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Zahnzusatzversicherung

Was zahlt die Zahnzusatzversicherung? Alle Leistungen im Überblick 2026/2027

Aktualisiert am27 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Zahnzusatzversicherung zahlt nur, was die Kasse nicht übernimmt und was im Tarif vereinbart ist. Der Schwerpunkt liegt beim Zahnersatz: Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Füllungen, Wurzelbehandlung, Zahnreinigung und Zahnspangen sind je nach Tarif mitversichert, oft mit Höchstbeträgen.
  • Entscheidend ist, worauf sich der Prozentsatz bezieht. Bei einem Implantat für 3.000 Euro bleiben mit 90 Prozent der Rechnung inklusive Kassenleistung 300 Euro bei Ihnen, mit einem Tarif, der nur den Festzuschuss verdoppelt, nach dem Rechenbeispiel 2027 rund 2.078 Euro.
  • Für Heil- und Kostenpläne, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, sinkt der Festzuschuss von 60/70/75 auf 50/60/65 Prozent der Regelversorgung. Der Eigenanteil ohne Zusatzversicherung steigt damit, bei einem Implantat (Befund 2.1) um 92,16 Euro.
  • Nicht versichert sind Behandlungen, die vor Vertragsbeginn angeraten oder begonnen wurden, fehlende und nicht ersetzte Zähne (meist), Leistungen über der Zahnstaffel der ersten Jahre und alles, was der Tarif nicht nennt.
  • Vor Behandlungen über 2.000 Euro dürfen Sie vom Versicherer eine schriftliche Leistungsauskunft verlangen. Er muss innerhalb von vier Wochen antworten, bei dringender Behandlung innerhalb von zwei Wochen (§ 192 Abs. 8 VVG).
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Implantat, Krone, Aligner, Zahnbürste, Zahnseide und Mundspiegel rund um einen Zahn – Leistungen der Zahnzusatzversicherung
Inhaltsverzeichnis
  1. Kurz beantwortet: Was zahlt eine Zahnzusatzversicherung?
  2. Das Grundprinzip: Die Versicherung zahlt dort, wo die Kasse aufhört
  3. Festzuschuss 2026 und Kürzung 2027: Warum die Lücke wächst
  4. Zahnersatz: Kronen, Brücken und Prothesen
  5. Implantate und Knochenaufbau
  6. Zahnbehandlung: Füllungen, Inlays, Wurzel und Parodontitis
  7. Prophylaxe: Was die Versicherung für die Zahnreinigung zahlt
  8. Kieferorthopädie: Leistungen für Kinder und Erwachsene
  9. Zusatzleistungen: Schienen, Funktionsanalyse, Narkose, Bleaching
  10. Wann die Zahnzusatzversicherung nicht zahlt
  11. Zahnstaffel, Wartezeit und Jahresgrenzen: Wann Sie wie viel bekommen
  12. Zahlt die Versicherung auch im Ausland?
  13. So läuft die Erstattung ab
  14. Checkliste: So prüfen Sie die Leistungen Ihres Tarifs
  15. Welche Leistungen brauchen Sie wirklich?
  16. Häufig gestellte Fragen zu den Leistungen der Zahnzusatzversicherung
  17. Fazit: Der Tarif entscheidet, nicht die Werbezahl
  18. Quellen

Eine Zahnzusatzversicherung zahlt den Teil der Zahnarztrechnung, den die gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt, und zwar nur in dem Umfang, den Ihr Tarif vereinbart. Der wichtigste Bereich ist der Zahnersatz: Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Je nach Tarif kommen Füllungen und Inlays, Wurzel- und Parodontitisbehandlung, professionelle Zahnreinigung, Kieferorthopädie und Extras wie Schienen oder Narkose hinzu, oft mit Höchstbeträgen.

Wie viel am Ende bei Ihnen hängen bleibt, entscheiden drei Dinge: was die Kasse zahlt, worauf sich der Prozentsatz des Tarifs bezieht und welche Grenzen in den ersten Jahren gelten. Dieser Ratgeber geht die Leistungsbereiche einzeln durch, nennt die Kassenleistung 2026 mit Quelle, rechnet Beispiele durch und zeigt, was sich durch die Kürzung des Festzuschusses ab 2027 ändert.

Kurz beantwortet: Was zahlt eine Zahnzusatzversicherung?

Die Übersicht zeigt für jeden Bereich, was die Kasse zahlt und was eine Zusatzversicherung typischerweise ergänzt. „Typischerweise” heißt: Ob und wie viel gezahlt wird, steht nur in Ihren Tarifbedingungen.

LeistungsbereichWas die Kasse zahlt (2026)Was die Zusatzversicherung typischerweise übernimmtWorauf Sie achten sollten
Kronen, Brücken, ProthesenFestzuschuss: 60/70/75 % der Regelversorgung, Härtefall 100 %; ab 2027 50/60/65 %Prozentsatz der Rechnung oder des Eigenanteils, teils nur Verdopplung des FestzuschussesBezugsgröße, GOZ bis 3,5-fach, Material- und Laborkosten ohne Preisliste
ImplantateNur Festzuschuss für die Lücke (z. B. 552,96 € bei einem fehlenden Zahn ohne Bonus)Anteil an Implantat, Aufbau und Krone; Knochenaufbau je nach TarifHöchstzahl an Implantaten, Summengrenzen, Knochenaufbau
FüllungenZuzahlungsfrei: Komposit vorn, selbstadhäsiv hintenMehrkosten für Komposit in AdhäsivtechnikJahreshöchstbetrag für Zahnbehandlung
InlaysKosten einer KassenfüllungMehrkosten für Keramik- oder GoldinlaysHöchstzahl pro Jahr, Zahnstaffel
WurzelbehandlungBei erhaltungswürdigem Zahn; Backenzähne nur unter BedingungenPrivat berechnete Leistungen oder die ganze Behandlung, wenn die Kasse ablehntOb auch ohne Kassenvorleistung gezahlt wird
ParodontitisSystematische Behandlung ab 4 mm Taschentiefe, Nachsorge 2 JahrePrivatleistungen rund um die TherapieOb PAR-Leistungen ohne Kassenvorleistung versichert sind
Professionelle ZahnreinigungKeine Regelleistung, oft freiwilliger KassenzuschussFester Betrag pro Jahr, z. B. 100 €Jahresbudget, Häufigkeit
Kieferorthopädie KinderBis 18 Jahre ab KIG 3, StandardversorgungMehrkosten, teils schon ab KIG 1Höchstbetrag, Abschluss vor der Diagnose
Kieferorthopädie ErwachseneNur bei schweren Kieferanomalien mit KieferchirurgieNur in manchen Tarifen, teils nur nach UnfallAusdrücklicher Einschluss, Höchstbetrag
Schiene, FunktionsanalyseAufbissschiene mit Kostenübernahmeerklärung; Funktionsanalyse nieJe nach Tarif als ZahnbehandlungEinschluss von Funktionsdiagnostik
Narkose, LachgasVollnarkose nur bei bestimmten IndikationenJe nach Tarif, oft gedeckeltOb Wunschnarkose oder Lachgas genannt ist
Bleaching, VeneersNeinNur, wenn ausdrücklich vereinbartFester Betrag, Turnus

