Miniimplantate & Miniaturschrauben in der Kieferorthopädie

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Miniimplantate revolutionieren die moderne Kieferorthopädie und ermöglichen Behandlungsergebnisse, die noch vor wenigen Jahren unerreichbar schienen. Diese winzigen Titanschrauben, auch Miniaturschrauben oder TADS (Temporary Anchorage Devices) genannt, dienen als künstliche Verankerungspunkte für Zahnspangen und Aligner. Sie machen komplexe Zahnbewegungen möglich, ohne dass gesunde Zähne als Gegenanker belastet werden. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Anwendung, Kosten und Vorteile dieser innovativen Behandlungsmethode.

Was sind Miniimplantate in der Kieferorthopädie?

Miniimplantate in der Kieferorthopädie sind kleine, schraubenförmige Implantate aus Titan oder Titanlegierungen, die temporär in den Kieferknochen eingesetzt werden. Mit einem Durchmesser von nur 1,2 bis 2,5 Millimetern und einer Länge von 5 bis 12 Millimetern sind sie deutlich kleiner als reguläre Zahnimplantate. Anders als bei klassischen Implantaten zur Zahnverankerung werden Miniaturschrauben nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung wieder entfernt.

Die wissenschaftliche Bezeichnung „Temporary Anchorage Devices” (TADS) beschreibt präzise die Funktion dieser Hilfsmittel: Sie bieten eine temporäre, absolut stabile Verankerung für Kräfte, die zur Zahnbewegung erforderlich sind. Herkömmliche Zahnspangen nutzen benachbarte Zähne als Gegenanker, was zu unerwünschten Nebenbewegungen führen kann. Miniimplantate eliminieren dieses Problem vollständig.

Die Entwicklung dieser Technik begann in den 1990er Jahren in Südkorea und hat sich seitdem weltweit etabliert. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie von 2024 werden TADS mittlerweile in etwa 35 Prozent aller komplexeren kieferorthopädischen Behandlungen eingesetzt – Tendenz steigend.

Der Aufbau von Miniaturschrauben

Miniaturschrauben bestehen typischerweise aus reinem Titan oder einer Titan-Aluminium-Vanadium-Legierung. Diese Materialien sind biokompatibel und werden vom Körper hervorragend akzeptiert. Der Aufbau umfasst drei wesentliche Komponenten:

Komponente Beschreibung Funktion
Schraubenkopf Verschiedene Formen (Knopf, Haken, Loch) Befestigung von Federn, Gummizügen oder Drähten
Hals Glatter Übergangsbereich Verbindung zwischen Kopf und Gewinde
Gewinde Selbstschneidend oder vorgebohrt Verankerung im Kieferknochen

Anwendungsbereiche von TADS in der Kieferorthopädie

TADS in der Kieferorthopädie kommen bei einer Vielzahl von Behandlungsindikationen zum Einsatz. Besonders bei komplexen Fällen, die mit konventionellen Methoden nur schwer oder gar nicht lösbar wären, eröffnen Miniaturschrauben neue therapeutische Möglichkeiten. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt in der Bereitstellung einer absoluten Verankerung – also einem Fixpunkt, der sich unter Krafteinwirkung nicht bewegt.

Eine der häufigsten Anwendungen ist das Einziehen von vorstehenden Schneidezähnen. Bei Patienten mit einem ausgeprägten Überbiss müssen die oberen Frontzähne oft mehrere Millimeter nach hinten bewegt werden. Ohne Miniimplantate würde dieser Zug die hinteren Backenzähne nach vorne ziehen – ein unerwünschter Nebeneffekt. Mit TADS als Gegenanker bleiben die Backenzähne stabil, während sich nur die Frontzähne bewegen.

