verbraucherverträge mit höchstens zwei Jahren Laufzeit (§ 309 Nr. 9 BGB) gilt ausdrücklich nicht für Versicherungsverträge (§ 309 BGB).

Versicherungsjahr oder Kalenderjahr: der häufigste Fehler

Viele Tarife setzen das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr gleich. Das erste Jahr ist dann ein Rumpfjahr und endet am 31.12., egal wann der Vertrag begann. Bei Envivas DentFlex, dem Zahntarif im TK-Angebot, steht es so in § 22 der Bedingungen: Das erste Versicherungsjahr endet am 31. Dezember, alle weiteren entsprechen dem Kalenderjahr. Andere Tarife rechnen zwölf Monate ab Vertragsbeginn.

Drei Beispiele mit konkreten Daten:

VertragFrühestes VertragsendeKündigung muss zugehen bis
Beginn 01.05.2025, Versicherungsjahr = Kalenderjahr, Mindestdauer 2 Versicherungsjahre31.12.202630.09.2026 (verpasst? Dann 31.12.2027, Zugang bis 30.09.2027)
Beginn 15.03.2025, Versicherungsjahr ab Beginn, Mindestdauer 24 Monate14.03.202714.12.2026
Tarif monatlich kündbar nach 24 Monaten (z. B. DA Direkt), Beginn 01.03.2024Ende jedes Monatsbis zum Monatsende

Die Rechnung beruht auf § 205 Abs. 1 VVG. Maßgeblich ist der Zugang beim Versicherer, nicht das Datum auf Ihrem Brief (§ 130 BGB). Wer zum 31.12.2026 kündigen wollte und einen Kalenderjahr-Vertrag hat, ist seit dem 30.09.2026 zu spät, wenn kein Sonderkündigungsrecht greift.

So unterschiedlich regeln es die Versicherer

Tarif (Stand der Bedingungen)MindestlaufzeitDanach kündbar
Envivas DentFlex (AVB 10.25)2 Versicherungsjahre3 Monate zum Ende des Versicherungsjahres (= Kalenderjahr)
Münchener Verein ZahnGesund 75+ (06/2024)24 Monate3 Monate zum Ende des Versicherungsjahres
DA Direkt Zahnschutz (Tarifblatt 03/2025)24 Monateohne Frist zum Ende des laufenden Monats, Textform
DFV-ZahnSchutz (AVB 01.08.2025)24 Monatetäglich, ohne Frist, Textform
ERGO Zahnersatz- und Zahnerhalt-Tarife (Serviceseite, Abruf 10/2026)keine genannt; bei ZEK, ZEZ und KFO-Sofort 24 Monatezum Monatsende, Textform

Quellen: DentFlex-Bedingungen §§ 22–23, ZahnGesund-Bedingungen Abschnitt D, DA-Direkt-Bedingungen Ziffer 5.5, DFV-Bedingungen Ziffer 13. Die Tabelle ist eine Auswahl öffentlicher Bedingungen, keine Empfehlung. Ihr eigener Tarif kann abweichen.

Sonderkündigung: wann Sie außerhalb der Frist raus können

Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie in zwei Fällen. Die Frist beträgt jeweils zwei Monate, nicht vier Wochen oder einen Monat, wie einige Ratgeber schreiben.

  1. Beitragserhöhung oder Leistungsminderung: Erhöht der Versicherer den Beitrag aufgrund der Anpassungsklausel oder kürzt er Leistungen, können Sie innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Mitteilung kündigen, mit Wirkung zum Zeitpunkt der Änderung (§ 205 Abs. 4 VVG). Die Musterbedingungen erlauben die Kündigung auch „bis und zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung“ (§ 13 Abs. 5 MB/KK).
  2. Höhere Altersgruppe: Steigt Ihr Beitrag, weil Sie laut Vertrag eine neue Altersgruppe erreichen, können Sie innerhalb von zwei Monaten nach der Änderung zu deren Wirksamwerden kündigen (§ 205 Abs. 3 VVG).

Beispiel: Die Mitteilung über eine Erhöhung zum 01.01.2027 geht Ihnen am 20.11.2026 zu. Sie können bis zum 20.01.2027 kündigen, und der Vertrag endet zum 01.01.2027. Den höheren Beitrag zahlen Sie dann nicht. Eine Anpassung wird frühestens zu Beginn des zweiten Monats nach der Mitteilung wirksam (§ 203 Abs. 5 VVG).

Diese Rechte gelten auch während der Mindestlaufzeit. Sie dürfen nicht zu Ihrem Nachteil verändert werden (§ 208 VVG).

Kein Sonderkündigungsrecht nach einer Erstattung

Viele Versicherte glauben, sie könnten nach einer Behandlung sofort kündigen. Das gilt nur in der Sachversicherung, etwa für den Hausrat (§ 92 VVG). Für die Krankenversicherung, zu der die Zahnzusatzversicherung gehört, verweist das Gesetz nicht auf diese Vorschrift (§ 194 Abs. 1 VVG). Auch die Musterbedingungen kennen kein solches Recht. Sie können nach einer Erstattung also nur ordentlich kündigen, auch wenn der Versicherer eine Leistung abgelehnt hat.