Das Grundprinzip: Die Versicherung zahlt dort, wo die Kasse aufhört

Die Zahnzusatzversicherung ist eine private Krankheitskostenversicherung. Nach § 192 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) erstattet der Versicherer „im vereinbarten Umfang” die Kosten medizinisch notwendiger Heilbehandlung und „sonstige vereinbarte Leistungen”. Daraus folgt zweierlei:

  • Was nicht im Tarif steht, wird nicht gezahlt. Der Umfang ergibt sich aus Versicherungsschein, Musterbedingungen, Tarifbedingungen und Gesetz, so die Musterbedingungen des PKV-Verbands (MB/KK) in § 1 Abs. 3.
  • Medizinisch Notwendiges ist der Normalfall, Ästhetik die Ausnahme. Bleaching oder Veneers ohne medizinischen Grund zahlt ein Tarif nur, wenn er sie ausdrücklich als Leistung nennt.

Die Verbraucherzentrale beschreibt den Kern so: Zahnzusatzversicherungen beziehen sich „in der Hauptsache auf hochwertigen Zahnersatz”, also Implantate, Brücken und Kronen. Leistungen zum Zahnerhalt wie Zahnreinigung oder Füllungen sind in vielen Tarifen zusätzlich enthalten, aber häufig mit niedrigen Höchstbeträgen.

Drei Arten, wie Tarife rechnen

Ein Prozentsatz wie „90 Prozent” sagt allein wenig. Er kann sich auf drei sehr unterschiedliche Größen beziehen. Die folgenden Typen nutzen wir in allen Rechenbeispielen dieses Artikels:

  • Typ A: Prozent der Rechnung inklusive Kassenleistung. Kasse und Versicherung zahlen zusammen zum Beispiel 90 Prozent der Rechnung. Ihr Rest ist immer 10 Prozent, egal wie hoch der Festzuschuss ist.
  • Typ B: Prozent des Eigenanteils. Die Versicherung zahlt zum Beispiel 90 Prozent dessen, was nach der Kasse übrig bleibt.
  • Typ C: Verdopplung des Festzuschusses. Die Versicherung zahlt noch einmal so viel wie die Kasse. Dieses Modell findet sich etwa bei manchen Einstiegs- oder Kindertarifen.

Die Stiftung Warentest misst Tarife deshalb am Anteil der Zahnarztrechnung, der zusammen mit der Leistung der Kasse ersetzt wird. Wie Sie die Bezugsgröße in den Bedingungen finden, erklären wir im Ratgeber Worauf Sie beim Abschluss achten sollten.

Festzuschuss 2026 und Kürzung 2027: Warum die Lücke wächst

Beim Zahnersatz zahlt die Kasse einen befundbezogenen Festzuschuss. Er richtet sich nach der Regelversorgung, nicht nach der Versorgung, die Sie tatsächlich wählen. Für eine Keramikkrone gibt es also denselben Betrag wie für eine Metallkrone. Die Beträge für 2026 stehen in der Abrechnungshilfe der KZBV.

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228) sinken die Prozentsätze für alle Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden. Entscheidend ist das Datum der Bewilligung des Heil- und Kostenplans, nicht der Behandlungstag (§ 55 Abs. 6 SGB V neue Fassung). Die Härtefallregelung mit 100 Prozent bleibt.

BefundBewilligt bis 31.12.2026 (60 / 70 / 75 %)Ab 01.01.2027, Rechenbeispiel (50 / 60 / 65 %)Weniger je Stufe
1.1 Krone auf weitgehend zerstörtem Zahn239,03 / 278,87 / 298,79 €199,20 / 239,03 / 258,95 €rund 40 €
2.1 Lücke, ein Zahn fehlt (auch beim Implantat)552,96 / 645,12 / 691,20 €460,80 / 552,96 / 599,04 €92,16 €

Die Euro-Beträge für 2027 setzt der Gemeinsame Bundesausschuss erst bis zum 30.11.2026 fest. Die Spalte 2027 rechnet deshalb mit den Beträgen von 2026 und den neuen Prozentsätzen. Sie zeigt die Größenordnung, nicht den endgültigen Betrag.

Was das für Ihre Zusatzversicherung bedeutet:

  • Typ A gleicht die Kürzung vollständig aus. Ihr Rest bleibt bei 10 Prozent der Rechnung, die Versicherung zahlt mehr.
  • Typ B gleicht sie größtenteils aus. Ihr Rest steigt leicht, beim Implantat-Beispiel unten um 9,22 Euro.
  • Typ C verliert doppelt: Die Kasse zahlt weniger, und die Versicherung verdoppelt einen kleineren Betrag. Beim Implantat steigt Ihr Rest um 184,32 Euro.

Ausführlich mit allen Bonusstufen und dem Härtefall: Festzuschuss für Zahnersatz. Welche Kassenleistung Ihnen bei Zahnersatz zusteht, erklärt außerdem Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnersatz?.

Zahnersatz: Kronen, Brücken und Prothesen

Beim Zahnersatz leistet eine Zahnzusatzversicherung am meisten, weil hier die größten Eigenanteile entstehen. Die Kasse zahlt nur den Festzuschuss. Wählen Sie eine aufwendigere Versorgung derselben Art, etwa eine vollkeramische statt einer Metallkrone, tragen Sie die Mehrkosten selbst (§ 55 Abs. 4 SGB V). Bei einer andersartigen Versorgung wie einem Implantat statt einer Brücke erstattet die Kasse den bewilligten Festzuschuss (§ 55 Abs. 5 SGB V).

