Zahnzusatzversicherung für Implantate: Was sie zahlt, was die Kasse zahlt und was sich 2027 ändert
Das Wichtigste in Kürze
- Das Implantat selbst bezahlt die Krankenkasse nicht. Sie gibt den Festzuschuss für den Befund vor der Implantation, bei einer Einzelzahnlücke 2026 552,96 Euro, mit Bonusheft 645,12 oder 691,20 Euro. Ein Einzelzahnimplantat mit Krone kostet laut Verbraucherzentrale in der Regel 1.500 bis 3.500 Euro.
- Für ab 01.01.2027 bewilligte Heil- und Kostenpläne sinkt der Festzuschuss auf 50, 60 oder 65 statt 60, 70 oder 75 Prozent. Bei gleichen Beträgen wären das 92,16 Euro weniger je Einzelzahnlücke (Rechenbeispiel). Entscheidend ist das Bewilligungsdatum der Kasse.
- Wie viel die Zahnzusatzversicherung zahlt, hängt am Erstattungsbezug: Ein Tarif mit 90 Prozent inklusive Kassenleistung lässt bei 3.000 Euro immer 300 Euro Eigenanteil, auch nach der Kürzung 2027. Ein Tarif, der nur den Festzuschuss verdoppelt, lässt rund 1.900 bis 2.100 Euro offen.
- In den ersten drei bis vier Jahren begrenzt die Zahnstaffel die Erstattung, im ersten Jahr in geprüften Tarifen auf 750 bis 1.500 Euro. Prüfen Sie außerdem, ob Knochenaufbau mitversichert ist und ob die Zahl der Implantate begrenzt ist.
- Für Zähne, die bei Vertragsabschluss schon fehlen oder für die ein Implantat bereits angeraten ist, zahlt eine normale Zahnzusatzversicherung in der Regel nicht.

Inhaltsverzeichnis
- Was zahlt die Krankenkasse bei einem Implantat?
- Kürzung 2027: Was sich für Implantate ändert
- Was eine Zahnzusatzversicherung bei Implantaten übernimmt
- Wie viel zahlt die Versicherung? Fünf Erstattungsmodelle
- Rechenbeispiel: Implantat mit Knochenaufbau (Modellfall Stiftung Warentest)
- Zahnstaffel: Warum das erste Implantat selten voll bezahlt wird
- Wartezeit, angeratene Behandlung, fehlende Zähne
- Begrenzungen, die nur bei Implantaten zählen
- Medizinische Notwendigkeit: Wenn der Versicherer kürzen will
- Komplikationen, Periimplantitis und Neuversorgung
- Sonderfälle: Unfall, Ausland, mehrere Implantate
- Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Implantate?
- Ablauf: vom Befund bis zur Erstattung
- Entscheidungstabelle: Welcher Tarif passt zu Ihrer Situation?
- Checkliste: Implantat-Klauseln in den Bedingungen prüfen
- Häufig gestellte Fragen zur Zahnzusatzversicherung für Implantate
- Fazit: Bei Implantaten entscheidet das Kleingedruckte
- Quellen
Eine Zahnzusatzversicherung für Implantate erstattet den Teil der Rechnung, den die Krankenkasse nicht trägt, bei guten Tarifen nach Ende der Zahnstaffel 80 bis 100 Prozent der Gesamtkosten zusammen mit der Kassenleistung. Die Kasse selbst zahlt für ein Implantat nur den Festzuschuss für den Befund vor der Implantation, 2026 bei einer Einzelzahnlücke 552,96 Euro ohne Bonus. Für Heil- und Kostenpläne, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, sinkt dieser Anteil.
Ob sich der Vertrag für Ihr Implantat auszahlt, entscheiden fünf Klauseln: worauf sich der Prozentsatz bezieht, wie hoch die Zahnstaffel ist, ob Knochenaufbau versichert ist, ob die Zahl der Implantate begrenzt ist und ob Material- und Laborkosten gedeckelt sind. Dieser Ratgeber erklärt jede Klausel mit Zahlen aus echten Bedingungen und rechnet nach, was 2026 und ab 2027 für Sie übrig bleibt.
Was zahlt die Krankenkasse bei einem Implantat?
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für ein Implantat den befundbezogenen Festzuschuss, den Sie auch für eine Brücke bekommen würden. Das Implantat selbst bezahlt sie nicht.
Das Sozialgesetzbuch schließt implantologische Leistungen aus der Kassenleistung aus (§ 28 Abs. 2 SGB V). Die Festzuschuss-Richtlinie des G-BA regelt dazu zweierlei:
- Kein Zuschuss für das Implantat: Für die Implantate selbst, die Implantataufbauten und die implantatbedingten Verbindungselemente gibt es keine Festzuschüsse (FZ-RL Abschnitt A Nr. 7).
- Zuschuss für die Lücke: Bei der Erstversorgung haben Sie Anspruch auf den Festzuschuss für die Befundsituation, die vor dem Setzen der Implantate bestand (FZ-RL Abschnitt A Nr. 6). Die KZBV erklärt das so: Wer sich für ein Implantat entscheidet, bekommt den gleichen Zuschuss wie jemand mit gleichem Befund und konventionellem Zahnersatz.
Ein Implantat ist für die Kasse eine „andersartige Versorgung“. Die Praxis rechnet die gesamte Behandlung privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab, Sie bezahlen die Rechnung, und die Kasse erstattet Ihnen den bewilligten Festzuschuss. Begleitleistungen wie Röntgen und Betäubung bleiben dabei Kassenleistung.
Festzuschüsse 2026 für typische Implantat-Befunde
| Befund (Festzuschuss-Richtlinie) | Typischer Implantat-Fall | 60 % ohne Bonus | 70 % (5 Jahre Bonusheft) | 75 % (10 Jahre) | 100 % (Härtefall) |
|---|---|---|---|---|---|
| 2.1 Lücke mit 1 fehlenden Zahn | Einzelzahnimplantat zwischen zwei Zähnen | 552,96 € | 645,12 € | 691,20 € | 921,60 € |
| 2.2 Lücke mit 2 nebeneinander fehlenden Zähnen | zwei Implantate oder Implantatbrücke | 631,10 € | 736,29 € | 788,88 € | 1.051,84 € |
| 2.3 Lücke mit 3 nebeneinander fehlenden Zähnen | Implantatbrücke | 704,93 € | 822,42 € | 881,17 € | 1.174,89 € |
| 4.4 zahnloser Unterkiefer | Prothese auf Implantaten | 617,72 € | 720,68 € | 772,16 € | 1.029,54 € |
| 7.1 Suprakonstruktion erneuern (Einzelzahnlücke) | neue Krone auf vorhandenem Implantat | 238,51 € | 278,26 € | 298,14 € | 397,52 € |
Quelle: KZBV, Abrechnungshilfe Festzuschüsse 2026, identisch mit der Festzuschuss-Richtlinie des G-BA, gültig ab 01.01.2026. Welcher Befund bei Ihnen vorliegt, steht im Heil- und Kostenplan. Alle Befunde finden Sie in unserer Festzuschuss-Tabelle 2026.