Eine Ausnahme regelt DA Direkt im Tarif: Innerhalb der Mindestlaufzeit können Sie zum Monatsende kündigen, solange Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Sie verzichten damit auf jede Erstattung für die gesamte Laufzeit (Ziffer 5.5).

Beitragserhöhung: Kündigen ist nicht die einzige Antwort

Eine Sonderkündigung beendet Ihren Schutz. Prüfen Sie vorher, ob ein neuer Vertrag Sie überhaupt nimmt und was die Zahnstaffel kostet (Abschnitt unten). Oft ist ein günstigerer Tarif beim eigenen Versicherer die bessere Lösung. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Beitragserhöhungen bei Zahnzusatzversicherungen wahrscheinlich sind und dass ihre Höhe heute niemand vorhersagen kann (Verbraucherzentrale). Ein neuer Tarif kann später ebenfalls teurer werden.

Form und Zugang: E-Mail, Brief, Online-Formular

Die Kündigung braucht meist nur Textform. Die Musterbedingungen schreiben vor: „Willenserklärungen und Anzeigen gegenüber dem Versicherer bedürfen der Textform“ (§ 16 MB/KK). Textform heißt: eine lesbare Erklärung mit Ihrem Namen auf einem dauerhaften Datenträger, also auch eine E-Mail (§ 126b BGB). DFV, DA Direkt und ERGO nennen Textform ausdrücklich.

Zwei Einschränkungen:

  • Das Versicherungsvertragsgesetz erlaubt, für die Kündigung „die Schrift oder die Textform“ zu vereinbaren (§ 208 Satz 2 VVG). Für Verträge, die nach dem 30.09.2016 geschlossen wurden, verbietet das AGB-Recht zugleich Formvorgaben, die strenger sind als die Textform (§ 309 Nr. 13 BGB, Art. 229 § 37 EGBGB). Bei älteren Verträgen kann eine eigenhändige Unterschrift verlangt sein. Sehen Sie im Abschnitt „Kündigung“ Ihrer Bedingungen nach.
  • Den gesetzlichen Kündigungsbutton („Verträge hier kündigen“) müssen Versicherer nicht anbieten. Die Pflicht aus § 312k BGB gilt nicht für Finanzdienstleistungen und Versicherungsverträge (§ 312k BGB, § 312 Abs. 4 BGB). Viele Versicherer bieten trotzdem ein Online-Formular an.

So gehen Sie sicher: Kündigen Sie per E-Mail oder Online-Formular und bitten Sie um eine Bestätigung mit dem Vertragsende. Kommt binnen zwei Wochen nichts, haken Sie nach. Bei knapper Frist ist ein Einschreiben mit Rückschein der sicherste Nachweis für den Zugang. Sind andere Personen mitversichert, etwa Ihr Partner, müssen sie von der Kündigung erfahren, sonst ist sie für sie nicht wirksam (§ 207 Abs. 2 VVG).

Wechseln in der richtigen Reihenfolge

Kündigen Sie den alten Vertrag erst, wenn der neue angenommen ist. Der neue Versicherer kann Ihren Antrag wegen der Gesundheitsfragen ablehnen oder Zähne ausschließen. Dann stehen Sie ohne Schutz da.

  1. Alte Unterlagen lesen: Versicherungsschein, Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit, Definition des Versicherungsjahres, Kündigungsfrist und -form.
  2. Zahnstatus klären: Fragen Sie in der Praxis, ob eine Behandlung angeraten oder geplant ist und ob Zähne fehlen. Das brauchen Sie für die Gesundheitsfragen.
  3. Neuen Tarif vergleichen: Leistung für Ihren wahrscheinlichen Bedarf, Zahnstaffel, Anrechnung der Vorversicherung, Wartezeit, Verzicht auf das Kündigungsrecht des Versicherers.
  4. Antrag stellen mit Beginn am Tag nach dem Ende des alten Vertrags. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig.
  5. Annahme abwarten: Erst mit dem Versicherungsschein steht der neue Schutz. Sie haben dann 14 Tage Zeit, den neuen Vertrag ohne Begründung zu widerrufen (§ 8 VVG).
  6. Alten Vertrag kündigen, rechtzeitig vor Fristablauf, und das Vertragsende bestätigen lassen.
  7. Offene Rechnungen aus der alten Laufzeit beim alten Versicherer einreichen.

Endet der alte Vertrag und beginnt der neue erst später, sind Behandlungen in der Lücke nicht versichert. Was in dieser Zeit angeraten wird, schließt der neue Vertrag aus.

Die Zahnstaffel: Was der Wechsel wirklich kostet

Fast jeder neue Zahntarif zahlt in den ersten Jahren nur bis zu festen Höchstbeträgen, der sogenannten Zahnstaffel. Im alten Vertrag ist diese Staffel nach einigen Jahren abgelaufen. Der Wechsel setzt sie zurück. Das ist meist der größte Nachteil eines Wechsels, größer als die Wartezeit.

Zwei Beispiele aus öffentlichen Bedingungen: Die NÜRNBERGER Komfort 100 zahlt im ersten Versicherungsjahr bis 1.000 Euro, in den ersten zwei Jahren bis 2.000 Euro, in den ersten drei bis 3.000 Euro, in den ersten vier bis 4.000 Euro, danach unbegrenzt (Produktblatt KV391, 07/2025). Münchener Verein ZahnGesund 75+ begrenzt auf 900, 1.800, 2.700 und 3.600 Euro. Wie die Staffel funktioniert, erklärt der Ratgeber Zahnstaffel erklärt. Tarife ganz ohne Staffel stellt der Artikel ohne Leistungsbegrenzung vor.