Ein großer Teil der Rechnung sind Material- und Laborkosten. Laut KZBV machen sie beim Zahnersatz 60 bis 70 Prozent der Gesamtrechnung aus. Begrenzt ein Tarif diese Kosten über ein eigenes Preis- und Leistungsverzeichnis, sinkt die tatsächliche Erstattung deutlich. Die Verbraucherzentrale nennt das eine „deutliche Einschränkung”.

Rechenbeispiel: Vollkeramikkrone für 1.000 Euro

Annahme: Krone auf einem weitgehend zerstörten Backenzahn (Befund 1.1), Rechnung 1.000 Euro, kein Bonusheft, Tarif ohne Zahnstaffel-Grenze.

Bewilligt 2026 (60 %)Bewilligt ab 2027 (50 %, Rechenbeispiel)
Festzuschuss der Kasse239,03 €199,20 €
Eigenanteil ohne Zusatzversicherung760,97 €800,80 €
Typ A, 90 % inkl. Kasse: Versicherung zahlt / Sie zahlen660,97 € / 100,00 €700,80 € / 100,00 €
Typ B, 90 % des Eigenanteils: Versicherung zahlt / Sie zahlen684,87 € / 76,10 €720,72 € / 80,08 €
Typ C, Verdopplung Festzuschuss: Versicherung zahlt / Sie zahlen239,03 € / 521,94 €199,20 € / 601,60 €

Typ B wirkt hier am günstigsten, weil er 90 Prozent auf den Eigenanteil zahlt. Ob ein Tarif im Ergebnis besser ist, hängt aber auch von GOZ-Grenzen, Laborkosten und der Zahnstaffel ab. Mehr zu Kronen: Zahnzusatzversicherung für Kronen.

Wenn Ihnen die Kassenversorgung reicht

Wählen Sie die Regelversorgung, etwa eine Metallkrone im Seitenzahnbereich, bleibt der Eigenanteil überschaubar. Bei einer Kassenkrone zum vollen Regelbetrag von 398,39 Euro zahlen Sie 2026 je nach Bonus 159,36, 119,52 oder 99,60 Euro. Ab 2027 wären es im Rechenbeispiel 199,19, 159,36 oder 139,44 Euro. Wer nur die Kassenversorgung möchte, braucht laut Verbraucherzentrale nicht unbedingt eine Zusatzversicherung. Ob sie sich für Sie rechnet, zeigt der Ratgeber Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?.

Brücken und Prothesen

Für Brücken, Teil- und Vollprothesen gilt dieselbe Logik. Die Kasse zahlt den Festzuschuss für den Befund, die Versicherung einen Teil des Rests. Bei hochwertigen Varianten wie Teleskopprothesen oder implantatgetragenen Prothesen ist der Abstand zur Regelversorgung besonders groß. Hier zeigt sich, ob ein Tarif bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz zahlt und Laborkosten ohne Preisliste übernimmt. Einen Überblick über die Versorgungen finden Sie unter Zahnersatz-Versicherung: Leistungen und Kosten.

Implantate und Knochenaufbau

Implantate sind grundsätzlich keine Kassenleistung. Ausnahmen gibt es nur für seltene, vom G-BA festgelegte schwere Fälle (§ 28 Abs. 2 SGB V). Die Kasse zahlt aber den Festzuschuss für die Lücke, so als würde sie mit einer Brücke versorgt. Ein Einzelzahnimplantat mit Krone kostet laut Verbraucherzentrale in der Regel 1.500 bis 3.500 Euro.

Rechenbeispiel: Implantat mit Krone für 3.000 Euro

Annahme: ein fehlender Backenzahn (Befund 2.1), Implantat mit Aufbau und Krone 3.000 Euro, kein Bonusheft, keine Staffelgrenze.

Bewilligt 2026 (60 %)Bewilligt ab 2027 (50 %, Rechenbeispiel)
Festzuschuss der Kasse552,96 €460,80 €
Eigenanteil ohne Zusatzversicherung2.447,04 €2.539,20 €
Typ A: Versicherung zahlt / Sie zahlen2.147,04 € / 300,00 €2.239,20 € / 300,00 €
Typ B: Versicherung zahlt / Sie zahlen2.202,34 € / 244,70 €2.285,28 € / 253,92 €
Typ C: Versicherung zahlt / Sie zahlen552,96 € / 1.894,08 €460,80 € / 2.078,40 €

Das Beispiel zeigt, warum ein Tarif, der nur den Festzuschuss verdoppelt, bei Implantaten wenig hilft: Selbst 2026 bleiben fast 1.900 Euro bei Ihnen.

Woran Implantat-Leistungen scheitern

  • Höchstzahl. Manche Verträge begrenzen die Zahl der Implantate, laut Verbraucherzentrale zum Beispiel auf 8 insgesamt. Die Stiftung Warentest erwartet für eine gute Bewertung, dass über die Laufzeit mindestens 10 Implantate erstattet werden und alle fünf Jahre 2 Implantate in einem Kalenderjahr.
  • Summengrenzen pro Implantat oder Jahr. Die Verbraucherzentrale rät zu Tarifen ohne Summenobergrenzen für Implantate.
  • Knochenaufbau. Er ist häufig nötig, bevor ein Implantat gesetzt werden kann. Im Modell der Stiftung Warentest für eine Implantatversorgung über 5.057 Euro entfallen 1.630,88 Euro auf den Knochenaufbau, knapp ein Drittel. Mehr dazu: Knochenaufbau beim Zahnimplantat.
  • Medizinische Notwendigkeit. Versicherer können prüfen, ob statt des Implantats eine andere Versorgung ebenso erfolgversprechend wäre. Die Verbraucherzentrale weist auf mögliche Streitfälle hin.

Das Honorar allein für das Setzen eines Implantats (GOZ 9010) beträgt 199,86 Euro beim 2,3-fachen und 304,13 Euro beim 3,5-fachen Satz, ohne Material und Labor. Zahlt der Tarif nur bis 2,3-fach, tragen Sie die Differenz selbst. Alles Weitere: Zahnzusatzversicherung für Implantate und Implantat oder Brücke?.

