Überbiss korrigieren: Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene

Inhalt

Überbiss korrigieren: Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene

Ein Überbiss bei Erwachsenen ist weit verbreitet und betrifft in Deutschland etwa jeden dritten Menschen – doch nur wenige wissen, dass eine Korrektur auch im Erwachsenenalter noch möglich ist. Ob aus ästhetischen oder gesundheitlichen Gründen: Die moderne Zahnmedizin bietet heute vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, um einen Überbiss zu korrigieren. Von unsichtbaren Alignern über klassische Zahnspangen bis hin zu kieferchirurgischen Eingriffen – die Optionen sind so individuell wie die Ausprägung der Fehlstellung selbst. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Behandlungsmethoden, Kosten, Dauer und worauf Sie bei der Entscheidung für eine Überbiss-Behandlung achten sollten.

Was ist ein Überbiss und welche Formen gibt es?

Ein Überbiss bezeichnet eine Fehlstellung, bei der die oberen Schneidezähne die unteren beim Zusammenbeißen deutlich überragen. Medizinisch wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden, die jeweils unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern.

Der vertikale Überbiss (Overbite) liegt vor, wenn die oberen Frontzähne die unteren zu stark überdecken. Bei einem gesunden Gebiss sollte diese Überdeckung etwa 2-3 Millimeter betragen. Übersteigt sie 5 Millimeter, spricht man von einem behandlungsbedürftigen Überbiss. Der horizontale Überbiss (Overjet) beschreibt den Abstand zwischen oberen und unteren Schneidezähnen in horizontaler Richtung.

Der Begriff Distalbiss wird häufig synonym verwendet und bezeichnet die Rücklage des Unterkiefers gegenüber dem Oberkiefer. Diese skelettale Komponente spielt besonders bei der Behandlungsplanung eine wichtige Rolle. Im Gegensatz dazu steht die Progenie, bei der der Unterkiefer vorsteht – das genaue Gegenteil eines Überbisses.

Ursachen für einen Überbiss bei Erwachsenen

Die Entstehung eines Überbisses hat verschiedene Ursachen, die oft bereits in der Kindheit angelegt wurden:

  • Genetische Veranlagung: Die Kieferform und Zahnstellung werden zu etwa 60-70% vererbt
  • Angewohnheiten in der Kindheit: Langes Daumenlutschen oder Schnullergebrauch über das dritte Lebensjahr hinaus
  • Mundatmung: Chronische Nasenatmungsbehinderungen beeinflussen die Kieferentwicklung
  • Frühzeitiger Zahnverlust: Fehlende Milchzähne können zu Verschiebungen führen
  • Unbehandelte Fehlstellungen: Bereits in der Jugend vorhandene, aber nicht korrigierte Probleme

Bei Erwachsenen können zusätzlich Faktoren wie Zahnverlust, Zähneknirschen oder unzureichender Zahnersatz zu einer Verschlechterung bestehender Fehlstellungen beitragen.

Überbiss-Form Beschreibung Ausprägung Behandlungsbedarf
Leichter Überbiss Überdeckung 3-5 mm Mild Optional, meist ästhetisch
Mittlerer Überbiss Überdeckung 5-8 mm Moderat Empfohlen
Starker Überbiss Überdeckung über 8 mm Schwer Medizinisch notwendig
Skelettaler Überbiss Kieferfehlstellung Variabel Oft chirurgisch

Warum sollte ein Überbiss korrigiert werden?

Viele Erwachsene fragen sich, ob eine Überbiss-Behandlung wirklich notwendig ist oder ob es sich nur um ein kosmetisches Problem handelt. Tatsächlich kann ein unbehandelter Überbiss sowohl gesundheitliche als auch funktionelle Konsequenzen haben.

Gesundheitliche Folgen eines unbehandelten Überbisses

Ein ausgeprägter Überbiss ist mehr als nur eine ästhetische Beeinträchtigung. Die Fehlstellung kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen:

Kiefergelenkbeschwerden gehören zu den häufigsten Folgen. Durch die fehlerhafte Bisslage wird das Kiefergelenk ungleichmäßig belastet, was zu chronischen Schmerzen, Knacken oder einer eingeschränkten Mundöffnung führen kann. Etwa 40% der Patienten mit unbehandeltem Überbiss entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Die erhöhte Abnutzung der Zähne entsteht durch falsche Kontaktpunkte beim Kauen. Besonders die Schneidekanten der unteren Frontzähne und die Innenflächen der oberen Schneidezähne sind betroffen. Diese vorzeitige Abnutzung kann bereits ab dem 40. Lebensjahr zu substanziellem Zahnverlust führen.

Parodontale Probleme treten gehäuft auf, da die Fehlstellung eine gründliche Mundhygiene erschwert. Schwer zugängliche Bereiche begünstigen Zahnfleischentzündungen und können langfristig zu Parodontitis führen. Studien zeigen, dass Patienten mit ausgeprägtem Überbiss ein um 30% erhöhtes Risiko für parodontale Erkrankungen haben.

Weitere Folgen umfassen Sprachstörungen, Schwierigkeiten beim Abbeißen und Kauen sowie ein erhöhtes Verletzungsrisiko der oberen Frontzähne bei Stürzen.

Kostenerstattung für Ihre Überbiss-Behandlung sichern

Erfahren Sie, welche Zahnzusatzversicherung die Kosten für Kieferorthopädie und Zahnspangen bei Erwachsenen übernimmt – kostenlose Beratung

Ästhetische und psychologische Aspekte

Neben den medizinischen Gründen spielen ästhetische Überlegungen eine wichtige Rolle. Ein ausgeprägter Überbiss kann das Gesichtsprofil deutlich beeinflussen und zu einem zurückweichenden Kinn führen. Viele Betroffene leiden unter einem verminderten Selbstbewusstsein und vermeiden es zu lächeln oder in sozialen Situationen zu sprechen.

