Zahnfraktur: Arten, Symptome und Behandlung gebrochener Zähne

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Ein plötzlicher Biss auf ein hartes Brötchen oder ein Sturz im Alltag – und schon ist es passiert: Sie haben einen Zahn gebrochen. Eine Zahnfraktur gehört zu den häufigsten zahnmedizinischen Notfällen in Deutschland. Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) erleidet fast jeder zweite Erwachsene im Laufe seines Lebens mindestens eine Form von Zahnverletzung. Doch nicht jede Zahnfraktur ist gleich dramatisch. Während oberflächliche Schäden oft unkompliziert behandelt werden können, stellen komplexe Wurzelfrakturen eine ernsthafte Herausforderung dar. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Arten von Zahnrissen es gibt, wie Sie eine Zahnfraktur rechtzeitig erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihr Zahnarzt Ihnen im Jahr 2026 anbietet.

Was ist eine Zahnfraktur?

Eine Zahnfraktur ist ein mechanischer Bruch der harten Zahnsubstanz. Betroffen sein können der Zahnschmelz, das Dentin oder die Zahnwurzel. Die Schwere der Verletzung reicht von einem kleinen Zahnriss in der Schmelzoberfläche bis hin zum vollständigen Abbruch der Krone oder einer tiefen Wurzelfraktur.

Die Zähne sind zwar äußerst widerstandsfähig, jedoch nicht unzerstörbar. Der Schmelz ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers, doch extreme Kräfte, wiederholte Belastungen oder bereits geschwächte Zähne können zum Brechen führen. Besonders gefährdet sind Zähne mit großen Füllungen oder solche, die einer nächtlichen Zähneknirschen-Erkrankung ausgesetzt sind.

Häufig verwechseln Patienten einen oberflächlichen Zahnriss mit einer echten Fraktur. Während ein Haarriss im Schmelz oft harmlos ist und lediglich optisch stört, bedeutet eine durchgehende Zahnfraktur stets eine Verletzung, die zahnärztlich behandelt werden muss.

Arten von Zahnfrakturen im Überblick

Zahnärzte unterscheiden Zahnfrakturen nach Lokalisation, Tiefe und Verlauf des Bruchs. Die Einteilung nach der internationalen Klassifikation der Zahnverletzungen (Andreasen-Klassifikation) hilft dabei, die richtige Therapie zu wählen.

Frakturtyp Betroffener Bereich Symptome Typische Behandlung
Schmelzfraktur (Emaillefraktur) Nur Zahnschmelz Meist keine Schmerzen, rauer Rand Politur oder Kompositanpassung
Dentinfraktur ohne Pulpbeteiligung Schmelz und Dentin Kälte- und Reizempfindlichkeit Kompositfüllung oder Teilkrone
Dentinfraktur mit Pulpbeteiligung Schmelz, Dentin, Zahnmark offen Starke Schmerzen, Blutung aus der Zahnpulpa Wurzelbehandlung und Krone
Wurzelfraktur Zahnwurzel (koronär, mittel, apikal) Schmerzen beim Kauen, Mobilität Schienung, ggf. Wurzelbehandlung oder Extraktion
Kronen-Wurzel-Fraktur Krone und Wurzel gleichzeitig Intensive Schmerzen, Zahn locker Krone, Stiftaufbau oder Implantat
Spaltfraktur (Split Tooth) Vertikaler Durchriss durch den Zahn Stechende Schmerzen beim Biss Meist Extraktion, selten Teilrettung

Die Prognose einer Zahnfraktur hängt maßgeblich davon ab, ob der Bruch die Zahnwurzel erreicht hat. Oberflächliche Frakturen am Schneiderand lassen sich in der Regel hervorragend versorgen. Eine Wurzelfraktur im mittleren oder apikalen Drittel birgt dagegen ein höheres Risiko für den Zahnerhalt.

Ursachen: Warum brechen Zähne?

Zahnfrakturen entstehen durch Traumen, aber auch durch alltägliche Überlastungen. Die häufigsten Ursachen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: akute Verletzungen und chronische Schädigungen.

