Teilprothese für Backenzähne: Möglichkeiten und Kosten im Überblick 2025
Wenn ein oder mehrere Backenzähne fehlen, stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung: Welche Versorgung ist die richtige für Sie? Eine Teilprothese für Backenzähne stellt eine bewährte Lösung dar, um Kaufunktion und Ästhetik wiederherzustellen. Doch die Auswahl ist groß: Von der klassischen Klammerprothese über moderne Teleskopprothesen bis hin zu implantatgetragenen Varianten – jede Option hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile sowie unterschiedliche Kosten. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Teilprothesen für den Seitenzahnbereich, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre Zahngesundheit treffen können.
Was ist eine Teilprothese für Backenzähne?
Eine Teilprothese für Backenzähne ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der speziell entwickelt wurde, um fehlende Seitenzähne zu ersetzen. Im Gegensatz zu einer Vollprothese werden bei einer Teilprothese noch vorhandene eigene Zähne als Befestigungsanker genutzt. Diese Form des Zahnersatzes kommt zum Einsatz, wenn eine festsitzende Brücke nicht möglich oder gewünscht ist und Implantate keine Option darstellen.
Die Versorgung mit einer Teilprothese ist besonders relevant für den Backenzahnbereich, da diese Zähne maßgeblich für die Kaufunktion verantwortlich sind. Fehlen Backenzähne, kann dies nicht nur zu Schwierigkeiten beim Kauen führen, sondern auch zu einer Fehlbelastung des Kiefergelenks und zu Verschiebungen der restlichen Zähne.
Wann wird eine Teilprothese für Backenzähne empfohlen?
Zahnärzte empfehlen eine Teilprothese für Backenzähne in verschiedenen Situationen:
- Mehrere fehlende Backenzähne: Wenn in einem Kiefer mehrere Seitenzähne fehlen, insbesondere wenn die Lücken nicht nebeneinander liegen
- Unzureichende Knochensubstanz: Bei zu geringem Kieferknochen für Implantate ohne aufwendigen Knochenaufbau
- Kostenüberlegungen: Wenn festsitzende Lösungen das Budget übersteigen
- Gesundheitliche Einschränkungen: Bei Vorerkrankungen, die Implantationen ausschließen
- Provisorische Versorgung: Als Übergangslösung bis zur endgültigen Versorgung
Die Entscheidung für eine Teilprothese sollte immer in enger Abstimmung mit Ihrem Zahnarzt getroffen werden, der Ihre individuelle Situation bewertet und verschiedene Versorgungsoptionen aufzeigt.

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Arten von Teilprothesen für den Backenzahnbereich
Es gibt verschiedene Arten von Teilprothesen, die sich in Befestigungsmechanismus, Tragekomfort und Kosten unterscheiden. Die Wahl der richtigen Prothese hängt von Ihrer individuellen Zahnsituation, Ihren Ansprüchen und Ihrem Budget ab.
Klammerprothese für Backenzähne
Die Klammerprothese ist die einfachste und kostengünstigste Form der Teilprothese. Sie wird mit gegossenen Metallklammern an den benachbarten Zähnen befestigt. Diese Klammern umfassen die Pfeilerzähne und sorgen für den notwendigen Halt.
Vorteile der Klammerprothese:
- Kostengünstige Versorgung (Regelleistung der Krankenkasse)
- Relativ schnelle Herstellung möglich
- Keine aufwendige Präparation der Pfeilerzähne erforderlich
- Einfache Erweiterung bei Verlust weiterer Zähne
- Gute Reinigungsmöglichkeit durch Herausnehmbarkeit
Nachteile der Klammerprothese:
- Sichtbare Metallklammern im Frontzahnbereich (ästhetische Einbußen)
- Geringerer Tragekomfort durch Druckstellen
- Belastung der Pfeilerzähne durch Klammern
- Weniger stabiler Halt als bei anderen Prothesenarten
- Mögliche Schädigung der Klammerzähne bei unsachgemäßer Handhabung
Teleskopprothese für Seitenzähne
Die Teleskopprothese gilt als hochwertige Alternative zur Klammerprothese. Sie funktioniert nach dem Prinzip ineinander verschiebbarer Teleskopkronen: Die Pfeilerzähne werden überkront (Primärkronen), und die Prothese trägt die passenden Sekundärkronen, die präzise über die Primärkronen gleiten.
Vorteile der Teleskopprothese:
- Hervorragender Halt durch Friktion der Teleskopkronen
- Keine sichtbaren Klammern – ästhetisch ansprechend
- Gleichmäßige Druckverteilung auf die Pfeilerzähne
- Hoher Tragekomfort und gute Kaueffizienz
- Langlebigkeit bei guter Pflege (10-15 Jahre und mehr)
- Erweiterbar bei Zahnverlust
Nachteile der Teleskopprothese:
- Deutlich höhere Kosten als Klammerprothese
- Aufwendige Präparation der Pfeilerzähne erforderlich
- Längere Herstellungszeit
- Hohe Anforderungen an die Pfeilerzähne (stabil, gesund)
- Komplexere Reinigung und Pflege
Geschiebeprothese
Die Geschiebeprothese arbeitet mit präzisen Verbindungselementen (Geschieben), die aus einem Patrizen- und einem Matrizenteil bestehen. Diese werden unsichtbar in Kronen oder Brücken integriert und bieten einen sehr stabilen, klammerfreien Halt.
Besonderheiten der Geschiebeprothese:
- Exzellente Ästhetik durch vollständig unsichtbare Verankerung
- Sehr guter Halt und Stabilität
- Angenehmer Tragekomfort
- Schonung der Pfeilerzähne durch günstige Kraftverteilung
- Hohe Präzision und Passgenauigkeit
Die Geschiebeprothese liegt preislich zwischen Klammerprothese und Teleskopprothese, erfordert jedoch ebenfalls eine Überkronung der Pfeilerzähne.
Implantatgetragene Teilprothese
Eine moderne Alternative ist die Kombination aus Teilprothese und Implantaten. Dabei werden strategisch platzierte Implantate als zusätzliche Befestigungspunkte genutzt, was den Halt erheblich verbessert und die natürlichen Zähne entlastet.
Vorteile der implantatgetragenen Teilprothese:
- Optimaler Halt und Stabilität
- Schutz der restlichen natürlichen Zähne
- Verhinderung von Knochenschwund durch Implantate
- Hoher Kaukomfort, fast wie mit eigenen Zähnen
- Langfristig stabile Lösung
Diese Versorgung ist die kostenintensivste Option, bietet aber auch die höchste Qualität und Langlebigkeit. Mehr Informationen zu Kosten finden Sie in unserem Ratgeber zu Kosten für Implantate.
| Prothesenart | Halt/Stabilität | Ästhetik | Tragekomfort | Kosten | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Klammerprothese | Befriedigend | Eingeschränkt | Mäßig | 600-1.500 € | 5-8 Jahre |
| Teleskopprothese | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut | 2.500-7.000 € | 10-15 Jahre |
| Geschiebeprothese | Sehr gut | Hervorragend | Sehr gut | 2.000-5.000 € | 10-12 Jahre |
| Implantatgetragen | Hervorragend | Hervorragend | Hervorragend | 4.000-12.000 € | 15-20 Jahre |
Kosten einer Teilprothese für Backenzähne im Detail
Die Kosten für eine Teilprothese im Backenzahnbereich variieren erheblich und hängen von mehreren Faktoren ab. Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, müssen Sie verschiedene Kostenpunkte berücksichtigen.