Psychologische Studien belegen, dass Menschen mit sichtbaren Zahnfehlstellungen häufiger von Unsicherheit und sozialer Angst betroffen sind. Nach einer erfolgreichen Überbiss-Behandlung berichten über 85% der Patienten von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität und ihres Selbstwertgefühls.

Behandlungsmöglichkeiten: Überbiss korrigieren ohne OP

Die gute Nachricht für Erwachsene: In vielen Fällen lässt sich ein Überbiss ohne chirurgischen Eingriff korrigieren. Die moderne Kieferorthopädie bietet verschiedene Methoden, die je nach Ausprägung der Fehlstellung zum Einsatz kommen.

Aligner-Therapie: Die unsichtbare Lösung

Transparente Aligner haben in den letzten Jahren die Behandlung von Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen revolutioniert. Diese herausnehmbaren Kunststoffschienen sind nahezu unsichtbar und bieten eine komfortable Alternative zur klassischen Zahnspange.

Überbiss Aligner funktionieren durch eine Serie individuell angefertigter Schienen, die die Zähne schrittweise in die gewünschte Position bewegen. Jede Schiene wird etwa zwei Wochen getragen, bevor zur nächsten gewechselt wird. Die Behandlung eines leichten bis mittleren Überbisses dauert typischerweise 12 bis 24 Monate.

Die Vorteile der Aligner-Therapie sind vielfältig: Sie sind ästhetisch ansprechend, herausnehmbar zum Essen und zur Zahnpflege, verursachen weniger Schleimhautreizungen als feste Spangen und ermöglichen eine präzise digitale Planung des Behandlungsverlaufs. Allerdings erfordert die Methode Disziplin – die Schienen müssen mindestens 22 Stunden täglich getragen werden.

Wichtig zu wissen: Aligner eignen sich nicht für alle Fälle. Bei stark ausgeprägtem skelettalen Überbiss oder wenn eine Kieferkorrektur notwendig ist, stoßen sie an ihre Grenzen. Eine genaue Diagnostik durch einen erfahrenen Kieferorthopäden ist daher unerlässlich.

Feste Zahnspange für Erwachsene

Die klassische Überbiss Zahnspange bleibt auch im Erwachsenenalter eine effektive Behandlungsoption. Moderne Bracketsysteme sind deutlich unauffälliger als früher und bieten bei komplexen Fehlstellungen oft die präziseste Kontrolle.

Es gibt verschiedene Varianten:

  • Metallbrackets: Robust und kostengünstig, aber sichtbar
  • Keramikbrackets: Zahnfarben und deutlich unauffälliger
  • Lingualtechnik: Brackets auf der Innenseite der Zähne, völlig unsichtbar
  • Selbstligierende Brackets: Kürzere Behandlungszeiten durch effizientere Mechanik

Die Behandlungsdauer mit einer festen Zahnspange beträgt bei Erwachsenen durchschnittlich 18 bis 30 Monate, abhängig von der Schwere der Fehlstellung. Während dieser Zeit sind regelmäßige Kontrollen alle 4-6 Wochen notwendig.

Ein wesentlicher Vorteil fester Zahnspangen ist ihre Vielseitigkeit. Sie können auch komplexe dreidimensionale Zahnbewegungen durchführen und sind bei der Korrektur von Bisshöhen besonders effektiv. Zudem ist die Mitarbeit des Patienten weniger kritisch als bei herausnehmbaren Apparaturen.

Behandlungsmethode Geeignet für Behandlungsdauer Sichtbarkeit Kosten (ca.)
Aligner (z.B. Invisalign) Leicht bis mittel 12-24 Monate Nahezu unsichtbar 3.500-7.000 €
Keramikbrackets Alle Schweregrade 18-30 Monate Unauffällig 4.000-6.500 €
Metallbrackets Alle Schweregrade 18-30 Monate Sichtbar 3.000-5.000 €
Lingualtechnik Alle Schweregrade 20-32 Monate Unsichtbar 7.000-10.000 €
Kombinationstherapie Komplex 24-36 Monate Variabel 5.000-8.000 €

Funktionskieferorthopädische Geräte

Obwohl funktionskieferorthopädische Geräte hauptsächlich im Wachstumsalter eingesetzt werden, können modifizierte Versionen auch bei jungen Erwachsenen bis etwa 25 Jahren noch wirksam sein. Diese Geräte nutzen die Muskelkraft und beeinflussen das Kieferwachstum.

Bei Erwachsenen kommen sie meist in Kombination mit anderen Methoden zum Einsatz, etwa zur Vorbereitung auf eine feste Zahnspange oder zur Unterstützung der Stabilisierung nach der aktiven Behandlung.

Überbiss OP: Wann ist ein chirurgischer Eingriff notwendig?

Nicht jeder Überbiss lässt sich allein durch kieferorthopädische Maßnahmen korrigieren. Bei ausgeprägten skelettalen Fehlstellungen, bei denen die Kieferknochen selbst in einem ungünstigen Verhältnis zueinander stehen, ist oft eine kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung notwendig.

Indikationen für eine kieferchirurgische Behandlung

Eine Überbiss OP wird in folgenden Fällen erwogen:

  • Skelettaler Überbiss mit einer Diskrepanz von mehr als 10 mm
  • Ausgeprägte Rücklage des Unterkiefers (Distalbiss)
  • Kombination aus vertikalem und horizontalem Überbiss
  • Funktionelle Beeinträchtigungen beim Kauen oder Sprechen
  • Kiefergelenkbeschwerden, die durch Zahnspange allein nicht behoben werden können
  • Ästhetische Beeinträchtigungen des Gesichtsprofils

Die Entscheidung für einen chirurgischen Eingriff wird nie leichtfertig getroffen. Ausführliche Diagnostik mittels dreidimensionaler Röntgenaufnahmen (DVT), Modellanalysen und Funktionsuntersuchungen sind Voraussetzung für die Planung.