Zum Vergleich: Ein Einzelzahnimplantat mit Krone kostet laut Verbraucherzentrale in der Regel 1.500 bis 3.500 Euro, mehrere Implantate schnell einen fünfstelligen Betrag. Bei 3.000 Euro bleiben ohne Bonus 2.447,04 Euro an Ihnen hängen. Mehr zu den Einzelposten lesen Sie im Ratgeber Implantat-Kosten für einen Einzelzahn.
Wann die Kasse das Implantat doch bezahlt
In seltenen Ausnahmefällen übernimmt die Kasse Implantate einschließlich Suprakonstruktion als Sachleistung. Die Behandlungsrichtlinie des G-BA (Abschnitt VII) nennt diese besonders schweren Fälle:
- größere Kiefer- oder Gesichtsdefekte nach Tumoroperationen, Kieferentzündungen, Operationen großer Zysten, Osteopathien, bei angeborenen Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder nach Unfällen
- dauerhaft extreme Mundtrockenheit, vor allem nach einer Tumorbehandlung
- generalisierte genetische Nichtanlage von Zähnen
- nicht willentlich beeinflussbare muskuläre Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich, etwa Spastiken
Voraussetzung ist außerdem, dass eine konventionelle Prothese ohne Implantate nicht möglich ist. Die Kasse muss den Fall begutachten lassen. Ein Zahnverlust durch Karies oder Parodontitis gehört nicht dazu.
Kürzung 2027: Was sich für Implantate ändert
Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse 50 statt 60 Prozent, mit fünf Jahren Bonusheft 60 statt 70 Prozent und mit zehn Jahren 65 statt 75 Prozent. Härtefälle erhalten weiterhin 100 Prozent der Regelversorgung. So steht es im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228, Art. 1 Nr. 22), die Techniker Krankenkasse bestätigt es.
Maßgeblich ist das Datum, an dem die Kasse den Festzuschuss bewilligt, nicht der Behandlungstermin: Für alle vor dem 1. Januar 2027 bewilligten Festzuschüsse gilt das alte Recht (§ 55 Abs. 6 SGB V neue Fassung).
Die Euro-Beträge für 2027 setzt der G-BA bis 30.11.2026 fest. Die folgende Tabelle rechnet deshalb mit den Beträgen 2026 und den neuen Prozentsätzen. Das ist ein Rechenbeispiel, keine amtliche Zahl.
| Befund | 2026: ohne / 5 J. / 10 J. Bonus | 2027 (Rechenbeispiel): ohne / 5 J. / 10 J. | Weniger je Fall |
|---|---|---|---|
| 2.1 Einzelzahnlücke | 552,96 / 645,12 / 691,20 € | 460,80 / 552,96 / 599,04 € | 92,16 € |
| 2.3 drei fehlende Zähne nebeneinander | 704,93 / 822,42 / 881,17 € | 587,45 / 704,93 / 763,68 € | 117,48 bis 117,49 € |
Ein Bonusheft mit fünf Jahren bringt ab 2027 also nur noch so viel wie 2026 kein Bonusheft. Finanztip kommt für ein Implantat mit Krone im Seitenzahnbereich auf ein ähnliches Ergebnis: Kassenzuschuss mit Höchstbonus 691 Euro bis 2026, 599 Euro ab 2027.
Wen die Kürzung trifft, hängt vom Tarif ab
Für Sie als Versicherte ist die Kürzung nur dann teuer, wenn Ihr Tarif sie nicht auffängt. Das hängt am Erstattungsmodell (Details im nächsten Abschnitt). Rechenbeispiel für ein Implantat mit Krone für 3.000 Euro, Befund 2.1, ohne Bonus, nach Ende der Zahnstaffel:
| Tarifmodell | Ihr Eigenanteil 2026 | Ihr Eigenanteil 2027 (Rechenbeispiel) | Wer trägt die Kürzung? |
|---|---|---|---|
| ohne Zahnzusatzversicherung | 2.447,04 € | 2.539,20 € | Sie (+92,16 €) |
| 100 % inklusive Kassenleistung | 0,00 € | 0,00 € | der Versicherer |
| 90 % inklusive Kassenleistung | 300,00 € | 300,00 € | der Versicherer |
| 80 % inklusive Kassenleistung | 600,00 € | 600,00 € | der Versicherer |
| 90 % der Restkosten nach Kassenleistung | 244,70 € | 253,92 € | überwiegend der Versicherer (Sie +9,22 €) |
| Verdopplung des Festzuschusses | 1.894,08 € | 2.078,40 € | Sie (+184,32 €) |
Innerhalb der Zahnstaffel sieht es anders aus: Ist die Jahresgrenze erreicht, zahlt der Tarif nicht mehr, und die 92,16 Euro bleiben bei Ihnen. Wenn Ihr Implantat ohnehin ansteht und der Vertrag schon läuft, lohnt es sich deshalb, den Heil- und Kostenplan noch 2026 bewilligen zu lassen. Die Zusage der Kasse gilt ein halbes Jahr, die Behandlung muss in dieser Zeit erfolgen (KZBV). Wie die Kürzung mit der Zahnstaffel zusammenspielt, zeigt unser Artikel Zahnstaffel erklärt.
Was eine Zahnzusatzversicherung bei Implantaten übernimmt
Gute Tarife erstatten alle Teile einer Implantatversorgung: Planung, Implantat, Aufbau, Krone oder Prothese darauf, Knochenaufbau und Diagnostik. Entscheidend ist, dass das in den Bedingungen steht und nicht nur in der Werbung.
So formulieren es echte Bedingungen:
- DA Direkt Zahnschutz (AZB, Fassung 01.10.2019): erstattungsfähig sind „implantologische Leistungen einschließlich Knochenaufbau und auf Implantaten getragener Zahnersatz (Suprakonstruktionen)“, dazu begleitende Leistungen wie digitale Volumentomographie.
- UKV ZahnPRIVAT (Tarifbedingungen 01.08.2024): Zahnersatz einschließlich Implantate und die vorbereitenden Leistungen, ausdrücklich „Knochenaufbau im Rahmen einer Implantat Versorgung“ und Dentale Volumentomografie. Bei Periimplantitis zahlt der Tarif zusätzlich bestimmte Laser- und Lichttherapien.