Zusammensetzung der Gesamtkosten
Die Gesamtkosten für eine Teilprothese setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:
- Zahnarzthonorar: Für Planung, Präparation, Abdrücke und Eingliederung
- Laborkosen: Für die Herstellung der Prothese im Dentallabor
- Materialkosten: Je nach gewähltem Material (Kunststoff, Metall, Keramik)
- Befestigungselemente: Klammern, Teleskope, Geschiebe oder Implantate
- Vorbehandlungen: Eventuell notwendige Zahnbehandlungen, Kronen für Pfeilerzähne
Kostenbeispiele für verschiedene Teilprothesen
| Versorgungsart | Anzahl fehlender Backenzähne | Gesamtkosten | Kassenleistung (Festzuschuss) | Eigenanteil ohne Versicherung |
|---|---|---|---|---|
| Klammerprothese (Regelversorgung) | 3 Backenzähne | 800-1.200 € | 400-600 € | 400-600 € |
| Klammerprothese (erweitert) | 5 Backenzähne | 1.200-1.800 € | 500-700 € | 700-1.100 € |
| Teleskopprothese (2 Teleskope) | 3-4 Backenzähne | 3.500-5.500 € | 400-600 € | 3.100-4.900 € |
| Teleskopprothese (3 Teleskope) | 5-6 Backenzähne | 5.000-7.500 € | 500-700 € | 4.500-6.800 € |
| Geschiebeprothese | 4 Backenzähne | 2.800-4.500 € | 400-600 € | 2.400-3.900 € |
| Implantatgetragen (2 Implantate) | 4-5 Backenzähne | 6.000-10.000 € | 400-600 € | 5.600-9.400 € |
Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse
Die gesetzliche Krankenversicherung gewährt einen befundbezogenen Festzuschuss, der sich nach der Regelversorgung richtet. Dieser beträgt aktuell (2025) etwa 60-75% der Kosten der Regelversorgung – abhängig vom Bonusheft:
- Ohne Bonusheft: 60% der Regelversorgung
- Mit 5 Jahren Bonusheft: 70% der Regelversorgung
- Mit 10 Jahren Bonusheft: 75% der Regelversorgung
- Härtefallregelung: Bis zu 100% bei geringem Einkommen
Wichtig zu wissen: Der Festzuschuss bezieht sich immer auf die Regelversorgung (meist Klammerprothese), unabhängig davon, welche Versorgung Sie tatsächlich wählen. Entscheiden Sie sich für eine hochwertigere Lösung wie eine Teleskopprothese, zahlt die Kasse denselben Betrag wie für die Regelversorgung – die Mehrkosten tragen Sie selbst.
Weitere Informationen zum Thema Zuschüsse finden Sie in unserem Ratgeber zum Krankenkasse-Zuschuss für Zahnersatz.

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Klammerprothese vs. Teleskopprothese: Der direkte Vergleich
Die Entscheidung zwischen einer Klammerprothese und einer Teleskopprothese für Backenzähne ist eine der häufigsten Fragestellungen bei herausnehmbarem Zahnersatz. Beide Systeme haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber fundamental in Qualität, Komfort und Kosten.
Befestigung und Halt
Der grundlegende Unterschied liegt in der Befestigungsmethode:
Klammerprothese: Gegossene Metallklammern umfassen die Pfeilerzähne von außen. Der Halt entsteht durch die Friktion der Klammern und teilweise durch Hinterschnitte am Zahn. Die Klammern können sich mit der Zeit lockern, wodurch der Halt nachlässt. Zudem belasten die Klammern die Pfeilerzähne einseitig, was langfristig zu Schäden führen kann.
Teleskopprothese: Präzise gearbeitete Doppelkronen sorgen für einen gleichmäßigen, stabilen Halt. Die Primärkronen sind fest auf den Pfeilerzähnen zementiert, die Sekundärkronen sitzen in der Prothese. Beim Aufsetzen gleiten beide Teile exakt ineinander und erzeugen durch Friktion einen sehr festen Sitz. Die Kraftverteilung erfolgt achsengerecht und schonend für die Pfeilerzähne.
Ästhetik und Sichtbarkeit
Ein wesentlicher Aspekt, besonders wenn Backenzähne im sichtbaren Bereich fehlen:
Klammerprothese: Die Metallklammern sind von außen sichtbar, besonders beim Lachen oder Sprechen. Dies wird von vielen Patienten als ästhetisch störend empfunden. Im reinen Backenzahnbereich ist die Sichtbarkeit weniger problematisch als im Prämolarenbereich.
Teleskopprothese: Die Verankerung erfolgt vollständig unsichtbar. Von außen sind nur die Kronen zu sehen, die optisch nicht von überkronten eigenen Zähnen zu unterscheiden sind. Dies bietet eine deutlich bessere Ästhetik.
Tragekomfort und Gewöhnung
Die Akzeptanz einer Teilprothese hängt maßgeblich vom Tragekomfort ab:
Klammerprothese: Viele Patienten berichten von einem Fremdkörpergefühl, besonders in der Eingewöhnungsphase. Druckstellen durch die Klammern sind nicht selten und erfordern Nachkorrekturen. Die Prothese kann beim Kauen etwas nachgeben, was als unangenehm empfunden wird.
Teleskopprothese: Der Tragekomfort ist deutlich höher. Die Prothese sitzt fest und stabil, ohne zu wackeln. Das Kauen fühlt sich natürlicher an, da die Kräfte gleichmäßig verteilt werden. Die Eingewöhnungszeit ist in der Regel kürzer.
Pflege und Reinigung
Beide Prothesenarten müssen täglich gereinigt werden:
Klammerprothese: Die Reinigung ist relativ unkompliziert. Die Prothese wird herausgenommen und mit einer Prothesenbürste gereinigt. Die Klammern müssen besonders sorgfältig gesäubert werden, da sich hier leicht Beläge ansammeln.
Teleskopprothese: Die Reinigung erfordert mehr Sorgfalt. Sowohl die Prothese mit den Sekundärkronen als auch die Primärkronen im Mund müssen gründlich gereinigt werden. Die Teleskope sollten regelmäßig professionell gereinigt werden, um die Passgenauigkeit zu erhalten.
Langlebigkeit und Reparaturmöglichkeiten
Klammerprothese: Die durchschnittliche Haltbarkeit liegt bei 5-8 Jahren. Klammern können brechen oder sich verbiegen und müssen dann erneuert werden. Die Prothese lässt sich relativ einfach erweitern, wenn weitere Zähne verloren gehen. Reparaturen sind meist kostengünstig möglich.
Teleskopprothese: Bei guter Pflege und regelmäßiger professioneller Wartung können Teleskopprothesen 10-15 Jahre oder länger halten. Die Teleskopkronen sind sehr stabil und verschleißarm. Erweiterungen sind möglich, erfordern aber meist die Neuanfertigung von Teleskopen. Reparaturen sind aufwendiger und teurer.
Auswirkungen auf die Pfeilerzähne
Klammerprothese: Die Klammern können den Zahnschmelz der Pfeilerzähne mechanisch belasten. Bei unsachgemäßem Einsetzen oder Herausnehmen besteht die Gefahr von Schäden. Die einseitige Belastung kann langfristig zu Lockerung der Pfeilerzähne führen.
Teleskopprothese: Durch die Überkronung sind die Pfeilerzähne geschützt. Die Kraftverteilung erfolgt achsengerecht, was die Zähne schont. Allerdings müssen die Zähne für die Kronen beschliffen werden, was Zahnsubstanz kostet.
| Kriterium | Klammerprothese | Teleskopprothese |
|---|---|---|
| Kosten | 600-1.500 € (günstig) | 2.500-7.000 € (teuer) |
| Kassenleistung | Regelversorgung, höchster Zuschuss | Nur Festzuschuss der Regelversorgung |
| Halt | Befriedigend, kann nachlassen | Sehr gut, langfristig stabil |
| Ästhetik | Klammern sichtbar | Keine sichtbaren Elemente |
| Tragekomfort | Mäßig, Fremdkörpergefühl | Sehr gut, natürliches Gefühl |
| Zahnsubstanz | Keine Beschleifung nötig | Überkronung der Pfeilerzähne erforderlich |
| Haltbarkeit | 5-8 Jahre | 10-15 Jahre |
| Erweiterbarkeit | Einfach möglich | Möglich, aber aufwendiger |
| Pflegeaufwand | Gering | Mittel bis hoch |
| Schonung der Pfeilerzähne | Belastung durch Klammern | Schutz durch Überkronung |
Für wen eignet sich welche Lösung?