Ablauf einer kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlung

Die Behandlung erfolgt in mehreren Phasen und erstreckt sich typischerweise über 2-3 Jahre:

Phase 1: Präoperative Kieferorthopädie (12-18 Monate)
Zunächst werden die Zähne mit einer festen Zahnspange in eine optimale Position innerhalb ihrer jeweiligen Kiefer gebracht. Diese Phase mag zunächst paradox erscheinen, da sich die Fehlstellung optisch oft noch verstärkt – sie ist jedoch essentiell für das spätere chirurgische Ergebnis.

Phase 2: Chirurgischer Eingriff
Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert je nach Umfang 2-4 Stunden. Bei der häufigsten Form, der bimaxillären Umstellungsosteotomie, werden sowohl Ober- als auch Unterkiefer repositioniert. Die Schnitte erfolgen im Mundinneren, sodass keine sichtbaren Narben entstehen. Die Kiefer werden mit Titanplatten und -schrauben fixiert, die in der Regel dauerhaft im Körper verbleiben.

Phase 3: Postoperative Phase
Nach der Operation folgt eine Heilungsphase von etwa 6 Wochen, in der nur weiche Nahrung zu sich genommen werden darf. Schwellungen und Taubheitsgefühle sind normal und klingen meist nach einigen Wochen ab. Die Zahnspange bleibt während dieser Zeit im Mund.

Phase 4: Feineinstellung (6-12 Monate)
Nach der Heilung werden die Zähne kieferorthopädisch fein justiert, um einen perfekten Biss zu erreichen.

Wird Ihre Kiefer-OP von der Versicherung übernommen?

Lassen Sie sich kostenlos beraten, welche Zahnzusatzversicherung auch kieferchirurgische Eingriffe abdeckt

Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei der Kieferumstellung Risiken. Zu den möglichen Komplikationen gehören vorübergehende oder in seltenen Fällen dauerhafte Gefühlsstörungen im Gesicht, Infektionen, Nachblutungen oder eine unzureichende Knochenheilung. Das Risiko für bleibende Nervschäden liegt bei erfahrenen Operateuren unter 1%.

Moderne Operationstechniken und computergestützte Planung haben die Sicherheit in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dennoch sollte die Entscheidung für eine Kiefer-OP sorgfältig abgewogen werden.

Kosten der Überbiss-Behandlung bei Erwachsenen

Die finanziellen Aspekte einer Überbiss-Korrektur sind für viele Patienten ein entscheidender Faktor. Die Überbiss Kosten variieren erheblich je nach gewählter Behandlungsmethode, Schweregrad der Fehlstellung und regionalen Unterschieden.

Kostenübersicht nach Behandlungsart

Die Gesamtkosten setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Diagnostik (200-500 €), aktive Behandlung, Retentionsphase und Nachsorge. Bei chirurgischen Eingriffen kommen Krankenhauskosten und Anästhesie hinzu.

Behandlungsart Kosten gesamt Dauer GKV-Zuschuss Eigenanteil (ca.)
Aligner-Therapie 3.500-7.000 € 12-24 Monate 0 € 3.500-7.000 €
Feste Zahnspange (Metall) 3.000-5.000 € 18-30 Monate 0 € 3.000-5.000 €
Feste Zahnspange (Keramik) 4.000-6.500 € 18-30 Monate 0 € 4.000-6.500 €
Lingualtechnik 7.000-10.000 € 20-32 Monate 0 € 7.000-10.000 €
Kiefer-OP (kombiniert) 10.000-20.000 € 24-36 Monate Bei med. Indikation: bis 100% 0-5.000 €

Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen. Eine Kostenerstattung erfolgt ausschließlich bei:

  • Schweren Kieferanomalien mit nachgewiesener funktioneller Beeinträchtigung
  • Kombiniert kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlungen bei skelettalen Dysgnathien
  • Unfallbedingten Fehlstellungen
  • Angeborenen Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

In diesen Fällen muss die medizinische Notwendigkeit durch einen Facharzt bestätigt und ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Bewilligung erfolgt nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst (MD).

Rein ästhetisch motivierte Behandlungen werden von der GKV nicht übernommen, selbst wenn gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen. Dies betrifft die Mehrzahl der Überbiss-Behandlungen bei Erwachsenen.

Zahnzusatzversicherung für kieferorthopädische Behandlungen

Eine spezialisierte Zahnzusatzversicherung kann die finanzielle Belastung erheblich reduzieren. Allerdings gibt es wichtige Punkte zu beachten:

Abschluss vor Behandlungsbeginn: Die Versicherung muss abgeschlossen werden, bevor die Fehlstellung diagnostiziert oder eine Behandlung empfohlen wurde. Bereits bekannte Probleme sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Wartezeiten: Die meisten Tarife haben Wartezeiten von 6-8 Monaten. Einige Versicherungen bieten Sofortschutz gegen Aufpreis.

Leistungshöhen: Die Erstattung variiert zwischen 50-85% der Kosten, oft mit jährlichen oder lebenslangen Höchstgrenzen (z.B. 2.000-5.000 € für KFO).

Altersgrenzen: Viele Tarife schließen kieferorthopädische Leistungen für Erwachsene über 21 oder 25 Jahren aus oder begrenzen sie stark.

Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen und die Tarifbedingungen genau zu prüfen. Spezialtarife für Erwachsenen-Kieferorthopädie sind verfügbar, aber oft teurer als Standard-Zahnzusatzversicherungen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Viele Kieferorthopäden bieten Ratenzahlungsmodelle an, die die monatliche Belastung auf die Behandlungsdauer verteilen. Typischerweise liegt die monatliche Rate bei 100-250 €. Manche Praxen arbeiten mit spezialisierten Finanzierungsanbietern zusammen, die auch längere Laufzeiten ermöglichen.

Eine weitere Option ist die steuerliche Absetzbarkeit. Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen können als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, allerdings erst ab Überschreiten der zumutbaren Eigenbelastung.