- Debeka EZ50 und EZ70plus (Stand 01.03.2020): Implantate „einschließlich Implantatteile, knochenaufbauende Maßnahmen und Knochenersatzmaterial“.
Fehlt so eine Aufzählung, fragen Sie vor Abschluss schriftlich nach, ob Knochenaufbau, Sinuslift und DVT erstattet werden.
Woraus sich eine Implantatrechnung zusammensetzt
Implantologische Leistungen stehen in Abschnitt K der GOZ. Das Honorar ergibt sich aus Punktzahl mal Punktwert (5,62421 Cent) mal Steigerungsfaktor. Der Faktor liegt zwischen 1,0 und 3,5, über 2,3 muss die Praxis ihn begründen. Einige Positionen, nachgerechnet:
| GOZ-Nr. | Leistung | Punkte | 1,0-fach | 2,3-fach | 3,5-fach |
|---|---|---|---|---|---|
| 9000 | Implantatbezogene Analyse und Vermessung, je Kiefer | 884 | 49,72 € | 114,35 € | 174,01 € |
| 9005 | 3D-gestützte Navigationsschablone, je Kiefer | 300 | 16,87 € | 38,81 € | 59,05 € |
| 9010 | Implantatinsertion, je Implantat | 1.545 | 86,89 € | 199,86 € | 304,13 € |
| 9040 | Freilegen und Aufbauelement einsetzen | 626 | 35,21 € | 80,98 € | 123,23 € |
| 9100 | Knochenaufbau (Augmentation), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich | 2.694 | 151,52 € | 348,49 € | 530,31 € |
| 9110 | Interner Sinuslift | 1.500 | 84,36 € | 194,04 € | 295,27 € |
| 9120 | Externer Sinuslift, je Kieferhälfte | 3.000 | 168,73 € | 388,07 € | 590,54 € |
Das ist nur das Zahnarzthonorar für einzelne Schritte. Dazu kommen das Implantat selbst als Material, Aufbauteile, Laborkosten für Krone oder Brücke, Röntgen, Betäubung und weitere GOZ-Positionen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Tarif bis zum 3,5-fachen Satz erstattet und Material- und Laborkosten nicht über ein festes Preisverzeichnis begrenzt. Die Verbraucherzentrale nennt so ein Preis- und Leistungsverzeichnis eine „deutliche Einschränkung“.
Wie viel zahlt die Versicherung? Fünf Erstattungsmodelle
Der Prozentsatz in der Tarifbezeichnung sagt allein wenig. Entscheidend ist, worauf er sich bezieht. In der Praxis gibt es fünf Modelle:
- Prozent inklusive Kassenleistung: Kasse und Versicherung zusammen zahlen den Prozentsatz der Rechnung. Ihr Eigenanteil ist fest, egal wie hoch der Festzuschuss ist. Beispiel: Die NÜRNBERGER zahlt in Komfort 90 bei einer Brücke für 1.700 Euro und 662 Euro Kassenleistung 868 Euro (0,9 × 1.700 − 662).
- Prozent der Restkosten: Der Versicherer erstattet den Prozentsatz dessen, was nach der Kassenleistung übrig bleibt. Bei gleichem Prozentsatz zahlt dieses Modell mehr. Die UKV rechnet so: versicherter Prozentsatz der Kosten „abzüglich der von der GKV tatsächlich erbrachten Leistung“.
- Verdopplung des Festzuschusses: Der Tarif zahlt noch einmal so viel wie die Kasse. Das deckt die Regelversorgung, bei einem Implantat aber nur einen kleinen Teil. Beispiele sind NÜRNBERGER Basis und DKV KDT.
- Mindestens der Festzuschuss: Die DA Direkt zahlt bei Zahnersatz mindestens so viel wie der Festzuschuss der Kasse, zusammen höchstens 100 Prozent. Das schützt bei niedrigen Prozentsätzen.
- Höchstbeträge je Implantat: Einige Tarife begrenzen die Erstattung je Implantat auf einen Euro-Betrag. Die Stiftung Warentest prüft solche Höchsterstattungsbeträge je Implantat ausdrücklich.
Rechenbeispiel mit 3.000 Euro, Befund 2.1, ohne Bonus, nach Ende der Zahnstaffel (Annahmen offengelegt):
| Modell | Kasse 2026 | Versicherung 2026 | Sie 2026 | Versicherung 2027 (RB) | Sie 2027 (RB) |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 % inkl. Kasse | 552,96 € | 2.447,04 € | 0,00 € | 2.539,20 € | 0,00 € |
| 90 % inkl. Kasse | 552,96 € | 2.147,04 € | 300,00 € | 2.239,20 € | 300,00 € |
| 80 % inkl. Kasse | 552,96 € | 1.847,04 € | 600,00 € | 1.939,20 € | 600,00 € |
| 90 % der Restkosten | 552,96 € | 2.202,34 € | 244,70 € | 2.285,28 € | 253,92 € |
| Festzuschuss verdoppelt | 552,96 € | 552,96 € | 1.894,08 € | 460,80 € | 2.078,40 € |
RB = Rechenbeispiel mit Kassenanteil 460,80 Euro. Die Verbraucherzentrale beschreibt die hochwertigsten Angebote mit 80 bis 95 Prozent bezogen auf den Rechnungsbetrag, manche mit 100 Prozent. Für Implantate ist ein Verdoppler-Tarif deshalb selten die richtige Wahl.
Achtung bei der Anrechnung des Bonus
Manche Tarife ziehen nicht die tatsächliche Kassenleistung ab, sondern eine andere. Die Stiftung Warentest berücksichtigt das in ihrer Bewertung: Je nach Tarif rechnen Versicherer die tatsächliche Leistung, die Leistung ohne Bonus oder die Leistung mit maximalem Bonus an. Wird ein Bonus angerechnet, den Sie nicht haben, entsteht eine Lücke. Ab 2027 kommt hinzu, dass „maximaler Bonus“ dann 65 statt 75 Prozent bedeutet. Fragen Sie im Zweifel nach, wie Ihr Tarif mit der Kürzung umgeht.
Rechenbeispiel: Implantat mit Knochenaufbau (Modellfall Stiftung Warentest)
Die Stiftung Warentest bewertet die Implantatversorgung mit 30 Prozent der Gesamtnote. Ihr Modellfall kostet 5.057 Euro (Stand 12.08.2026):
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Knochenaufbau (nur Zahnarzthonorar) | 1.630,88 € |
| Implantologische Leistungen | 1.061,97 € |
| Materialkosten | 1.099,90 € |
| Suprakonstruktion (Krone auf dem Implantat), davon die Hälfte Material und Labor | 1.264,25 € |
| Summe | 5.057,00 € |
Das Zahnarzthonorar ist zur Hälfte mit dem 3,5-fachen und zur Hälfte mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz berechnet.
