Zahnspange Nebenwirkungen: Risiken und Spätfolgen

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Eine kieferorthopädische Behandlung verspricht schönere, gesündere Zähne – doch welche Risiken birgt sie tatsächlich? Über 60% aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland tragen oder trugen eine Zahnspange, und auch bei Erwachsenen steigt die Nachfrage nach kieferorthopädischen Korrekturen kontinuierlich. Während die ästhetischen und funktionellen Vorteile einer Zahnspange unbestritten sind, sprechen Kieferorthopäden seltener über mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen. Von Wurzelresorption über Zahnschmelzschäden bis hin zu dauerhaften Veränderungen der Zahnsubstanz – dieser umfassende Ratgeber klärt Sie über alle relevanten Risiken auf und zeigt, wie Sie sich optimal schützen können.

Die häufigsten Zahnspange Nebenwirkungen im Überblick

Kieferorthopädische Behandlungen zählen zu den erfolgreichsten zahnmedizinischen Therapien, dennoch sind sie nicht frei von Risiken. Die Zahnspange Risiken variieren je nach Behandlungsart, Dauer und individueller Mundhygiene erheblich. Studien zeigen, dass zwischen 15 und 40% aller Patienten während oder nach der Behandlung mit festsitzenden Brackets mindestens eine Nebenwirkung erleben.

Die häufigsten Komplikationen umfassen temporäre Beschwerden wie Druckgefühl und Schmerzen, aber auch langfristige Probleme wie Zahnschmelzschäden oder Wurzelresorption. Besonders bei langen Behandlungszeiten – durchschnittlich 24 bis 36 Monate bei festen Zahnspangen – steigt das Risiko für bleibende Veränderungen der Zahnsubstanz.

Akute und chronische Nebenwirkungen unterscheiden

Mediziner unterscheiden zwischen akuten Beschwerden, die während der aktiven Behandlungsphase auftreten, und chronischen Spätfolgen, die sich erst Jahre nach Abschluss der Therapie manifestieren können. Während akute Symptome wie Schmerzen oder Schleimhautreizungen meist reversibel sind, können chronische KFO Nebenwirkungen dauerhafte Schäden verursachen.

Nebenwirkung Häufigkeit Zeitpunkt Reversibilität
Schmerzen beim Nachstellen 80-95% Akut Vollständig reversibel
Zahnfleischentzündungen 40-60% Während Behandlung Meist reversibel
White Spots 25-50% Während/nach Behandlung Teilweise reversibel
Wurzelresorption 15-30% Nach längerer Behandlung Irreversibel
Zahnlockerung 5-10% Nach Behandlung Meist reversibel
Rezidive (Rückfall) 20-40% Jahre nach Behandlung Nur durch erneute Behandlung

Die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen hängt stark von der Behandlungsdauer ab. Eine Aligner-Therapie zeigt statistisch weniger Komplikationen als festsitzende Brackets, da sie die Mundhygiene erleichtert und die mechanische Belastung der Zahnwurzeln reduziert.

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Wurzelresorption: Die unterschätzte Gefahr für Ihre Zahngesundheit

Wurzelresorption gehört zu den schwerwiegendsten Zahnspange Spätfolgen und betrifft schätzungsweise jeden fünften bis dritten Patienten in unterschiedlichem Ausmaß. Bei diesem Prozess baut sich die Zahnwurzel durch die mechanische Belastung während der kieferorthopädischen Behandlung teilweise ab. Die Folgen reichen von minimalen, klinisch unbedeutenden Veränderungen bis hin zu erheblichem Substanzverlust, der die Langzeitstabilität der Zähne gefährdet.

Mechanismus und Risikofaktoren der Wurzelresorption

Die orthodontische Zahnbewegung erzeugt Druck- und Zugkräfte auf die Zahnwurzeln, die eine Umbauprozesse im umgebenden Knochen auslösen. Diese physiologischen Reaktionen ermöglichen zwar die gewünschte Zahnbewegung, können aber bei ungünstigen Bedingungen zu pathologischen Abbauprozessen führen. Besonders die Wurzelspitzen sind gefährdet, da hier die mechanische Belastung am stärksten konzentriert ist.

Wissenschaftliche Studien identifizieren mehrere Hochrisikofaktoren: Behandlungen mit starken Kräften, lange Behandlungsdauer über 24 Monate, große Zahnbewegungen wie Frontzahnretraktion, vorgeschädigte Wurzeln durch Traumata und genetische Prädisposition erhöhen das Risiko signifikant.

Risikofaktor Risikoerhöhung Beeinflussbarkeit
Behandlungsdauer über 30 Monate +150% Teilweise
Starke Krafteinwirkung +200% Gut steuerbar
Vorherige Wurzelschäden +300% Nicht beeinflussbar
Genetische Veranlagung +180% Nicht beeinflussbar
Wurzelanomalien +250% Nicht beeinflussbar

Diagnose und Prävention von Wurzelschäden

Moderne Kieferorthopäden setzen regelmäßige Röntgenkontrollen ein, um Wurzelresorption frühzeitig zu erkennen. Empfohlen werden Panoramaaufnahmen oder Einzelzahnröntgen nach 6 bis 12 Monaten aktiver Behandlung und bei Auffälligkeiten engmaschigere Kontrollen. Digitale Volumentomographie ermöglicht eine dreidimensionale Beurteilung und erhöht die Diagnosesicherheit erheblich.

Präventiv wirken moderate Kraftanwendung, Behandlungspausen bei ersten Anzeichen von Resorption und die Verwendung von biokompatiblen Materialien. Eine sorgfältige Behandlungsplanung mit realistischen Zielen reduziert das Risiko deutlich. Patienten mit bekannten Risikofaktoren sollten dies mit ihrem Kieferorthopäden offen besprechen und gegebenenfalls alternative Behandlungsansätze erwägen.

