Zahnschiene gegen Zähneknirschen: Kosten und Wirksamkeit

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Nächtliches Zähneknirschen betrifft etwa 20-30% aller Erwachsenen in Deutschland und kann zu erheblichen Zahnschäden führen. Eine Zahnschiene gegen Knirschen, auch Knirschschiene oder Aufbissschiene genannt, schützt Ihre Zähne vor den Folgen des unbewussten Zähneknirschens (Bruxismus). In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Arten von Knirschschienen, welche Kosten auf Sie zukommen, was die Krankenkasse übernimmt und wie Sie die richtige Schiene für Ihre Bedürfnisse finden. Zudem zeigen wir Ihnen, wie eine Zahnzusatzversicherung die verbleibenden Kosten abdecken kann.

Was ist eine Zahnschiene gegen Knirschen?

Eine Zahnschiene gegen Knirschen ist eine individuell angepasste Kunststoffschiene, die während des Schlafens getragen wird und die Zähne vor dem schädlichen Aufeinanderpressen und Reiben schützt. Der medizinische Fachbegriff lautet Aufbissschiene oder Okklusionsschiene.

Das Zähneknirschen (Bruxismus) erfolgt meist unbewusst während des Schlafs und kann mit enormen Kräften von bis zu 480 kg pro Quadratzentimeter einhergehen – deutlich mehr als beim normalen Kauen (etwa 80 kg/cm²). Diese extremen Belastungen führen ohne Schutz zu:

  • Abnutzung des Zahnschmelzes und der Zahnsubstanz
  • Rissen und Absplitterungen an den Zähnen
  • Schädigungen von bestehendem Zahnersatz wie Kronen und Brücken
  • Verspannungen der Kaumuskulatur
  • Kiefergelenksbeschwerden (CMD)
  • Kopf- und Nackenschmerzen

Die Aufbissschiene dient als Schutzbarriere zwischen Ober- und Unterkiefer und verhindert den direkten Kontakt der Zahnreihen. Sie verteilt die Druckkräfte gleichmäßig und entlastet die Kiefergelenke und Kaumuskulatur.

Wie funktioniert eine Knirschschiene?

Die Schiene gegen Knirschen wird in der Regel auf die Zähne des Oberkiefers aufgesetzt und bedeckt die gesamte Zahnreihe. Sie besteht aus stabilem, aber leicht elastischem Kunststoff (meist PMMA oder Polypropylen), der die Kaukräfte absorbiert und umverteilt.

Durch die Schiene wird der Biss leicht erhöht, wodurch sich die Kaumuskulatur entspannt. Die glatte Oberfläche verhindert das “Verhaken” der Zähne und reduziert somit den Knirschwiderstand. Viele Patienten berichten, dass sie bereits nach wenigen Nächten eine deutliche Entspannung der Kiefermuskulatur spüren.

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Arten von Aufbissschienen: Welche Schiene ist die richtige?

Es gibt verschiedene Arten von Zahnschienen gegen Knirschen, die sich in Material, Herstellung und Anwendungsbereich unterscheiden. Die Wahl der richtigen Schiene hängt von der Schwere des Bruxismus, individuellen Bedürfnissen und dem Budget ab.

Adjustierte Aufbissschiene (Individuell angefertigt)

Die adjustierte Aufbissschiene ist der Goldstandard in der Behandlung von Bruxismus. Sie wird vom Zahnarzt individuell angepasst und im zahntechnischen Labor hergestellt. Nach einem präzisen Abdruck Ihrer Zähne entsteht eine maßgeschneiderte Schiene, die perfekt auf Ihre Zahnsituation abgestimmt ist.

Vorteile:

  • Optimale Passform und hoher Tragekomfort
  • Gleichmäßige Druckverteilung auf alle Zähne
  • Langlebigkeit von 2-5 Jahren bei guter Pflege
  • Präzise Anpassung an Kiefergelenk und Bisslage
  • Wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst

Nachteile:

  • Höhere Kosten (250-600 Euro)
  • Mehrere Zahnarzttermine erforderlich
  • Herstellungsdauer von 1-2 Wochen

Konfektionierte Aufbissschiene (Vorgefertigt)

Diese Schienen werden industriell in Standardgrößen hergestellt und können direkt in der Apotheke oder online erworben werden. Es gibt “Boil-and-Bite”-Modelle, die in heißem Wasser erweicht und dann an die Zähne angepasst werden.