Was davon bleibt bei Ihnen? Annahmen: Befund 2.1, ohne Bonus, Tarif 90 Prozent inklusive Kassenleistung, nach Ende der Zahnstaffel.
| Situation | Kasse | Versicherung | Ihr Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| ohne Zusatzversicherung, 2026 | 552,96 € | – | 4.504,04 € |
| ohne Zusatzversicherung, 2027 (RB) | 460,80 € | – | 4.596,20 € |
| Tarif mit Knochenaufbau, 2026 | 552,96 € | 3.998,34 € | 505,70 € |
| Tarif ohne Knochenaufbau, 2026 | 552,96 € | 2.530,55 € | 1.973,49 € |
Ein Tarif, der den Knochenaufbau nicht erstattet, kostet Sie in diesem Fall 1.467,79 Euro mehr. Welche Verfahren es gibt und wann ein Aufbau nötig ist, erklären die Ratgeber Knochenaufbau und Sinuslift.
Zahnstaffel: Warum das erste Implantat selten voll bezahlt wird
Fast alle Tarife begrenzen die Erstattung in den ersten drei bis vier Jahren. Diese Zahnstaffel zählt in den geprüften Bedingungen zusammen: Der Betrag für ein Jahr ist die Obergrenze für alle Erstattungen von Vertragsbeginn bis zum Ende dieses Jahres.
| Tarif | 1. Jahr | bis Ende 2. Jahr | bis Ende 3. Jahr | bis Ende 4. Jahr | danach |
|---|---|---|---|---|---|
| DA Direkt Zahnschutz Komfort / Premium / Premium Plus | 750 / 1.100 / 1.500 € | 1.500 / 2.200 / 3.000 € | 2.250 / 3.300 / 4.500 € | 3.000 / 4.400 / 6.000 € | unbegrenzt |
| NÜRNBERGER Komfort 80 / 90 / 100 | 800 / 900 / 1.000 € | 1.600 / 1.800 / 2.000 € | 2.400 / 2.700 / 3.000 € | 3.200 / 3.600 / 4.000 € | unbegrenzt |
| Münchener Verein ZahnGesund 75+ / 85+ / 100 | 900 / 1.000 / 1.500 € | 1.800 / 2.000 / 3.000 € | 2.700 / 3.000 / 4.500 € | 3.600 / 4.000 / 6.000 € | unbegrenzt |
| UKV ZahnPRIVAT 90 und 100 (Kalenderjahre) | 1.000 € | 3.000 € | 6.000 € | – | unbegrenzt |
Quellen: Tarifblatt DA Direkt (01.03.2025), NÜRNBERGER KV391 (07/2025), Produktseite Münchener Verein (Abruf 20.10.2026), UKV-Tarifbedingungen (01.08.2024).
Was das für ein Implantat für 3.000 Euro bedeutet, am Beispiel NÜRNBERGER Komfort 90 (90 Prozent inklusive Kassenleistung, Befund 2.1, ohne Bonus):
| Zeitpunkt | Kasse | Versicherung | Ihr Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 1. Versicherungsjahr, Plan 2026 bewilligt | 552,96 € | 900,00 € | 1.547,04 € |
| 2. Versicherungsjahr, Plan 2026 bewilligt | 552,96 € | 1.800,00 € | 647,04 € |
| 1. Versicherungsjahr, Plan ab 2027 bewilligt (RB) | 460,80 € | 900,00 € | 1.639,20 € |
| 2. Versicherungsjahr, Plan ab 2027 bewilligt (RB) | 460,80 € | 1.800,00 € | 739,20 € |
| ab 3. Versicherungsjahr (Grenze reicht), 2027 (RB) | 460,80 € | 2.239,20 € | 300,00 € |
Zwei Punkte sind bei Implantaten besonders wichtig:
- Die Behandlung dauert Monate. Die DA Direkt rechnet Leistungen dem Zeitpunkt zu, an dem sie erbracht wurden, nicht dem Rechnungsdatum (AZB Ziffer 7.6). Ein Implantat, das im ersten Jahr gesetzt und im zweiten Jahr mit der Krone versorgt wird, fällt also teilweise in zwei Staffeljahre.
- Überschreitungen zahlt der Versicherer nicht nach. Was im ersten Jahr über der Grenze lag, wird später nicht erstattet (DA AZB Ziffer 3.8).
Bei zwei Implantaten 2027 (je 3.000 Euro, zwei getrennte Einzelzahnlücken, NÜRNBERGER Komfort 90) macht der Zeitpunkt viel aus: Beide im zweiten Jahr kosten Sie 3.278,40 Euro, eines im zweiten und eines im fünften Jahr 1.039,20 Euro, beide ab dem fünften Jahr 600 Euro (Rechenbeispiel). Ob ein Aufschub medizinisch vertretbar ist, entscheidet nur Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt. Alles Weitere, auch zu Kalender- und Versicherungsjahren, steht in Zahnstaffel erklärt. Tarife ohne Staffel stellt der Artikel Zahnzusatzversicherung ohne Leistungsbegrenzung vor.
Wartezeit, angeratene Behandlung, fehlende Zähne
Ein Implantat ist nur dann versichert, wenn der Versicherungsfall nach Vertragsbeginn eintritt. Drei Hürden stehen davor.
Wartezeit
Bei Zahnersatz darf die Wartezeit höchstens acht Monate betragen (§ 197 Abs. 1 VVG). Viele aktuelle Tarife verzichten ganz darauf, etwa DA Direkt, NÜRNBERGER Komfort, UKV ZahnPRIVAT und Münchener Verein ZahnGesund. Andere, etwa die Debeka-Tarife EZ50 und EZ70plus oder der DKV-Zahnverdoppler KDT, haben acht Monate. Ohne Wartezeit heißt nicht ohne Staffel. Mehr dazu: Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit und Ab wann greift die Zahnzusatzversicherung?.
Angeratene oder begonnene Behandlung
Nach den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung beginnt der Versicherungsfall mit der Heilbehandlung (MB/KK 2009 § 1 Abs. 2). Gerichte setzen diesen Beginn bei Zahnbehandlungen früh an, oft schon bei der Untersuchung mit Befund (BGH, Beschluss vom 17.12.2014, IV ZR 399/13). Hat Ihre Zahnärztin ein Implantat schon empfohlen oder einen Plan erstellt, zahlt ein neuer Vertrag für dieses Implantat in der Regel nicht, auch nicht nach Ablauf einer Wartezeit. Die wenigen Ausnahmen mit Sonderbedingungen beschreibt der Artikel Zahnzusatzversicherung bei angeratener Behandlung. Läuft die Behandlung schon, hilft Zahnzusatzversicherung bei laufender Behandlung.