Zahnschmelzschäden und White Spots: Karies durch Zahnspange

Zahnschmelzschäden zählen zu den sichtbarsten und häufigsten Brackets Schäden. Besonders gefürchtet sind sogenannte White Spots – kreideweiße Entkalkungsflecken, die sich vor allem um die Brackets herum bilden und nach dem Entfernen der Zahnspange deutlich sichtbar werden. Diese Läsionen entstehen durch Karies durch Zahnspange und betreffen laut aktuellen Studien 25 bis 50% aller Patienten mit festsitzenden Apparaturen.

Entstehungsmechanismus von Entkalkungen

Festsitzende Zahnspangen schaffen zahlreiche Nischen, in denen sich bakterielle Zahnbeläge ansammeln. Die normale Selbstreinigung durch Speichel und Zunge funktioniert nicht mehr optimal. Kariesbakterien produzieren aus Zucker Säuren, die den Zahnschmelz entkalken. Ohne gründliche Reinigung entstehen innerhalb weniger Wochen erste Demineralisationen, die sich als weiße, matte Flecken manifestieren.

Besonders kritisch sind die Bereiche direkt um die Brackets, am Zahnfleischrand und zwischen den Zähnen. Studien zeigen, dass bereits nach vier Wochen unzureichender Mundhygiene erste mikroskopische Schmelzveränderungen nachweisbar sind. Nach drei bis sechs Monaten werden diese als White Spots sichtbar.

Stadium Zeitrahmen Erscheinungsbild Reversibilität
Initialläsion 2-4 Wochen Mikroskopisch sichtbar Vollständig reversibel
White Spot beginnend 3-6 Monate Matte weiße Flecken Teilweise reversibel
White Spot ausgeprägt 6-12 Monate Deutliche Verfärbungen Schwer reversibel
Kavitation 12+ Monate Substanzdefekt sichtbar Irreversibel, Füllung nötig

Prophylaxe und Behandlung von Schmelzschäden

Die beste Strategie gegen Zahnschmelzschäden ist konsequente Prävention. Professionelle Zahnreinigungen alle drei bis vier Monate während der kieferorthopädischen Behandlung reduzieren das Risiko um bis zu 70%. Fluoridierung durch hochkonzentrierte Gele oder Lacke stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.

Moderne Mundhygiene-Hilfsmittel wie Schallzahnbürsten mit Aufsätzen für Brackets, Interdentalbürsten und Mundspülungen mit antibakteriellen Wirkstoffen unterstützen die häusliche Pflege. Ernährungsberatung gehört ebenfalls zur Prophylaxe: Zuckerhaltige Getränke und Snacks zwischen den Mahlzeiten sollten konsequent vermieden werden.

Bereits entstandene White Spots können durch Remineralisationstherapien teilweise rückgängig gemacht werden. Hierbei kommen spezielle Fluorid- und Kalziumphosphat-Präparate zum Einsatz, die über mehrere Monate angewendet werden. In ausgeprägten Fällen bieten ästhetische Verfahren wie Mikroabrasion, Infiltrationstechnik oder Komposit-Veneers Lösungen.

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Zahnfleischprobleme und Parodontitis-Risiko bei Zahnspangen

Zahnfleischentzündungen gehören zu den häufigsten akuten Nebenwirkungen während einer kieferorthopädischen Behandlung. Zwischen 40 und 60% aller Patienten entwickeln im Behandlungsverlauf Gingivitis-Symptome wie Rötungen, Schwellungen und Zahnfleischbluten. Unbehandelt kann sich daraus eine Parodontitis entwickeln – eine ernsthafte Erkrankung des Zahnhalteapparats mit potenziell dauerhaften Folgen.

Warum Zahnspangen das Zahnfleisch belasten

Festsitzende Brackets und Drähte erschweren die Zahnpflege erheblich und schaffen Nischen für bakterielle Beläge. Die mechanische Reizung durch Apparaturen führt zusätzlich zu Mikrotraumata des Zahnfleischgewebes. Bei unzureichender Mundhygiene bildet sich Plaque, die Entzündungsreaktionen auslöst. Das Zahnfleisch schwillt an, blutet beim Putzen und kann sich vom Zahn zurückziehen.

Besonders problematisch sind Gummizüge und Ligaturen, die Speisereste und Bakterien festhalten. Auch die orthodontische Zahnbewegung selbst beeinflusst die Durchblutung des Zahnfleischs und kann temporär zu erhöhter Entzündungsneigung führen. Bei Patienten mit vorbestehender Parodontitis verschärft sich die Situation deutlich.

Langfristige Folgen für den Zahnhalteapparat

Chronische Entzündungen während der kieferorthopädischen Behandlung können den Kieferknochen schädigen und zu Knochenabbau führen. Studien zeigen, dass Patienten mit schlechter Mundhygiene während der KFO-Behandlung ein bis zu dreifach erhöhtes Risiko für spätere Parodontitis haben. Der Knochenabbau ist irreversibel und kann langfristig zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen.

Besonders gefährdet sind Erwachsene, da bei ihnen bereits häufiger eine latente Parodontitis vorliegt. Eine vorbestehende Parodontose muss vor Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung konsequent therapiert werden. Während der aktiven Phase sind engmaschige parodontologische Kontrollen unerlässlich.

Präventionsmaßnahme Häufigkeit Wirksamkeit
Professionelle Zahnreinigung Alle 3-4 Monate Sehr hoch
Antibakterielle Mundspülung Täglich Hoch
Interdentalbürsten Täglich Sehr hoch
Recall beim Parodontologen Alle 6 Monate Hoch
Ernährungsberatung Zu Beginn Mittel

Schmerzen und Beschwerden: Temporäre Nebenwirkungen

Nahezu alle Patienten erleben während ihrer kieferorthopädischen Behandlung Schmerzen oder Druckgefühle. Diese akuten Beschwerden sind zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos und vorübergehend. Dennoch beeinträchtigen sie die Lebensqualität erheblich und führen bei etwa 5-8% der Patienten zum vorzeitigen Behandlungsabbruch.