Die Klammerprothese ist geeignet für:
- Patienten mit begrenztem Budget
- Vorübergehende Versorgungen
- Situationen, in denen keine Überkronung gewünscht wird
- Ältere Patienten mit eingeschränkter Feinmotorik (einfachere Handhabung)
- Fälle, in denen die Pfeilerzähne für Teleskope nicht geeignet sind
Die Teleskopprothese ist geeignet für:
- Patienten, die Wert auf Ästhetik und Komfort legen
- Langfristige, hochwertige Versorgungen
- Situationen mit stabilen, gesunden Pfeilerzähnen
- Patienten mit hoher Kaubelastung
- Fälle, in denen mehrere Zähne fehlen oder zukünftig fehlen werden
Die Entscheidung sollte gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt getroffen werden, der Ihre individuelle Situation, Ihre Wünsche und Ihr Budget berücksichtigt. Detaillierte Informationen zur teleskopischen Zahnprothese finden Sie in unserem separaten Ratgeber.
Behandlungsablauf: Von der Planung bis zur fertigen Teilprothese
Die Anfertigung einer Teilprothese für Backenzähne erfolgt in mehreren Schritten und erstreckt sich in der Regel über 4-8 Wochen. Der genaue Ablauf hängt von der gewählten Prothesenart ab.
Erstuntersuchung und Behandlungsplanung
Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung Ihrer Zahnsituation. Ihr Zahnarzt:
- Untersucht den Zustand Ihrer verbliebenen Zähne und des Zahnfleisches
- Fertigt Röntgenaufnahmen an, um den Kieferknochen zu beurteilen
- Prüft die Eignung potenzieller Pfeilerzähne
- Bespricht verschiedene Versorgungsoptionen mit Ihnen
- Erstellt einen detaillierten Heil- und Kostenplan
Der Behandlungsplan ist die Grundlage für die Kostenerstattung durch Ihre Krankenkasse oder Zahnzusatzversicherung. Lassen Sie ihn vor Behandlungsbeginn genehmigen.
Vorbehandlungen
Oft sind vor der Prothesenanfertigung weitere Behandlungen notwendig:
- Professionelle Zahnreinigung: Entfernung von Zahnstein und Belägen
- Kariesbehandlung: Sanierung kariöser Zähne mit Kompositfüllungen oder Inlays
- Parodontitistherapie: Bei Zahnfleischerkrankungen
- Wurzelbehandlungen: Falls Pfeilerzähne betroffen sind
- Zahnextraktionen: Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne
Diese Vorbehandlungen sind entscheidend für den langfristigen Erfolg der Prothese. Gesunde Pfeilerzähne und gesundes Zahnfleisch sind die Basis für eine stabile Versorgung.
Präparation der Pfeilerzähne (bei Teleskop- und Geschiebeprothesen)
Bei hochwertigen Prothesen müssen die Pfeilerzähne vorbereitet werden:
- Beschleifen der Zähne unter lokaler Betäubung
- Entfernung von etwa 1-2 mm Zahnsubstanz rundum
- Präparation mit leicht konischer Form für Teleskopkronen
- Anfertigung von Provisorien zum Schutz der beschliffenen Zähne
Dieser Schritt entfällt bei der klassischen Klammerprothese, da hier keine Überkronung erforderlich ist.
Abdrucknahme
Für die passgenaue Anfertigung der Prothese sind präzise Abdrücke erforderlich:
- Erster Abdruck: Situationsabdruck für Planungsmodelle
- Funktionsabdruck: Detaillierter Abdruck unter Berücksichtigung der Mundschleimhaut-Beweglichkeit
- Bissregistrierung: Erfassung der korrekten Bisslage
- Farbbestimmung: Auswahl der passenden Zahnfarbe für natürliches Aussehen
Moderne Praxen arbeiten zunehmend mit digitalen Scannern, die den klassischen Abdruck ersetzen und angenehmer für Patienten sind. Mehr zur Farbbestimmung beim Zahnersatz erfahren Sie in unserem Spezialratgeber.
Laborarbeiten und Anproben
Das Dentallabor fertigt nun die Prothese in mehreren Schritten an:
- Modellherstellung: Gipsmodelle basierend auf den Abdrücken
- Gerüstfertigung: Metallgerüst bei Klammerprothesen oder Primärkronen bei Teleskopprothesen
- Erste Anprobe: Prüfung von Passung, Halt und Bisslage (bei Teleskopprothesen)
- Zahnaufstellung: Positionierung der künstlichen Zähne
- Zweite Anprobe: Kontrolle von Ästhetik und Funktion
- Fertigstellung: Polymerisation des Kunststoffs, Politur
Je nach Komplexität dauert die Laborarbeit 2-4 Wochen. Bei hochwertigen Teleskopprothesen kann es auch länger dauern.
Eingliederung der Prothese
Der finale Schritt ist die Eingliederung:
- Überprüfung der Passung und des Sitzes
- Kontrolle der Bisshöhe und Okklusion
- Einschleifen von Kontaktpunkten für gleichmäßige Belastung
- Anleitung zum Einsetzen und Herausnehmen
- Instruktion zur Pflege und Reinigung
- Besprechung der Eingewöhnungsphase
Planen Sie für die Eingliederung ausreichend Zeit ein. Ihr Zahnarzt wird Ihnen genau erklären, wie Sie die Prothese handhaben und pflegen.
Nachsorge und Kontrollen
Nach der Eingliederung sind Kontrolltermine wichtig:
- Nach 1 Woche: Erste Kontrolle, Korrektur von Druckstellen
- Nach 4 Wochen: Überprüfung der Gewöhnung, eventuelle Anpassungen
- Nach 6 Monaten: Routinekontrolle, Prüfung des Prothesensitzes
- Halbjährlich: Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt
- Professionelle Reinigung: 1-2x jährlich empfohlen
Die regelmäßige Nachsorge ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihrer Prothese. Mehr zur Nachsorge bei Zahnersatz finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten – auch mit bereits geplantem Zahnersatz gibt es Optionen
Eingewöhnung und Umgang mit der Teilprothese
Die ersten Wochen mit einer neuen Teilprothese erfordern Geduld und Übung. Jeder Patient erlebt die Eingewöhnungsphase unterschiedlich, aber es gibt typische Herausforderungen und bewährte Strategien.