Rechenbeispiel: Implantat für 3.000 Euro nach dem Wechsel

Annahmen: Ein Zahn fehlt (Befund 2.1), Implantat mit Krone 3.000 Euro (innerhalb der Spanne von 1.500 bis 3.500 Euro laut Verbraucherzentrale), Bonusheft fünf Jahre. Die Kasse zahlt 2026 einen Festzuschuss von 645,12 Euro (KZBV, Festzuschüsse 2026). Der alte Tarif erstattet 80 Prozent der Rechnung einschließlich Kassenleistung, seine Staffel ist abgelaufen. Der neue Tarif erstattet 100 Prozent einschließlich Kassenleistung, mit einer Staffel von 1.000, 2.000 und 3.000 Euro in den ersten drei Jahren. Beide Tarife sind Modelle, keine bestimmten Produkte.

Behandlung 2026KasseZusatzversicherungIhr Eigenanteil
Im alten Tarif (80 %, keine Staffel mehr)645,12 €1.754,88 €600,00 €
Neuer Tarif, 1. Versicherungsjahr (max. 1.000 €)645,12 €1.000,00 €1.354,88 €
Neuer Tarif, 2. Versicherungsjahr (max. 2.000 €, noch nichts verbraucht)645,12 €2.000,00 €354,88 €
Neuer Tarif, 3. Versicherungsjahr (max. 3.000 €)645,12 €2.354,88 €0,00 €
Neuer Tarif mit Anrechnung der Vorversicherung645,12 €2.354,88 €0,00 €

Wird das Implantat im ersten Jahr nach dem Wechsel fällig, zahlen Sie 754,88 Euro mehr als im alten Vertrag. Ab dem zweiten Jahr ist der neue Tarif in diesem Beispiel besser, ab dem dritten zahlt er alles. Bei teureren Behandlungen oder mehreren Zähnen dauert es entsprechend länger. Der Wechsel lohnt sich also, wenn in der ersten Zeit nichts Größeres ansteht. Bei angeratenen Behandlungen wissen Sie das schon vorher. Nach einem Unfall regeln manche Tarife es günstiger: Bei Münchener Verein und DA Direkt gilt die Staffel nicht für Unfälle nach Versicherungsbeginn.

Tarife, die die Vorversicherung anrechnen

Einige Versicherer rechnen die Dauer Ihres alten Vertrags auf die Staffel an. Dann fällt der größte Nachteil des Wechsels weg. Die Bedingungen sind unterschiedlich streng:

  • Münchener Verein ZahnGesund: Anrechnung, wenn Sie bis zum Beginn mindestens zwölf Monate ununterbrochen bei einem deutschen privaten Krankenversicherer versichert waren, der Vortarif Zahnersatz mit mindestens 70 Prozent einschließlich Kassenleistung erstattet hat und der Übergang nahtlos ist. Den Nachweis reichen Sie mit dem ersten Leistungsantrag für Zahnersatz ein. Sie werden so gestellt, als hätten Sie die nachgewiesenen Versicherungsjahre bereits durchlaufen (Tarifbedingungen T577, Abschnitt B.6 und E.1).
  • DA Direkt Zahnschutz: Eine ununterbrochene Vorversicherung bei einem anderen privaten Krankenversicherer „mit vergleichbaren Leistungen“ wird auf die Staffel angerechnet. Leistungen, die Sie beim alten Versicherer bekommen haben, bleiben unberücksichtigt (Ziffer 3.9).
  • Envivas: rechnet eine Vorversicherung nur an, wenn sie in einem Envivas-Zahntarif bestand.

Fragen Sie vor dem Antrag schriftlich, ob und wie Ihr bisheriger Vertrag angerechnet wird, und lassen Sie sich vom alten Versicherer die Versicherungsdauer und den Erstattungssatz für Zahnersatz bescheinigen.

Wartezeit: gesetzlich höchstens acht Monate

Wartezeiten dürfen für Zahnbehandlung und Zahnersatz höchstens acht Monate betragen und gelten nur, wenn sie vereinbart sind (§ 197 Abs. 1 VVG). Viele neue Tarife haben keine Wartezeit mehr, siehe Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit. § 197 Abs. 2 VVG schreibt vor, dass eine ununterbrochene Vorversicherungszeit in einer „Krankheitskostenversicherung“ auf die Wartezeit angerechnet wird, wenn der neue Vertrag binnen zwei Monaten zum unmittelbaren Anschluss beantragt wird. Die Musterbedingungen beschränken das auf die Vollversicherung (§ 3 Abs. 5 MB/KK). Ob ein Wechsel zwischen zwei Zahnzusatzversicherungen darunter fällt, ist nicht eindeutig geregelt. Verlassen Sie sich nicht darauf. Für die Zahnstaffel gilt die Vorschrift ohnehin nicht.