Akute Traumen: Unfälle beim Sport, Stürze im Haushalt oder direkte Schläge führen direkt zu einem gebrochenen Zahn. Besonders Frontzähne sind hier gefährdet, da sie der Krafteinwirkung am ehesten ausgesetzt sind. Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren sowie aktive Erwachsene im Sportalter sind besonders betroffen.

Chronische Überlastung: Zähne, die durch große Füllungen oder Karies bereits geschwächt sind, brechen leichter. Auch das nächtliche Knirschen oder das Beißen auf harte Objekte wie Eiswürfel, Nüsse oder Kronkorken schwächt die Zahnstruktur nachhaltig. Mit zunehmendem Alter werden die Zähne zudem spröder, was das Risiko für einen Zahnriss erhöht.

Typische Risikofaktoren für eine Zahnfraktur

  • Zähne mit ausgedehnten Kunststofffüllungen oder Amalgamfüllungen
  • Unerkannte Karies unter alten Füllungen
  • Bruxismus (Zähneknirschen und -pressen)
  • Unzureichende Versorgung mit Fluoriden in der Kindheit
  • Enger Biss oder fehlende Aufbisspunkte
  • Kontaktsportarten ohne Mundschutz

Symptome: So erkennen Sie eine Zahnfraktur

Nicht jeder gebrochene Zahn ist auf den ersten Blick erkennbar. Manche Zahnfrakturen bleiben zunächst symptomlos, während andere mit heftigen Schmerzen einhergehen. Je nach Lage und Tiefe des Bruchs variiert das Beschwerdebild erheblich.

Typische Anzeichen einer Zahnfraktur sind:

  • Spontane oder druckausgelöste Schmerzen beim Kauen
  • Plötzliche Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit
  • Sichtbare Risse oder abgebrochene Kanten
  • Rauhe Stellen an der Zahnflanke, die Sie mit der Zunge ertasten
  • Blutungen aus dem Zahninneren oder dem Zahnfleisch

Bei einer Wurzelfraktur bemerken Sie häufig ein lockeres Gefühl des Zahnes. Der Zahn kann sich bei Druck bewegen oder beim Kauen ein hörbares Knirschen produzieren. In manchen Fällen tritt erst Tage nach dem Trauma eine graue Verfärbung des Zahnes auf, was auf einen abgestorbenen Zahn hindeutet. Sollten Sie anhaltend empfindliche Zähne verspüren, ist eine zahnärztliche Untersuchung ratsam.

Sofortmaßnahmen bei einem Zahn gebrochen

Wenn ein Zahn abgebrochen ist, zählt jede Minute. Das richtige Verhalten in den ersten Stunden kann entscheidend über den Erfolg der späteren Behandlung und den Erhalt des Zahnes sein.

Bei einer Zahnfraktur sollten Sie folgende Schritte einleiten:

  1. Bleiben Sie ruhig. Suchen Sie abgebrochene Zahnfragmente und bewahren Sie diese feucht auf – am besten in Speichel, Milch oder einer physiologischen Kochsalzlösung.
  2. Spülen Sie den Mund. Verwenden Sie warmes Wasser, um Blutreste und Schmutz zu entfernen. Drücken Sie bei Blutung ein sauberes Tuch auf die Stelle.
  3. Kühlen Sie von außen. Eine Kältekompresse auf die Wange lindert Schwellungen und Schmerzen.
  4. Verzichten Sie auf Selbstmedikation. Nehmen Sie kein Aspirin, da dies die Blutung verstärken kann. Besser geeignet sind Ibuprofen oder Paracetamol.
  5. Termin beim Zahnarzt vereinbaren. Eine Zahnfraktur gehört in die zahnärztliche Notfallsprechstunde. Je schneller die Versorgung erfolgt, desto besser die Prognose.