Die ersten Tage mit der Prothese
Anfangs fühlt sich die Teilprothese fremd an – das ist völlig normal. Typische Erfahrungen in den ersten Tagen:
- Fremdkörpergefühl: Die Prothese fühlt sich groß und störend an
- Vermehrter Speichelfluss: Der Körper reagiert auf den “Fremdkörper” mit erhöhter Speichelproduktion
- Druckstellen: Leichte Druckempfindlichkeit ist normal, starke Schmerzen nicht
- Sprachveränderungen: Manche Laute sind anfangs schwerer auszusprechen
- Unsicheres Kauen: Das Kauen fühlt sich ungewohnt an
Wichtige Tipps für die ersten Tage:
- Tragen Sie die Prothese möglichst durchgehend, auch wenn es unangenehm ist
- Nehmen Sie die Prothese nur zur Reinigung heraus
- Beginnen Sie mit weichen Speisen in kleinen Bissen
- Üben Sie das Sprechen, zum Beispiel durch lautes Lesen
- Vermeiden Sie harte, klebrige oder sehr heiße Speisen
- Bei starken Schmerzen oder Druckstellen suchen Sie Ihren Zahnarzt auf
Essen und Trinken mit Teilprothese
Das Kauen mit einer Teilprothese unterscheidet sich vom Kauen mit eigenen Zähnen. Mit der richtigen Technik und etwas Übung wird es aber zur Routine:
In der Eingewöhnungsphase (erste 2-4 Wochen):
- Weiche Speisen bevorzugen: Suppen, Pürees, gedünstetes Gemüse, Fisch
- Kleine Bissen nehmen und langsam kauen
- Auf beiden Seiten gleichzeitig kauen für gleichmäßige Belastung
- Vorsicht bei klebrigen Lebensmitteln (Karamell, Kaugummi)
- Harte Lebensmittel meiden (Nüsse, rohes Gemüse, hartes Brot)
Nach der Eingewöhnung:
- Schrittweise festere Speisen einführen
- Äpfel und Möhren in Stücke schneiden statt abzubeißen
- Bei Fleisch auf zarte Zubereitungen achten
- Sehr heiße oder sehr kalte Speisen können anders empfunden werden
- Die meisten normalen Speisen sind nach 4-6 Wochen gut zu bewältigen
Sprechen mit der Prothese
Viele Patienten berichten von Sprachveränderungen in den ersten Tagen:
- Zischlaute (S, Z, Sch) können anders klingen
- Die Aussprache kann leicht verwaschen wirken
- Manche Worte sind schwerer zu artikulieren
Übungen zur Verbesserung der Aussprache:
- Lesen Sie täglich 10-15 Minuten laut vor
- Üben Sie gezielt schwierige Wortverbindungen
- Sprechen Sie langsam und deutlich
- Führen Sie normale Gespräche – die Routine hilft
- Nach 1-2 Wochen sollte die Aussprache nahezu normal sein
Einsetzen und Herausnehmen der Prothese
Die richtige Technik ist wichtig, um Beschädigungen zu vermeiden:
Einsetzen der Klammerprothese:
- Spülen Sie die Prothese unter fließendem Wasser ab
- Setzen Sie die Prothese mit beiden Händen ein
- Positionieren Sie sie zunächst locker
- Drücken Sie sie dann gleichmäßig fest, bis sie einrastet
- Beißen Sie vorsichtig zusammen, um den Sitz zu prüfen
Herausnehmen der Klammerprothese:
- Fassen Sie die Prothese mit Daumen und Zeigefinger
- Lösen Sie die Klammern vorsichtig von den Zähnen
- Ziehen Sie die Prothese gleichmäßig heraus
- Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen
Einsetzen der Teleskopprothese:
- Reinigen Sie die Prothese gründlich
- Setzen Sie die Prothese gerade auf die Teleskope
- Drücken Sie gleichmäßig nach unten, bis die Teleskope ineinandergleiten
- Ein leichtes Klicken oder Saugen zeigt den korrekten Sitz an
Herausnehmen der Teleskopprothese:
- Fassen Sie die Prothese beidseitig
- Ziehen Sie gleichmäßig und gerade nach oben
- Vermeiden Sie Kippbewegungen
- Bei festsitzendem Halt können spezielle Hilfsmittel verwendet werden
Umgang mit Druckstellen
Leichte Druckstellen sind in der Eingewöhnungsphase normal, sollten aber nicht ignoriert werden:
Wann zum Zahnarzt:
- Bei starken Schmerzen sofort
- Bei anhaltenden Druckstellen nach 3-4 Tagen
- Bei Blutungen oder offenen Stellen
- Wenn die Prothese wackelt oder nicht richtig sitzt
Selbsthilfe bei leichten Druckstellen:
- Spülen Sie mit Kamillentee oder Salbeitee
- Verwenden Sie ein Mundgel für Prothesen
- Tragen Sie die Prothese trotzdem weiter (außer bei starken Schmerzen)
- Vermeiden Sie es, selbst an der Prothese zu feilen oder zu schleifen
Schlafen mit oder ohne Prothese?
Die Empfehlungen variieren:
Für das Tragen nachts sprechen:
- Bessere Eingewöhnung in den ersten Wochen
- Schutz vor Zähneknirschen
- Erhalt der Bisshöhe
- Vermeidung von Verschiebungen
Für das Herausnehmen nachts sprechen:
- Erholung der Mundschleimhaut
- Bessere Durchblutung des Zahnfleisches
- Reduzierung von Druckstellen
- Hygienische Reinigung und Lagerung
Die meisten Zahnärzte empfehlen, die Prothese nachts herauszunehmen, nachdem die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist. In den ersten 2-3 Wochen kann durchgehendes Tragen jedoch sinnvoll sein. Besprechen Sie dies individuell mit Ihrem Zahnarzt.
Pflege und Reinigung der Teilprothese
Die richtige Pflege ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihrer Teilprothese und die Gesundheit Ihrer Mundschleimhaut. Eine vernachlässigte Prothese kann zu Mundgeruch, Entzündungen und vorzeitigem Verschleiß führen.
Tägliche Reinigung der Prothese
Ihre Teilprothese sollte mindestens zweimal täglich gründlich gereinigt werden – idealerweise nach jeder Mahlzeit:
Richtige Reinigungstechnik:
- Vorspülen: Spülen Sie die Prothese unter fließendem Wasser ab, um grobe Speisereste zu entfernen
- Bürsten: Verwenden Sie eine spezielle Prothesenbürste (keine normale Zahnbürste) und Prothesenreiniger oder milde Seife
- Alle Flächen reinigen: Bürsten Sie alle Innen- und Außenflächen, besonders die Kontaktflächen zu Zähnen und Zahnfleisch
- Klammern/Teleskope: Reinigen Sie die Befestigungselemente besonders sorgfältig
- Abspülen: Spülen Sie die Prothese gründlich ab, um alle Reinigungsrückstände zu entfernen
- Kontrolle: Prüfen Sie die Prothese auf Beschädigungen oder Risse
Wichtige Hinweise:
- Reinigen Sie über einem Waschbecken mit Wasser oder einem Handtuch, um Brüche bei Herunterfallen zu vermeiden
- Verwenden Sie keine normale Zahnpasta – sie ist zu abrasiv und zerkratzt den Kunststoff
- Vermeiden Sie heißes Wasser – es kann die Prothese verformen
- Benutzen Sie keine Scheuermittel oder harte Bürsten
Reinigung der eigenen Zähne und Pfeilerzähne
Mindestens genauso wichtig wie die Prothesenreinigung ist die Pflege Ihrer eigenen Zähne:
- Zweimal täglich Zähneputzen: Besonders gründlich die Pfeilerzähne reinigen
- Zahnseide verwenden: Täglich zwischen allen Zähnen, vor allem an den Pfeilerzähnen
- Interdentalbürsten: Für die Zahnzwischenräume und unter den Klammern
- Fluoridhaltige Zahnpasta: Zum Schutz vor Karies
- Mundspülung: Ergänzend zur mechanischen Reinigung
Bei Teleskopprothesen müssen die Primärkronen (die fest auf den Pfeilerzähnen sitzen) besonders sorgfältig gereinigt werden. Verwenden Sie dafür eine weiche Zahnbürste und putzen Sie die Kronen wie natürliche Zähne.