Laufende und angeratene Behandlungen: der teuerste Fehler

Wechseln Sie nicht, solange eine Behandlung angeraten, geplant oder begonnen ist. Hier treffen zwei Regeln zusammen:

  • Der alte Schutz endet vollständig. „Der Versicherungsschutz endet – auch für schwebende Versicherungsfälle – mit der Beendigung des Versicherungsverhältnisses“ (§ 7 MB/KK). Was nach dem Vertragsende behandelt wird, zahlt der alte Versicherer nicht, auch wenn die Behandlung vorher begonnen hat. DFV und DA Direkt regeln es in ihren Bedingungen genauso.
  • Der neue Vertrag zahlt nicht für Bekanntes. Für Versicherungsfälle, die vor Beginn des Versicherungsschutzes eingetreten sind, wird nicht geleistet (§ 2 Abs. 1 MB/KK). Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung (§ 1 Abs. 2 MB/KK), dazu zählen auch Untersuchung und Diagnose. Fast alle Tarife schließen angeratene und geplante Behandlungen zusätzlich ausdrücklich aus.

Die Folge: Eine Implantatversorgung, die im November beginnt und im Februar mit der Krone endet, ist bei einem Wechsel zum 01.01. für den Teil ab Januar in keinem der beiden Verträge versichert. Die verbreitete Aussage, der Versicherer des ersten Behandlungsschritts zahle die ganze Behandlung, ist falsch.

Wie Sie eine laufende Behandlung absichern, steht im Ratgeber Zahnzusatzversicherung bei laufender Behandlung. Was als „angeraten“ gilt, erklärt angeratene Behandlung.

Rechnungen aus der alten Laufzeit

Für Behandlungen, die vor dem Vertragsende durchgeführt wurden, bleibt der alte Versicherer zuständig, auch wenn Sie die Rechnung erst später einreichen. Reichen Sie trotzdem zeitnah ein und prüfen Sie Ihre Bedingungen auf Fristen. Der Anspruch verjährt regelmäßig nach drei Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem er entstanden ist (§§ 195, 199 BGB). Wie die Einreichung abläuft, steht unter Rechnung einreichen.

Gesundheitsfragen beim neuen Vertrag

Beim Neuabschluss beantworten Sie die Gesundheitsfragen erneut, mit Ihrem heutigen Zahnstatus. Was seit dem ersten Vertrag passiert ist, zählt jetzt mit: fehlende Zähne, Parodontitis, angeratene Behandlungen. Im alten Vertrag bleibt das versichert, im neuen oft nicht.

Sie müssen alle bekannten Umstände angeben, nach denen der Versicherer in Textform fragt. Das gilt auch für Nachfragen, die er nach Ihrem Antrag, aber vor der Annahme stellt (§ 19 Abs. 1 VVG). Bei falschen Angaben kann der Versicherer je nach Verschulden zurücktreten, mit einem Monat Frist kündigen oder den Vertrag anpassen. In der Krankenversicherung erlöschen diese Rechte nach drei Jahren, bei Vorsatz oder Arglist erst nach zehn Jahren (§ 21 Abs. 3 VVG, § 194 Abs. 1 VVG).

Fehlende Zähne sind die häufigste Hürde. Ein Beispiel: Beim Münchener Verein ist nicht versicherungsfähig, wem mehr als drei Zähne fehlen, die nicht dauerhaft ersetzt sind; Weisheitszähne, Milchzähne und Lückenschlüsse zählen nicht mit. Andere Tarife schließen fehlende Zähne aus oder verlangen einen Zuschlag. Tarife ohne Gesundheitsfragen gibt es, sie zahlen aber in den ersten Jahren besonders wenig, siehe ohne Gesundheitsfragen. Welche Ausschlüsse typisch sind, steht unter Ausschlüsse.

Alternative: Tarifwechsel beim eigenen Versicherer

Bevor Sie den Versicherer wechseln, fragen Sie nach einem anderen Tarif beim bisherigen. Bei Tarifen, deren Beitrag nicht nach dem Alter steigt, ist dieses Wechselrecht gesetzlich vorgeschrieben, bei anderen kann es vertraglich vereinbart sein (Verbraucherzentrale). Rechtsgrundlage ist § 204 Abs. 1 Nr. 1 VVG: Der Wechsel in einen Tarif mit gleichartigem Schutz erfolgt unter Anrechnung der erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung.

Ein interner Wechsel ist nicht automatisch frei von Prüfung. Leistet der neue Tarif mehr, darf der Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss, einen Risikozuschlag und eine Wartezeit verlangen. Zuschlag und Wartezeit können Sie abwenden, wenn Sie für die Mehrleistung einen Ausschluss vereinbaren. Wechseln Sie in einen günstigeren Tarif mit weniger Leistung, sind die verlorenen Leistungen in der Regel dauerhaft weg.

Manche Tarife haben eigene Regeln. Envivas DentFlex etwa erlaubt die Höherstufung ohne Gesundheitsprüfung alle drei Kalenderjahre bis zum Alter von 49. Eine Herabstufung ist jederzeit möglich, kostet aber das Optionsrecht. Details im Ratgeber zur TK-Zahnzusatzversicherung.