Vorteile:

  • Günstig (15-80 Euro)
  • Sofort verfügbar
  • Keine Zahnarzttermine nötig
  • Gut für erste Tests geeignet

Nachteile:

  • Schlechtere Passform
  • Geringerer Tragekomfort
  • Kürzere Haltbarkeit (3-6 Monate)
  • Keine Kassenleistung
  • Kann Bisslage negativ beeinflussen

Spezielle Schienentypen

Schienentyp Einsatzbereich Besonderheiten Kosten
Michigan-Schiene Schwerer Bruxismus, CMD Harte Kunststoffschiene mit präziser Okklusionsfläche 300-600 €
Soft-Schiene Leichtes Knirschen, Gewöhnung Weicher, elastischer Kunststoff 150-300 €
Miniplast-Schiene Leichter bis mittlerer Bruxismus Dünne, transparente Schiene 200-400 €
NTI-Schiene Frontzahnbereich, Migräne Kleine Schiene nur für Frontzähne 250-450 €
TAP-Schiene Bruxismus + Schnarchen Zweischienensystem für Ober- und Unterkiefer 800-1.500 €

Die Michigan-Schiene gilt als bewährteste Variante und wird am häufigsten von Zahnärzten verschrieben. Sie bedeckt alle Zähne des Oberkiefers und verfügt über eine präzise eingeschliffene Kaufläche, die eine gleichmäßige Kontaktfläche zu den Unterkieferzähnen gewährleistet.

Knirschschiene Kosten: Was kostet eine Aufbissschiene 2025?

Die Kosten für eine Zahnschiene gegen Knirschen variieren erheblich je nach Art der Schiene, Herstellungsaufwand und Region. Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht über die zu erwartenden Kosten.

Kostenübersicht Aufbissschienen

Schienenart Gesamtkosten Kassenanteil (GKV) Eigenanteil
Adjustierte Aufbissschiene (Regelversorgung) 250-400 € 150-200 € 100-200 €
Michigan-Schiene (Premium) 400-600 € 150-200 € 250-400 €
Soft-Schiene 150-300 € 80-150 € 70-150 €
Konfektionierte Schiene (Apotheke) 15-80 € 0 € 15-80 €
Spezialschienen (NTI, TAP) 250-1.500 € 0-200 € 250-1.300 €

Zusätzliche Kosten

Neben den reinen Herstellungskosten der Schiene können weitere Kosten anfallen:

  • Funktionsanalyse: 80-200 € (oft notwendig vor Schienenanfertigung)
  • Kontrolltermine und Anpassungen: 30-80 € pro Termin
  • Einschleifen/Adjustierung: 40-100 €
  • Reparaturen: 50-150 €
  • Reinigungsmittel: 5-15 € monatlich
  • Aufbewahrungsbox: 10-25 €

Die Gesamtkosten für das erste Jahr mit allen Terminen und Anpassungen liegen typischerweise zwischen 300 und 800 Euro, abhängig vom gewählten Schienentyp und der Komplexität der Behandlung.

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Was zahlt die Krankenkasse bei einer Aufbissschiene?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten für eine Aufbissschiene, wenn bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllt sind. Das Verständnis der Kassenleistungen hilft Ihnen, Ihre Kosten besser zu planen.

Voraussetzungen für die Kassenleistung

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für eine Aufbissschiene, wenn:

  • Eine medizinische Notwendigkeit durch den Zahnarzt festgestellt wird
  • Bruxismus (Zähneknirschen) diagnostiziert wurde
  • Bereits sichtbare Schäden an der Zahnsubstanz vorliegen
  • Kiefergelenksbeschwerden (CMD) bestehen
  • Die Schiene therapeutisch zur Behandlung dient

Wichtig: Eine rein prophylaktische Schiene ohne nachweisbare Schäden wird von den gesetzlichen Kassen in der Regel nicht übernommen. Ihr Zahnarzt muss die Notwendigkeit in einem Befundbericht dokumentieren.