Intensive Reinigung und Desinfektion
Zusätzlich zur täglichen Reinigung sollten Sie regelmäßig eine intensive Reinigung durchführen:
Wöchentliche Intensivreinigung:
- Legen Sie die Prothese über Nacht in eine Reinigungslösung (Prothesenreinigungstabletten)
- Die Tabletten lösen hartnäckige Beläge und desinfizieren
- Am nächsten Morgen gründlich abspülen und wie gewohnt bürsten
- Verwenden Sie die Lösung nicht länger als vom Hersteller empfohlen
Ultraschallreinigung:
- Ultraschallgeräte für den Heimgebrauch sind erhältlich (ca. 30-80 €)
- Sie entfernen Beläge auch aus schwer zugänglichen Bereichen
- 1-2x wöchentliche Anwendung empfohlen
- Ersetzt nicht das manuelle Bürsten
Professionelle Prothesenreinigung:
- 1-2x jährlich beim Zahnarzt oder im Dentallabor
- Entfernung hartnäckiger Verfärbungen und Zahnstein
- Politur für glatte Oberflächen
- Kontrolle auf Beschädigungen
- Kosten: ca. 30-60 € pro Reinigung
Aufbewahrung der Prothese
Wenn Sie die Prothese nicht tragen (z.B. nachts), sollten Sie sie richtig aufbewahren:
- In Wasser lagern: Bewahren Sie die Prothese in einem Behälter mit Wasser oder Reinigungslösung auf
- Nicht austrocknen lassen: Trockene Prothesen können sich verformen oder brüchig werden
- Sauberer Behälter: Reinigen Sie den Aufbewahrungsbehälter regelmäßig
- Kühler Ort: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder Heizungsnähe
- Sicher aufbewahren: Außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren
Häufige Pflegefehler vermeiden
Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
| Fehler | Folge | Richtig |
|---|---|---|
| Normale Zahnpasta verwenden | Kratzer, raue Oberfläche, mehr Beläge | Spezielle Prothesenreiniger nutzen |
| Heißes Wasser | Verformung der Prothese | Nur lauwarmes Wasser verwenden |
| Prothese trocken lagern | Verformung, Risse, Brüchigkeit | Immer in Wasser aufbewahren |
| Nur Spülen, nicht Bürsten | Belagbildung, Mundgeruch, Entzündungen | Täglich gründlich bürsten |
| Selbst reparieren | Beschädigung, Passungsverlust | Immer zum Zahnarzt gehen |
| Pfeilerzähne vernachlässigen | Karies, Verlust der Pfeilerzähne | Besonders gründlich reinigen |
Produkte für die Prothesenpflege
Für die optimale Pflege benötigen Sie folgende Produkte:
- Prothesenbürste: Mit speziellen Borsten für Prothesen (ca. 5-10 €)
- Prothesenreiniger: Flüssig oder als Paste (ca. 3-8 € pro Packung)
- Reinigungstabletten: Für die wöchentliche Intensivreinigung (ca. 5-10 € für 30 Tabletten)
- Aufbewahrungsbehälter: Mit Siebeinsatz (ca. 5-15 €)
- Haftcreme: Bei Bedarf für besseren Halt (ca. 5-10 € pro Tube)
- Prothesen-Mundspülung: Speziell für Prothesenträger (ca. 5-8 €)
Die Gesamtkosten für Pflegeprodukte liegen bei etwa 10-20 € pro Monat – eine sinnvolle Investition in die Langlebigkeit Ihrer Prothese.
Kosten sparen mit einer Zahnzusatzversicherung
Eine hochwertige Teilprothese für Backenzähne kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten – den befundbezogenen Festzuschuss. Eine Zahnzusatzversicherung kann hier erhebliche finanzielle Entlastung bringen.
Was leistet eine Zahnzusatzversicherung bei Teilprothesen?
Gute Zahnzusatzversicherungen erstatten je nach Tarif 70-100% der Kosten für Zahnersatz, die über den Kassenanteil hinausgehen. Das kann bei hochwertigen Versorgungen mehrere Tausend Euro Ersparnis bedeuten.
Erstattungsbeispiel Teleskopprothese:
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Gesamtkosten Teleskopprothese (3 Teleskope) | 6.000 € |
| Festzuschuss Krankenkasse (mit Bonus) | – 600 € |
| Verbleibender Eigenanteil | 5.400 € |
| Erstattung Zahnzusatzversicherung (80%) | – 4.320 € |
| Ihr tatsächlicher Eigenanteil | 1.080 € |
Ohne Zahnzusatzversicherung: 5.400 € Eigenanteil
Mit Zahnzusatzversicherung (80%): 1.080 € Eigenanteil
Ersparnis: 4.320 €
Worauf sollten Sie bei der Wahl einer Zahnzusatzversicherung achten?
Nicht jede Zahnzusatzversicherung leistet gleich gut. Wichtige Kriterien bei der Auswahl:
- Hohe Erstattung für Zahnersatz: Mindestens 70%, besser 80-90%
- Keine oder kurze Wartezeiten: Einige Tarife leisten sofort
- Keine oder hohe Summenbegrenzung: In den ersten Jahren oft begrenzte Leistungen
- Erstattung auch für hochwertige Versorgungen: Teleskop-, Geschiebeprothesen, Implantate
- Keine Gesundheitsfragen oder faire Risikoprüfung: Wichtig bei vorhandenen Zahnproblemen
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Monatsbeitrag im Verhältnis zu den Leistungen
Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Worauf achten bei Zahnzusatzversicherungen.
Kann ich eine Zahnzusatzversicherung auch nachträglich abschließen?
Eine häufige Frage: Kann ich eine Versicherung abschließen, wenn bereits eine Behandlung geplant ist? Die Antwort ist differenziert:
Grundregel: Bereits angeratene oder begonnene Behandlungen sind in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wenn Ihr Zahnarzt Ihnen bereits eine Teilprothese empfohlen und einen Heil- und Kostenplan erstellt hat, wird eine neu abgeschlossene Versicherung diese Behandlung nicht übernehmen.
Aber: Es gibt Ausnahmen und Möglichkeiten:
- Einige Tarife ohne Gesundheitsfragen leisten auch bei bekannten Problemen (mit Wartezeit)
- Wenn nur ein Backenzahn betroffen ist, andere zukünftige Behandlungen können versichert werden
- Bei mehreren fehlenden Zähnen können zukünftige Erweiterungen versichert sein
- Für andere Zahnbehandlungen (Füllungen, Prophylaxe, Wurzelbehandlungen) leistet die Versicherung
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Zahnzusatzversicherung nachträglich abschließen.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Teilprothesen?
Eine Rechenbeispiel zeigt die Wirtschaftlichkeit:
Szenario: 45-jähriger Patient, gute Zahnzusatzversicherung
- Monatsbeitrag: 35 € (420 € pro Jahr)
- Nach 5 Jahren eingezahlt: 2.100 €
- Benötigt Teleskopprothese: 6.000 € Gesamtkosten
- Kassenleistung: 600 €
- Erstattung Zusatzversicherung (80% von 5.400 €): 4.320 €
- Bilanz: 4.320 € Erstattung – 2.100 € Beiträge = 2.220 € gespart
Selbst wenn Sie die Versicherung 10 Jahre vor der Behandlung abschließen, haben Sie noch einen deutlichen finanziellen Vorteil. Zudem profitieren Sie von weiteren Leistungen wie professioneller Zahnreinigung, Füllungen und anderen Behandlungen.
Mehr zur Wirtschaftlichkeit erfahren Sie in unserem Ratgeber Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung.

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Alternativen zur Teilprothese für Backenzähne
Eine Teilprothese ist nicht die einzige Möglichkeit, fehlende Backenzähne zu ersetzen. Je nach Situation können auch andere Versorgungsformen infrage kommen.
Festsitzende Zahnbrücke
Eine Zahnbrücke ist eine festsitzende Lösung, bei der die Lücke durch künstliche Zähne überbrückt wird, die an den Nachbarzähnen befestigt sind.
Vorteile der Brücke:
- Festsitzend – fühlt sich an wie eigene Zähne
- Kein Herausnehmen erforderlich
- Sehr guter Kaukomfort
- Natürliche Ästhetik
- Keine Gewöhnungszeit
Nachteile der Brücke:
- Beschleifen gesunder Nachbarzähne erforderlich
- Nur bei begrenzten Lücken möglich (max. 1-2 fehlende Zähne)
- Nicht geeignet bei mehreren nicht nebeneinanderliegenden Lücken
- Höhere Kosten als Klammerprothese
- Belastung der Pfeilerzähne
Kosten Zahnbrücke: 1.400-3.500 € je nach Material und Anzahl der Brückenglieder. Mehr Details finden Sie in unserem Ratgeber zu Kosten für Zahnbrücken.