Altersrückstellung: bleibt beim Versicherer

Nur etwa ein Viertel der Zahntarife wird ohne altersbedingte Beitragssprünge kalkuliert, die Mehrzahl davon mit Altersrückstellung (Stiftung Warentest). Haben Sie einen solchen Tarif, bleibt die Rückstellung bei einer Kündigung beim Versicherer. Eine Mitnahme zu einem anderen Versicherer sieht das Gesetz nur für die private Vollversicherung vor (§ 204 Abs. 1 Nr. 2 VVG). Der neue Beitrag richtet sich dann nach Ihrem heutigen Alter. Bei solchen Tarifen gibt es statt der Kündigung auch das Recht, den Vertrag als Anwartschaft fortzuführen (§ 204 Abs. 5 VVG). Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Zahnzusatzversicherung mit Altersrückstellung.

Kürzung des Festzuschusses 2027: warum das Tarifmodell jetzt wichtiger wird

Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse 50 statt 60 Prozent der Regelversorgung, mit fünf Jahren Bonusheft 60 statt 70 Prozent und mit zehn Jahren 65 statt 75 Prozent. Härtefälle erhalten weiterhin 100 Prozent. Für Festzuschüsse, die vor dem 01.01.2027 bewilligt wurden, gilt das alte Recht weiter (§ 55 Abs. 1, 2 und 6 SGB V in der Fassung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 228; Techniker Krankenkasse). Stichtag ist das Bewilligungsdatum des Heil- und Kostenplans, nicht der Behandlungstermin. Die Euro-Beträge für 2027 setzt der G-BA bis 30.11.2026 fest. Die folgenden Werte sind Rechenbeispiele mit den Beträgen von 2026. Alle Befunde und Stufen finden Sie im Ratgeber Festzuschuss Zahnersatz.

Für einen fehlenden Zahn (Befund 2.1) heißt das im Rechenbeispiel: 460,80 statt 552,96 Euro ohne Bonus, 552,96 statt 645,12 Euro mit fünf Jahren und 599,04 statt 691,20 Euro mit zehn Jahren Bonusheft. Das sind auf jeder Stufe 92,16 Euro weniger.

Wer diese Lücke trägt, hängt vom Tarifmodell ab. Für das Implantat aus dem Rechenbeispiel oben, mit Bonus fünf Jahre:

TarifmodellEigenanteil 2026Rechenbeispiel ab 2027 bewilligtMehrbelastung für Sie
80 % der Rechnung einschließlich Kassenleistung, Staffel abgelaufen600,00 €600,00 €0,00 € (die Versicherung zahlt 92,16 € mehr)
100 % einschließlich Kassenleistung, 1. Jahr mit 1.000 € Staffel1.354,88 €1.447,04 €92,16 €
Verdopplung des Festzuschusses1.709,76 €1.894,08 €184,32 €

Für den Wechsel bedeutet das dreierlei:

  • Tarife, die nur die Kassenleistung aufstocken, verlieren ab 2027 doppelt. Wenn Sie so einen Vertrag haben, ist jetzt ein guter Anlass, den Wechsel zu prüfen, solange Ihre Zähne gesund sind.
  • Im ersten Jahr eines neuen Vertrags tragen Sie die Kürzung selbst, weil die Staffel die Erstattung deckelt. Der Wechselnachteil im Beispiel steigt von 754,88 auf 847,04 Euro.
  • Ist Zahnersatz ohnehin geplant, wechseln Sie nicht. Klären Sie stattdessen mit der Praxis, ob der Heil- und Kostenplan noch vor dem 01.01.2027 bewilligt werden kann. Die Bewilligung gilt sechs Monate. Mehr dazu unter Eigenanteil berechnen.

Zwei Zahnzusatzversicherungen gleichzeitig

Zwei Verträge sind erlaubt. Für dieselbe Behandlung dürfen beide zusammen nicht mehr erstatten als die Rechnung (§ 200 VVG). Schließen Sie einen weiteren Vertrag ab, müssen Sie den bisherigen Versicherer unverzüglich informieren (§ 9 Abs. 5 MB/KK). Verletzen Sie diese Pflicht, kann er unter den Voraussetzungen des § 28 VVG leistungsfrei werden oder binnen eines Monats kündigen (§ 10 MB/KK).

Ein Parallelvertrag kann den Wechsel abfedern: Sie behalten den alten Vertrag, bis die Staffel des neuen weitgehend durchlaufen ist. Das kostet beide Beiträge. Es lohnt sich vor allem, wenn der alte Tarif bei Zahnersatz gut ist und der neue Leistungen ergänzt, die der alte nicht hat. Rechnen Sie die doppelten Beiträge gegen den Vorteil.

Kassenwechsel, Wechsel in die PKV, Umzug

  • Wechsel der Krankenkasse: Haben Sie die Zusatzversicherung direkt bei einem privaten Versicherer abgeschlossen, „bleibt nach einem Kassenwechsel alles beim Alten“. Wurde sie über Ihre Kasse vermittelt, können Vorzugskonditionen entfallen (Verbraucherzentrale).
  • Wechsel in die private Krankenversicherung: Viele Zahntarife setzen eine gesetzliche Versicherung voraus. Die DFV versichert nur Personen in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung, Envivas DentFlex endet mit dem Ende der GKV-Versicherung. Ihre Zahnleistungen regelt dann der PKV-Tarif, siehe Privatversicherte.
  • Umzug in ein anderes EU- oder EWR-Land: Der Vertrag läuft weiter, der Versicherer zahlt höchstens, was er im Inland zahlen würde (§ 207 Abs. 3 VVG).