Zahnbehandlung: Füllungen, Inlays, Wurzel und Parodontitis

Zahnerhaltende Leistungen sind in vielen, aber nicht in allen Tarifen enthalten. Die Stiftung Warentest bewertet sie nicht, nennt sie aber in ihrer Tabelle. Prüfen Sie im Tarif, ob es eine eigene Leistungsstufe „Zahnbehandlung” gibt und ob sie einen Jahreshöchstbetrag hat.

Füllungen nach dem Amalgam-Aus

Seit dem 01.01.2025 darf Amalgam grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Die Kasse zahlt laut KZBV zuzahlungsfrei:

  • im Frontzahnbereich zahnfarbene Kompositfüllungen,
  • im Seitenzahnbereich Füllungen aus selbstadhäsiven Materialien, in Ausnahmefällen Bulk-Fill-Komposite.

Wünschen Sie eine aufwendigere Füllung, etwa Komposit in Mehrschicht- und Adhäsivtechnik, zahlen Sie die Mehrkosten. Die Kasse rechnet die vergleichbare preisgünstigste Füllung ab, vorher ist eine schriftliche Vereinbarung nötig (§ 28 Abs. 2 SGB V). Das Honorar einer privaten Kompositfüllung liegt nach GOZ beim 2,3-fachen Satz zwischen 68,17 Euro (einflächig, GOZ 2060) und 99,60 Euro (mehr als dreiflächig, GOZ 2120). Ein Tarif mit Zahnbehandlung erstattet diese Mehrkosten anteilig. Ältere Ratgeber, die noch von „Amalgam als Kassenleistung” ausgehen, beschreiben eine überholte Rechtslage. Vertiefung: Kosten einer Kunststofffüllung.

Inlays aus Keramik oder Gold

Inlays sind Einlagefüllungen aus dem Labor oder der Praxisfräse, meist aus Keramik oder Gold. Die Kasse zahlt die Kosten einer Kassenfüllung, den Rest tragen Sie. Die Stiftung Warentest rechnet in ihrem Modell mit einer Inlayversorgung für 893 Euro, je zur Hälfte Honorar sowie Material und Labor. Bei einem Typ-A-Tarif mit 90 Prozent bleiben davon 89,30 Euro bei Ihnen. Viele Tarife zählen Inlays zum Zahnersatz und damit zur Zahnstaffel. Mehr: Inlay und Onlay.

Wurzelbehandlung

Die Kasse zahlt die Wurzelbehandlung, wenn der Zahn als erhaltungswürdig gilt. Bei hinteren Backenzähnen gilt das laut KZBV in der Regel nur, wenn

  • damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten bleibt,
  • eine einseitig verkürzte Zahnreihe verhindert wird oder
  • vorhandener Zahnersatz erhalten werden kann.

Lehnt die Kasse ab, wird die ganze Behandlung privat berechnet. Allein das Honorar für einen dreikanaligen Backenzahn liegt beim 2,3-fachen GOZ-Satz bei 367,73 Euro, ohne Röntgen, Betäubung und Aufbau. Auch bei einer Kassenbehandlung können Privatleistungen hinzukommen, etwa die elektronische Längenmessung statt der Röntgenmessung. Wichtig ist, ob Ihr Tarif auch zahlt, wenn die Kasse nicht vorleistet. Details: Zahnzusatzversicherung für Wurzelbehandlungen.

Parodontitis

Seit 2021 regelt eine Richtlinie die systematische Parodontitisbehandlung als Kassenleistung. Voraussetzung sind Zahnfleischtaschen ab 4 mm Tiefe und ein Antrag vor Beginn. Danach übernimmt die Kasse zwei Jahre unterstützende Nachsorge, unter bestimmten Voraussetzungen sechs Monate länger, so die Verbraucherzentrale. Privat bleiben zusätzliche Maßnahmen außerhalb der Richtlinie. Eine Zusatzversicherung kann diese übernehmen, wenn sie Parodontitisbehandlung nennt. Eine bereits bestehende Parodontitis führt bei Antragstellung allerdings oft zu Ausschluss oder Zuschlag. Mehr: Parodontitis und Zahnzusatzversicherung.

Prophylaxe: Was die Versicherung für die Zahnreinigung zahlt

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist keine regelhafte Kassenleistung. Viele Krankenkassen zahlen freiwillig einen Zuschuss, laut Stiftung Warentest zwischen 20 und höchstens 500 Euro pro Jahr. Die Kasse übernimmt für Erwachsene zwei Kontrolluntersuchungen und eine Zahnsteinentfernung pro Jahr.

Eine PZR kostet laut KZBV bei durchschnittlichem Aufwand 80 bis 120 Euro. Nach GOZ (Ziffer 1040, je Zahn) ergeben sich beim 2,3-fachen Satz für 28 Zähne 101,36 Euro. Meist reicht ein- bis zweimal pro Jahr, bei hohem Risiko öfter.

So rechnen Sie Ihr Jahresbudget: Bei zwei Reinigungen zu je 101,36 Euro fallen 202,72 Euro an. Zahlt Ihr Tarif höchstens 100 Euro pro Jahr, bleiben 102,72 Euro bei Ihnen. Bei 200 Euro Budget sind es 2,72 Euro.

Die Verbraucherzentrale rät, die Tarifwahl nicht an der Zahnreinigung festzumachen. Die Stiftung Warentest setzt ihr Häkchen erst, wenn ein Tarif mindestens einmal im Jahr mindestens 100 Euro zahlt. Für Prophylaxe gelten oft kürzere oder keine Wartezeiten. Vertiefung: Professionelle Zahnreinigung und Versicherung und PZR-Flatrate.

Kieferorthopädie: Leistungen für Kinder und Erwachsene

Bei Kindern zahlt die Kasse bis zum 18. Geburtstag, wenn die Fehlstellung mindestens in die kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG) 3 fällt. Eltern zahlen zunächst 20 Prozent, bei mehreren Kindern in Behandlung 10 Prozent, und bekommen den Betrag nach Abschluss der Behandlung zurück. Die Kasse zahlt nur die Standardversorgung. Für Aligner, Keramik- oder Minibrackets und zusätzliche Retainer entstehen Mehrkosten.