Kassenleistung im Detail

Leistung GKV-Übernahme Häufigkeit Hinweise
Aufbissschiene (Regelversorgung) Ca. 150-200 € Alle 2-3 Jahre Bei nachgewiesener Notwendigkeit
Funktionsanalyse Teilweise (ca. 50%) Bei Erstversorgung Nur klinische Funktionsanalyse
Kontrolltermine Ja Regelmäßig Im Rahmen der Behandlung
Anpassung/Einschleifen Ja Nach Bedarf In den ersten 6 Monaten
Reparatur Ja Nach Bedarf Innerhalb der Gewährleistung
Ersatzschiene Nein Bei Verlust Eigenleistung

Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

Die Kostenübernahme unterscheidet sich deutlich zwischen gesetzlich und privat Versicherten:

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV):

  • Festzuschuss von etwa 150-200 € für Regelversorgung
  • Eigenanteil von 100-400 € je nach Schienenart
  • Keine Übernahme von Premium-Materialien
  • Begrenzte Funktionsdiagnostik

Private Krankenversicherung (PKV):

  • Meist 80-100% Kostenübernahme je nach Tarif
  • Umfassende Funktionsanalyse wird erstattet
  • Auch hochwertige Materialien werden bezahlt
  • Schnellere Genehmigung ohne Heil- und Kostenplan

Wenn Sie privat versichert sind, sollten Sie dennoch vor Behandlungsbeginn die Kostenübernahme mit Ihrer Versicherung klären, da die Leistungen stark tarifabhängig sind. Mehr Informationen zur Absicherung finden Sie in unserem Ratgeber zur Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte.

So beantragen Sie die Kassenleistung

Der Ablauf zur Beantragung der Kassenleistung für eine Aufbissschiene gestaltet sich folgendermaßen:

  1. Diagnose beim Zahnarzt: Ihr Zahnarzt untersucht Sie und stellt Bruxismus fest
  2. Heil- und Kostenplan (HKP): Der Zahnarzt erstellt einen detaillierten Behandlungsplan
  3. Einreichung bei der Kasse: Der HKP wird zur Genehmigung eingereicht
  4. Genehmigung: Nach 3-4 Wochen erhalten Sie die Kostenzusage
  5. Behandlung: Abdruck und Anfertigung der Schiene
  6. Abrechnung: Sie zahlen zunächst den Eigenanteil, die Kasse übernimmt ihren Teil direkt

Tipp: Bewahren Sie alle Unterlagen sorgfältig auf. Bei späteren Problemen oder einer Neuanfertigung benötigen Sie die Nachweise über die vorherige Versorgung.

Zahnzusatzversicherung für Aufbissschienen: Lohnt sich das?

Eine Zahnzusatzversicherung kann die verbleibenden Eigenkosten für Ihre Knirschschiene erheblich reduzieren oder sogar komplett übernehmen. Besonders bei hochwertigen Schienen oder häufigem Ersatzbedarf macht sich eine solche Versicherung schnell bezahlt.

Was übernimmt die Zahnzusatzversicherung?

Gute Zahnzusatzversicherungen bieten folgende Leistungen im Bereich Aufbissschienen:

  • Erstattung des Eigenanteils: 80-100% der verbleibenden Kosten nach Kassenleistung
  • Funktionsanalyse: Übernahme der zusätzlichen Diagnostikkosten
  • Premium-Materialien: Auch hochwertige Michigan-Schienen werden bezahlt
  • Häufigere Erneuerung: Alle 1-2 Jahre statt nur alle 3 Jahre
  • Reparaturen: Auch außerhalb der Gewährleistung
  • Ersatzschiene: Bei Verlust oder Beschädigung

Kostenvergleich: Mit und ohne Zahnzusatzversicherung

Szenario Ohne Zusatzversicherung Mit Zusatzversicherung (90% Erstattung) Ersparnis
Michigan-Schiene (500 €) 350 € Eigenanteil 35 € Eigenanteil 315 €
Funktionsanalyse (150 €) 100 € Eigenanteil 10 € Eigenanteil 90 €
Ersatzschiene nach 2 Jahren 350 € Eigenanteil 35 € Eigenanteil 315 €
Gesamt über 5 Jahre 1.150 € 115 € 1.035 €

Bei einem durchschnittlichen Versicherungsbeitrag von 20-30 € monatlich für einen guten Tarif amortisiert sich die Zahnzusatzversicherung bereits nach der ersten hochwertigen Schiene. Mehr zur Auswahl der richtigen Versicherung erfahren Sie in unserem Artikel Worauf Sie bei einer Zahnzusatzversicherung achten sollten.