Kann der Versicherer Ihnen kündigen?

Bei Tarifen ohne Altersrückstellung darf der Versicherer nur in den ersten drei Versicherungsjahren ordentlich kündigen, mit drei Monaten Frist zum Ende eines Versicherungsjahres (§ 206 Abs. 2 VVG). Bei Tarifen mit Altersrückstellung ist die ordentliche Kündigung ganz ausgeschlossen. Envivas (DentFlex) und die DFV verzichten in ihren Bedingungen ausdrücklich auf die ordentliche Kündigung. Die Verbraucherzentrale rät zu Tarifen mit diesem Verzicht. Beim Wechsel ist das ein Prüfpunkt: Ihr alter Vertrag ist nach drei Jahren nicht mehr ordentlich kündbar, ein neuer ohne Verzicht wieder drei Jahre lang.

Außerordentlich kann der Versicherer kündigen, wenn Sie mit Beiträgen im Rückstand sind (§ 38 VVG) oder wenn Sie bei den Gesundheitsfragen falsche Angaben gemacht haben.

Kündigungsmuster

Beide Muster genügen der Textform. Sie können sie als E-Mail oder als Brief verwenden. Ein Kündigungsgrund ist bei der ordentlichen Kündigung nicht nötig.

Muster 1: ordentliche Kündigung

Vorname Nachname, Straße Nr., PLZ Ort An: Name des Versicherers, Anschrift oder E-Mail-Adresse Versicherungsnummer: …, versicherte Person(en): …

Kündigung meiner Zahnzusatzversicherung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meine Zahnzusatzversicherung (Tarif …) fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt, nach meiner Berechnung zum [Datum]. Die mitversicherten Personen sind über die Kündigung informiert.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Vertragsende in Textform. Bitte bescheinigen Sie mir außerdem die Versicherungsdauer und den tariflichen Erstattungssatz für Zahnersatz (Nachweis der Vorversicherung).

Mit freundlichen Grüßen Ort, Datum, Name

Muster 2: Sonderkündigung nach Beitragserhöhung

Sonderkündigung meiner Zahnzusatzversicherung nach § 205 Abs. 4 VVG

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom [Datum], mir zugegangen am [Datum], haben Sie eine Beitragserhöhung zum [Datum] angekündigt. Ich kündige meine Zahnzusatzversicherung (Versicherungsnummer …, Tarif …) zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung, also zum [Datum].

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang und das Vertragsende in Textform.

Mit freundlichen Grüßen Ort, Datum, Name

Bei einem höheren Beitrag wegen einer neuen Altersgruppe schreiben Sie „nach § 205 Abs. 3 VVG“.

Zeitachse für einen Wechsel ohne Lücke

Zeitpunkt vor dem VertragsendeSchritt
5 bis 6 MonateUnterlagen lesen, Kündigungstermin ausrechnen, Kontrolltermin beim Zahnarzt
4 bis 5 MonateTarife vergleichen, Anrechnung der Vorversicherung schriftlich klären
4 MonateAntrag stellen, Beginn am Tag nach dem alten Vertragsende
mindestens 3 Monate plus PufferVersicherungsschein liegt vor, alten Vertrag kündigen
2 MonateKündigungsbestätigung prüfen, sonst nachhaken
nach VertragsendeOffene Rechnungen beim alten Versicherer einreichen, Bescheinigung über die Vorversicherung an den neuen senden

Bei Tarifen, die zum Monatsende kündbar sind, reicht ein Vorlauf von wenigen Wochen. Die Annahme durch den neuen Versicherer sollten Sie trotzdem abwarten.

Checkliste vor der Kündigung

  1. Ist eine Behandlung angeraten, geplant oder begonnen? Dann nicht wechseln.
  2. Wann endet das Versicherungsjahr: mit dem Kalenderjahr oder zwölf Monate ab Vertragsbeginn?
  3. Ist die Mindestlaufzeit abgelaufen? Bis wann muss die Kündigung zugehen?
  4. Gibt es gerade eine Beitragserhöhung oder einen Altersgruppenwechsel mit Sonderkündigungsrecht?
  5. Hat der alte Tarif eine Altersrückstellung? Gibt es einen passenden Tarif beim eigenen Versicherer?
  6. Wie hoch ist die Zahnstaffel des neuen Tarifs, und wird die Vorversicherung angerechnet?
  7. Wie rechnet der neue Tarif die Kassenleistung an, und was bedeutet die Kürzung 2027 dafür?
  8. Verzichtet der neue Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht?
  9. Ist der neue Vertrag angenommen, und liegt der Versicherungsschein vor?
  10. Haben Sie die Kündigungsbestätigung mit dem Vertragsende erhalten?

Worauf Sie beim neuen Tarif sonst achten sollten, steht im Ratgeber Worauf achten beim Abschluss. Wenn Sie über 60 sind und wechseln wollen, lesen Sie auch Zahnzusatzversicherung ab 60.

Ärger mit dem Versicherer

Bestätigt der Versicherer eine Kündigung nicht oder lehnt er sie ab, beschweren Sie sich zuerst schriftlich beim Unternehmen. Danach können Sie kostenlos den PKV-Ombudsmann anrufen oder sich bei der BaFin beschweren. Der Rechtsweg bleibt offen.