Zusatzversicherungen für Kinder leisten teils schon ab KIG 1, also bei leichten Fehlstellungen ohne Kassenleistung, und übernehmen Mehrkosten bei KIG 3 bis 5. Sie zahlen aber nur, wenn die Behandlung bei Abschluss noch nicht angeraten war. Mehr: Zahnzusatzversicherung für Kinder und Ab wann für Kinder abschließen?.

Erwachsene bekommen von der Kasse eine Zahnspange nur bei schweren Kieferanomalien, die kombiniert kieferchirurgisch und kieferorthopädisch behandelt werden müssen (§ 28 Abs. 2 SGB V). Bei Zusatzversicherungen gibt es drei Varianten:

  • Kieferorthopädie für Erwachsene ist mit Höchstbetrag eingeschlossen.
  • Der Tarif zahlt bei Erwachsenen nur nach einem Unfall.
  • Der Tarif zahlt bei Erwachsenen gar nicht.

Die Wartezeit für Kieferorthopädie darf nach § 197 VVG höchstens acht Monate betragen. Angaben in älteren Ratgebern zu Wartezeiten von 12 bis 36 Monaten widersprechen dem Gesetz. Vertiefung: Kieferorthopädie für Erwachsene versichern.

Zusatzleistungen: Schienen, Funktionsanalyse, Narkose, Bleaching

Bei den Extras unterscheiden sich Tarife am stärksten. Oft entscheidet ein einziger Satz in den Tarifbedingungen.

Aufbissschiene und Funktionsanalyse bei CMD

Eine Aufbissschiene mit individuell eingeschliffener Oberfläche kann bei Kiefergelenksstörungen eine Kassenleistung sein (BEMA K1). Die Praxis darf sie nur abrechnen, wenn eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse vorliegt. Anders bei der Diagnostik: Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen gehören nach § 28 Abs. 2 SGB V nicht zur Kassenleistung, und die Kasse darf sie auch nicht bezuschussen. Die klinische Funktionsanalyse (GOZ 8000) kostet beim 2,3-fachen Satz 64,68 Euro Honorar, weitere Messungen kommen oft hinzu.

Eine Zusatzversicherung, die Funktionsdiagnostik und -therapie einschließt, schließt genau diese Lücke. Prüfen Sie, ob der Tarif sie ausdrücklich nennt. Mehr: CMD-Schiene und Zähneknirschen.

Bei behandlungsbedürftiger obstruktiver Schlafapnoe zahlt die Kasse seit 01.01.2022 eine Unterkiefer-Protrusionsschiene, wenn eine Überdrucktherapie nicht erfolgreich war.

Vollnarkose, Lachgas und Sedierung

Die Kasse zahlt eine Vollnarkose laut KZBV nur, wenn eine einfachere Schmerzausschaltung nicht möglich ist, etwa bei Kindern unter 12 Jahren ohne Mitarbeit, bei geistiger Behinderung, bei einer fachärztlich diagnostizierten Zahnbehandlungsphobie, bei Unverträglichkeit der örtlichen Betäubung oder bei größeren chirurgischen Eingriffen. Eine Wunschnarkose, etwa für alle vier Weisheitszähne in einer Sitzung, zahlen Sie selbst.

Einige Tarife nennen Narkose, Lachgas, Hypnose oder Akupunktur als Leistung, häufig mit einem Jahreshöchstbetrag. Für Menschen mit Zahnarztangst kann das ein wichtiges Kriterium sein. Mehr: Vollnarkose beim Zahnarzt.

Bleaching und Veneers

Rein ästhetische Behandlungen sind keine medizinisch notwendige Heilbehandlung. Ob ein Tarif sie zahlt, hängt allein davon ab, ob er sie als „sonstige vereinbarte Leistung” nennt. Auf den Tarifseiten der Versicherer finden sich alle Varianten: Bleaching ausdrücklich ausgeschlossen, ein fester Betrag alle zwei Versicherungsjahre oder eine Erstattung alle drei Jahre zusammen mit der Zahnreinigung. Veneers zahlen Tarife in der Regel nur mit medizinischem Grund, etwa nach einem Unfall. Mehr: Bleaching beim Zahnarzt.

Wann die Zahnzusatzversicherung nicht zahlt

Die meisten Ablehnungen haben einen dieser Gründe. Viele lassen sich vermeiden, wenn Sie die Bedingungen vorher kennen.

GrundWas giltRechtsgrundlage / Quelle
Behandlung vor Vertragsbeginn angeraten, geplant oder begonnenKein Versicherungsschutz, auch bei Tarifen ohne WartezeitMB/KK § 2 Abs. 1; angeratene Behandlung
Behandlung in der WartezeitNicht versichert; Wartezeit höchstens 8 Monate, bei Unfall entfällt die allgemeine Wartezeit§ 197 VVG; MB/KK § 3
Fehlende, nicht ersetzte Zähne bei AbschlussMeist ausgeschlossen oder nur gegen Zuschlag versichertTarif- und Annahmebedingungen
Zahnstaffel oder Jahreshöchstbetrag erreichtDer Rest bleibt bei IhnenTarifbedingungen
Leistung nicht im Tarif genanntKeine Erstattung§ 192 Abs. 1 VVG
Behandlung über das medizinisch notwendige MaßVersicherer darf auf einen angemessenen Betrag kürzenMB/KK § 5 Abs. 2; § 192 Abs. 2 VVG
Behandlung durch Ehepartner, Lebenspartner, Eltern oder KinderHonorar nicht erstattet, nachgewiesene Sachkosten schonMB/KK § 5 Abs. 1 g
Kriegsereignisse, Wehrdienstbeschädigung, VorsatzKeine LeistungMB/KK § 5 Abs. 1 a, b
Gesetzliche Unfallversicherung leistet (z. B. Arbeitsunfall)Versicherer zahlt nur, was trotzdem übrig bleibtMB/KK § 5 Abs. 3
Falsche Angaben bei den GesundheitsfragenRücktritt, Kündigung oder Vertragsanpassung möglich§§ 19, 21 VVG

Ein häufiges Missverständnis betrifft Unfälle: Sie sind nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, bei einem Unfall entfällt die allgemeine Wartezeit, und viele Tarife heben dann auch die Zahnstaffel auf. Bei bereits ersetzten Zähnen, etwa durch eine Brücke, oder bei Weisheitszähnen machen manche Versicherer Ausnahmen vom Ausschluss fehlender Zähne. Ausführlich: Ausschlüsse der Zahnzusatzversicherung und Laufende Behandlung.