Wichtige Aspekte bei der Versicherungswahl

Achten Sie bei der Auswahl einer Zahnzusatzversicherung für Knirschschienen auf folgende Punkte:

  • Wartezeiten: Viele Tarife haben 3-8 Monate Wartezeit. Es gibt aber auch Tarife ohne Wartezeit
  • Summenbegrenzung: Achten Sie auf ausreichend hohe Erstattungsgrenzen in den ersten Jahren
  • Erstattungssatz: Mindestens 80%, besser 90-100% nach Kassenleistung
  • Leistungsumfang: Funktionsdiagnostik sollte explizit eingeschlossen sein
  • Gesundheitsfragen: Bei bereits diagnostiziertem Bruxismus können Einschränkungen gelten

Wenn bei Ihnen bereits Bruxismus diagnostiziert wurde oder eine Behandlung angeraten ist, informieren Sie sich über Zahnzusatzversicherungen bei laufender Behandlung oder angeratenen Behandlungen.

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Ablauf: So erhalten Sie Ihre Aufbissschiene

Der Weg zur individuellen Knirschschiene umfasst mehrere Schritte. Hier erfahren Sie, was Sie bei jedem Termin erwartet und wie lange der gesamte Prozess dauert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Ersttermin und Diagnose (30-45 Minuten)

Beim ersten Termin untersucht Ihr Zahnarzt Ihre Zähne, das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur. Typische Anzeichen für Bruxismus sind:

  • Abgeschliffene Kauflächen (Abrasionen)
  • Risse im Zahnschmelz
  • Verspannte Kaumuskulatur
  • Empfindliche oder lockere Zähne
  • Knackgeräusche im Kiefergelenk

2. Funktionsanalyse (optional, 30-60 Minuten)

Bei komplexeren Fällen oder Kiefergelenksproblemen kann eine umfassende Funktionsanalyse sinnvoll sein. Dabei werden Kiefergelenksbewegungen, Bisslage und Muskelaktivität genau untersucht. Dies ist besonders wichtig bei Kiefergelenkschmerzen oder CMD-Symptomen.

3. Abdrucknahme (15-20 Minuten)

Für die individuelle Schiene werden präzise Abdrücke von Ober- und Unterkiefer genommen. Moderne Praxen nutzen auch digitale Intraoralscanner, die komfortabler sind als herkömmliche Abdruckmassen. Zusätzlich wird ein Bissregistrat erstellt, das die exakte Position der Kiefer zueinander festhält.

4. Herstellung im Labor (5-14 Tage)

Anhand der Abdrücke fertigt das zahntechnische Labor Ihre individuelle Aufbissschiene an. Je nach Schienentyp und Auslastung des Labors dauert dies zwischen 5 und 14 Tagen.

5. Eingliederungstermin (30-45 Minuten)

Bei diesem wichtigen Termin wird die Schiene eingesetzt und präzise angepasst. Der Zahnarzt prüft:

  • Passung und Sitz der Schiene
  • Gleichmäßige Kontaktpunkte beim Zubeißen
  • Kieferbewegungen in alle Richtungen
  • Tragekomfort

Kleinere Anpassungen werden direkt vorgenommen. Sie erhalten eine ausführliche Einweisung zur Handhabung und Pflege der Schiene.

6. Kontrolltermine (15-30 Minuten)

Nach 1-2 Wochen, dann nach 4-6 Wochen sollten Kontrolltermine stattfinden. Dabei wird geprüft, ob die Schiene korrekt sitzt und ob Nachbesserungen nötig sind. Auch die Entwicklung der Symptome wird besprochen.

Zeitlicher Ablauf im Überblick

Phase Zeitpunkt Dauer Was passiert?
Diagnose Tag 1 30-45 Min. Untersuchung, Befundbesprechung
HKP-Genehmigung Tag 1-21 2-3 Wochen Wartezeit auf Kassenzusage
Abdrucknahme Tag 21-28 15-20 Min. Abformung der Kiefer
Herstellung Tag 28-42 5-14 Tage Laborarbeit
Eingliederung Tag 42-49 30-45 Min. Einsetzen und Anpassen
1. Kontrolle Tag 56-63 15-30 Min. Überprüfung, Feinanpassung
2. Kontrolle Tag 84-98 15-30 Min. Langzeitkontrolle

Von der ersten Diagnose bis zur fertig angepassten Schiene vergehen in der Regel 6-8 Wochen, wobei die Wartezeit auf die Kassengenehmigung den größten Zeitfaktor darstellt.