Behandlungsablauf: Von der Diagnose bis zum Ergebnis

Eine erfolgreiche Überbiss-Behandlung folgt einem strukturierten Ablauf, der individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt wird. Das Verständnis der einzelnen Phasen hilft bei der Vorbereitung und realistischen Erwartungen.

Erstberatung und Diagnostik

Der erste Schritt ist eine umfassende Untersuchung durch einen Kieferorthopäden oder spezialisierten Zahnarzt. Diese beinhaltet:

Klinische Untersuchung: Beurteilung der Zahnstellung, Bisslage, Kiefergelenke und Gesichtsästhetik. Der Arzt misst die Überdeckung, prüft die Kieferbeweglichkeit und untersucht mögliche Funktionsstörungen.

Röntgendiagnostik: Panoramaröntgen für einen Gesamtüberblick, seitliches Fernröntgen (Kephalometrie) zur Analyse der skelettalen Verhältnisse und bei Bedarf dreidimensionale Aufnahmen (DVT) für die chirurgische Planung.

Abformungen und Fotos: Präzise Gipsmodelle oder digitale Scans der Zahnreihen sowie standardisierte Fotos von Gesicht und Zähnen dokumentieren den Ausgangszustand.

Funktionsanalyse: Bei Verdacht auf Kiefergelenkprobleme erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Kiefergelenke und Kaumuskulatur.

Basierend auf diesen Befunden erstellt der Kieferorthopäde einen individuellen Behandlungsplan mit verschiedenen Optionen, Zeitrahmen und Kostenschätzungen.

Aktive Behandlungsphase

Nach der Entscheidung für eine Behandlungsmethode beginnt die aktive Phase. Bei Aligner-Therapie werden zunächst alle Schienen angefertigt, bei festen Zahnspangen die Brackets geklebt.

Die regelmäßigen Kontrolltermine sind essentiell für den Erfolg. Dabei werden:

  • Fortschritte kontrolliert und dokumentiert
  • Drähte gewechselt oder Aligner überprüft
  • Notwendige Anpassungen vorgenommen
  • Die Mundhygiene überprüft
  • Eventuelle Probleme besprochen

Die Mitarbeit des Patienten ist entscheidend. Bei Alignern bedeutet dies das konsequente Tragen der Schienen, bei festen Zahnspangen die sorgfältige Mundhygiene und das Einhalten von Ernährungsempfehlungen.

Retentionsphase: Stabilisierung des Ergebnisses

Nach Abschluss der aktiven Behandlung beginnt die oft unterschätzte Retentionsphase. Die Zähne haben eine natürliche Tendenz, in ihre ursprüngliche Position zurückzuwandern. Ohne Stabilisierung kann es zu einem Rückfall (Rezidiv) kommen.

Festsitzende Retainer sind dünne Drähte, die auf der Innenseite der Frontzähne befestigt werden. Sie sind unsichtbar und stören nicht beim Sprechen oder Essen. Idealerweise verbleiben sie dauerhaft im Mund.

Herausnehmbare Retainer sind durchsichtige Schienen, die nachts getragen werden. Sie bieten den Vorteil, dass sie zur Reinigung entfernt werden können und auch die Backenzähne stabilisieren.

Die Retentionsphase dauert mindestens 1-2 Jahre, bei Erwachsenen wird oft eine lebenslange Retention empfohlen. Regelmäßige Kontrollen alle 6-12 Monate stellen sicher, dass die Stabilität erhalten bleibt.

Professionelle Beratung für Ihre Überbiss-Korrektur

Finden Sie den passenden Kieferorthopäden und die optimale Finanzierung – unverbindlich und kostenlos

Besonderheiten der Überbiss-Behandlung bei Erwachsenen

Die Korrektur eines Überbisses im Erwachsenenalter unterscheidet sich in mehreren Aspekten von der Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Diese Besonderheiten sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Biologische Unterschiede

Bei Erwachsenen ist das Kieferwachstum abgeschlossen, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Einerseits sind die Verhältnisse stabil und Planungen verlässlicher. Andererseits können skelettale Diskrepanzen nicht mehr durch Wachstumslenkung beeinflusst werden, was bei ausgeprägten Fehlstellungen häufiger chirurgische Eingriffe notwendig macht.

Die Zahnbewegung erfolgt langsamer als bei Jugendlichen, da der Knochenumbau bei Erwachsenen weniger aktiv ist. Dies verlängert die Behandlungsdauer um etwa 20-30%. Gleichzeitig ist das Risiko für Wurzelresorptionen (Verkürzung der Zahnwurzeln) leicht erhöht.

Parodontale Vorerkrankungen sind bei Erwachsenen häufiger. Vor Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung muss das Zahnfleisch gesund sein. Bei bestehender Parodontitis ist zunächst eine entsprechende Therapie notwendig. Die Behandlung erfolgt dann mit reduzierter Kraft und unter engmaschiger parodontologischer Kontrolle.

Ästhetische Anforderungen

Erwachsene Patienten legen meist großen Wert auf unauffällige Behandlungsmethoden. Die Akzeptanz sichtbarer Zahnspangen ist im Berufsleben oft geringer als bei Jugendlichen. Dies erklärt die große Beliebtheit von Alignern und zahnfarbenen Brackets.

Gleichzeitig ist die ästhetische Erwartungshaltung oft höher. Nicht nur die Zahnstellung, sondern auch die Auswirkung auf das Gesichtsprofil und das Lächeln spielen eine wichtige Rolle. Moderne Behandlungsplanungen berücksichtigen diese Aspekte durch digitale Smile-Design-Verfahren.