Zahnimplantate
Implantate sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan oder Keramik, die im Kieferknochen verankert werden. Darauf wird eine Krone befestigt.
Vorteile von Implantaten:
- Keine Beschädigung der Nachbarzähne
- Verhinderung von Knochenschwund
- Höchster Kaukomfort
- Sehr lange Haltbarkeit (20+ Jahre)
- Natürliches Aussehen und Gefühl
- Einzelzahnersatz möglich
Nachteile von Implantaten:
- Höchste Kosten aller Versorgungsformen
- Chirurgischer Eingriff erforderlich
- Längere Behandlungsdauer (3-6 Monate)
- Eventuell Knochenaufbau nötig
- Nicht bei allen gesundheitlichen Voraussetzungen möglich
Kosten pro Implantat: 1.800-3.500 € (Implantat + Krone). Bei mehreren fehlenden Backenzähnen können die Kosten schnell 10.000 € und mehr erreichen.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Ablauf einer Zahnimplantation.
Implantatgetragene Brücke
Eine Kombination aus Implantaten und Brücke: Zwei oder mehr Implantate tragen eine Brücke, die mehrere fehlende Zähne ersetzt.
Vorteile:
- Festsitzende Lösung auch bei mehreren fehlenden Zähnen
- Keine Belastung natürlicher Zähne
- Sehr stabiler Halt
- Natürliche Ästhetik und Funktion
Nachteile:
- Sehr hohe Kosten (6.000-12.000 €)
- Aufwendige Behandlung
- Längere Behandlungsdauer
Diese Lösung ist besonders bei mehreren nebeneinander fehlenden Backenzähnen sinnvoll. Mehr dazu in unserem Artikel zur Implantatbrücke.
Keine Versorgung – ist das eine Option?
Manche Patienten überlegen, fehlende Backenzähne nicht zu ersetzen. Dies ist jedoch nur in Ausnahmefällen ratsam:
Mögliche Folgen unversorgter Lücken:
- Kippung und Wanderung der Nachbarzähne
- Elongation (Herauswachsen) der Gegenzähne
- Verschlechterung der Bisslage
- Überlastung anderer Zähne
- Kiefergelenksprobleme
- Knochenschwund im Bereich der Lücke
- Eingeschränkte Kaufunktion
- Verdauungsprobleme durch unzureichendes Kauen
Eine Versorgung ist daher in fast allen Fällen empfehlenswert – die Frage ist nur, welche Form am besten geeignet ist.
| Versorgungsart | Geeignet für | Kosten | Haltbarkeit | Komfort |
|---|---|---|---|---|
| Klammerprothese | Mehrere Lücken, Budget begrenzt | 600-1.500 € | 5-8 Jahre | Befriedigend |
| Teleskopprothese | Mehrere Lücken, höhere Ansprüche | 2.500-7.000 € | 10-15 Jahre | Sehr gut |
| Zahnbrücke | 1-2 nebeneinander fehlende Zähne | 1.400-3.500 € | 10-15 Jahre | Hervorragend |
| Einzelimplantate | Einzelne fehlende Zähne, bestes Ergebnis | 1.800-3.500 € pro Zahn | 20+ Jahre | Hervorragend |
| Implantatbrücke | Mehrere nebeneinander fehlende Zähne | 6.000-12.000 € | 15-20 Jahre | Hervorragend |
Häufige Probleme mit Teilprothesen und deren Lösungen
Auch bei guter Pflege und fachgerechter Anfertigung können mit Teilprothesen verschiedene Probleme auftreten. Die meisten lassen sich jedoch gut beheben.
Druckstellen und Schmerzen
Ursachen:
- Ungenaue Passung der Prothese
- Veränderungen der Mundschleimhaut
- Kieferknochenabbau im Laufe der Zeit
- Zu feste Klammern
- Unsachgemäßes Einsetzen
Lösungen:
- Zahnarzt aufsuchen für Anpassung (Einschleifen)
- Prothese bei starken Schmerzen vorübergehend herausnehmen
- Vor dem Zahnarzttermin Prothese 2-3 Stunden tragen, damit Druckstellen sichtbar sind
- Weichbleibende Unterfütterung bei chronischen Druckstellen
- Regelmäßige Kontrollen zur Früherkennung
Lockerer Sitz der Prothese
Ursachen:
- Kieferknochenabbau führt zu veränderter Form
- Abnutzung der Klammern
- Verschleiß der Teleskope
- Gewichtsverlust des Patienten
- Lockerung oder Verlust von Pfeilerzähnen
Lösungen:
- Unterfütterung der Prothese durch den Zahnarzt
- Erneuerung der Klammern
- Nacharbeitung der Teleskope
- Kurzfristig: Haftcreme für besseren Halt (nicht dauerhaft empfohlen)
- Bei starkem Knochenschwund: Neuanfertigung erforderlich
Mundgeruch trotz Reinigung
Ursachen:
- Bakterienansammlungen in Nischen der Prothese
- Unzureichende Reinigung der Pfeilerzähne
- Zahnfleischentzündungen
- Pilzinfektionen (Prothesenstomatitis)
- Beläge auf der Zunge
Lösungen:
- Intensivierung der Prothesenhygiene
- Professionelle Prothesenreinigung
- Zungenreiniger verwenden
- Antimikrobielle Mundspülungen
- Zahnarzt konsultieren bei anhaltenden Problemen
- Prothese nachts herausnehmen für Schleimhauterholung
Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber zu Mundgeruch-Ursachen.
Schwierigkeiten beim Sprechen
Ursachen:
- Zu dicke Gaumenplatte bei Oberkieferprothesen
- Ungünstige Zahnstellung
- Zu viel oder zu wenig Platz für die Zunge
- Mangelnde Gewöhnung
Lösungen:
- Sprechübungen durchführen (lautes Lesen, Zungenbrecher)
- Geduld – meist Besserung nach 2-3 Wochen
- Bei anhaltenden Problemen: Anpassung durch Zahnarzt
- Eventuell Verkleinerung der Gaumenplatte möglich
- Bei Oberkieferprothesen: Erwägen einer Oberkieferprothese ohne Gaumenplatte
Würgereiz durch die Prothese
Ursachen:
- Zu weit nach hinten reichende Gaumenplatte
- Zu dicke Ausführung
- Psychologische Komponente (Angst, Stress)
- Überempfindlicher Würgereflex
Lösungen:
- Verkürzen oder Ausdünnen der Prothesenbasis
- Entspannungsübungen und Atemtechniken
- Langsame Gewöhnung mit kurzen Tragezeiten
- Ablenkung beim Einsetzen
- In schweren Fällen: Hypnose oder Verhaltenstherapie
- Alternative: Implantatgetragene Versorgung ohne Gaumenplatte
Geschmacksveränderungen
Ursachen:
- Abdeckung des Gaumens bei Oberkieferprothesen
- Verändertes Temperaturempfinden
- Beläge auf der Prothese
- Gewöhnungsphase
Lösungen:
- Meist Besserung nach einigen Wochen Gewöhnung
- Gründliche Prothesenreinigung
- Verwendung von Metallbasis statt Kunststoff (bessere Wärmeleitung)
- Gaumenfreie Konstruktionen bei Oberkieferprothesen erwägen
Bruch oder Beschädigung der Prothese
Ursachen:
- Sturz oder Herunterfallen der Prothese
- Materialermüdung bei alten Prothesen
- Zu starke Kaubelastung
- Unsachgemäße Reinigung
- Veränderungen der Kieferverhältnisse
Lösungen:
- Sofortiger Gang zum Zahnarzt – nicht selbst reparieren!
- Viele Brüche können geklebt werden
- Bei mehrfachen Reparaturen: Neuanfertigung erwägen
- Vorbeugung: Prothese über Waschbecken mit Wasser reinigen
- Nicht mit der Prothese auf harte Gegenstände beißen
Informationen zu Reparaturmöglichkeiten finden Sie in unserem Ratgeber zur Zahnersatz-Reparatur.