Pflege und Lebensdauer Ihrer Knirschschiene

Die richtige Pflege Ihrer Aufbissschiene ist entscheidend für deren Haltbarkeit und Hygiene. Eine gut gepflegte Schiene hält 2-5 Jahre, während eine vernachlässigte Schiene bereits nach wenigen Monaten ersetzt werden muss.

Tägliche Reinigung

Reinigen Sie Ihre Zahnschiene gegen Knirschen jeden Morgen nach dem Tragen:

  • Abspülen: Direkt nach dem Herausnehmen unter fließendem, lauwarmem Wasser abspülen
  • Bürsten: Mit einer weichen Zahnbürste und mildem Spülmittel oder Zahnpasta sanft reinigen
  • Abtrocknen: Mit einem sauberen Tuch abtrocknen
  • Aufbewahrung: In der Aufbewahrungsbox an einem trockenen, kühlen Ort lagern

Wichtig: Verwenden Sie niemals heißes Wasser, da dies den Kunststoff verformen kann! Die Schiene sollte immer trocken aufbewahrt werden, um Bakterienwachstum zu vermeiden.

Wöchentliche Intensivreinigung

Einmal pro Woche sollten Sie eine gründlichere Reinigung durchführen:

  • Einlegen in spezielle Reinigungstabletten für Zahnschienen (15-30 Minuten)
  • Alternativ: Essigwasser-Lösung (1:3 Verhältnis) für 15 Minuten
  • Anschließend gründlich unter fließendem Wasser abspülen
  • Mit Zahnbürste nachbürsten

Was Sie vermeiden sollten

Zu vermeiden Grund Alternative
Heißes Wasser (>60°C) Verformung des Kunststoffs Lauwarmes Wasser verwenden
Aggressive Reiniger Beschädigung der Oberfläche Milde Seife oder Spülmittel
Alkoholhaltige Mundspülungen Material wird porös Alkoholfreie Spüllösungen
Geschirrspüler Zu hohe Temperaturen Handwäsche
Direkte Sonneneinstrahlung Vergilbung und Verformung Kühle, dunkle Aufbewahrung
Trockene Lagerung ohne Box Staubablagerung, Beschädigung Spezielle Aufbewahrungsbox

Lebensdauer und Austausch

Die Haltbarkeit einer Aufbissschiene hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Material: Harte Michigan-Schienen halten länger (3-5 Jahre) als weiche Schienen (1-2 Jahre)
  • Knirschintensität: Bei starkem Bruxismus schnellerer Verschleiß
  • Pflege: Regelmäßige Reinigung verlängert die Lebensdauer deutlich
  • Passform: Veränderungen der Zahnsituation können Neuanfertigung erforderlich machen

Anzeichen für notwendigen Austausch:

  • Sichtbare Risse oder Brüche in der Schiene
  • Durchgebissene Stellen
  • Schiene sitzt nicht mehr fest
  • Verfärbungen, die sich nicht mehr entfernen lassen
  • Unangenehmer Geruch trotz Reinigung
  • Neue Zahnfüllungen oder Kronen verändern die Passform

Bei guter Pflege und regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen können Sie die Lebensdauer Ihrer Knirschschiene maximieren und langfristig Kosten sparen.

Alternativen und ergänzende Maßnahmen zur Aufbissschiene

Während die Zahnschiene gegen Knirschen die Standardtherapie bei Bruxismus darstellt, gibt es ergänzende Maßnahmen und in bestimmten Fällen auch Alternativen, die den Behandlungserfolg verbessern können.

Ergänzende Therapieansätze

1. Stressmanagement und Entspannungstechniken

Da Bruxismus häufig stressbedingt ist, können folgende Methoden helfen:

  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Autogenes Training
  • Meditation und Achtsamkeitsübungen
  • Yoga
  • Atemtechniken

2. Physiotherapie und Manualtherapie

Bei ausgeprägten Verspannungen und Kiefergelenksproblemen kann eine begleitende physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein:

  • Manuelle Therapie des Kiefergelenks
  • Massage der Kaumuskulatur
  • Dehnübungen
  • Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Triggerpunkt-Behandlung

3. Biofeedback-Therapie

Moderne Biofeedback-Geräte können helfen, das unbewusste Knirschen bewusst zu machen und zu reduzieren. Kleine Sensoren am Kiefer registrieren Muskelaktivität und geben ein Signal, wenn Sie knirschen.