Kombinationsbehandlungen

Häufig ist bei Erwachsenen eine interdisziplinäre Behandlung notwendig. Die Kombination von Kieferorthopädie mit anderen zahnmedizinischen Fachbereichen optimiert das Endergebnis:

  • Parodontologie: Behandlung von Zahnfleischerkrankungen vor und während der KFO-Therapie
  • Prothetik: Integration von Zahnersatz in die Behandlungsplanung
  • Implantologie: Platzhaltung oder Lückenschluss bei fehlenden Zähnen
  • Ästhetische Zahnmedizin: Abschließende Optimierung mit Veneers oder Bleaching

Diese ganzheitliche Herangehensweise führt zu harmonischeren und langlebigeren Ergebnissen, erfordert aber auch eine sorgfältige Koordination zwischen den beteiligten Fachärzten.

Erfolgsaussichten und realistische Erwartungen

Die Korrektur eines Überbisses bei Erwachsenen ist in den allermeisten Fällen erfolgreich möglich. Die moderne Kieferorthopädie verfügt über ausgereifte Methoden und Technologien, die vorhersagbare Ergebnisse liefern.

Faktoren für den Behandlungserfolg

Der Erfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Schweregrad der Fehlstellung: Leichte bis mittlere Überbisse lassen sich fast immer ohne chirurgischen Eingriff korrigieren. Bei skelettalen Fehlstellungen sind die Ergebnisse mit kombinierter Behandlung ebenfalls sehr gut, erfordern aber mehr Aufwand.

Patienten-Compliance: Die konsequente Mitarbeit ist essentiell. Bei Alignern müssen die Schienen täglich 22 Stunden getragen werden, bei allen Methoden ist exzellente Mundhygiene notwendig. Studien zeigen, dass mangelnde Mitarbeit die häufigste Ursache für verlängerte Behandlungszeiten oder suboptimale Ergebnisse ist.

Biologische Faktoren: Knochenqualität, Parodontalzustand und individuelle Gewebereaktionen beeinflussen die Zahnbewegung. Diese Faktoren sind nur teilweise vorhersehbar.

Erfahrung des Behandlers: Die Expertise des Kieferorthopäden spielt eine wichtige Rolle, besonders bei komplexen Fällen. Fachzahnärzte für Kieferorthopädie haben eine mehrjährige Zusatzausbildung absolviert.

Was kann realistisch erreicht werden?

Bei den meisten Patienten kann die Überbiss-Korrektur folgende Verbesserungen erzielen:

  • Normalisierung der vertikalen und horizontalen Frontzahnrelation
  • Verbesserung der Kaufunktion und gleichmäßige Belastung aller Zähne
  • Harmonisierung des Gesichtsprofils
  • Reduktion von Kiefergelenkbeschwerden
  • Verbesserung der Mundhygienefähigkeit
  • Ästhetisches, natürliches Lächeln

Wichtig ist zu verstehen, dass Perfektion nicht immer erreichbar ist. Ziel ist ein funktionell stabiles, ästhetisch ansprechendes und langfristig gesundes Ergebnis – nicht die theoretisch ideale Zahnstellung aus dem Lehrbuch.

Manche Kompromisse können notwendig sein, etwa wenn die Zahnwurzeln bestimmte Bewegungen nicht zulassen oder wenn der Patient eine chirurgische Option ablehnt. Ein erfahrener Kieferorthopäde wird realistische Erwartungen setzen und den bestmöglichen individuellen Plan erstellen.

Langzeitstabilität

Die Langzeitstabilität ist bei konsequenter Retention sehr gut. Studien mit 10-Jahres-Follow-up zeigen, dass bei über 80% der Patienten mit festsitzenden Retainern die Korrektur stabil bleibt. Ohne Retention liegt die Rezidivrate deutlich höher.

Natürliche Alterungsprozesse führen bei allen Menschen zu leichten Zahnverschiebungen. Diese sind normal und bedeuten nicht, dass die Behandlung gescheitert ist. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und die Einhaltung der Retentionsempfehlungen minimieren diese Veränderungen.

Alternativen und ergänzende Maßnahmen

Nicht jeder Patient möchte oder kann sich einer umfassenden kieferorthopädischen Behandlung unterziehen. In manchen Fällen gibt es alternative oder ergänzende Ansätze.

Ästhetische Korrekturen ohne Zahnbewegung

Bei leichten ästhetischen Beeinträchtigungen können Veneers oder Komposit-Veneers eine Alternative darstellen. Diese hauchdünnen Verblendschalen kaschieren Fehlstellungen, ohne die Zahnposition zu verändern. Sie eignen sich jedoch nur für begrenzte Fälle und beheben nicht die funktionellen Probleme eines Überbisses.

Der Vorteil liegt in der schnellen Umsetzung (wenige Sitzungen statt Monate oder Jahre) und den vergleichsweise moderaten Kosten. Allerdings ist dies eine rein kosmetische Lösung, die die Ursachen nicht behebt.

Physiotherapeutische Ansätze

Bei Kiefergelenkbeschwerden durch einen Überbiss kann begleitende Physiotherapie hilfreich sein. Spezielle manuelle Techniken, Übungen und Entspannungsverfahren lindern Symptome und verbessern die Kieferfunktion. Sie ersetzen keine Korrektur der Fehlstellung, können aber die Beschwerden während und nach der Behandlung reduzieren.

Akzeptanz und Beobachtung

Nicht jeder Überbiss muss zwingend behandelt werden. Bei leichten Fehlstellungen ohne funktionelle Probleme oder Beschwerden kann die bewusste Entscheidung gegen eine Behandlung sinnvoll sein. Wichtig ist dann eine regelmäßige Kontrolle, um Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen.

Diese Option kommt besonders für ältere Patienten oder bei relevanten Vorerkrankungen in Betracht, bei denen der Behandlungsaufwand in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht.

Tipps für die Suche nach dem richtigen Behandler

Die Wahl des richtigen Kieferorthopäden ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Folgende Kriterien helfen bei der Auswahl:

Qualifikation und Erfahrung

Achten Sie auf die Bezeichnung “Fachzahnarzt für Kieferorthopädie”. Diese Spezialisierung erfordert eine mindestens dreijährige Weiterbildung nach dem Zahnmedizinstudium. Zwar dürfen auch allgemeine Zahnärzte kieferorthopädische Behandlungen durchführen, die Expertise eines Facharztes ist jedoch bei komplexen Fällen von Vorteil.