Typische Schmerzphasen während der Behandlung

Die intensivsten Schmerzen treten typischerweise 24 bis 48 Stunden nach dem Einsetzen der Zahnspange oder nach Aktivierungen auf. Die Zähne fühlen sich druckempfindlich an, das Kauen fester Nahrung wird schmerzhaft. Diese Phase dauert meist drei bis sieben Tage und klingt dann deutlich ab. Mit jeder weiteren Aktivierung werden die Beschwerden meist schwächer, da sich das Gewebe adaptiert.

Neben den Zahnschmerzen verursachen Brackets und Drähte häufig Schleimhautreizungen an Wangen, Lippen und Zunge. Besonders in den ersten Wochen entstehen kleine Wunden und Aphten, bis sich die Mundschleimhaut an die Apparatur gewöhnt hat. Kieferschmerzen und Verspannungen der Kaumuskulatur sind ebenfalls häufig, besonders bei Behandlungen mit Gummizügen.

Schmerzmanagement und Linderungsstrategien

Leichte bis moderate Schmerzen lassen sich mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol gut kontrollieren. Die Einnahme sollte bereits vor dem erwarteten Schmerzmaximum erfolgen. Kühlende Maßnahmen wie Eiswürfel lutschen oder kalte Getränke lindern Schwellungen und Entzündungen. Weiche Kost in den ersten Tagen nach Aktivierungen entlastet die schmerzenden Zähne.

Für Schleimhautreizungen haben sich Schutzwachse bewährt, die auf die scharfen Stellen der Brackets aufgetragen werden. Spezielle Mundspülungen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen fördern die Heilung von Aphten. Bei anhaltenden oder sehr starken Schmerzen sollte der Kieferorthopäde die Apparatur überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Zahnlockerung und Stabilitätsverlust nach der Behandlung

Eine gewisse Zahnlockerung während der aktiven kieferorthopädischen Behandlung ist normal und sogar notwendig für die Zahnbewegung. Problematisch wird es, wenn die Zähne auch nach Abschluss der Behandlung beweglich bleiben oder sich im Laufe der Jahre wieder lockern. Dieses Phänomen betrifft etwa 5 bis 10% der Patienten und kann verschiedene Ursachen haben.

Physiologische versus pathologische Zahnbeweglichkeit

Während der orthodontischen Zahnbewegung wird der umgebende Knochen gezielt umgebaut. Die Zähne sind in dieser Phase naturgemäß beweglicher als normal. Nach Behandlungsende benötigt das Gewebe etwa sechs bis zwölf Monate, um vollständig zu konsolidieren. In dieser Retentionsphase ist das Tragen eines Retainers zur Stabilisierung essentiell.

Pathologische Lockerung entsteht durch übermäßige Krafteinwirkung, zu schnelle Zahnbewegung oder begleitende Parodontalerkrankungen. Auch Wurzelresorption kann die Verankerung der Zähne schwächen. Bei ausgeprägter Lockerung droht langfristig Zahnverlust, weshalb eine gründliche Abklärung notwendig ist.

Stabilisierung und Langzeiterhalt

Die konsequente Retention ist entscheidend für den Langzeiterfolg. Festsitzende Retainer, die auf die Zahninnenseiten geklebt werden, bieten die beste Stabilität und sollten idealerweise dauerhaft getragen werden. Herausnehmbare Retentionsschienen eignen sich für die nächtliche Sicherung. Studien zeigen, dass ohne Retention bei bis zu 70% der Patienten innerhalb von fünf Jahren signifikante Rückstellungen auftreten.

Bei anhaltender Lockerung können Schienungsmaßnahmen die betroffenen Zähne stabilisieren. Hierbei werden mehrere Zähne mit speziellen Drähten oder Kunststoffbändern verbunden. In schweren Fällen kann eine parodontale Therapie oder sogar chirurgische Maßnahmen notwendig werden. Regelmäßige Nachkontrollen beim Kieferorthopäden und Zahnarzt sind für die Früherkennung von Problemen unerlässlich.

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Rezidive: Wenn Zähne in ihre alte Position zurückwandern

Rezidive zählen zu den frustrierendsten Zahnspange Spätfolgen für Patienten. Nach jahrelanger Behandlung und dem ersehnten perfekten Lächeln wandern die Zähne allmählich in ihre ursprüngliche Fehlstellung zurück. Dieses Phänomen betrifft je nach Studie 20 bis 40% aller Patienten innerhalb von zehn Jahren nach Behandlungsabschluss – besonders häufig im Frontzahnbereich des Unterkiefers.

Ursachen für das Zurückwandern der Zähne

Die Hauptursache für Rezidive liegt im biologischen “Gedächtnis” des parodontalen Gewebes. Die elastischen Fasern des Zahnhalteapparats streben danach, die Zähne in ihre ursprüngliche Position zurückzuziehen. Dieser Effekt ist besonders stark in den ersten zwei Jahren nach Behandlungsende, schwächt sich aber nie vollständig ab. Weitere Faktoren sind Wachstumsschübe bei Jugendlichen, Weisheitszähne, die von hinten Druck ausüben, und funktionelle Einflüsse wie Zungenpressen oder Lippendruck.

Auch die Art der ursprünglichen Fehlstellung beeinflusst das Rezidivrisiko. Rotationen, Engstände im Unterkiefer-Frontzahnbereich und offene Bisse neigen besonders stark zu Rückfällen. Patienten, deren Fehlstellung durch Habits wie Daumenlutschen oder Zungenpressen verursacht wurde, haben ohne Verhaltensänderung ein deutlich erhöhtes Risiko.