Zahnstaffel, Wartezeit und Jahresgrenzen: Wann Sie wie viel bekommen

Fast alle Tarife begrenzen die Leistung in den ersten Jahren. Wartezeit und Zahnstaffel sind dabei zwei verschiedene Dinge:

  • Wartezeit: Zeit nach Vertragsbeginn, in der für bestimmte Leistungen noch gar nicht gezahlt wird. Gesetzliches Maximum für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie: acht Monate (§ 197 VVG). Laut Stiftung Warentest verzichten viele Versicherer darauf oder verkürzen sie.
  • Zahnstaffel: Höchstbetrag, den der Versicherer in den ersten Jahren insgesamt zahlt. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel 500 Euro im ersten Jahr und 1.000 Euro in den ersten zwei Jahren. Die Stiftung Warentest legt ihrer Bewertung bis zu 1.500 Euro pro Jahr in den ersten sechs Vertragsjahren zugrunde.

Viele Staffeln sind kumuliert formuliert, etwa „1.000 Euro im ersten Versicherungsjahr, 2.000 Euro in den ersten zwei Versicherungsjahren”. Haben Sie im ersten Jahr 1.000 Euro bekommen, stehen im zweiten Jahr noch 1.000 Euro zur Verfügung, nicht 2.000.

Rechenbeispiel Implantat mit Staffel, bewilligt ab 2027: Der Anspruch aus einem Typ-A-Tarif beträgt 2.239,20 Euro (siehe oben). Bei einer Staffelgrenze von 1.000 Euro im ersten Jahr zahlen Sie 1.539,20 Euro selbst, bei einer Grenze von 2.000 Euro sind es 539,20 Euro. Nach Ablauf der Staffel, meist ab dem fünften Jahr, wären es 300 Euro.

Daneben gibt es dauerhafte Jahreshöchstbeträge, die auch nach der Staffel gelten. Die Verbraucherzentrale rät zu Tarifen ohne solche Grenzen, weil sie meist nicht angehoben werden. Mehr: Zahnstaffel erklärt, Ab wann greift die Zahnzusatzversicherung? und Tarife ohne Leistungsbegrenzung.

Zahlt die Versicherung auch im Ausland?

Nach den Musterbedingungen gilt der Schutz für Heilbehandlung in Europa. Außerhalb Europas sind Sie ohne besondere Vereinbarung im ersten Monat eines vorübergehenden Aufenthalts versichert (MB/KK § 1 Abs. 4), etwa für eine Notfallbehandlung im Urlaub. Ihr Tarif kann davon abweichen.

Die Kasse erstattet eine Behandlung im EU-Ausland nur bis zu dem Betrag, den sie im Inland gezahlt hätte (§ 13 Abs. 4 SGB V). Für Mängel gilt laut KZBV das Gewährleistungsrecht des Behandlungslandes. Planen Sie Zahnersatz im Ausland, lassen Sie sich die Leistung der Zusatzversicherung vorher schriftlich bestätigen. Mehr: Zahnzusatzversicherung im Ausland.

So läuft die Erstattung ab

Bei kleineren Rechnungen reichen Sie einfach die Rechnung ein. Bei Zahnersatz und größeren Behandlungen lohnt sich dieser Ablauf:

SchrittWas passiertFrist / Rechtsgrundlage
1. Heil- und KostenplanDie Praxis erstellt den Plan, bei Zahnersatz elektronisch an die KasseBewilligung gilt 6 Monate (KZBV)
2. Bewilligung der KasseDie Kasse setzt den Festzuschuss fest. Ab 2027 entscheidet das Bewilligungsdatum über 60 oder 50 Prozent§ 55 Abs. 6 SGB V n. F.
3. Leistungsauskunft der ZusatzversicherungSie reichen den bewilligten Plan ein. Ab 2.000 Euro voraussichtlichen Kosten haben Sie Anspruch auf Auskunft in Textform4 Wochen, dringend 2 Wochen (§ 192 Abs. 8 VVG)
4. BehandlungDie Praxis behandelt und rechnet nach BEMA und GOZ ab–
5. Rechnung einreichenOriginal oder Kopie nach Vorgabe des Versicherers, oft per AppNachweise werden Eigentum des Versicherers (MB/KK § 6)
6. AuszahlungFällig, sobald die Prüfung abgeschlossen ist; nach einem Monat können Sie eine Abschlagszahlung verlangen§ 14 VVG
7. VerjährungIhr Anspruch verjährt nach drei Jahren, gerechnet ab Ende des Jahres, in dem er entstanden ist. Solange der Versicherer prüft, ist die Verjährung gehemmt§§ 195, 199 BGB; § 15 VVG

Antwortet der Versicherer nicht innerhalb der Frist aus Schritt 3, wird vermutet, dass die geplante Behandlung medizinisch notwendig ist. Ihr Tarif kann zusätzliche Einreichfristen oder Obliegenheiten vorsehen. Tipps zur Einreichung: Rechnung einreichen. Wie ein Heil- und Kostenplan aufgebaut ist: Heil- und Kostenplan verstehen.

Checkliste: So prüfen Sie die Leistungen Ihres Tarifs

Nehmen Sie die Tarifbedingungen zur Hand, nicht nur das Werbeblatt. Diese zehn Fragen sollten Sie beantworten können:

  1. Worauf bezieht sich der Prozentsatz beim Zahnersatz: auf die ganze Rechnung inklusive Kasse, auf den Eigenanteil oder auf den Festzuschuss?
  2. Rechnet der Versicherer die tatsächliche Kassenleistung an oder unterstellt er einen Bonus, den Sie nicht haben?
  3. Zahlt der Tarif bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz? Was gilt darüber hinaus?
  4. Gibt es ein Preis- und Leistungsverzeichnis für Material- und Laborkosten?
  5. Wie viele Implantate werden erstattet, und ist der Knochenaufbau eingeschlossen?
  6. Wie hoch ist die Zahnstaffel in den ersten Jahren, und entfällt sie bei Unfall?
  7. Gibt es dauerhafte Jahreshöchstbeträge, auch für Zahnbehandlung und Zahnreinigung?
  8. Zahlt der Tarif Wurzel- und Parodontitisbehandlung auch, wenn die Kasse nicht vorleistet?
  9. Sind Kieferorthopädie, Funktionsdiagnostik, Narkose oder Bleaching ausdrücklich genannt, falls Sie sie brauchen?
  10. Gilt eine höhere Erstattung nur in einem Zahnarzt-Netzwerk des Versicherers? Manche Tarife zahlen außerhalb des Netzwerks weniger.