4. Verhaltenstherapie

In schweren Fällen oder bei psychischen Ursachen kann eine kognitive Verhaltenstherapie helfen, Stressauslöser zu identifizieren und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Medikamentöse Unterstützung

In Ausnahmefällen können unterstützende Medikamente eingesetzt werden:

Medikament/Wirkstoff Wirkung Einsatzgebiet Hinweise
Muskelrelaxantien Entspannung der Kaumuskulatur Akute Verspannungen Nur kurzfristig, verschreibungspflichtig
Magnesium Muskelentspannung Unterstützend Rezeptfrei, langfristig möglich
Botox-Injektionen Schwächung der Kaumuskulatur Schwerer Bruxismus Alle 3-6 Monate, kostenintensiv
Pflanzliche Beruhigungsmittel Stressreduktion Leichter Bruxismus Baldrian, Passionsblume, Hopfen

Wichtig: Medikamentöse Ansätze sollten immer in Absprache mit Ihrem Zahnarzt oder Arzt erfolgen und ergänzen die Schienentherapie, ersetzen sie aber nicht.

Kieferorthopädische Behandlung

In manchen Fällen ist Bruxismus auf Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers zurückzuführen. Eine kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen kann dann sinnvoll sein. Besonders bei folgenden Fehlstellungen:

Moderne Methoden wie Invisalign oder andere Aligner-Systeme ermöglichen eine unauffällige Korrektur auch im Erwachsenenalter.

Selbsthilfemaßnahmen im Alltag

Diese einfachen Maßnahmen können Sie selbst umsetzen:

  • Bewusste Kieferhaltung: Zähne sollten sich tagsüber nicht berühren (Ruheposition: leicht geöffnet)
  • Kaugummi vermeiden: Zusätzliche Belastung der Kiefermuskulatur
  • Harte Nahrung reduzieren: Entlastung der Kaumuskulatur
  • Wärmebehandlung: Warmes Tuch auf die Wangen vor dem Schlafengehen
  • Koffein und Alkohol reduzieren: Können Bruxismus verstärken
  • Schlafhygiene verbessern: Regelmäßige Schlafzeiten, entspannende Abendroutine
Ganzheitliche Beratung erhalten

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Besondere Situationen: Bruxismus bei Kindern und Schwangeren

Aufbissschienen für Kinder

Auch Kinder können von Zähneknirschen betroffen sein, besonders während des Zahnwechsels. Bei Kindern ist jedoch Vorsicht geboten:

  • Bis 6 Jahre: Knirschen ist meist entwicklungsbedingt und normal, Schienen sind selten nötig
  • 6-12 Jahre (Zahnwechsel): Knirschen kann durch wechselnde Bisslage entstehen, oft temporär
  • Ab 12 Jahren: Wenn Knirschen persistiert, kann eine Schiene sinnvoll sein

Wichtig: Bei Kindern sollte eine Aufbissschiene nur nach gründlicher Untersuchung und in Absprache mit einem Kinderzahnarzt oder Kieferorthopäden angefertigt werden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Zahnzusatzversicherungen für Kinder.

Bruxismus in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen knirschen häufiger mit den Zähnen, vermutlich aufgrund hormoneller Veränderungen und erhöhtem Stress. Eine Aufbissschiene ist in der Schwangerschaft unbedenklich und wird empfohlen bei:

  • Sichtbaren Zahnschäden
  • Starken Kieferschmerzen
  • Kopfschmerzen durch Verspannungen
  • Schlafstörungen

Die Kosten werden auch in der Schwangerschaft von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Häufig gestellte Fragen zu Zahnschiene gegen Zähneknirschen: Kosten und Wirksamkeit – Aufbissschienen, Knirscherschienen, Kosten und Kassenleistung

Was kostet eine Knirschschiene beim Zahnarzt?