Zähne, die bei Abschluss schon fehlen
Für Zähne, die bei Vertragsschluss bereits fehlten, zahlt eine Zahnzusatzversicherung in der Regel nicht, also auch nicht für ein Implantat in dieser Lücke. Darauf weist Finanztip hin. Manche Versicherer nehmen Sie trotzdem auf, mit Risikozuschlag je fehlendem Zahn oder längerer Staffel. Ein Versicherer halbiert zum Beispiel ab zwei fehlenden Zähnen die Erstattungsgrenzen der ersten vier Jahre.
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig. Sie müssen alle bekannten Umstände angeben, nach denen in Textform gefragt wird (§ 19 Abs. 1 VVG). Bei falschen Angaben kann der Versicherer seine Rechte bis zu fünf Jahre nach Vertragsschluss geltend machen, bei Vorsatz oder Arglist bis zu zehn Jahre (§ 21 Abs. 3 VVG). Tarife ohne Gesundheitsfragen beschreibt der Artikel Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen.
Begrenzungen, die nur bei Implantaten zählen
Neben der Zahnstaffel gibt es Klauseln, die speziell Implantate betreffen. Sie stehen meist unter „Leistungsumfang“ oder „Leistungsbegrenzung“.
| Klausel | Was es in Bedingungen gibt | Was unabhängige Tester erwarten |
|---|---|---|
| Anzahl der Implantate | unbegrenzt (z. B. Württembergische nach eigener Angabe), 6 im Oberkiefer und 4 im Unterkiefer (HanseMerkur-Tarifübersicht), 8 insgesamt (Beispiel der Verbraucherzentrale) | Stiftung Warentest: mindestens 10 über die Laufzeit, alle 5 Jahre mindestens 2 in einem Kalenderjahr |
| Höchstbetrag je Implantat oder je Jahr | in manchen Tarifen | Verbraucherzentrale: keine Summenobergrenzen für Implantate |
| Knochenaufbau | ausdrücklich eingeschlossen (DA, UKV, Debeka) oder nicht genannt | VZ und Stiftung Warentest: sollte erstattet werden |
| Gebührensatz | bis 3,5-fach oder auch darüber (NÜRNBERGER Komfort: „über den Höchstsätzen“) | Stiftung Warentest: mindestens bis 3,5-fach |
| Material- und Laborkosten | voll oder nach Preis- und Leistungsverzeichnis | VZ: Preisverzeichnis ist eine deutliche Einschränkung |
Eine Grenze von sechs Implantaten klingt viel. Ein ganzer Kiefer mit festen Zähnen braucht aber schon mehrere Implantate, beim All-on-4-Konzept zum Beispiel vier. Wer mit mehreren Lücken rechnet, achtet deshalb auf eine unbegrenzte Zahl, siehe auch Implantatbrücke.
Medizinische Notwendigkeit: Wenn der Versicherer kürzen will
Der Versicherer zahlt nur für medizinisch notwendige Behandlungen (§ 192 Abs. 1 VVG). Die Verbraucherzentrale warnt, dass Versicherer gerade bei Implantaten infrage stellen können, ob sie nötig sind oder eine andere Versorgung ebenso erfolgversprechend wäre.
Was rechtlich gilt:
- Maßstab: Eine Behandlung ist medizinisch notwendig, wenn die Befunde zum Zeitpunkt der Behandlung es vertretbar erscheinen lassen, sie als notwendig anzusehen. So formuliert es der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung.
- Kein Verweis auf die billigere Lösung: Übernimmt der Versicherer die Kosten einer medizinisch notwendigen Heilbehandlung ohne erkennbare Einschränkung, kann er Sie nicht auf eine billigere, medizinisch gleichwertige Behandlung verweisen (BGH, Urteil vom 12.03.2003, IV ZR 278/01). Enthalten die Bedingungen allerdings eine klare Einschränkung, gilt diese.
- Übermaß: Geht eine Behandlung über das medizinisch notwendige Maß hinaus, darf der Versicherer seine Leistung auf einen angemessenen Betrag kürzen (MB/KK § 5 Abs. 2). Bei auffälligem Missverhältnis zwischen Aufwand und Leistung muss er insoweit nicht zahlen (§ 192 Abs. 2 VVG).
So schützen Sie sich: Reichen Sie den Heil- und Kostenplan vor der Behandlung ein. Liegen die Kosten voraussichtlich über 2.000 Euro, muss der Versicherer Ihnen auf Anfrage in Textform Auskunft geben, in dringenden Fällen spätestens nach zwei Wochen, sonst nach vier Wochen (§ 192 Abs. 8 VVG). Lehnt er ab, verlangen Sie eine Begründung und lassen Sie Ihre Praxis die Indikation schriftlich darlegen. Der PKV-Ombudsmann schlichtet kostenlos, medizinische Notwendigkeit gehört zu seinen häufigsten Themen. Wie Sie danach einreichen, steht im Ratgeber Rechnung einreichen.
Komplikationen, Periimplantitis und Neuversorgung
Implantate halten lange, aber nicht immer. Eine Übersichtsarbeit mit 18 Studien kommt auf eine 10-Jahres-Überlebensrate von 96,4 Prozent, in einer vorsichtigeren Auswertung 93,2 Prozent. Für Menschen ab 65 ergab die vorsichtigere Auswertung 91,5 Prozent (Howe et al., J Dent 2019).
Häufiger als der Verlust ist eine Entzündung. Eine Metaanalyse schätzt, dass eine Entzündung der Schleimhaut am Implantat (Mukositis) etwa 43 Prozent der Patienten betrifft und eine Periimplantitis mit Knochenabbau etwa 22 Prozent (Jepsen et al., J Clin Periodontol 2015). Die Stiftung Warentest schreibt, bei jedem fünften Menschen mit Implantat entzünde sich das anliegende Gewebe.
Für die Versicherung bedeutet das:
- Behandlung der Periimplantitis: Prüfen Sie, ob sie als Zahnbehandlung erstattet wird. Die UKV nennt bestimmte Laser- und Lichttherapien bei Periimplantitis ausdrücklich.
- Neues Implantat nach Verlust: Das ist ein neuer Zahnersatz und kann unter die Staffel fallen. Die Kasse zahlt wieder den Festzuschuss nach Befund.
- Neue Krone auf altem Implantat: Dafür gibt es eigene Festzuschüsse, etwa Befund 7.1 mit 238,51 Euro ohne Bonus (2026).