Die vollständige Abschluss-Checkliste mit Gesundheitsfragen und Kündigungsrecht finden Sie unter Worauf achten beim Abschluss?. Was die Leistungen kosten: Was kostet eine Zahnzusatzversicherung monatlich?.

Welche Leistungen brauchen Sie wirklich?

Mehr Leistung kostet mehr Beitrag. Die Tabelle hilft, den Bedarf einzugrenzen, ohne Tarife oder Preise vorwegzunehmen.

Ihre SituationWichtigste LeistungenEher nachrangig
Gesunde Zähne, Sie wollen sich gegen große Rechnungen absichernZahnersatz und Implantate mit hohem Prozentsatz der Rechnung, Knochenaufbau, GOZ bis 3,5Zahnreinigung, Bleaching
Viele Füllungen, ältere KronenZahnersatz, Inlays, Wurzelbehandlung, ausreichende ZahnstaffelKieferorthopädie
Kassenversorgung reicht IhnenUnter Umständen keine Zusatzversicherung; Bonusheft pflegen, Härtefall prüfenHochwertige Zusatzleistungen
Kind mit beginnender Fehlstellung, noch nicht diagnostiziertKieferorthopädie ab KIG 1, Mehrkosten bei KIG 3 bis 5Implantate
Erwachsene mit Wunsch nach ZahnkorrekturAusdrücklicher KFO-Einschluss für Erwachsene mit ausreichendem HöchstbetragBleaching
Zähneknirschen, KiefergelenksbeschwerdenFunktionsdiagnostik und -therapie, SchienenBleaching
Starke ZahnarztangstNarkose, Lachgas oder Sedierung als genannte LeistungKieferorthopädie
Privat krankenversichertKeine Zahnzusatzversicherung möglich, Leistung hängt vom PKV-Tarif ab–

Zum letzten Punkt: Laut Stiftung Warentest können Privatversicherte keine Zahnzusatzversicherung abschließen. Mehr dazu unter Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte. Ob es überhaupt einen Tarif mit vollständiger Übernahme gibt, klärt der Ratgeber 100 Prozent Kostenübernahme. Was eine Zahnzusatzversicherung grundsätzlich ist, erklärt Was ist eine Zahnzusatzversicherung?.

Häufig gestellte Fragen zu den Leistungen der Zahnzusatzversicherung

Was zahlt die Zahnzusatzversicherung bei Zahnersatz?

Je nach Tarif einen Prozentsatz der Rechnung für Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Gute Tarife erstatten laut Verbraucherzentrale zusammen mit der Kasse 80 bis 95 Prozent des Rechnungsbetrags, manche 100 Prozent. Andere Tarife verdoppeln nur den Festzuschuss der Kasse. Bei einer Vollkeramikkrone für 1.000 Euro bleiben Ihnen 2026 ohne Bonusheft je nach Tarifart 76,10 Euro, 100 Euro oder 521,94 Euro.

Was zahlt die Zahnzusatzversicherung bei Implantaten?

Die Kasse zahlt beim Implantat nur den Festzuschuss für die Lücke, 2026 552,96 bis 691,20 Euro für einen fehlenden Zahn. Die Zusatzversicherung übernimmt je nach Tarif einen Teil des Rests. Bei 3.000 Euro Rechnung und 90 Prozent inklusive Kassenleistung bleiben 300 Euro bei Ihnen. Achten Sie auf Höchstzahlen für Implantate, auf den Knochenaufbau und auf die Zahnstaffel der ersten Jahre.

Übernimmt die Zahnzusatzversicherung die professionelle Zahnreinigung?

Viele Tarife zahlen die professionelle Zahnreinigung, meist mit einem Höchstbetrag pro Jahr, zum Beispiel 100 Euro je Kalenderjahr. Eine Reinigung kostet laut KZBV bei durchschnittlichem Aufwand 80 bis 120 Euro. Viele Krankenkassen geben zusätzlich einen freiwilligen Zuschuss. Die Verbraucherzentrale rät, die Tarifwahl nicht an der Zahnreinigung festzumachen.

Zahlt die Zahnzusatzversicherung Kunststofffüllungen und Inlays?

Wenn der Tarif Zahnbehandlung oder Inlays einschließt, ja. Seit 2025 zahlt die Kasse auch im Seitenzahnbereich eine zahnfarbene Füllung aus selbstadhäsivem Material. Mehrkosten entstehen für aufwendige Kompositfüllungen in Adhäsivtechnik und für Inlays aus Keramik oder Gold. Die Zusatzversicherung erstattet diese Mehrkosten je nach Tarif anteilig oder bis zu einem Jahresbetrag.

In welchen Fällen zahlt die Zahnzusatzversicherung nicht?

Nicht bei Behandlungen, die vor Vertragsbeginn angeraten, geplant oder begonnen wurden, in der Regel nicht für Zähne, die schon bei Abschluss fehlten, nicht über die Zahnstaffel oder Jahreshöchstbeträge hinaus und nicht für Leistungen, die der Tarif nicht nennt. Nach den Musterbedingungen sind außerdem Behandlungen durch Ehepartner, Eltern oder Kinder (bis auf Sachkosten) und Kriegsfolgen ausgeschlossen. Übersteigt eine Behandlung das medizinisch notwendige Maß, darf der Versicherer kürzen.

Wie funktioniert die Erstattung der Zahnzusatzversicherung?