Fragen Sie nach der Erfahrung mit Erwachsenenbehandlungen und speziell mit Ihrer gewünschten Methode. Ein Kieferorthopäde, der hauptsächlich Kinder behandelt, ist möglicherweise nicht die beste Wahl für komplexe Erwachsenenfälle.

Erstberatung und Kommunikation

Eine gründliche Erstberatung sollte mindestens 30-45 Minuten dauern. Der Behandler sollte:

  • Verschiedene Behandlungsoptionen erklären
  • Vor- und Nachteile jeder Methode darstellen
  • Realistische Zeitrahmen und Kosten nennen
  • Auf Ihre individuellen Wünsche und Bedenken eingehen
  • Fragen geduldig beantworten

Misstrauen Sie Behandlern, die nur eine einzige Methode anbieten oder unrealistisch kurze Behandlungszeiten versprechen. Seriöse Kieferorthopäden präsentieren verschiedene Optionen und helfen Ihnen, die für Sie passende zu finden.

Praxisausstattung und Technologie

Moderne Diagnostik und Behandlungsplanung erfordern entsprechende Ausstattung. Digitale Volumentomographie (DVT), intraorale Scanner und computergestützte Planungssoftware ermöglichen präzisere Ergebnisse. Fragen Sie nach der technischen Ausstattung der Praxis.

Referenzen und Vorher-Nachher-Bilder

Viele Kieferorthopäden präsentieren Behandlungsergebnisse auf ihrer Website oder in der Praxis. Achten Sie dabei auf Fälle, die Ihrer Situation ähneln. Online-Bewertungen können zusätzliche Einblicke geben, sollten aber kritisch betrachtet werden.

Zweitmeinung einholen

Bei umfangreichen oder chirurgischen Behandlungen ist eine Zweitmeinung empfehlenswert. Verschiedene Kieferorthopäden können unterschiedliche Herangehensweisen vorschlagen. Dies hilft Ihnen, eine informierte Entscheidung zu treffen und gibt Sicherheit.

Kriterium Worauf achten? Warnsignale
Qualifikation Fachzahnarzt für KFO, Zertifikate Keine erkennbare Spezialisierung
Beratungsqualität Ausführlich, verschiedene Optionen Druck, sofort zu entscheiden
Transparenz Klare Kosten- und Zeitangaben Vage oder unrealistische Versprechen
Erfahrung Viele Erwachsenenbehandlungen Hauptsächlich Kinderpraxis
Technologie Moderne Diagnostik, digitale Planung Veraltete Ausstattung
Kommunikation Geduldig, verständlich, einfühlsam Herablassend oder abweisend

Leben mit Zahnspange: Praktische Tipps für den Alltag

Eine kieferorthopädische Behandlung im Erwachsenenalter erfordert Anpassungen im Alltag. Mit den richtigen Strategien lassen sich potenzielle Unannehmlichkeiten minimieren.

Mundhygiene während der Behandlung

Exzellente Mundhygiene ist während der gesamten Behandlung essentiell. Bei festen Zahnspangen sammeln sich Speisereste leichter an, was das Kariesrisiko erhöht.

Empfohlene Routine:

  • Nach jeder Mahlzeit Zähne putzen (mindestens 3x täglich)
  • Spezielle Interdentalbürsten für Bereiche unter dem Draht verwenden
  • Fluoridhaltige Mundspülung zur Kariesprävention
  • Professionelle Zahnreinigung alle 3-4 Monate
  • Elektrische Zahnbürste mit Brackets-Aufsatz nutzen

Bei Alignern ist die Mundhygiene einfacher, da die Schienen zur Reinigung entfernt werden. Wichtig ist, die Zähne vor dem Wiedereinsetzen gründlich zu putzen und auch die Aligner täglich zu reinigen.

Ernährung und Essgewohnheiten

Mit festen Zahnspangen sollten bestimmte Lebensmittel gemieden werden:

Zu vermeiden: Harte Lebensmittel (Nüsse, hartes Brot, Eis), klebrige Süßigkeiten (Karamell, Kaugummi), sehr zähe Speisen (zähes Fleisch). Diese können Brackets ablösen oder Drähte verbiegen.

Empfehlenswert: Weiche Speisen, klein geschnittenes Essen, Suppen, Smoothies, weiches Gemüse und Obst. In den ersten Tagen nach Anpassungen können die Zähne empfindlich sein – dann sind besonders weiche Speisen hilfreich.

Bei Alignern können Sie normal essen, da die Schienen zum Essen entfernt werden. Achten Sie darauf, nach Mahlzeiten die Zähne zu putzen, bevor Sie die Aligner wieder einsetzen.

Umgang mit Beschwerden

Leichte Schmerzen und Druckgefühle sind besonders nach Anpassungen normal. Sie klingen meist nach 2-3 Tagen ab. Hilfreich sind:

  • Rezeptfreie Schmerzmittel (nach Rücksprache mit dem Arzt)
  • Kühlung der Wangen von außen
  • Weiche, kühle Speisen
  • Orthodontisches Wachs bei Schleimhautreizungen

Bei starken oder anhaltenden Schmerzen sollten Sie Ihren Kieferorthopäden kontaktieren.

Berufsleben und soziale Situationen

Viele Erwachsene sorgen sich um die Auswirkungen der Behandlung auf ihr Berufsleben. Die gute Nachricht: Die meisten Menschen gewöhnen sich schnell an die Zahnspange und werden von ihrem Umfeld unterstützt.

Bei Präsentationen oder wichtigen Meetings können Aligner kurzzeitig entfernt werden (sollte aber die Ausnahme bleiben). Bei festen Zahnspangen hilft eine selbstbewusste Haltung – die Behandlung zeigt, dass Sie in Ihre Gesundheit investieren.