- Professionelle Zahnreinigung: Sie ist keine regelhafte Kassenleistung. Viele Zusatztarife erstatten sie mit einem eigenen Jahresbetrag, bei der DA Direkt 150 bis 200 Euro außerhalb des Zahnarztnetzwerks. Mehr unter Zahnreinigung und Versicherung.
Was Sie selbst tun können, steht in Implantat-Pflege und Zahnimplantat-Risiken.
Sonderfälle: Unfall, Ausland, mehrere Implantate
Unfall
Passiert der Unfall nach Versicherungsbeginn, entfallen in vielen Tarifen Wartezeit und Zahnstaffel. Die DA Direkt zahlt dann 100 Prozent ohne Staffel, die NÜRNBERGER im Basis-Tarif sofort die volle Leistung, beim DKV KDT entfällt die Wartezeit. Ein Unfall vor Vertragsbeginn ist dagegen ein bekannter Befund. Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall zahlt die gesetzliche Unfallversicherung die zahnärztliche Behandlung einschließlich Zahnersatz (§ 27 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII).
Implantat im Ausland
Lassen Sie sich im EU-Ausland behandeln, erstattet die Kasse höchstens das, was sie in Deutschland gezahlt hätte (§ 13 Abs. 4 SGB V). Auch Zusatztarife begrenzen oft auf das Inlandsniveau. Die DA Direkt etwa leistet höchstens, was sie bei einer Behandlung in Deutschland zahlen müsste, und rechnet pauschal 35 Prozent als Kassenleistung an, wenn die Kasse nichts zahlt. Lassen Sie den Heil- und Kostenplan vorher von Kasse und Versicherer prüfen. Details: Zahnzusatzversicherung im Ausland.
Mehrere Implantate oder zahnloser Kiefer
Bei mehreren Lücken richtet sich der Festzuschuss nach dem Befund, nicht nach der Zahl der Implantate. Für drei nebeneinander fehlende Zähne gibt es 2026 zum Beispiel 704,93 Euro ohne Bonus (Befund 2.3), auch wenn drei Implantate gesetzt werden. Damit wächst die Lücke zwischen Kasse und Rechnung schnell. Wichtig sind dann eine unbegrenzte Implantat-Zahl, keine Höchstbeträge je Jahr nach der Staffel und gute Planung über die Staffeljahre. Ob ein Implantat oder eine Brücke für Sie besser ist, besprechen Sie mit Ihrer Praxis. Eine Entscheidungshilfe bietet Implantat oder Brücke.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Implantate?
Sie lohnt sich vor allem, wenn Sie Implantate statt Brücke oder Prothese wollen und den Vertrag abschließen, bevor ein Implantat absehbar ist. Für ein einzelnes Implantat in ferner Zukunft kann Sparen günstiger sein.
Eine nüchterne Rechnung mit offengelegten Annahmen: Beitrag 25 Euro im Monat (die Verbraucherzentrale nennt 13 bis mehr als 60 Euro), Tarif 90 Prozent inklusive Kassenleistung, Implantat 3.000 Euro, nach Ende der Staffel.
| Laufzeit | Gezahlte Beiträge | Erstattung je Implantat (2026 / 2027 RB) |
|---|---|---|
| 5 Jahre | 1.500 € | 2.147,04 € / 2.239,20 € |
| 10 Jahre | 3.000 € | 2.147,04 € / 2.239,20 € |
| 20 Jahre | 6.000 € | 2.147,04 € / 2.239,20 € |
Ein Implantat in zehn Jahren deckt die Beiträge nicht ganz, zwei Implantate schon. Hinzu kommen andere Leistungen wie Zahnreinigung, Füllungen oder Wurzelbehandlungen. Dagegen stehen Beitragserhöhungen: Die Beiträge bleiben laut Verbraucherzentrale nicht stabil und steigen in vielen Tarifen mit dem Alter. Bei der DA Direkt reichen sie laut Tarifblatt im Tarif Komfort von 10,90 Euro (21 bis 30 Jahre) bis 36,90 Euro (ab 61), im Tarif Premium Plus von 18,90 bis 62,90 Euro.
Das Risiko steigt mit dem Alter: In der Deutschen Mundgesundheitsstudie DMS 6 hatten 35- bis 44-Jährige im Mittel 26,6 Zähne, 65- bis 74-Jährigen fehlten im Mittel 8,6 Zähne. Wer mit 50, 60 oder 70 abschließen möchte, findet die Besonderheiten in ab 50, ab 60 und ab 70. Die allgemeine Abwägung steht in Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?.
Ablauf: vom Befund bis zur Erstattung
So läuft ein Implantat mit Zahnzusatzversicherung ab:
- Vertrag läuft, Wartezeit ist vorbei. Der Zahn ging erst nach Vertragsbeginn verloren oder wurde erst danach als nicht erhaltungswürdig erkannt.
- Befund und Planung. Die Praxis erstellt den Heil- und Kostenplan für die Kasse und einen Kostenvoranschlag für den privaten Teil. Bei Laborkosten über 1.000 Euro muss sie einen Laborkostenvoranschlag anbieten (§ 9 GOZ).
- Kasse bewilligt den Festzuschuss. Das Bewilligungsdatum entscheidet, ob die Prozentsätze von 2026 oder ab 2027 gelten. Die Zusage gilt ein halbes Jahr.
- Plan an die Zusatzversicherung. Bei über 2.000 Euro haben Sie Anspruch auf eine schriftliche Auskunft, normal binnen vier Wochen. Die DA Direkt empfiehlt die Vorlage schon ab 1.000 Euro und zahlt die Kosten des Plans, wenn die Kasse sie nicht trägt.
- Behandlung. Vorbehandlung, eventuell Knochenaufbau, Implantat, Einheilung, Krone. Teilschritte können in unterschiedliche Staffeljahre fallen. Den medizinischen Ablauf beschreibt Zahnimplantat: Ablauf.
- Abrechnung. Sie bezahlen die Praxis, die Kasse erstattet Ihnen den Festzuschuss, dann reichen Sie Rechnung und Kassennachweis beim Versicherer ein.