Bei größeren Behandlungen erstellt die Praxis einen Heil- und Kostenplan, den zuerst die Krankenkasse bewilligt. Danach reichen Sie ihn bei der Zusatzversicherung ein und erhalten eine Zusage. Ab 2.000 Euro voraussichtlichen Kosten haben Sie Anspruch auf eine Auskunft in Textform innerhalb von vier Wochen. Nach der Behandlung reichen Sie die Rechnung ein. Der Versicherer zahlt, sobald er die Prüfung abgeschlossen hat.

Was ändert sich 2027 für die Leistungen der Zahnzusatzversicherung?

Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse nur noch 50 statt 60 Prozent der Regelversorgung, mit Bonusheft 60 statt 70 oder 65 statt 75 Prozent. Die Lücke, die Sie selbst oder Ihre Zusatzversicherung tragen, wird größer. Tarife, die einen Prozentsatz der gesamten Rechnung erstatten, gleichen das aus. Tarife, die nur den Festzuschuss verdoppeln, zahlen weniger.

Zahlt die Zahnzusatzversicherung Zahnspangen für Erwachsene?

Nur, wenn der Tarif Kieferorthopädie für Erwachsene ausdrücklich einschließt. Viele Tarife leisten bei Erwachsenen nur nach einem Unfall oder gar nicht, andere mit festen Höchstbeträgen. Die Kasse zahlt Erwachsenen eine Zahnspange nur bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich kieferchirurgisch behandelt werden müssen. Die Wartezeit darf auch für Kieferorthopädie höchstens acht Monate betragen.

Zahlt die Zahnzusatzversicherung Bleaching oder Veneers?

Nur, wenn der Tarif es als Leistung vereinbart. Rein ästhetische Behandlungen sind keine medizinisch notwendige Heilbehandlung. Einige Tarife schließen Bleaching ausdrücklich aus, andere zahlen einen festen Betrag alle zwei oder drei Jahre. Veneers werden meist nur bezahlt, wenn sie medizinisch begründet sind, etwa nach einem Unfall. Klären Sie das vor der Behandlung schriftlich.

Fazit: Der Tarif entscheidet, nicht die Werbezahl

Was eine Zahnzusatzversicherung zahlt, steht in den Tarifbedingungen, nicht im Prospekt. Die meisten Leistungen beziehen sich auf hochwertigen Zahnersatz. Dort macht die Bezugsgröße den größten Unterschied: Bei einem Implantat für 3.000 Euro liegt Ihr Rest im Rechenbeispiel 2027 zwischen 253,92 und 2.078,40 Euro, je nachdem, ob der Tarif auf die Rechnung, den Eigenanteil oder nur den Festzuschuss abstellt. Mit der Kürzung des Festzuschusses ab 2027 wächst dieser Abstand.

Füllungen, Wurzelbehandlung, Zahnreinigung, Kieferorthopädie und Extras sind Ergänzungen, oft mit niedrigen Höchstbeträgen. Wichtig sind sie, wenn Sie sie konkret brauchen. Behandlungen, die schon angeraten sind, versichert kein Tarif nachträglich. Vor größeren Behandlungen sollten Sie die schriftliche Leistungsauskunft nutzen, die Ihnen ab 2.000 Euro gesetzlich zusteht.

Quellen

  • Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, § 55 Leistungsanspruch (Festzuschüsse) – Bundesministerium der Justiz, geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, § 28 Ärztliche und zahnärztliche Behandlung – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, § 29 Kieferorthopädische Behandlung – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, § 13 Kostenerstattung (Ausland) – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 228 vom 29.07.2026 – Bundesgesetzblatt (recht.bund.de)
  • Gesundheitsreform 2026/2027: Zusammenfassung – Techniker Krankenkasse, Stand 2026 (tk.de)
  • Abrechnungshilfe Festzuschüsse 2026 – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, 2026 (kzbv.de)
  • Festzuschüsse zum Zahnersatz – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA), Stand 01.01.2026 – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (kzbv.de)
  • Einlagefüllungen und Kassenfüllungen seit 2025 – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich? – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Parodontitis – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Professionelle Zahnreinigung – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Alternativen der örtlichen Betäubung (Vollnarkose) – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Zahnbehandlung im Ausland – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Stand 2026 (kzbv.de)
  • Gebührenordnung für Zahnärzte mit Gebührenverzeichnis – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Versicherungsvertragsgesetz, § 14 Fälligkeit der Geldleistung – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Versicherungsvertragsgesetz, § 15 Hemmung der Verjährung – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Versicherungsvertragsgesetz, § 192 Vertragstypische Leistungen des Versicherers – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Versicherungsvertragsgesetz, § 197 Wartezeiten – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Bürgerliches Gesetzbuch, §§ 195, 199 Verjährung – geltende Fassung (gesetze-im-internet.de)
  • Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009) – Verband der Privaten Krankenversicherung, Stand Juni 2024 (privat-patienten.de)
  • Zahnzusatzversicherung: Risiken und Vorteile – Verbraucherzentrale, Stand 23.07.2026 (verbraucherzentrale.de)
  • Alle Kassenleistungen der Zahnmedizin im Überblick – Verbraucherzentrale, Stand 28.03.2025 (verbraucherzentrale.de)
  • Brücke, Krone, Implantat: Welche Unterschiede gibt es beim Zahnersatz? – Verbraucherzentrale, Stand 01.07.2024 (verbraucherzentrale.de)
  • Zahnzusatzversicherungen im Vergleich (Methodik, Modellversorgungen) – Stiftung Warentest, 12.08.2026 (test.de)

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Versicherungs- oder zahnärztliche Beratung. Maßgeblich sind allein die Versicherungs- und Tarifbedingungen Ihres Vertrags. Die Rechenbeispiele beruhen auf offengelegten Annahmen (Rechnungsbeträge, Modelltarife) und sind keine Tarifangebote. Die Euro-Beträge für 2027 sind Rechenbeispiele auf Basis der Festzuschüsse 2026; die verbindlichen Beträge legt der G-BA bis 30.11.2026 fest. Stand: Oktober 2026

Geschrieben von

Yannik Meng

Gründer und Inhaber von ZahnzusatzPlus, Versicherungsmakler nach § 34d GewO mit 9 Jahren Erfahrung in der Versicherungs- und Finanzbranche. Schreibt über Tarife, Leistungen und Fallstricke der Zahnzusatzversicherung. So arbeitet unsere Redaktion

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