Die Aussprache kann anfangs leicht beeinträchtigt sein, besonders bei Lingualtechnik. Mit etwas Übung normalisiert sich dies jedoch innerhalb weniger Wochen.

Häufig gestellte Fragen zu Überbiss korrigieren: Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene

Kann man einen Überbiss im Erwachsenenalter noch korrigieren?

Ja, ein Überbiss kann auch bei Erwachsenen erfolgreich korrigiert werden. Obwohl das Kieferwachstum abgeschlossen ist, ermöglichen moderne kieferorthopädische Methoden wie Aligner, feste Zahnspangen oder in schweren Fällen kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlungen die Korrektur von Zahnfehlstellungen. Die Behandlung dauert bei Erwachsenen typischerweise 18-30 Monate, abhängig vom Schweregrad der Fehlstellung. Wichtig ist eine gründliche Diagnostik und individuelle Behandlungsplanung durch einen erfahrenen Kieferorthopäden.

Wie viel kostet die Korrektur eines Überbisses bei Erwachsenen?

Die Kosten für eine Überbiss-Behandlung variieren je nach Methode erheblich. Aligner-Therapie kostet zwischen 3.500-7.000 €, feste Zahnspangen 3.000-6.500 €, Lingualtechnik 7.000-10.000 € und kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlungen 10.000-20.000 €. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen bei schweren Kieferanomalien mit medizinischer Indikation. Eine spezialisierte Zahnzusatzversicherung kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren, muss aber vor Behandlungsbeginn abgeschlossen werden.

Welche Behandlungsmethode ist für Erwachsene am besten geeignet?

Die optimale Behandlungsmethode hängt vom Schweregrad der Fehlstellung, Ihren ästhetischen Präferenzen und dem Budget ab. Aligner sind bei leichten bis mittleren Überbissen ideal, da sie nahezu unsichtbar und komfortabel sind. Feste Zahnspangen bieten bei komplexeren Fällen präzisere Kontrolle und sind oft effektiver. Keramikbrackets oder Lingualtechnik sind unauffällige Alternativen zu Metallbrackets. Bei skelettalen Fehlstellungen mit ausgeprägtem Distalbiss kann eine kieferchirurgische Komponente notwendig sein. Eine ausführliche Beratung beim Kieferorthopäden klärt, welche Methode für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist.

Wie lange dauert die Behandlung eines Überbisses bei Erwachsenen?

Die Behandlungsdauer variiert je nach Schweregrad und gewählter Methode. Bei leichten bis mittleren Fehlstellungen mit Alignern rechnet man mit 12-24 Monaten, bei festen Zahnspangen mit 18-30 Monaten. Komplexe Fälle oder Lingualtechnik können 20-32 Monate dauern. Kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlungen erstrecken sich über 24-36 Monate, einschließlich prä- und postoperativer kieferorthopädischer Phasen. Nach der aktiven Behandlung folgt eine lebenslange Retentionsphase zur Stabilisierung des Ergebnisses. Die Behandlung bei Erwachsenen dauert tendenziell 20-30% länger als bei Jugendlichen, da der Knochenumbau langsamer erfolgt.

Ist eine Überbiss-Korrektur schmerzhaft?

Die Behandlung selbst ist nicht schmerzhaft, kann aber zu vorübergehenden Beschwerden führen. Nach dem Einsetzen der Zahnspange oder bei Anpassungen verspüren die meisten Patienten für 2-4 Tage ein Druckgefühl und leichte Schmerzen, die mit rezeptfreien Schmerzmitteln gut behandelbar sind. Die Zähne können empfindlich auf Kauen reagieren, weshalb in dieser Zeit weiche Speisen empfohlen werden. Bei festen Zahnspangen können anfangs Schleimhautreizungen auftreten, die sich mit orthodontischem Wachs lindern lassen. Aligner verursachen meist weniger Beschwerden als feste Zahnspangen. Die meisten Patienten gewöhnen sich innerhalb von 1-2 Wochen an die Apparatur.

Kann ein Überbiss ohne Operation korrigiert werden?

Ja, viele Überbisse lassen sich ohne chirurgischen Eingriff korrigieren. Rein dentale Fehlstellungen, bei denen die Zahnstellung das Hauptproblem darstellt, können mit Alignern oder festen Zahnspangen erfolgreich behandelt werden. Auch leichte bis mittlere skelettale Komponenten lassen sich oft durch Kompensation über Zahnbewegungen kaschieren. Eine Operation wird nur bei ausgeprägten skelettalen Fehlstellungen mit Diskrepanzen über 10 mm, starkem Distalbiss oder wenn funktionelle Beeinträchtigungen durch Zahnspange allein nicht behoben werden können, notwendig. Etwa 70-80% der Überbisse bei Erwachsenen können ohne chirurgischen Eingriff behandelt werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Überbiss-Behandlung bei Erwachsenen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen. Eine Kostenübernahme erfolgt ausschließlich bei schweren Kieferanomalien mit nachgewiesener funktioneller Beeinträchtigung, kombiniert kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlungen bei skelettalen Dysgnathien, unfallbedingten Fehlstellungen oder angeborenen Fehlbildungen. Die medizinische Notwendigkeit muss durch einen Facharzt bestätigt und ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Rein ästhetisch motivierte Behandlungen werden nicht übernommen. Eine Zahnzusatzversicherung mit Leistungen für Erwachsenen-Kieferorthopädie kann die Kosten teilweise erstatten, muss aber vor Behandlungsbeginn abgeschlossen werden.

Welche Risiken gibt es bei der Überbiss-Korrektur?