Fehlstellung Rezidivrisiko Kritische Phase
Unterkiefer-Engstand Sehr hoch (50-70%) Erste 5 Jahre
Rotationen Hoch (40-60%) Erste 2 Jahre
Offener Biss Hoch (40-50%) Dauerhaft
Kreuzbiss Mittel (20-30%) Erste 3 Jahre
Überbiss Niedrig (10-20%) Erste 2 Jahre

Prävention und Management von Rezidiven

Die wirksamste Rezidivprophylaxe ist die lebenslange Retention. Moderne Konzepte empfehlen festsitzende Retainer im Unterkiefer-Frontzahnbereich dauerhaft zu belassen, da hier das Rückfallrisiko am höchsten ist. Im Oberkiefer können herausnehmbare Schienen ausreichen, die zunächst ganztägig und später nur noch nachts getragen werden.

Regelmäßige Nachkontrollen beim Kieferorthopäden – zunächst halbjährlich, später jährlich – ermöglichen die Früherkennung von Veränderungen. Kleinere Rezidive lassen sich oft mit kurzen Nachbehandlungen korrigieren, bevor umfangreiche Maßnahmen nötig werden. Funktionelle Therapien wie myofunktionelle Übungen können bei habituell bedingten Fehlstellungen das Rezidivrisiko senken.

Bei ausgeprägten Rückfällen ist eine erneute kieferorthopädische Behandlung notwendig. Viele Patienten entscheiden sich dann für diskrete Optionen wie durchsichtige Aligner. Die Kosten für Rezidivbehandlungen werden von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen, weshalb eine entsprechende Absicherung durch eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein kann.

Kiefergelenksprobleme und Funktionsstörungen

Kiefergelenksbeschwerden nach kieferorthopädischer Behandlung sind ein kontroverses Thema in der Fachwelt. Während einige Studien keinen kausalen Zusammenhang sehen, berichten andere von einer Häufung craniomandibulärer Dysfunktionen (CMD) nach KFO-Therapien. Etwa 10 bis 15% der Patienten entwickeln nach oder während der Behandlung Symptome wie Kieferknacken, Schmerzen beim Kauen oder eingeschränkte Mundöffnung.

Mögliche Zusammenhänge zwischen Zahnspange und CMD

Die orthodontische Behandlung verändert die Bisslage und damit die Position des Unterkiefers relativ zum Oberkiefer. Diese Veränderungen können die Funktion des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur beeinflussen. Besonders bei größeren Bisslageveränderungen oder wenn die neue Position nicht optimal zur individuellen Gelenkstruktur passt, können Beschwerden auftreten.

Auch die mechanische Belastung während der Behandlung spielt eine Rolle. Gummizüge, die über längere Zeit getragen werden, können zu Muskelverspannungen führen. Patienten mit vorbestehender CMD-Symptomatik haben ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung während der KFO-Behandlung. Stress und Parafunktionen wie nächtliches Zähneknirschen verstärken die Problematik zusätzlich.

Diagnostik und Behandlung von Kiefergelenksproblemen

Bei Kiefergelenksbeschwerden ist eine gründliche funktionsdiagnostische Untersuchung notwendig. Moderne bildgebende Verfahren wie MRT können strukturelle Veränderungen des Gelenks darstellen. Die Behandlung umfasst meist eine Kombination aus Aufbissschienen zur Entlastung, Physiotherapie zur Muskelentspannung und gegebenenfalls Anpassungen der kieferorthopädischen Apparatur.

In manchen Fällen ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden, Zahnärzten und spezialisierten CMD-Therapeuten notwendig. Präventiv sollten Patienten mit bekannter CMD-Problematik vor Behandlungsbeginn stabilisiert werden. Während der KFO-Therapie sind regelmäßige funktionelle Kontrollen wichtig, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Allergische Reaktionen und Materialunverträglichkeiten

Obwohl selten, können allergische Reaktionen auf kieferorthopädische Materialien erhebliche Probleme verursachen. Etwa 2 bis 5% der Patienten reagieren sensibel auf Bestandteile von Brackets, Drähten oder Kunststoffen. Die Symptome reichen von lokalen Schleimhautreizungen über Kontaktekzeme bis hin zu systemischen allergischen Reaktionen.

Häufige Allergene in kieferorthopädischen Apparaturen

Nickel ist das häufigste Allergen in der Kieferorthopädie. Es ist in vielen Edelstahldrähten und Brackets enthalten. Schätzungsweise 10 bis 15% der Bevölkerung haben eine Nickelallergie, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Weitere problematische Materialien sind Latex in Gummizügen, Acrylate in Kunststoffschienen und verschiedene Metalllegierungen.

Die Symptome einer Materialunverträglichkeit können verzögert auftreten, manchmal erst nach Wochen oder Monaten. Typisch sind brennende Schmerzen, Rötungen und Schwellungen der Mundschleimhaut, Bläschenbildung oder Geschwüre. Bei systemischen Reaktionen können Hautausschläge außerhalb des Mundbereichs, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein auftreten.

Material Allergiehäufigkeit Alternative
Nickel (Edelstahl) 10-15% der Bevölkerung Titan, Keramik, nickelfreie Legierungen
Latex (Gummizüge) 1-6% der Bevölkerung Latexfreie Elastics, Federn
Acrylate (Kunststoffe) 2-3% der Patienten Andere Kunststofftypen, Metallschienen
Kobalt-Chrom 1-2% der Patienten Titan, Edelmetalle

Diagnose und alternative Behandlungsmöglichkeiten

Bei Verdacht auf Materialunverträglichkeit sollte ein Allergietest durchgeführt werden. Epikutantests können die meisten relevanten Allergene identifizieren. Bei bestätigter Allergie müssen alternative Materialien verwendet werden. Für Nickelallergie gibt es nickelfreie Edelstahldrähte, Titandrähte oder biokompatible Keramikbrackets.