Langfristige Perspektive: Wie lange hält eine Teilprothese?
Die Haltbarkeit einer Teilprothese hängt von vielen Faktoren ab. Mit guter Pflege und regelmäßiger Wartung können Sie die Lebensdauer Ihrer Prothese maximieren.
Durchschnittliche Haltbarkeit verschiedener Prothesenarten
- Klammerprothese: 5-8 Jahre
- Teleskopprothese: 10-15 Jahre, bei optimaler Pflege auch länger
- Geschiebeprothese: 10-12 Jahre
- Implantatgetragene Prothese: 15-20 Jahre (Implantate selbst oft lebenslang)
Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen
Positive Faktoren:
- Exzellente tägliche Mundhygiene
- Regelmäßige professionelle Reinigung
- Halbjährliche zahnärztliche Kontrollen
- Vorsichtiger Umgang mit der Prothese
- Gesunde Pfeilerzähne und Zahnfleisch
- Ausgewogene Ernährung
- Nichtrauchen
Negative Faktoren:
- Vernachlässigte Mundhygiene
- Rauchen (erhöht Entzündungsrisiko)
- Zähneknirschen (Bruxismus)
- Sehr harte Nahrungsmittel
- Unregelmäßige Kontrolltermine
- Allgemeinerkrankungen (Diabetes, Osteoporose)
- Kieferknochenabbau
Wann ist eine Neuanfertigung notwendig?
Eine Teilprothese sollte erneuert werden, wenn:
- Der Halt dauerhaft unzureichend ist und nicht mehr verbessert werden kann
- Mehrere Reparaturen erforderlich waren
- Die Prothese sichtbare Abnutzungserscheinungen zeigt
- Starker Knochenschwund eine Unterfütterung unmöglich macht
- Weitere Zähne verloren gehen und die Prothese nicht mehr erweiterbar ist
- Die Bisshöhe sich deutlich verändert hat
- Chronische Entzündungen auftreten
Kosten für Erweiterungen und Reparaturen
| Maßnahme | Kosten | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Unterfütterung | 150-400 € | Alle 2-4 Jahre |
| Klammerneuerung | 100-250 € pro Klammer | Nach 3-5 Jahren |
| Reparatur (Bruch) | 80-200 € | Bei Bedarf |
| Erweiterung um 1 Zahn | 300-800 € | Bei Zahnverlust |
| Professionelle Reinigung | 30-60 € | 1-2x jährlich |
| Neuanfertigung | Wie Erstversorgung | Nach 5-15 Jahren |
Tipps für maximale Haltbarkeit
- Tägliche Pflegeroutine etablieren: Morgens und abends gründlich reinigen
- Vorsichtig handhaben: Prothese nicht fallen lassen, über Wasser reinigen
- Regelmäßige Kontrollen: Alle 6 Monate zum Zahnarzt
- Frühzeitig reagieren: Bei Problemen sofort zum Zahnarzt, nicht warten
- Pfeilerzähne schützen: Besonders gründliche Reinigung dieser Zähne
- Gesunde Lebensweise: Ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen
- Professionelle Reinigung: 1-2x jährlich durchführen lassen
- Richtig lagern: Nachts in Wasser, nicht austrocknen lassen
Mit diesen Maßnahmen können Sie die obere Grenze der Haltbarkeit erreichen oder sogar überschreiten. Eine gut gepflegte Teleskopprothese kann durchaus 15-20 Jahre halten.

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Häufig gestellte Fragen zu Teilprothese für Backenzähne
Wie viele Backenzähne müssen fehlen, damit eine Teilprothese notwendig wird?
Es gibt keine feste Regel, ab wie vielen fehlenden Zähnen eine Teilprothese erforderlich ist. Grundsätzlich sollte jede Zahnlücke versorgt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Bei einem einzelnen fehlenden Backenzahn sind oft Implantate oder Brücken die bessere Wahl. Eine Teilprothese wird typischerweise ab 2-3 fehlenden Zähnen in Betracht gezogen, besonders wenn diese nicht nebeneinander liegen oder eine Brückenversorgung nicht möglich ist. Die Entscheidung trifft Ihr Zahnarzt individuell basierend auf Ihrer Zahnsituation, den Kosten und Ihren Wünschen.
Ist eine Teilprothese nur für Backenzähne oder auch für Frontzähne geeignet?
Teilprothesen können grundsätzlich für alle Zahnbereiche angefertigt werden – sowohl für Front- als auch für Backenzähne. Allerdings sind die Anforderungen unterschiedlich: Im Frontzahnbereich steht die Ästhetik im Vordergrund, weshalb hier oft Teleskop- oder Geschiebeprothesen bevorzugt werden, da diese keine sichtbaren Klammern haben. Im Backenzahnbereich ist die Kaufunktion wichtiger, hier können auch Klammerprothesen eine gute Lösung sein, da die Klammern weniger sichtbar sind. Viele Teilprothesen ersetzen sowohl Front- als auch Seitenzähne.
Kann ich mit einer Teilprothese für Backenzähne normal essen?
Ja, nach einer Eingewöhnungsphase von etwa 2-4 Wochen können Sie mit einer Teilprothese weitgehend normal essen. Die Kaueffizienz liegt bei guten Prothesen bei etwa 70-80% im Vergleich zu natürlichen Zähnen. Sehr harte Lebensmittel (Nüsse, hartes Brot, Eis) sollten Sie meiden oder vorsichtig handhaben. Klebrige Speisen können den Halt beeinträchtigen. Teleskop- und implantatgetragene Prothesen bieten dabei deutlich besseren Kaukomfort als einfache Klammerprothesen. Schneiden Sie harte Lebensmittel in kleinere Stücke und kauen Sie gleichmäßig auf beiden Seiten.
Wie lange dauert die Gewöhnung an eine Teilprothese?
Die Eingewöhnungszeit ist individuell unterschiedlich, beträgt aber typischerweise 2-4 Wochen. In den ersten Tagen ist ein Fremdkörpergefühl normal, ebenso vermehrter Speichelfluss und leichte Sprachveränderungen. Nach etwa einer Woche sollten die größten Unannehmlichkeiten verschwunden sein. Nach 2-3 Wochen haben sich die meisten Patienten gut an die Prothese gewöhnt. Hochwertige Teleskopprothesen werden meist schneller akzeptiert als Klammerprothesen. Wichtig ist, die Prothese konsequent zu tragen – nur so kann sich Ihr Mund daran gewöhnen. Bei anhaltenden Problemen nach 4 Wochen sollten Sie Ihren Zahnarzt konsultieren.
Was kostet eine Teilprothese für 3 Backenzähne?
Die Kosten variieren stark je nach Prothesenart: Eine einfache Klammerprothese für 3 Backenzähne kostet etwa 800-1.200 €, wovon die Krankenkasse etwa 400-600 € übernimmt (Festzuschuss mit Bonus). Eine hochwertige Teleskopprothese mit 2-3 Teleskopen kostet 3.500-5.500 €, die Kassenleistung bleibt gleich, sodass Sie 3.100-4.900 € selbst zahlen. Eine Geschiebeprothese liegt preislich dazwischen bei etwa 2.800-4.000 €. Mit einer guten Zahnzusatzversicherung können Sie 70-90% des Eigenanteils erstattet bekommen, was die Kosten deutlich reduziert.
Ist eine Teleskopprothese besser als eine Klammerprothese?
In puncto Halt, Komfort und Ästhetik ist die Teleskopprothese eindeutig überlegen: Sie bietet besseren Halt, ist nicht sichtbar, schont die Pfeilerzähne durch gleichmäßige Kraftverteilung und hält länger (10-15 Jahre vs. 5-8 Jahre). Die Nachteile sind die deutlich höheren Kosten (3-5x teurer) und die Notwendigkeit, die Pfeilerzähne zu überkronen. Für Patienten mit höheren Ansprüchen an Komfort und Ästhetik und ausreichendem Budget ist die Teleskopprothese die bessere Wahl. Bei begrenztem Budget oder wenn keine Überkronung gewünscht ist, kann eine Klammerprothese eine akzeptable Lösung sein. Die Entscheidung hängt von Ihren individuellen Prioritäten ab.