Weitere detaillierte Hinweise zu Notfallmaßnahmen finden Sie in unserem spezialisierten Ratgeber zum Thema Zahnunfall und abgebrochener Zahn. Besonders bei komplett ausgeschlagenen Zähnen ist die Zeit bis zur Reimplantation kritisch.

Kosten für Zahnfraktur-Behandlung überfordern Ihr Budget?

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Diagnose: Wie der Zahnarzt eine Zahnfraktur feststellt

Die Diagnose einer Zahnfraktur erfordert mehr als einen bloßen Blick in den Mund. Ihr Zahnarzt wird eine systematische Untersuchung durchführen, um Ausdehnung und Tiefe des Bruchs exakt zu bestimmen.

Zunächst erfolgt eine Inspektion und Palpation. Der Arzt tastet die Zahnoberfläche ab und prüft die Farbe des Zahnes. Anschließend wird ein perkussionstest durchgeführt: Durch leichtes Klopfen auf den Zahn lässt sich feststellen, ob die Wurzel oder der Knochen betroffen sind. Ein Vitality-Test mit Kälte oder elektrischer Stimulation zeigt, ob die Zahnpulpa noch lebensfähig ist.

Das wichtigste diagnostische Hilfsmittel ist das Röntgenbild. Periapikale Aufnahmen und gegebenenfalls eine digitale Volumentomographie (DVT) visualisieren auch feine Wurzelfrakturen, die dem bloßen Auge verborgen bleiben. Bei Verdacht auf eine vertikale Wurzelfraktur ist die DVT oft unverzichtbar, da konventionelle Röntgenbilder den Bruchverlauf übersehen können.

Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfrakturen

Das Therapiespektrum bei einer Zahnfraktur reicht von einer einfachen Politur bis zum vollständigen Zahnersatz. Die Wahl der Behandlung hängt vom Frakturtyp, der Restsubstanz und der Vitalität der Zahnpulpa ab.

Behandlung oberflächlicher Schäden

Wenn nur der Schmelz betroffen ist und keine Schmerzen auftreten, genügt oft eine schonende Politur oder eine Kompositfüllung. Moderne Adhäsivtechniken erlauben es, abgebrochene Fragmente direkt wieder anzukleben, sofern das Fragment intakt und zeitnah zum Unfall zur Verfügung steht.

Tiefere Frakturen und Pulpa-Beteiligung

Wird das Dentin freigelegt oder die Pulpa verletzt, ist eine Abdeckung mit einer Wurzelbehandlung notwendig. Hierbei entfernt der Zahnarzt das infizierte oder entzündete Zahnmark, desinfiziert den Wurzelkanal und verschließt ihn dicht. Anschließend erhält der Zahn meist eine Krone, um ihn vor weiteren Brüchen zu schützen. Die verschiedenen Zahnkronenarten und Materialien bieten dabei unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Wurzelfraktur und komplexe Fälle

Eine Wurzelfraktur im koronalen Drittel hat oft eine schlechte Prognose, da Bakterien leicht in den Wurzelkanal eindringen können. Bei Frakturen im mittleren oder apikalen Bereich versucht der Zahnarzt zunächst, den Zahn zu schienen und zu beobachten. Bleibt der Zahn vital und symptomfrei, kann er erhalten werden. Andernfalls ist eine Extraktion mit anschließendem Implantat die einzige Lösung.

Behandlungsverfahren Indikation Dauer Kostenschätzung (Privatzahnarzt)
Fragmentananklebung Kleiner Schmelz- oder Dentinabbruch 1 Termin (30–60 Min.) 80 – 250 Euro
Komposit-Füllung Dentinfraktur ohne Pulpa 1 Termin (45–90 Min.) 120 – 350 Euro
Wurzelbehandlung Pulpa offen oder entzündet 2–3 Termine 400 – 1.000 Euro
Stiftzahn + Krone Großer Substanzverlust 3–4 Termine 1.500 – 2.800 Euro
Extraktion + Implantat Nicht erhaltbarer Zahn 3–6 Monate 2.500 – 4.500 Euro

Langzeitprognose nach Zahnfraktur

Die Heilungsaussichten sind heute dank moderner Verfahren deutlich besser als noch vor Jahrzehnten. Dennoch variiert die Prognose je nach Bruchtyp erheblich.