Typische Behandlungssituationen für Miniimplantate

Indikation Problemstellung Lösung durch TADS
Protrudierte Frontzähne Vorstehende obere Schneidezähne Gezieltes Einziehen ohne Molarenbewegung
Lücken bei fehlenden Zähnen Zahnlücken sollen geschlossen werden Effiziente Lückenschließung durch Krafteinleitung
Tiefbiss Übermäßiger vertikaler Überbiss Intrusion der Front- oder Seitenzähne
Offener Biss Fehlender Kontakt zwischen Frontzähnen Gezielte Extrusion einzelner Zähne
Zahnfleischslächten Ästhetische Zahnfleischverläufe Kontrolliertes Herausschieben von Zähnen

Besonders bei Erwachsenen, die eine Zahnspange tragen, haben sich Miniimplantate als wertvolle Ergänzung bewährt. Der erwachsene Kieferknochen ist vollständig ausgebildet und bietet weniger Anpassungsfähigkeit als bei Jugendlichen. TADS ermöglichen präzisere Kraftvektoren und verkürzen dadurch oft die Gesamtbehandlungszeit. Eine Studie der Universität Köln zeigte 2023, dass Behandlungen mit Miniaturschrauben im Durchschnitt 4 bis 6 Monate schneller abgeschlossen werden konnten.

Kosten für kieferorthopädische Behandlung

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Der Behandlungsablauf: Von der Planung bis zur Entfernung

Die Platzierung von Miniimplantaten erfordert sorgfältige Planung und fachärztliche Expertise. Der gesamte Prozess gliedert sich in mehrere Phasen, beginnend mit einer umfassenden Diagnostik. Ihr Kieferorthopäde erstellt zunächst digitale 3D-Aufnahmen des Kiefers, um die optimale Position für die Miniaturschrauben zu ermitteln. Moderne Planungssoftware berücksichtigt dabei die anatomischen Gegebenheiten wie Knochendichte, Wurzelpositionen und Nervenverläufe.

Die eigentliche Insertion der Miniaturschrauben ist ein minimalinvasiver Eingriff, der meist ambulant in der Praxis durchgeführt wird. In vielen Fällen ist nicht einmal eine Betäubung erforderlich – die Patienten berichten oft nur von einem leichten Druckgefühl. Die Schrauben werden entweder selbstschneidend direkt in den Knochen gedreht oder nach einer minimalen Vorbohrung eingesetzt. Der gesamte Vorgang dauert pro Implantat nur wenige Minuten.

Schritt-für-Schritt-Ablauf der Insertion

Nach der Insertion benötigen die Miniimplantate in der Regel keine Einheilphase. Sie können sofort belastet und in die kieferorthopädische Apparatur integriert werden. Ihr Kieferorthopäde befestigt Federn, Gummizüge oder spezielle Drähte an den Köpfen der Schrauben, um die gewünschten Kräfte auf die zu bewegenden Zähne zu übertragen. Regelmäßige Kontrolltermine gewährleisten, dass die Behandlung wie geplant verläuft.

Phase Dauer Beschreibung
Diagnostik 1-2 Termine 3D-Planung, Positionsermittlung, Aufklärung
Insertion 15-30 Minuten Minimalinvasives Einsetzen unter lokaler Betäubung
Aktive Behandlung 6-24 Monate Krafteinwirkung auf Zähne, regelmäßige Kontrollen
Entfernung 5-10 Minuten Einfaches Herausschrauben ohne Betäubung

Nach Abschluss der Zahnbewegungen werden die Miniimplantate unkompliziert entfernt. Da sie nicht fest mit dem Knochen verwachsen sind, sondern nur mechanisch verankert wurden, lässt sich die Entfernung schnell und schmerzfrei durchführen. Das Knochengewebe heilt anschließend innerhalb weniger Wochen vollständig aus, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen.

Kosten und Finanzierung von Miniaturschrauben

Die Kosten für Miniimplantate in der Kieferorthopädie variieren je nach Anzahl der benötigten Schrauben, der Behandlungsdauer und dem jeweiligen Kieferorthopäden. Pro Miniaturschraube müssen Patienten mit Kosten zwischen 150 und 400 Euro rechnen. Da bei den meisten Behandlungen zwei bis vier Schrauben zum Einsatz kommen, ergeben sich Gesamtkosten von etwa 300 bis 1.600 Euro für die Implantate allein.