Eine individuell angefertigte Aufbissschiene kostet beim Zahnarzt zwischen 250 und 600 Euro. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei medizinischer Notwendigkeit etwa 150-200 Euro, sodass ein Eigenanteil von 100-400 Euro verbleibt. Premium-Schienen wie die Michigan-Schiene liegen am oberen Ende dieser Preisspanne. Mit einer guten Zahnzusatzversicherung können Sie 80-100% des Eigenanteils erstattet bekommen.

Zahlt die Krankenkasse eine Aufbissschiene?

Ja, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten für eine Aufbissschiene, wenn Ihr Zahnarzt eine medizinische Notwendigkeit feststellt. Dies ist der Fall bei diagnostiziertem Bruxismus mit nachweisbaren Zahnschäden oder Kiefergelenksproblemen. Die Kasse zahlt etwa 150-200 Euro für die Regelversorgung. Rein prophylaktische Schienen ohne bestehende Schäden werden nicht übernommen. Ihr Zahnarzt muss einen Heil- und Kostenplan erstellen, der von der Kasse genehmigt werden muss.

Wie lange hält eine Knirschschiene?

Eine hochwertige, individuell angefertigte Aufbissschiene hält bei guter Pflege 2-5 Jahre. Harte Michigan-Schienen sind besonders langlebig (3-5 Jahre), während weiche Schienen meist nur 1-2 Jahre halten. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Intensität des Knirschens, der Pflege und dem Material ab. Bei starkem Bruxismus kann auch eine hochwertige Schiene schneller verschleißen. Anzeichen für notwendigen Austausch sind Risse, durchgebissene Stellen oder wenn die Schiene nicht mehr richtig sitzt.

Kann ich eine Knirschschiene auch in der Apotheke kaufen?

Ja, in Apotheken und Drogerien sind konfektionierte Aufbissschienen für 15-80 Euro erhältlich. Diese “Boil-and-Bite”-Schienen werden in heißem Wasser erweicht und dann an die Zähne angepasst. Sie bieten jedoch deutlich weniger Tragekomfort und Schutz als individuell angefertigte Schienen vom Zahnarzt. Für leichtes Knirschen oder zum Ausprobieren können sie geeignet sein, bei mittlerem bis schwerem Bruxismus ist eine professionell angefertigte Schiene jedoch deutlich effektiver. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten für Apotheken-Schienen.

Muss ich die Knirschschiene jede Nacht tragen?

Ja, für optimalen Schutz sollten Sie Ihre Aufbissschiene jede Nacht tragen. Bruxismus tritt meist unbewusst während des Schlafs auf, und nur bei konsequentem Tragen ist Ihr Zahnschmelz vollständig geschützt. In den ersten Tagen kann das Tragen ungewohnt sein, die meisten Patienten gewöhnen sich jedoch innerhalb von 1-2 Wochen daran. Wenn Sie die Schiene nur gelegentlich tragen, riskieren Sie weiterhin Zahnschäden in den ungeschützten Nächten. Bei Anpassungsschwierigkeiten sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über mögliche Optimierungen.

Kann eine Zahnschiene das Knirschen komplett stoppen?

Nein, eine Aufbissschiene stoppt das Knirschen selbst nicht, sondern schützt Ihre Zähne vor den Folgen des Knirschens. Das unbewusste Knirschen wird weiterhin stattfinden, aber die Schiene verhindert den direkten Zahnkontakt und verteilt die Kräfte gleichmäßig. Zusätzlich entspannt die leichte Bisserhöhung die Kaumuskulatur, was die Knirschintensität reduzieren kann. Um das Knirschen ursächlich zu behandeln, sind oft ergänzende Maßnahmen wie Stressmanagement, Physiotherapie oder Verhaltenstherapie notwendig.

Wie reinige ich meine Knirschschiene richtig?

Reinigen Sie Ihre Zahnschiene täglich morgens nach dem Tragen: Spülen Sie sie unter lauwarmem (nicht heißem!) Wasser ab und bürsten Sie sie mit einer weichen Zahnbürste und milder Seife oder Zahnpasta. Einmal wöchentlich sollten Sie eine Intensivreinigung mit speziellen Reinigungstabletten für Zahnschienen durchführen (15-30 Minuten einwirken lassen). Bewahren Sie die Schiene trocken in ihrer Box auf. Vermeiden Sie heißes Wasser, aggressive Reiniger und alkoholhaltige Mundspülungen, da diese den Kunststoff beschädigen können.