Häufig gestellte Fragen zum Wechsel und zur Kündigung der Zahnzusatzversicherung

Kann man eine Zahnzusatzversicherung jederzeit kündigen?

Nein, nicht bei den meisten Verträgen. Gesetzlich gilt eine Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres, frühestens zum Ende einer vereinbarten Mindestlaufzeit (§ 205 Abs. 1 VVG). Diese beträgt nach den Musterbedingungen bis zu zwei Jahre. Einige Versicherer lassen nach der Mindestlaufzeit eine Kündigung zum Monatsende oder sogar täglich zu, etwa die DFV oder DA Direkt. Außerhalb dieser Termine geht es nur über ein Sonderkündigungsrecht.

Sind Zahnzusatzversicherungen monatlich kündbar?

Manche ja, nach Ablauf der Mindestlaufzeit. DA Direkt erlaubt dann die Kündigung zum Ende des laufenden Monats, die DFV täglich ohne Frist, ERGO bei vielen Zahntarifen zum Monatsende. Viele andere Tarife, zum Beispiel Envivas DentFlex oder Münchener Verein ZahnGesund, bleiben bei drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres. Welche Regel gilt, steht im Abschnitt zur Vertragsdauer in Ihren Bedingungen.

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich meine Zahnzusatzversicherung kündige?

Nein. Eine Zahnzusatzversicherung ist eine Risikoversicherung, kein Sparvertrag. Gezahlte Beiträge werden nicht erstattet, auch wenn Sie nie eine Leistung bekommen haben. Endet der Vertrag mitten in einer Versicherungsperiode, steht dem Versicherer nur der Beitrag bis zum Vertragsende zu (§ 39 VVG). Bei Tarifen mit Altersrückstellung bleibt die Rückstellung beim Versicherer.

Kann man zwei Zahnzusatzversicherungen haben?

Ja. Zusammen dürfen beide aber nicht mehr erstatten als die Rechnung (§ 200 VVG). Sie müssen jedem Versicherer den anderen Vertrag melden, sonst kann er leistungsfrei werden oder kündigen (Musterbedingungen § 9 Abs. 5 und § 10). Zwei Verträge können für eine Übergangszeit sinnvoll sein, wenn der neue Tarif in den ersten Jahren nur begrenzt zahlt. Sie zahlen dann aber beide Beiträge.

Lohnt sich ein Wechsel der Zahnzusatzversicherung?

Dann, wenn der neue Tarif Ihren absehbaren Bedarf deutlich besser abdeckt und in den nächsten zwei bis vier Jahren keine größere Behandlung ansteht. Das größte Risiko ist die Zahnstaffel des neuen Vertrags. Im Rechenbeispiel mit einem Implantat zahlen Sie im ersten Jahr nach dem Wechsel 754,88 Euro mehr als im alten Vertrag. Stiftung Warentest schreibt: Dass es neue, gut bewertete Tarife gibt, ist allein kein Grund für einen Wechsel.

Kann ich meine Zahnzusatzversicherung nach einer Erstattung kündigen?

Ja, aber nur ordentlich, also mit der normalen Frist und frühestens nach der Mindestlaufzeit. Ein Sonderkündigungsrecht nach einem Leistungsfall, wie es etwa die Hausratversicherung kennt, gibt es in der Krankenversicherung nicht. Das gilt auch, wenn der Versicherer eine Erstattung abgelehnt hat. Eine Ausnahme kennt DA Direkt: Dort ist eine Kündigung in der Mindestlaufzeit möglich, solange keine Leistung in Anspruch genommen wurde.

Was passiert mit meiner Zahnzusatzversicherung, wenn ich die Krankenkasse wechsle?

Meist nichts. Haben Sie den Vertrag direkt bei einem privaten Versicherer abgeschlossen, bleibt nach dem Kassenwechsel laut Verbraucherzentrale alles beim Alten. Lief er über eine Kooperation Ihrer Krankenkasse, können Rabatte wegfallen. Anders ist es beim Wechsel in die private Krankenversicherung: Viele Tarife setzen eine gesetzliche Krankenversicherung voraus und enden dann.

Kann mir die Zahnzusatzversicherung kündigen?

Ordentlich nur in den ersten drei Versicherungsjahren, mit drei Monaten Frist zum Ende eines Versicherungsjahres, und nur bei Tarifen ohne Altersrückstellung (§ 206 Abs. 2 VVG). Viele Versicherer verzichten darauf in ihren Bedingungen, die Verbraucherzentrale rät zu solchen Tarifen. Außerordentlich kann der Versicherer etwa bei Beitragsrückstand oder falschen Angaben im Antrag kündigen.

Reicht eine E-Mail für die Kündigung der Zahnzusatzversicherung?

Meistens ja. Die Musterbedingungen und viele aktuelle Tarife verlangen nur Textform, dafür genügt eine E-Mail mit Ihrem Namen. Das Gesetz erlaubt Versicherern aber, für die Kündigung die Schriftform zu vereinbaren. Prüfen Sie deshalb den Abschnitt zur Kündigung in Ihren Bedingungen. Entscheidend ist, dass die Kündigung rechtzeitig zugeht. Lassen Sie sich den Eingang und das Vertragsende bestätigen.