Moderne Aligner-Systeme aus medizinischem Polyurethan stellen für viele Allergiker eine gute Alternative dar, da sie frei von Metallen sind. Allerdings können auch diese Kunststoffe in seltenen Fällen Unverträglichkeiten auslösen. Eine gründliche Anamnese vor Behandlungsbeginn und die Berücksichtigung bekannter Allergien sind essentiell für die Materialauswahl.

Sprachprobleme und Beeinträchtigung der Aussprache

Sprachveränderungen gehören zu den häufig unterschätzten Nebenwirkungen kieferorthopädischer Behandlungen. Besonders festsitzende Apparaturen im Oberkiefer oder linguale Brackets an den Zahninnenseiten können die Aussprache erheblich beeinträchtigen. Die meisten Patienten gewöhnen sich innerhalb von zwei bis vier Wochen an die Veränderungen, bei etwa 5% bleiben jedoch dauerhafte Sprachprobleme bestehen.

Welche Laute besonders betroffen sind

Am häufigsten beeinträchtigt sind Zischlaute wie S, Z und Sch, die mit der Zungenspitze gebildet werden. Auch T, D und L können verwaschen klingen. Besonders problematisch sind linguale Brackets, da sie direkt im Bereich der Zungenartikulation liegen. Gaumenplatten bei herausnehmbaren Spangen reduzieren das Volumen der Mundhöhle und verändern die Resonanz der Stimme.

Für Berufssprecher wie Lehrer, Callcenter-Mitarbeiter oder Sänger können diese Einschränkungen erhebliche berufliche Konsequenzen haben. Eine sorgfältige Aufklärung über zu erwartende Sprachveränderungen und gegebenenfalls die Wahl alternativer Behandlungsmethoden sind hier besonders wichtig.

Anpassung und logopädische Unterstützung

Die Anpassungsphase lässt sich durch gezieltes Sprechtraining verkürzen. Logopäden können spezielle Übungen anleiten, die die Zungenkoordination mit der Apparatur verbessern. Lautes Lesen, Zungenübungen und bewusstes Artikulationstraining beschleunigen die Gewöhnung. Bei anhaltenden Problemen sollte die Apparatur überprüft und eventuell angepasst werden.

Moderne Alternativen wie dünne Aligner verursachen deutlich weniger Sprachbeeinträchtigungen als traditionelle Brackets. Für Patienten, bei denen die Aussprache beruflich oder persönlich sehr wichtig ist, können diese Systeme die bessere Wahl sein, auch wenn sie möglicherweise nicht für alle Fehlstellungen geeignet sind.

Psychosoziale Auswirkungen und Selbstwertgefühl

Neben den physischen Nebenwirkungen sollten auch die psychosozialen Aspekte einer kieferorthopädischen Behandlung nicht unterschätzt werden. Besonders Jugendliche leiden unter der sichtbaren Zahnspange, etwa 30% berichten von negativen Erfahrungen wie Hänseleien oder Selbstbewusstseinsproblemen. Aber auch Erwachsene empfinden die Apparatur oft als ästhetisch störend und sozial einschränkend.

Einfluss auf Selbstbild und soziale Interaktionen

Studien zeigen, dass Patienten mit sichtbaren Zahnspangen sich häufiger gehemmt fühlen zu lächeln, in der Öffentlichkeit zu essen oder zu sprechen. Dies kann zu sozialem Rückzug und verminderter Lebensqualität führen. Besonders in der sensiblen Phase der Pubertät, wenn Aussehen und Gruppenzugehörigkeit zentral sind, kann die Zahnspange zur psychischen Belastung werden.

Paradoxerweise ist das langfristige Ziel der Behandlung – ein schöneres Lächeln und verbessertes Selbstbewusstsein – während der Behandlungsphase oft in weite Ferne gerückt. Patienten benötigen realistische Erwartungen und emotionale Unterstützung, um diese Phase durchzustehen. Eltern spielen bei Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle als emotionale Stütze.

Strategien zur psychischen Bewältigung

Offene Kommunikation über Ängste und Befürchtungen mit dem Behandlungsteam ist wichtig. Moderne diskrete Behandlungsoptionen wie zahnfarbene Keramikbrackets oder transparente Aligner können die ästhetische Beeinträchtigung minimieren. Selbsthilfegruppen oder Online-Communities von Zahnspangen-Trägern bieten Austausch und gegenseitige Unterstützung.

Die Fokussierung auf das langfristige Ziel und die Visualisierung des erwarteten Ergebnisses helfen, die Motivation aufrechtzuerhalten. Regelmäßige Fortschrittsfotos dokumentieren die Veränderungen und machen die Verbesserungen sichtbar. Bei ausgeprägten psychischen Belastungen kann psychologische Begleitung sinnvoll sein.

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Notfallsituationen und akute Komplikationen

Obwohl kieferorthopädische Behandlungen überwiegend komplikationsarm verlaufen, können akute Notfallsituationen auftreten, die rasches Handeln erfordern. Etwa 5 bis 10% aller Patienten erleben mindestens einen kieferorthopädischen Notfall während ihrer Behandlung. Die häufigsten Probleme sind gelockerte oder abgebrochene Brackets, hervorstehende Drahtenden und schmerzhafte Verletzungen der Mundschleimhaut.

Häufige Notfälle und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Ein abgelöstes Bracket ist der häufigste Notfall. Wenn es noch am Draht hängt, kann es mit Schutzwachs fixiert werden, bis der nächste Termin beim Kieferorthopäden möglich ist. Bei vollständiger Ablösung sollte das Bracket aufbewahrt und zeitnah wieder befestigt werden. Ein hervorstehender Draht, der die Wange verletzt, kann vorsichtig mit einem sauberen Radiergummi oder Wachs abgedeckt werden. Keinesfalls sollte man selbst versuchen, den Draht zu kürzen.