Frakturtyp Langzeitprognose Zahnerhaltsquote
Schmelzfraktur Exzellent Über 95 %
Dentinfraktur ohne Pulpa Sehr gut 90 – 95 %
Dentinfraktur mit Pulpa Gut bis mäßig 70 – 85 %
Wurzelfraktur (apikal) Gut 60 – 75 %
Wurzelfraktur (koronal) Schlecht 10 – 25 %
Spaltfraktur Sehr schlecht Weniger als 10 %
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Kosten einer Zahnfraktur-Behandlung und Zuschuss der Krankenkasse

Die Kosten für die Behandlung einer Zahnfraktur variieren stark. Während einfache Füllungen noch überschaubar sind, können umfangreiche Versorgungen mit Wurzelbehandlung und Keramikkrone schnell mehrere tausend Euro erreichen. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) leistet hierbei nur einen anteiligen Festzuschuss.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass die GKV die sogenannte Regelversorgung finanziert. Bei Kosten für Zahnbehandlungen im Prothetik-Bereich erhalten Versicherte einen Festzuschuss, der sich nach der Behandlungs- und Kostenplan-Bemessungsgrundlage (BEMA) richtet. Dieser Zuschuss deckt in der Regel etwa 50 bis 60 Prozent der Kosten für eine Standardversorgung ab.

Entscheiden Sie sich für hochwertigere Materialien wie eine Vollkeramikkrone oder ein Implantat statt einer einfachen Brücke, müssen Sie die Differenz zum Festzuschuss selbst tragen. Gerade bei komplexen Zahnfrakturen, die eine Wurzelbehandlung und anschließende Versorgung mit einer Krone erfordern, entstehen so schnell Eigenanteile von 1.000 Euro und mehr.

Leistung Privatrechnung (ca.) GKV-Festzuschuss (ca.) Eigenanteil ohne Zusatzversicherung
Komposit-Füllung (Gruppe 2) 180 – 300 Euro 80 – 140 Euro 100 – 160 Euro
Wurzelbehandlung (Frontzahn) 500 – 900 Euro 0 Euro (Heil- und Kostenplan nötig) 500 – 900 Euro
Metall-Keramik-Krone 900 – 1.400 Euro 400 – 600 Euro 500 – 800 Euro
Vollkeramik-Krone 1.200 – 1.800 Euro 400 – 600 Euro 800 – 1.200 Euro
Zahnimplantat inkl. Krone 2.800 – 4.500 Euro 0 Euro (nicht im GKV-Leistungskatalog) 2.800 – 4.500 Euro

Weitere Details zum Zuschusssystem erfahren Sie in unserem Artikel über den Krankenkassen-Zuschuss für Zahnersatz. Wer bereits vor einer Zahnfraktur vorsorgt, kann sich finanziell absichern.

Zahnzusatzversicherung: Sicherheit bei Zahnfrakturen

Eine Zahnzusatzversicherung schließt die Lücke zwischen dem gesetzlichen Festzuschuss und den tatsächlichen Behandlungskosten. Gerade bei einem unerwarteten Zahnunfall ist diese Absicherung von unschätzbarem Wert, da der Patient nicht im Voraus planen kann.

Viele Tarife erstatten bis zu 90 Prozent der differenzierenden Kosten für Zahnersatz nach einer Zahnfraktur. Dazu gehören nicht nur Kronen und Brücken, sondern auch Implantate, die bei irreparablen Wurzelfrakturen erforderlich werden. Einige Policen beinhalten sogar Leistungen für Unfallfolgen ohne Wartezeit.

Beachten Sie jedoch: Eine Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz sollte abgeschlossen werden, bevor der Schaden eintritt. Besteht bereits eine Zahnfraktur oder eine ärztlich empfohlene Behandlung, greift der Versicherungsschutz meist nicht. Die Wartezeiten betragen für einfache Behandlungen oft 0 bis 3 Monate, für Zahnersatz und Implantate hingegen 6 bis 8 Monate nach Vertragsabschluss.