Kieferorthopädische Behandlungen sind grundsätzlich sicher, bergen aber gewisse Risiken. Zu den möglichen Komplikationen gehören Wurzelresorptionen (Verkürzung der Zahnwurzeln), Zahnfleischrückgang bei unzureichender Mundhygiene, Karies durch erschwerte Zahnpflege, vorübergehende Lockerung der Zähne während der Bewegung und allergische Reaktionen auf Materialien (selten). Bei chirurgischen Eingriffen kommen Risiken wie vorübergehende oder selten dauerhafte Gefühlsstörungen, Infektionen oder Nachblutungen hinzu. Das Risiko für bleibende Nervschäden liegt bei erfahrenen Operateuren unter 1%. Regelmäßige Kontrollen, exzellente Mundhygiene und die Wahl eines erfahrenen Behandlers minimieren diese Risiken erheblich.

Wie pflegt man die Zähne während der Überbiss-Behandlung?

Während einer kieferorthopädischen Behandlung ist besonders gründliche Mundhygiene essentiell. Bei festen Zahnspangen sollten Sie nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen (mindestens 3x täglich), spezielle Interdentalbürsten für Bereiche unter dem Draht verwenden, fluoridhaltige Mundspülung zur Kariesprävention nutzen und alle 3-4 Monate eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Elektrische Zahnbürsten mit speziellen Aufsätzen erleichtern die Reinigung. Bei Alignern ist die Pflege einfacher, da die Schienen zur Reinigung entfernt werden. Wichtig ist, die Zähne vor dem Wiedereinsetzen gründlich zu putzen und auch die Aligner täglich mit einer weichen Bürste und milder Seife zu reinigen. Vermeiden Sie heißes Wasser, da es die Aligner verformen kann.

Was passiert nach Abschluss der Überbiss-Behandlung?

Nach der aktiven Behandlung beginnt die wichtige Retentionsphase zur Stabilisierung des Ergebnisses. Die Zähne haben eine natürliche Tendenz, in ihre ursprüngliche Position zurückzuwandern. Zur Vermeidung eines Rückfalls werden Retainer eingesetzt: festsitzende Retainer (dünne Drähte auf der Zahninnenseite) und/oder herausnehmbare Retainer (durchsichtige Schienen für nachts). Die Retentionsphase dauert mindestens 1-2 Jahre, bei Erwachsenen wird oft eine lebenslange Retention empfohlen. Regelmäßige Kontrollen alle 6-12 Monate stellen sicher, dass die Stabilität erhalten bleibt. Bei konsequenter Retention bleiben die Ergebnisse bei über 80% der Patienten langfristig stabil. Zusätzlich können ästhetische Optimierungen wie professionelles Bleaching oder Veneers das Endergebnis perfektionieren.

Fazit: Überbiss korrigieren lohnt sich auch im Erwachsenenalter

Ein Überbiss bei Erwachsenen ist kein unveränderliches Schicksal. Die moderne Zahnmedizin bietet vielfältige, effektive Behandlungsmöglichkeiten, die sowohl funktionelle als auch ästhetische Verbesserungen ermöglichen. Ob mit nahezu unsichtbaren Alignern, unauffälligen Keramikbrackets oder bei Bedarf mit chirurgischer Unterstützung – für nahezu jeden Fall gibt es eine passende Lösung.

Die Entscheidung für eine Überbiss-Behandlung ist eine Investition in Ihre Gesundheit, Lebensqualität und Ihr Selbstbewusstsein. Neben der Verbesserung der Ästhetik profitieren Sie von besserer Kaufunktion, reduziertem Risiko für Kiefergelenkbeschwerden und langfristigem Erhalt Ihrer Zahnsubstanz. Die Behandlungsdauer von 18-30 Monaten mag zunächst lang erscheinen, doch das Ergebnis begleitet Sie ein Leben lang.

Wichtig für den Erfolg sind die Wahl eines erfahrenen Kieferorthopäden, realistische Erwartungen und Ihre konsequente Mitarbeit während der Behandlung und in der Retentionsphase. Die finanziellen Aspekte sollten Sie frühzeitig klären – eine Zahnzusatzversicherung kann die Belastung deutlich reduzieren, muss aber vor Behandlungsbeginn abgeschlossen werden.

Lassen Sie sich ausführlich beraten, holen Sie bei umfangreichen Behandlungen eine Zweitmeinung ein und entscheiden Sie dann in Ruhe. Ihr Lächeln und Ihre Gesundheit sind es wert.

Starten Sie jetzt Ihre Überbiss-Korrektur

Kostenlose Erstberatung zu Behandlungsmöglichkeiten und optimaler Versicherungsabsicherung – unverbindlich und kompetent

Disclaimer: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Die Behandlung von Zahnfehlstellungen sollte immer durch einen qualifizierten Fachzahnarzt für Kieferorthopädie erfolgen. Kosten, Behandlungsdauer und Methoden können individuell variieren. Die genannten Preisspannen sind Durchschnittswerte und können regional unterschiedlich sein. Stand: 2025

Bild von <small>Autor</small><br>Joschka Weiss
Autor
Joschka Weiss

Experte für Zahngesundheit & Zahnzusatzversicherungen.

Bereits ab 7.99€ mtl. rundum abgesichert

Vergleiche über 367 Tarife von über 30 Versicherern und finde den perfekten Rundum-Schutz für deine Zähne.

Logo Schwere Krankheiten Plus

Rund 1,5 Millionen Deutsche treffen schwere Krankheiten jährlich: Krebs, Infarkt oder Schlaganfall.

Bewahren Sie sich und Ihre Liebsten vor finanziellen Sorgen. Bis zu 2 Millionen Euro Deckungssumme, weltweite Gültigkeit und garantiert bleibende Beiträge – ein Leben lang.

Schützen Sie Ihr Lächeln!

Mit unserer großen Auswahl an Zahnzusatzversicherungen können Sie sich beruhigt zurücklehnen und Ihr strahlendes Lächeln bewahren, ohne sich über hohe Kosten Sorgen machen zu müssen. Berechnen Sie jetzt Ihren Vorteil.