Muss ich die Teilprothese nachts herausnehmen?
Die meisten Zahnärzte empfehlen, die Teilprothese nachts herauszunehmen, damit sich die Mundschleimhaut erholen kann und besser durchblutet wird. Dies beugt Druckstellen und Entzündungen vor. In den ersten 2-3 Wochen nach der Eingliederung kann es jedoch sinnvoll sein, die Prothese auch nachts zu tragen, um die Gewöhnung zu beschleunigen. Wenn Sie die Prothese herausnehmen, bewahren Sie sie in einem Behälter mit Wasser oder Reinigungslösung auf – niemals trocken lagern. Bei bestimmten medizinischen Indikationen (z.B. Zähneknirschen) kann auch dauerhaftes Tragen empfohlen werden. Besprechen Sie dies individuell mit Ihrem Zahnarzt.
Kann eine Teilprothese erweitert werden, wenn weitere Zähne verloren gehen?
Ja, Teilprothesen können in der Regel erweitert werden, wenn weitere Zähne verloren gehen. Dies ist einer der Vorteile gegenüber festsitzenden Brücken. Bei Klammerprothesen ist die Erweiterung relativ unkompliziert und kostengünstig (300-800 € pro Zahn). Bei Teleskop- und Geschiebeprothesen ist die Erweiterung aufwendiger, da eventuell neue Teleskope angefertigt werden müssen. In manchen Fällen, besonders wenn mehrere Zähne auf einmal verloren gehen, kann eine Neuanfertigung sinnvoller sein als eine Erweiterung. Die Erweiterbarkeit ist ein wichtiger Vorteil von Teilprothesen für Patienten mit fortschreitender Zahnlosigkeit.
Übernimmt die Zahnzusatzversicherung die Kosten für eine Teleskopprothese?
Ja, gute Zahnzusatzversicherungen übernehmen 70-90% der Kosten für Zahnersatz, die über den Festzuschuss der Krankenkasse hinausgehen. Bei einer Teleskopprothese mit 5.000 € Gesamtkosten und 500 € Kassenleistung bleiben 4.500 € Eigenanteil. Eine Versicherung mit 80% Erstattung zahlt davon 3.600 €, sodass Sie nur noch 900 € selbst tragen. Wichtig: Die Behandlung darf noch nicht begonnen oder angeraten sein, wenn Sie die Versicherung abschließen. Bereits diagnostizierte oder geplante Behandlungen sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Informieren Sie sich frühzeitig über passende Tarife, idealerweise bevor Zahnprobleme auftreten.
Wie pflege ich eine Teilprothese richtig?
Die richtige Pflege umfasst mehrere Schritte: Reinigen Sie die Prothese mindestens zweimal täglich mit einer speziellen Prothesenbürste und Prothesenreiniger (keine normale Zahnpasta!). Spülen Sie alle Speisereste gründlich ab. Einmal wöchentlich sollten Sie die Prothese in einer Reinigungslösung (Reinigungstabletten) einlegen. Reinigen Sie auch Ihre eigenen Zähne, besonders die Pfeilerzähne, sehr gründlich. Lagern Sie die Prothese nachts in Wasser, niemals trocken. Lassen Sie die Prothese 1-2x jährlich professionell reinigen. Kontrollieren Sie die Prothese regelmäßig auf Risse oder Beschädigungen. Bei Teleskopprothesen müssen auch die Primärkronen im Mund sorgfältig geputzt werden.
Was tun bei Druckstellen durch die Teilprothese?
Leichte Druckempfindlichkeit in den ersten Tagen ist normal und verschwindet meist von selbst. Bei anhaltenden oder starken Druckstellen sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt aufsuchen – innerhalb von 2-3 Tagen. Der Zahnarzt kann die Prothese an den betroffenen Stellen einschleifen und anpassen. Tragen Sie die Prothese vor dem Zahnarztbesuch 2-3 Stunden, damit die Druckstellen sichtbar sind. Nehmen Sie die Prothese bei starken Schmerzen vorübergehend heraus, aber spätestens am Tag vor dem Zahnarzttermin wieder einsetzen. Verwenden Sie keine Hausmittel oder versuchen Sie nicht, die Prothese selbst zu bearbeiten – das kann zu irreparablen Schäden führen. Spülungen mit Kamillentee können die Beschwerden lindern.
Fazit: Die richtige Teilprothese für Ihre Backenzähne finden
Der Verlust von Backenzähnen muss heute kein dauerhaftes Problem mehr sein. Moderne Teilprothesen bieten vielfältige Möglichkeiten, Kaufunktion und Ästhetik wiederherzustellen – von der kostengünstigen Klammerprothese bis zur hochwertigen Teleskopprothese oder implantatgetragenen Versorgung.
Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:
- Vielfältige Optionen: Es gibt für jede Situation und jedes Budget eine passende Lösung
- Qualität hat ihren Preis: Hochwertige Teleskopprothesen kosten mehr, bieten aber deutlich besseren Komfort und längere Haltbarkeit
- Kassenzuschuss ist begrenzt: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur einen Festzuschuss basierend auf der Regelversorgung
- Zahnzusatzversicherung lohnt sich: Sie kann Ihre Kosten um mehrere Tausend Euro reduzieren
- Gewöhnung braucht Zeit: Planen Sie 2-4 Wochen Eingewöhnungsphase ein
- Pflege ist entscheidend: Nur mit konsequenter Reinigung erreichen Sie die maximale Haltbarkeit
- Regelmäßige Kontrollen: Halbjährliche Zahnarztbesuche sichern den langfristigen Erfolg
Unsere Empfehlungen:
Wenn Sie Wert auf Komfort, Ästhetik und Langlebigkeit legen und das Budget vorhanden ist, entscheiden Sie sich für eine Teleskopprothese. Die höhere Anfangsinvestition amortisiert sich durch die längere Haltbarkeit und den deutlich besseren Tragekomfort.
Ist Ihr Budget begrenzt, stellt eine gut gemachte Klammerprothese eine solide Basisversorgung dar. Sie erfüllt die grundlegenden Funktionen und kann später bei Bedarf erweitert werden.
Für die bestmögliche Versorgung mit maximaler Stabilität und ohne Beeinträchtigung natürlicher Zähne sind Implantate die erste Wahl – allerdings auch die kostenintensivste Option.
Wichtig: Lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Zahnarzt beraten. Holen Sie bei größeren Behandlungen eine Zweitmeinung ein. Prüfen Sie den Heil- und Kostenplan sorgfältig und lassen Sie ihn von Ihrer Krankenkasse genehmigen, bevor die Behandlung beginnt.
Und denken Sie daran: Eine Zahnzusatzversicherung sollte idealerweise abgeschlossen werden, bevor Zahnprobleme auftreten. Je früher Sie vorsorgen, desto besser ist Ihr Schutz für zukünftige Behandlungen. Informieren Sie sich über passende Tarife und lassen Sie sich unverbindlich beraten – es kann Ihnen Tausende Euro sparen.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über Teilprothesen für Backenzähne und ersetzt keine individuelle zahnmedizinische Beratung. Die genannten Kosten sind Durchschnittswerte und können je nach Region, Zahnarzt und individueller Situation variieren. Für eine auf Ihre persönliche Zahnsituation abgestimmte Behandlungsempfehlung konsultieren Sie bitte Ihren Zahnarzt. Informationen zu Versicherungsleistungen sind allgemeiner Natur – prüfen Sie die konkreten Bedingungen Ihres Versicherungstarifs. Stand: 2025