Vorsorge zahlt sich aus: Zahnzusatzversicherung im Vergleich

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Prävention: So vermeiden Sie Zahnfrakturen

Nicht jede Zahnfraktur lässt sich verhindern, doch Sie können das Risiko deutlich senken. Prävention beginnt im Alltag und erstreckt sich über Sport, Ernährung und Mundhygiene.

Bei Kontaktsportarten wie Handball, Boxen oder Skifahren sollten Sie unbedingt einen professionellen Mundschutz tragen. Dieser absorbiert Schlagkräfte und schützt Frontzähne vor Abbrüchen. Beugen Sie außerdem dem Knirschen vor, indem Sie eine Aufbissschiene verwenden, falls Sie unter Bruxismus leiden.

Eine korrekte Zahnpflege-Routine stärkt den Zahnschmelz und minimiert Kariesrisiken. Verzichten Sie auf das Beißen harter Gegenstände und lassen Sie alte, große Füllungen regelmäßig auf Risse kontrollieren. Wer regelmäßig zur Prophylaxe geht, erkennt schwache Stellen frühzeitig, bevor ein großer Zahnriss entsteht.

Häufig gestellte Fragen zu Zahnfraktur: Arten, Symptome und Behandlung gebrochener Zähne

Was tun, wenn ein Zahn abgebrochen ist?

Suchen Sie das abgebrochene Zahnfragment, spülen Sie es vorsichtig ab und bewahren Sie es feucht auf – am besten in Milch oder Speichel. Kühlen Sie die Wange von außen, vermeiden Sie extreme Temperaturen beim Essen und Trinken, und vereinbaren Sie umgehend einen Notfalltermin bei Ihrem Zahnarzt. Je schneller die Versorgung erfolgt, desto größer ist die Chance auf eine erfolgreiche Wiederanheftung oder Versorgung.

Ist eine Zahnfraktur immer schmerzhaft?

Nein. Oberflächliche Schmelzfrakturen verursachen oft keine Schmerzen, da der Schmelz keine Nerven enthält. Erst wenn das Dentin oder die Zahnpulpa freigelegt wird, treten typischerweise Schmerzen auf. Manche Patienten bemerken einen Zahnriss zunächst nur durch einen rauen Rand mit der Zunge.

Kann ein abgebrochener Zahn wieder angeklebt werden?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn das abgebrochene Fragment intakt ist und schnell genug zum Zahnarzt gebracht wird, kann es mit modernen Klebecomposite wieder angeklebt werden. Die Erfolgsrate ist hoch, solange das Fragment nicht austrocknet und die Pulpa nicht schwer verletzt ist. Allerdings ist dies nur bei oberflächlichen bis mitteltiefen Brüchen möglich.

Wie viel kostet die Behandlung einer Zahnfraktur?

Die Kosten reichen von etwa 80 Euro für eine kleine Politur bis zu über 4.000 Euro für eine Kombination aus Wurzelbehandlung, Stiftaufbau und Keramikkrone oder Implantat. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei Zahnersatz nur einen Festzuschuss von etwa 50 bis 60 Prozent der Regelversorgung. Den Rest sowie Mehrkosten für hochwertige Materialien müssen Sie selbst zahlen, sofern Sie nicht über eine Zahnzusatzversicherung verfügen.

Zahnriss vs. Zahnfraktur: Was ist der Unterschied?

Ein Zahnriss ist ein feiner Riss im Zahnschmelz, der die Zahnstruktur nicht vollständig durchdringt. Viele Zahnrisse sind harmlos und benötigen keine Behandlung. Eine Zahnfraktur hingegen bedeutet einen tatsächlichen Substanzverlust oder einen durchgehenden Bruch, der zahnärztlich versorgt werden muss. Nur der Zahnarzt kann durch Tests und Röntgenbilder zuverlässig unterscheiden, ob es sich um einen reinen Riss oder eine echte Fraktur handelt.