Was ist besser: Schiene für Oberkiefer oder Unterkiefer?

In den meisten Fällen wird die Aufbissschiene für den Oberkiefer angefertigt, da dies mehrere Vorteile bietet: besserer Halt, geringere Beeinträchtigung der Zunge und der Aussprache, sowie einfachere Anpassung. Oberkieferschienen sind der Standard in der Bruxismus-Therapie. Unterkieferschienen werden seltener verwendet, können aber bei bestimmten anatomischen Gegebenheiten oder bei zusätzlichem Schnarchen sinnvoll sein. Ihr Zahnarzt entscheidet nach gründlicher Untersuchung, welche Variante für Sie optimal ist.

Übernimmt die Zahnzusatzversicherung die Kosten für eine Knirschschiene?

Ja, die meisten guten Zahnzusatzversicherungen übernehmen 80-100% der verbleibenden Kosten für eine Aufbissschiene nach Abzug der Kassenleistung. Achten Sie bei der Tarifwahl darauf, dass Funktionsdiagnostik und -therapie eingeschlossen sind. Viele Tarife haben Wartezeiten von 3-8 Monaten, es gibt aber auch Tarife ohne Wartezeit. Bei bereits diagnostiziertem Bruxismus oder angeratener Behandlung kann die Versicherung Leistungsausschlüsse vorsehen. Ein Vergleich verschiedener Tarife lohnt sich, besonders wenn Sie hochwertige Schienen wünschen oder häufigeren Ersatz benötigen.

Kann ich mit der Knirschschiene sprechen und trinken?

Die Aufbissschiene ist ausschließlich zum nächtlichen Tragen während des Schlafs gedacht. Sprechen ist mit der Schiene möglich, aber die Aussprache ist deutlich beeinträchtigt. Trinken von Wasser ist grundsätzlich möglich, sollte aber vermieden werden, da sich Flüssigkeit unter der Schiene sammeln kann. Essen mit der Schiene ist nicht vorgesehen und sollte nicht erfolgen. Nehmen Sie die Schiene morgens nach dem Aufwachen heraus, reinigen Sie sie gründlich und bewahren Sie sie bis zum nächsten Abend trocken in ihrer Box auf.

Fazit: Zahnschiene gegen Knirschen – Investition in Ihre Zahngesundheit

Eine Zahnschiene gegen Knirschen ist die effektivste Methode, um Ihre Zähne vor den schädlichen Folgen des nächtlichen Bruxismus zu schützen. Mit Kosten von 250-600 Euro für eine individuell angefertigte Aufbissschiene und einer Kassenunterstützung von 150-200 Euro ist die Investition überschaubar – besonders im Vergleich zu den möglichen Folgekosten durch Zahnschäden.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Individuell angefertigte Schienen bieten deutlich besseren Schutz und Komfort als Apotheken-Produkte
  • Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt etwa 150-200 Euro bei medizinischer Notwendigkeit
  • Eine Zahnzusatzversicherung kann den Eigenanteil auf ein Minimum reduzieren und ermöglicht hochwertigere Materialien
  • Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer Ihrer Schiene auf 2-5 Jahre
  • Ergänzende Maßnahmen wie Stressmanagement und Physiotherapie verbessern den Behandlungserfolg

Wenn Sie unter Zähneknirschen leiden oder Anzeichen wie abgeschliffene Zähne, Kieferschmerzen oder morgendliche Kopfschmerzen bei sich bemerken, sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt konsultieren. Je früher Sie mit einer Schienentherapie beginnen, desto besser können Sie Ihre natürliche Zahnsubstanz erhalten und teure Zahnersatz-Behandlungen vermeiden.

Informieren Sie sich auch über die Möglichkeiten einer Zahnzusatzversicherung, die nicht nur die Kosten für Aufbissschienen, sondern auch für professionelle Zahnreinigungen, Implantate und Kronen absichert. Eine rechtzeitige Absicherung zahlt sich langfristig aus.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle zahnmedizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zu Ihrer individuellen Situation konsultieren Sie bitte Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden. Die genannten Kosten sind Durchschnittswerte und können regional sowie praxisabhängig variieren. Informationen zu Versicherungsleistungen sind allgemeiner Natur; die tatsächliche Erstattung hängt vom gewählten Tarif ab. Stand: 2025

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Autor
Joschka Weiss

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