Fazit: Erst den neuen Vertrag, dann die Kündigung

Kündigen ist einfach: drei Monate Frist zum Ende des Versicherungsjahres, eine E-Mail genügt meist. Schwierig ist der Wechsel. Der neue Vertrag nimmt Sie mit Ihrem heutigen Zahnstatus auf, schließt angeratene Behandlungen aus und zahlt in den ersten Jahren oft nur bis zur Zahnstaffel. Im Rechenbeispiel kostet das bei einem Implantat im ersten Jahr 754,88 Euro, bei einer Bewilligung ab 2027 847,04 Euro.

Wechseln Sie deshalb mit gesunden Zähnen, ohne angeratene Behandlung und bevorzugt in einen Tarif, der Ihre Vorversicherung anrechnet und auf das eigene Kündigungsrecht verzichtet. Die Kürzung des Festzuschusses ab 2027 macht eine Frage wichtiger als bisher: Wie rechnet der Tarif die Kassenleistung an? Tarife, die nur den Festzuschuss aufstocken, verlieren am stärksten.

Quellen

  • § 8, § 19, § 21, § 39, § 92, § 194, § 197, § 200, § 203, § 204, § 205, § 206, § 207, § 208 Versicherungsvertragsgesetz – Bundesministerium der Justiz, geltende Fassung (§ 205, § 206, § 197, § 204, § 208, § 200, § 19, § 8)
  • § 126b, § 130, § 195, § 199, § 309, § 312, § 312k Bürgerliches Gesetzbuch; Art. 229 § 37 EGBGB – Bundesministerium der Justiz (§ 126b, § 309, § 312k, Art. 229 § 37 EGBGB)
  • Musterbedingungen 2009 für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK), §§ 1–3, 7, 9, 10, 13, 14, 16 – Verband der Privaten Krankenversicherung, Stand Juni 2024 (pkv.de)
  • § 146, § 147 Versicherungsaufsichtsgesetz – Bundesministerium der Justiz (§ 147 VAG)
  • GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026, Art. 1 Nr. 22 (§ 55 SGB V ab 01.01.2027) – Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 (recht.bund.de, PDF)
  • Gesundheitsreform 2026/2027: Zusammenfassung – Techniker Krankenkasse, 2026 (tk.de)
  • Abrechnungshilfe Festzuschüsse 2026 – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 01.01.2026 (kzbv.de, PDF)
  • § 55, § 56 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – Bundesministerium der Justiz (§ 55, § 56)
  • Zahnzusatzversicherung – Risiken und Vorteile – Verbraucherzentrale, 2026 (verbraucherzentrale.de)
  • Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung: Sinnvoll oder nicht? – Verbraucherzentrale, Stand 19.08.2025 (verbraucherzentrale.de)
  • Brücke, Krone, Implantat: Welche Unterschiede gibt es beim Zahnersatz? – Verbraucherzentrale, 2024 (verbraucherzentrale.de)
  • Zahnzusatzversicherung im Test, Methodik und Leserkommentare – Stiftung Warentest, 12.08.2026 und 15.09.2026 (test.de)
  • Tarifbedingungen (öffentlich, Stand wie angegeben): Envivas DentFlex, AVB 10.25 (envivas.de, PDF); Münchener Verein ZahnGesund 75+, Ausgabe 06/2024 (muenchener-verein.de, PDF); DA Direkt Zahnschutz, Tarifblatt 01.03.2025 und AZB 10/2019 (da-direkt.de, PDF); DFV-ZahnSchutz, Fassung 01.08.2025 (deutsche-familienversicherung.de, PDF); NÜRNBERGER Zahnzusatzversicherungen Basis und Komfort, KV391 07/2025 (nuernberger.de, PDF)
  • Schlichtungsstelle der privaten Kranken- und Pflegeversicherung – PKV-Ombudsmann (pkv-ombudsmann.de); Beschwerden über Versicherer – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (bafin.de)

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Maßgeblich sind Ihre eigenen Versicherungsbedingungen. Zitierte Tarifbedingungen geben den genannten Stand wieder. Die Festzuschuss-Beträge 2026 stammen aus der KZBV-Abrechnungshilfe; die Beträge für 2027 setzt der G-BA erst bis 30.11.2026 fest, alle Werte für 2027 sind gekennzeichnete Rechenbeispiele. Stand: Oktober 2026

Geschrieben von

Yannik Meng

Gründer und Inhaber von ZahnzusatzPlus, Versicherungsmakler nach § 34d GewO mit 9 Jahren Erfahrung in der Versicherungs- und Finanzbranche. Schreibt über Tarife, Leistungen und Fallstricke der Zahnzusatzversicherung. So arbeitet unsere Redaktion

Zahnarztkosten clever absichern

Ob Füllung, Wurzelbehandlung oder Krone: Mit der passenden Zahnzusatzversicherung zahlen Sie nur einen Bruchteil selbst.

Gratis-Checkliste

7 Fallen bei der Zahnzusatz­versicherung – und wie Sie sie vermeiden

  • Wartezeiten & Zahnstaffel
  • Ausschlüsse bei geplanten Behandlungen
  • Als PDF zum Ausdrucken
Alle Artikel zu Zahnzusatzversicherung
Tarife vergleichenab 7,99 €/Monat · 2 Min.