Muss ein abgebrochener Zahn immer gezogen werden?

Nein. Nur bei schweren Wurzelfrakturen, vertikalen Spaltfrakturen oder wenn der Zahn so stark zerstört ist, dass keine ausreichende Retention für eine Krone mehr gegeben ist, muss der Zahn extrahiert werden. In den meisten Fällen lässt sich ein gebrochener Zahn durch Füllungen, Wurzelbehandlungen und Kronen erhalten. Die Früherkennung und schnelle Behandlung sind hier entscheidend.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Zahnfraktur?

Die Heilungszeit hängt vom Schweregrad ab. Oberflächliche Frakturen sind sofort nach der Versorgung beschwerdefrei. Nach einer Wurzelbehandlung kann der Zahn mehrere Tage bis Wochen druckempfindlich bleiben. Bei Wurzelfrakturen, die geschient werden, ist eine Beobachtungszeit von 3 bis 6 Monaten nötig, um zu beurteilen, ob der Zahn vital bleibt. Implantate benötigen etwa 3 bis 6 Monate für das Einheilen im Kieferknochen.

Kann man mit einem gebrochenen Zahn essen?

Sie sollten auf der betroffenen Seite so lange wie möglich nicht kauen, bis der Zahn versorgt ist. Harte, klebrige oder sehr kalte Speisen können den Schmerz verstärken und die Zahnpulpa zusätzlich reizen. Nach der definitiven Versorgung mit einer Füllung oder Krone können Sie in der Regel wieder normal essen, sollten jedoch in den ersten 24 Stunden besonders vorsichtig sein.

Ist eine Zahnzusatzversicherung bei Zahnfrakturen sinnvoll?

Ja, besonders wenn Sie Wert auf hochwertigen Zahnersatz legen. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt bei Zahnfrakturen oft nur das Notwendigste ab. Eine Zahnzusatzversicherung erstattet die Differenz zum Festzuschuss und ermöglicht Ihnen beispielsweise eine Keramikkrone oder ein Implantat ohne hohe Eigenbeteiligung. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass der Tarif auch Unfallfolgen abdeckt und realistische Wartezeiten aufweist.

Wie kann man Zahnfrakturen vorbeugen?

Tragen Sie beim Sport einen Mundschutz, vermeiden Sie das Beißen harter Gegenstände wie Eiswürfel oder Kronkorken, und lassen Sie regelmäßig alte Füllungen kontrollieren. Bei nächtlichem Zähneknirschen ist eine Aufbissschiene sinnvoll. Eine fluoridhaltige Zahnpasta und regelmäßige Professionelle Zahnreinigung stärken außerdem den Zahnschmelz und verhindern Karies, die die Zähne brüchig machen könnte.

Fazit: Zahnfraktur schnell erkennen und richtig handeln

Eine Zahnfraktur ist ein zahnmedizinischer Notfall, den niemand vorhersehen kann. Ob es sich um einen kleinen Zahnriss oder eine komplexe Wurzelfraktur handelt – die rasche Reaktion und die Wahl der richtigen Behandlungsmethode bestimmen, ob Ihr Zahn gerettet werden kann. Dank moderner Zahnmedizin sind die Heilungschancen heute besser denn je.

Dennoch können die Kosten für eine umfassende Versorgung schnell Ihr Budget belasten. Informieren Sie sich frühzeitig über die Möglichkeiten einer Zahnzusatzversicherung, um im Ernstfall finanziell abgesichert zu sein. Mit der richtigen Prävention, regelmäßigen Kontrollen und einer schnellen Notfallversorgung schützen Sie Ihre Zahngesundheit nachhaltig.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Bei akuten Zahnschmerzen oder Verdacht auf eine Zahnfraktur konsultieren Sie bitte umgehend Ihren Zahnarzt oder den zahnärztlichen Notdienst. Stand: 2026

Bild von <small>Autor</small><br>Joschka Weiss
Autor
Joschka Weiss

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