Entscheidungstabelle: Welcher Tarif passt zu Ihrer Situation?
| Ihre Situation | Darauf kommt es an | Weiterlesen |
|---|---|---|
| Alle Zähne vorhanden, Implantat später möglich | 90 bis 100 % inkl. Kasse, Knochenaufbau, unbegrenzte Implantate, kurze Staffel | Worauf achten |
| Implantat in den nächsten Monaten möglich, aber nicht angeraten | Tarif ohne Wartezeit, hohe Staffel im 1. und 2. Jahr | Sofortschutz |
| Implantat schon angeraten oder geplant | normale Tarife zahlen nicht; Sonderbedingungen prüfen, laufenden Vertrag nutzen und Plan möglichst 2026 bewilligen lassen | Angeratene Behandlung |
| Ein oder mehrere Zähne fehlen schon | Annahme- und Ausschlussregeln, Zuschläge, verlängerte Staffel | Zu spät? |
| Mehrere Implantate oder zahnloser Kiefer zu erwarten | keine Implantat-Grenze, keine Jahreshöchstbeträge, 100 % inkl. Kasse | 100 Prozent |
| Nur Regelversorgung gewünscht, kein Implantat | Verdoppler-Tarif kann reichen | Zahnersatzversicherung |
Checkliste: Implantat-Klauseln in den Bedingungen prüfen
Lassen Sie sich vor Abschluss die vollständigen Versicherungs- und Tarifbedingungen geben, wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt, und prüfen Sie:
- Steht „Implantate“ ausdrücklich im Leistungsumfang?
- Ist Knochenaufbau (Augmentation, Sinuslift, Knochenersatzmaterial) genannt?
- Bezieht sich der Prozentsatz auf die Rechnung inklusive Kassenleistung oder auf die Restkosten?
- Wird die tatsächliche Kassenleistung abgezogen oder eine fiktive mit Höchstbonus?
- Ist die Zahl der Implantate begrenzt, je Kiefer oder über die Laufzeit?
- Gibt es Höchstbeträge je Implantat oder je Jahr, auch nach der Staffel?
- Wie hoch ist die Staffel im ersten und zweiten Jahr, und zählt sie nach Kalender- oder Versicherungsjahren?
- Entfällt die Staffel bei Unfällen nach Vertragsbeginn?
- Wird bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz erstattet?
- Werden Material- und Laborkosten voll erstattet oder nach einem Preisverzeichnis?
- Sind DVT, Narkose und Behandlung der Periimplantitis eingeschlossen?
- Wie werden fehlende Zähne bei Abschluss behandelt: Ausschluss, Zuschlag oder längere Staffel?
Die Kriterien für alle Leistungsbereiche finden Sie im Ratgeber Worauf achten beim Abschluss, die Testergebnisse in Stiftung Warentest: Zahnzusatzversicherungen. Einen Überblick über alle Themen bietet der Ratgeber Zahnzusatzversicherung.
Häufig gestellte Fragen zur Zahnzusatzversicherung für Implantate
Wie viel zahlt eine Zahnzusatzversicherung bei Implantaten?
Das hängt vom Tarif ab. Gute Tarife erstatten nach Ende der Zahnstaffel 80 bis 100 Prozent der Rechnung, wobei die Kassenleistung meist mitgerechnet wird. Bei einem Implantat für 3.000 Euro und einem Tarif mit 90 Prozent inklusive Kassenleistung zahlen Kasse und Versicherung zusammen 2.700 Euro, Ihr Eigenanteil liegt bei 300 Euro. In den ersten drei bis vier Vertragsjahren begrenzt die Zahnstaffel die Erstattung, im ersten Jahr oft auf 750 bis 1.500 Euro.
Zahlt die Krankenkasse etwas zu einem Implantat?
Ja, aber nicht für das Implantat selbst. Die Kasse zahlt den Festzuschuss für die Befundsituation vor der Implantation, also so, als würden Sie eine Brücke bekommen. Bei einer Einzelzahnlücke sind das 2026 552,96 Euro, mit Bonusheft 645,12 oder 691,20 Euro. Die Kosten für Implantat, Aufbauteile und Verbindungselemente sind nur in seltenen Ausnahmefällen, etwa nach Tumoroperationen, Kassenleistung.
Gibt es eine Zahnzusatzversicherung für Implantate ohne Wartezeit?
Ja. Mehrere Tarife verzichten auf die Wartezeit, das Gesetz erlaubt bei Zahnersatz höchstens acht Monate. Ohne Wartezeit heißt aber nicht ohne Grenze: Die Zahnstaffel gilt meist trotzdem, und ein bereits angeratenes Implantat ist auch in Sofort-Tarifen ausgeschlossen.
Zahlt die Zahnzusatzversicherung ein Implantat, wenn der Zahn schon fehlt?
In der Regel nicht. Lücken, die bei Vertragsabschluss bestehen, sind meist vom Schutz ausgenommen oder führen zu Risikozuschlägen und längeren Zahnstaffeln. Sie müssen fehlende Zähne im Antrag angeben, wenn danach gefragt wird. Für Zähne, die erst nach Vertragsbeginn verloren gehen, gilt der normale Schutz.
Ist der Knochenaufbau bei Implantaten mitversichert?
In vielen, aber nicht allen Tarifen. Gute Bedingungen nennen ausdrücklich implantologische Leistungen einschließlich Knochenaufbau. Der Unterschied ist groß: Im Modellfall der Stiftung Warentest macht der Knochenaufbau 1.630,88 von 5.057 Euro aus. Ohne Knochenaufbau-Deckung steigt der Eigenanteil in unserem Rechenbeispiel von 505,70 auf 1.973,49 Euro.
Wie viele Implantate zahlt eine Zahnzusatzversicherung?
Manche Tarife sind unbegrenzt, andere begrenzen die Zahl. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel acht Implantate insgesamt, ein Versicherer begrenzt auf sechs im Oberkiefer und vier im Unterkiefer. Die Stiftung Warentest wertet ab, wenn über die Laufzeit weniger als zehn Implantate erstattet werden.
Was ändert sich 2027 bei Implantaten?
Für Festzuschüsse, die ab dem 01.01.2027 bewilligt werden, zahlt die Kasse 50 statt 60 Prozent, mit Bonusheft 60 oder 65 statt 70 oder 75 Prozent. Bei einer Einzelzahnlücke wären das bei gleichen Beträgen 92,16 Euro weniger. Tarife, die einen Prozentsatz inklusive Kassenleistung zahlen, gleichen das nach der Zahnstaffel aus. Tarife, die den Festzuschuss verdoppeln, verlieren den Betrag doppelt.
Warum lehnt eine Zahnzusatzversicherung ein Implantat ab?
Die häufigsten Gründe sind: Die Behandlung war vor Vertragsbeginn schon angeraten oder begonnen, der Zahn fehlte schon bei Abschluss, die Wartezeit lief noch, die Zahnstaffel war ausgeschöpft oder der Versicherer hält das Implantat nicht für medizinisch notwendig. Reichen Sie den Heil- und Kostenplan vorher ein, dann wissen Sie vor der Behandlung, was gezahlt wird.
Welche ist die beste Zahnzusatzversicherung für Implantate?