Schmerzhafte Druckstellen oder Aphten können mit betäubenden Gels behandelt werden. Bei starken Schwellungen oder Anzeichen einer Infektion ist umgehend zahnärztliche Hilfe erforderlich. Verschluckte oder eingeatmete Teile der Apparatur sind medizinische Notfälle, die sofortige ärztliche Abklärung benötigen. Glücklicherweise ist dies sehr selten, aber Patienten sollten über das Risiko informiert sein.

Notfall Häufigkeit Dringlichkeit Erste Maßnahme
Bracket abgelöst Sehr häufig Niedrig Mit Wachs sichern, Termin vereinbaren
Draht steht hervor Häufig Mittel Mit Wachs abdecken, zeitnah zum KFO
Starke Schmerzen Gelegentlich Mittel Schmerzmittel, Kühlung, KFO kontaktieren
Schwellung/Infektion Selten Hoch Sofort zum Zahnarzt/KFO
Teil verschluckt Sehr selten Sehr hoch Notarzt/Notaufnahme

Vorbeugung und Notfallmanagement

Viele Notfälle lassen sich durch vorsichtiges Verhalten vermeiden. Harte, klebrige oder sehr zähe Lebensmittel sollten gemieden werden. Auch das Beißen auf Stifte, Fingernägel oder Eiswürfel kann Brackets lösen. Sportliche Aktivitäten mit Verletzungsrisiko erfordern einen speziellen Mundschutz, der über die Zahnspange passt.

Jeder Patient sollte ein Notfall-Set mit Schutzwachs, kleinem Spiegel und der Notfallnummer der Praxis besitzen. Viele Kieferorthopäden bieten Notfallsprechstunden oder telefonische Beratung an. Bei Reisen oder Urlauben sollte vorab geklärt werden, wie im Notfall vorgegangen werden kann. Eine Liste mit kieferorthopädischen Notdiensten am Urlaubsort kann hilfreich sein.

Kosten und Versicherungsschutz bei Nebenwirkungen

Die Behandlung von Nebenwirkungen und Komplikationen kieferorthopädischer Therapien kann erhebliche zusätzliche Kosten verursachen. Während die Grundbehandlung bei Kindern und Jugendlichen mit schweren Fehlstellungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, gilt dies nicht für die Behebung von Behandlungsfolgen. Auch bei Erwachsenen werden kieferorthopädische Leistungen in der Regel nicht erstattet.

Welche Kosten können entstehen?

Die Behandlung von White Spots durch Remineralisationstherapien kostet zwischen 50 und 150 Euro pro Zahn. Ästhetische Korrekturen mit Veneers oder Mikroabrasion können mehrere hundert Euro pro Zahn erreichen. Professionelle Zahnreinigungen während der KFO-Behandlung kosten 80 bis 150 Euro pro Sitzung und sollten alle drei bis vier Monate durchgeführt werden – über zwei Jahre summiert sich dies auf 600 bis 1.200 Euro.

Parodontologische Behandlungen bei Zahnfleischproblemen werden teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, allerdings nicht alle modernen Therapieverfahren. Rezidivbehandlungen bei Erwachsenen sind grundsätzlich Privatleistungen und kosten je nach Umfang 2.000 bis 6.000 Euro. Auch die langfristige Retention mit festsitzenden Retainern und regelmäßigen Kontrollen verursacht laufende Kosten.

Behandlung Kosten GKV-Leistung
Professionelle Zahnreinigung (PZR) 80-150 € pro Sitzung Nein
Fluoridierung/Remineralisation 50-150 € pro Zahn Teilweise
Veneers bei White Spots 300-1.000 € pro Zahn Nein
Parodontitisbehandlung 200-800 € Teilweise
Rezidivbehandlung 2.000-6.000 € Nein (Erwachsene)
Retainer (festsitzend) 200-400 € pro Kiefer Nein

Absicherung durch Zahnzusatzversicherungen

Hochwertige Zahnzusatzversicherungen können einen Großteil dieser Kosten abdecken. Wichtig ist, dass die Versicherung vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung abgeschlossen wird, da bereits laufende Behandlungen meist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind. Gute Tarife übernehmen 80 bis 100% der Kosten für professionelle Zahnreinigungen, Parodontosebehandlungen und hochwertige Zahnersatzlösungen.

Besonders für Erwachsene, die eine kieferorthopädische Behandlung planen, lohnt sich der Abschluss einer Versicherung mit KFO-Leistungen. Diese Tarife sind zwar teurer, decken aber auch Rezidivbehandlungen und Retentionsmaßnahmen ab. Die Wartezeiten und Staffelungen sollten bei der Tarifwahl beachtet werden. Eine individuelle Beratung hilft, den passenden Versicherungsschutz zu finden.

Prävention: So minimieren Sie Ihre Risiken

Die meisten Nebenwirkungen kieferorthopädischer Behandlungen lassen sich durch präventive Maßnahmen deutlich reduzieren oder ganz vermeiden. Eine Kombination aus sorgfältiger Behandlungsplanung, konsequenter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen senkt das Risiko für Komplikationen um bis zu 70%. Die Eigenverantwortung des Patienten spielt dabei eine zentrale Rolle.

Vor Behandlungsbeginn: Sorgfältige Planung und Diagnostik

Eine gründliche Voruntersuchung mit modernen bildgebenden Verfahren ermöglicht die Identifikation von Risikofaktoren. Digitale Volumentomographie zeigt Wurzelanomalien, die das Resorptionsrisiko erhöhen. Bestehende Zahnschäden wie Karies oder Füllungen sollten vor Behandlungsbeginn saniert werden. Auch parodontale Vorerkrankungen müssen stabilisiert sein.

Die Wahl der Behandlungsmethode sollte individuell erfolgen. Nicht jede Fehlstellung erfordert festsitzende Brackets – manchmal sind Aligner die schonendere Alternative. Die Behandlungsdauer sollte realistisch geplant werden, da zu lange Behandlungszeiten das Risiko für Wurzelresorption und andere Komplikationen erhöhen. Eine Second Opinion bei komplexen Fällen kann sinnvoll sein.