Eine allgemein beste gibt es nicht. Für Implantate zählen der Erstattungssatz inklusive Kassenleistung, Knochenaufbau im Leistungsumfang, keine oder eine hohe Implantat-Grenze, eine kurze Zahnstaffel und Erstattung bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz ohne festes Laborpreisverzeichnis. Welcher Tarif bei Ihrem Alter und Zahnbefund passt, rechnen wir Ihnen gern kostenlos durch.
Fazit: Bei Implantaten entscheidet das Kleingedruckte
Die Kasse zahlt für ein Implantat nur den Festzuschuss für die Lücke, ab 2027 für neu bewilligte Pläne noch weniger. Eine Zahnzusatzversicherung schließt die Lücke dann gut, wenn sie einen hohen Prozentsatz inklusive Kassenleistung zahlt, Knochenaufbau einschließt, die Zahl der Implantate nicht knapp begrenzt und Material- und Laborkosten voll erstattet. Mit so einem Tarif bleibt Ihr Eigenanteil nach der Zahnstaffel auch nach der Kürzung 2027 gleich.
Zwei Dinge kann kein Tarif reparieren: einen Abschluss, nachdem das Implantat schon angeraten ist, und einen Zahn, der bei Abschluss schon fehlte. Wer Implantate für später nicht ausschließen will, schließt deshalb ab, solange die Zähne gesund sind. Steht ein Implantat schon an und läuft Ihr Vertrag, lassen Sie den Heil- und Kostenplan möglichst noch 2026 bewilligen und reichen Sie ihn vorab beim Versicherer ein.
Quellen
- § 28 SGB V Ärztliche und zahnärztliche Behandlung (Abs. 2 Satz 9: implantologische Leistungen) – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- § 55 SGB V Leistungsanspruch Zahnersatz (Fassung bis 31.12.2026) – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026, Art. 1 Nr. 22 (§ 55 SGB V ab 01.01.2027) – Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 (recht.bund.de)
- Gesundheitsreform 2026/2027: Zusammenfassung – Techniker Krankenkasse, 2026 (tk.de)
- Festzuschuss-Richtlinie, Beschluss vom 05.12.2025, in Kraft 01.01.2026 (Abschnitt A Nr. 6 und 7) – Gemeinsamer Bundesausschuss (g-ba.de, PDF)
- Zahnersatz-Richtlinie (Nr. 36 bis 38, Suprakonstruktionen) – Gemeinsamer Bundesausschuss, Stand 18.02.2016 (g-ba.de, PDF)
- Behandlungsrichtlinie, Abschnitt VII Ausnahmeindikationen für implantologische Leistungen – Gemeinsamer Bundesausschuss (g-ba.de)
- Abrechnungshilfe Festzuschüsse 2026 – KZBV, Stand 01.01.2026 (kzbv.de, PDF)
- Implantate – KZBV, Stand April 2022 (kzbv.de)
- Zahnersatz: vom Antrag bis zur Abrechnung – KZBV, 2026 (kzbv.de)
- Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), §§ 5, 9 und Anlage 1 Abschnitt K – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- Versicherungsvertragsgesetz §§ 19, 21, 192, 197 – Bundesministerium der Justiz (§ 19, § 21, § 192, § 197)
- Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009), §§ 1 und 5 – PKV-Verband (privat-patienten.de, PDF)
- BGH, Urteil vom 12.03.2003, IV ZR 278/01 (BGHZ 154, 154), medizinische Notwendigkeit und Verweis auf billigere Behandlung (dejure.org)
- § 27 SGB VII Umfang der Heilbehandlung – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- PKV-Ombudsmann – Verband der Privaten Krankenversicherung, 2026 (pkv.de)
- Zahnzusatzversicherung: Risiken und Vorteile – Verbraucherzentrale, Stand 23.07.2026 (verbraucherzentrale.de)
- Brücke, Krone, Implantat: Welche Unterschiede gibt es beim Zahnersatz? – Verbraucherzentrale, Stand 01.07.2024 (verbraucherzentrale.de)
- Zahnzusatzversicherungen im Test, Methodik und Modellfälle – Stiftung Warentest, 12.08.2026 (test.de)
- Zahnzusatzversicherung: Vergleich und Empfehlungen – Finanztip, Abruf 21.10.2026 (finanztip.de)
- Howe MS, Keys W, Richards D: Long-term (10-year) dental implant survival: A systematic review and sensitivity meta-analysis. J Dent 2019;84:9–21 (PubMed)
- Jepsen S et al.: Primary prevention of peri-implantitis: managing peri-implant mucositis. J Clin Periodontol 2015;42 Suppl 16:S152–7 (PubMed)
- Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), Wöstmann et al., Quintessence Int 2025 (PubMed)
- DA Direkt Zahnschutz: Tarifblatt (Fassung 01.03.2025) und Allgemeine Versicherungsbedingungen AZB (Stand 01.10.2019) – DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG, Abruf 21.10.2026 (da-direkt.de, PDF)
- Zahnzusatzversicherungen Basis und Komfort, Kundeninformation KV391 (07/2025) – NÜRNBERGER Krankenversicherung AG (nuernberger.de, PDF)
- Tarifbedingungen ZahnPRIVAT 100, 90, 75, Stand 01.08.2024 – Union Krankenversicherung AG (vkb.de, PDF)
- Tarifbedingungen EZ50 und EZ70plus, Stand 01.03.2020 – Debeka Krankenversicherungsverein a. G., Abruf 21.10.2026 (debeka.de, Bereich Vertragsgrundlagen, nicht verlinkt)
- Produktseiten Münchener Verein ZahnGesund, DKV KombiMed/KDT, HanseMerkur und Württembergische (Abruf 20./21.10.2026), nicht verlinkt
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche, Versicherungs- oder Rechtsberatung. Die Tarifangaben stammen aus öffentlich abrufbaren Tarifbedingungen, Tarifblättern und Produktseiten der Versicherer (Abruf 20./21.10.2026); maßgeblich sind allein die Bedingungen Ihres Vertrags. Die Nennung eines Tarifs ist keine Empfehlung. Rechenbeispiele beruhen auf offengelegten Annahmen. Werte für 2027 sind Rechenbeispiele mit den Festzuschuss-Beträgen 2026, weil der G-BA die Beträge für 2027 erst bis 30.11.2026 festsetzt. Stand: Oktober 2026

Geschrieben von
Gründer und Inhaber von ZahnzusatzPlus, Versicherungsmakler nach § 34d GewO mit 9 Jahren Erfahrung in der Versicherungs- und Finanzbranche. Schreibt über Tarife, Leistungen und Fallstricke der Zahnzusatzversicherung. So arbeitet unsere Redaktion
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