Während der Behandlung: Optimale Mundhygiene und Compliance

Die häusliche Mundhygiene ist der wichtigste Faktor zur Vermeidung von Karies, Zahnfleischentzündungen und Zahnschmelzschäden. Mindestens dreimal täglich sollten die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Interdentalbürsten reinigen die Bereiche unter den Drähten und zwischen den Brackets. Fluoridhaltige Mundspülungen bieten zusätzlichen Schutz.

Professionelle Zahnreinigungen alle drei bis vier Monate entfernen hartnäckige Beläge und beugen Entzündungen vor. Die Einhaltung der Tragezeiten bei herausnehmbaren Apparaturen und Gummizügen ist essentiell für den Behandlungserfolg und verhindert unnötige Verlängerungen. Regelmäßige Kontrolltermine ermöglichen die Früherkennung von Problemen.

Nach der Behandlung: Konsequente Retention und Nachsorge

Die Retentionsphase ist genauso wichtig wie die aktive Behandlung. Festsitzende Retainer sollten dauerhaft getragen werden, herausnehmbare Schienen zunächst ganztags, später nachts. Die Compliance in der Retentionsphase entscheidet maßgeblich über den Langzeiterfolg. Regelmäßige Nachkontrollen beim Kieferorthopäden – zunächst halbjährlich, später jährlich – sichern das Ergebnis.

Auch die zahnärztliche Betreuung bleibt wichtig. Retainer müssen professionell gereinigt werden, da sie Plaquenischen bilden können. Die allgemeine Zahngesundheit sollte durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigungen erhalten werden. Eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf schädliche Habits wie Zähneknirschen unterstützen den Langzeiterfolg.

Häufig gestellte Fragen zu Zahnspange Nebenwirkungen: Risiken und Spätfolgen

Wie häufig treten ernsthafte Nebenwirkungen bei Zahnspangen auf?

Ernsthafte, bleibende Nebenwirkungen sind relativ selten. Etwa 15-30% der Patienten erleben eine gewisse Wurzelresorption, aber nur bei 1-5% ist diese klinisch relevant. White Spots treten bei 25-50% auf, sind aber oft behandelbar. Die meisten Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Schleimhautreizungen sind temporär und klingen nach der Behandlung vollständig ab. Mit guter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen lässt sich das Risiko für schwerwiegende Komplikationen deutlich minimieren.

Können White Spots nach der Zahnspange wieder verschwinden?

Leichte White Spots können durch konsequente Remineralisationstherapie teilweise oder vollständig rückgängig gemacht werden. Dies erfordert die Anwendung von hochkonzentrierten Fluoridpräparaten, Kalziumphosphat-Gelen und optimale Mundhygiene über mehrere Monate. Bei ausgeprägten White Spots sind die Erfolgsaussichten geringer. Dann kommen ästhetische Behandlungen wie Mikroabrasion (sanftes Abschleifen der obersten Schmelzschicht), Infiltrationstechnik mit speziellen Kunststoffen oder Veneers zum Einsatz. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose.

Ist Wurzelresorption nach einer Zahnspange gefährlich?

Leichte Wurzelresorption ist bei kieferorthopädischen Behandlungen relativ häufig und meist klinisch unbedeutend. Kritisch wird es, wenn mehr als ein Drittel der Wurzellänge verloren geht – dies betrifft etwa 1-3% der Patienten. Ausgeprägte Resorption kann die Zahnstabilität beeinträchtigen und langfristig zu Zahnlockerung oder sogar Zahnverlust führen. Regelmäßige röntgenologische Kontrollen während der Behandlung ermöglichen die Früherkennung. Bei Anzeichen von Resorption sollte die Behandlung pausiert oder die Krafteinwirkung reduziert werden. Nach Behandlungsende stabilisiert sich die Situation meist.

Warum wandern die Zähne nach der Zahnspange wieder zurück?

Rezidive entstehen durch das biologische “Gedächtnis” des Zahnhalteapparats. Die elastischen Fasern, die die Zähne im Knochen verankern, streben danach, die ursprüngliche Position wiederherzustellen. Dieser Effekt ist besonders stark in den ersten zwei Jahren nach Behandlungsende. Weitere Faktoren sind Wachstumsprozesse bei Jugendlichen, Weisheitszähne, die Druck ausüben, und funktionelle Einflüsse wie Zungenpressen. Ohne konsequente Retention mit Retainern tritt bei 70% der Patienten innerhalb von fünf Jahren eine sichtbare Rückstellung auf. Lebenslange Retention wird daher empfohlen.

Können Zahnspangen Kiefergelenksprobleme verursachen?

Der Zusammenhang zwischen kieferorthopädischer Behandlung und Kiefergelenksproblemen ist wissenschaftlich umstritten. Etwa 10-15% der Patienten entwickeln während oder nach der Behandlung CMD-Symptome wie Kieferknacken oder Schmerzen. Unklar ist jedoch, ob diese durch die Behandlung verursacht werden oder unabhängig davon auftreten würden. Große Bisslageveränderungen können die Gelenkfunktion beeinflussen. Patienten mit vorbestehender CMD-Problematik haben ein erhöhtes Risiko. Eine funktionsdiagnostische Untersuchung vor Behandlungsbeginn und regelmäßige Kontrollen während der Therapie sind bei Risikopatienten wichtig.

Wie kann ich Karies während der Zahnspangen-Behandlung vermeiden?

Die beste Kariesprävention ist konsequente Mundhygiene: Putzen Sie mindestens dreimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta und einer weichen Zahnbürste. Verwenden Sie Interdentalbürsten für die Bereiche unter den Drähten und zwischen den Brackets. Fluoridhaltige Mundspülungen bieten zusätzlichen Schutz. Professionelle Zahnreinigungen alle drei bis vier Monate sind während der KFO-Behandlung besonders wichtig. Meiden Sie zuckerhaltige Getränke und Snacks zwischen den Mahlzeiten. Ihr Kieferorthopäde kann zusätzlich Fluoridlack oder spezielle Versiegelungen um die Brackets auftragen, die das Kariesrisiko deutlich senken.

Sind Aligner besser als Brackets bezüglich Nebenwirkungen?

Aligner haben tatsächlich einige Vorteile: Sie erleichtern die Mundhygiene erheblich, da sie zum Essen und Putzen herausgenommen werden können. Dadurch ist das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen geringer. Auch Schleimhautverletzungen und Sprachprobleme treten seltener auf. Das Wurzelresorptionsrisiko ist tendenziell niedriger, da die Kräfte gleichmäßiger verteilt werden. Allerdings sind Aligner nicht für alle Fehlstellungen geeignet, besonders komplexe Fälle erfordern oft Brackets. Die Erfolgsrate hängt stark von der Tragezeit ab – Aligner müssen 20-22 Stunden täglich getragen werden, was hohe Disziplin erfordert.

Übernimmt die Krankenkasse Kosten für Behandlung von Nebenwirkungen?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei Kindern und Jugendlichen die kieferorthopädische Grundversorgung bei schweren Fehlstellungen. Allerdings werden Zusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigungen, hochwertige Brackets oder die Behandlung von Nebenwirkungen meist nicht erstattet. Bei Erwachsenen zahlt die GKV kieferorthopädische Behandlungen nur in Ausnahmefällen (kombiniert mit Kieferchirurgie). Kosten für Rezidivbehandlungen, Retention und die Behebung von Behandlungsfolgen wie White Spots sind grundsätzlich Privatleistungen. Eine Zahnzusatzversicherung mit KFO-Leistungen kann diese Kosten abdecken, sollte aber vor Behandlungsbeginn abgeschlossen werden.

Wie lange dauert es, bis sich die Zähne nach der Zahnspange stabilisieren?

Die Stabilisierungsphase dauert mindestens sechs bis zwölf Monate, wobei die vollständige Konsolidierung des umgebauten Knochens bis zu zwei Jahre benötigen kann. In dieser Zeit ist das Rezidivrisiko am höchsten, weshalb konsequente Retention essentiell ist. Die elastischen Fasern des Zahnhalteapparats behalten ihr “Gedächtnis” jedoch dauerhaft, weshalb moderne Konzepte lebenslange Retention empfehlen. Festsitzende Retainer im Unterkiefer-Frontzahnbereich sollten permanent verbleiben. Herausnehmbare Schienen werden zunächst ganztags, später nur noch nachts getragen. Nach fünf Jahren ist das Rezidivrisiko deutlich geringer, verschwindet aber nie vollständig.

Können Zahnspangen bei Erwachsenen mehr Nebenwirkungen verursachen?

Erwachsene haben tatsächlich ein etwas erhöhtes Risiko für bestimmte Komplikationen. Der Knochenumbau verläuft langsamer, weshalb Behandlungen länger dauern und das Wurzelresorptionsrisiko steigt. Vorbestehende Parodontalerkrankungen sind häufiger und können sich während der KFO-Behandlung verschlechtern. Auch das Rezidivrisiko ist höher, da keine Wachstumsschübe mehr die Behandlung unterstützen. Andererseits sind Erwachsene oft motivierter und halten Mundhygiene-Anweisungen konsequenter ein, was das Kariesrisiko senkt. Mit angepasster Behandlungsplanung, sanften Kräften und engmaschigen Kontrollen lassen sich auch bei Erwachsenen sehr gute und sichere Ergebnisse erzielen.

Fazit: Informierte Entscheidungen für gesunde Zähne treffen

Kieferorthopädische Behandlungen bieten enorme Vorteile für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik – doch wie dieser umfassende Ratgeber zeigt, sind sie nicht frei von Risiken. Von temporären Beschwerden wie Schmerzen und Sprachproblemen über behandelbare Komplikationen wie White Spots bis hin zu irreversiblen Spätfolgen wie Wurzelresorption reicht das Spektrum möglicher Zahnspange Nebenwirkungen. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Risiken lassen sich durch sorgfältige Behandlungsplanung, konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen deutlich minimieren.

Entscheidend ist eine realistische Aufklärung vor Behandlungsbeginn. Sie sollten die potenziellen KFO Nebenwirkungen kennen und gemeinsam mit Ihrem Kieferorthopäden eine individuell angepasste Behandlungsstrategie entwickeln. Moderne Alternativen wie Aligner können für manche Patienten die risikoärmere Wahl sein. Die Investition in präventive Maßnahmen wie professionelle Zahnreinigungen und Fluoridierungen zahlt sich langfristig aus – sowohl für Ihre Zahngesundheit als auch finanziell.

Die Kosten für Prävention, Behandlung von Nebenwirkungen und eventuelle Rezidivtherapien können erheblich sein. Eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung bietet hier wichtige finanzielle Absicherung und ermöglicht Ihnen Zugang zu optimaler Versorgung ohne Kompromisse. Besonders wenn Sie eine kieferorthopädische Behandlung planen oder bereits begonnen haben, lohnt sich die Auseinandersetzung mit geeigneten Versicherungslösungen.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über mögliche Nebenwirkungen und Risiken kieferorthopädischer Behandlungen und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung durch einen qualifizierten Kieferorthopäden oder Zahnarzt. Die genannten Häufigkeitsangaben basieren auf wissenschaftlichen Studien, können aber im Einzelfall variieren. Bei konkreten Beschwerden oder Fragen zu Ihrer Behandlung konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt. Die Informationen zu Versicherungsleistungen sind allgemeiner Natur – Details hängen vom jeweiligen Tarif ab. Stand: 2025

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Joschka Weiss

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