Diese Kosten kommen zu den regulären Behandlungskosten für die Zahnspange hinzu. Eine umfassende kieferorthopädische Behandlung mit fester Spange bei Erwachsenen kostet durchschnittlich 4.000 bis 8.000 Euro. Mit TADS können sich die Gesamtkosten also auf 4.300 bis 9.600 Euro belaufen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Miniimplantate oft Behandlungen ermöglichen, die ohne sie deutlich aufwendiger oder unmöglich wären.

Kostenübersicht kieferorthopädische Behandlung mit TADS

Leistung Kosten (ca.) Hinweis
3D-Diagnostik und Planung 150-300 € Einmalig zu Behandlungsbeginn
Miniaturschraube (pro Stück) 150-400 € Meist 2-4 Stück erforderlich
Insertion und Entfernung 100-250 € Pro Implantat
Feste Zahnspange (Gesamt) 4.000-8.000 € Je nach Behandlungsaufwand
Gesamtkosten (typisch) 4.600-9.600 € Komplexe Fälle können teurer sein

Übernahme durch Kranken- und Zusatzversicherung

Die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist bei Erwachsenen stark begrenzt. Kieferorthopädische Behandlungen werden nur bei medizinischer Notwendigkeit mit Kieferanomalien der KIG-Kategorien 3 bis 5 bezuschusst. Die Kosten für Miniimplantate selbst werden von den gesetzlichen Kassen in der Regel nicht übernommen, da sie als Zusatzleistung eingestuft werden.

Eine Zahnzusatzversicherung für kieferorthopädische Leistungen bei Erwachsenen kann hier erhebliche finanzielle Entlastung bieten. Viele private Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Behandlungskosten, oft zwischen 50 und 100 Prozent je nach Tarif. Es lohnt sich, bestehende Verträge zu prüfen oder vor Behandlungsbeginn eine passende Versicherung abzuschließen.

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Vorteile und Grenzen der Methode

Miniimplantate bieten zahlreiche Vorteile gegenüber konventionellen Verankerungsmethoden. Der wichtigste Vorteil ist die absolute Verankerung: Während herkömmliche Zahnspangen benachbarte Zähne als Gegenanker nutzen und damit deren Bewegungen riskieren, bieten TADS einen fixen Punkt im Knochen. Dies ermöglicht präzisere, vorhersehbare und oft schnellere Behandlungsverläufe.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die erweiterte therapeutische Reichweite. Behandlungen, die früher nur mit operativen Eingriffen oder sogar gar nicht möglich waren, lassen sich nun minimalinvasiv durchführen. Die Einziehrate protrudierter Frontzähne kann mit Miniimplantaten bis zu 6 Millimeter betragen – ein Wert, der mit konventionellen Methoden kaum erreichbar ist. Zudem entfällt oft die Notwendigkeit für Zahnextraktionen, da Platz im Kiefer effizienter genutzt werden kann.

Vorteile von TADS im Überblick

  • Absolute Verankerung: Keine unerwünschten Nebenbewegungen der Ankerzähne
  • Präzise Kontrolle: Exakte Kraftvektoren für vorhersehbare Ergebnisse
  • Kürzere Behandlungszeit: Durch effizientere Zahnbewegungen
  • Verzicht auf Extraktionen: Oft können Zähne erhalten bleiben
  • Minimalinvasiv: Schmerzarme Insertion ohne großen operativen Aufwand
  • Vielseitig einsetzbar: Bei verschiedensten kieferorthopädischen Problemen

Mögliche Komplikationen und Risiken

Trotz der hohen Erfolgsquote von über 90 Prozent können bei Miniimplantaten Komplikationen auftreten. Das häufigste Problem ist das Lockern oder Verlust der Schraube, was bei etwa 5 bis 15 Prozent der Fälle vorkommt. Ursachen sind oft eine unzureichende Knochendichte, Entzündungen im Bereich des Implantats oder übermäßige Belastung. In solchen Fällen kann meist problemlos eine neue Schraube an einer leicht veränderten Position eingesetzt werden.

Seltener sind Verletzungen benachbarter Strukturen wie Zahnwurzeln oder Nerven. Durch die präzise 3D-Planung und die Erfahrung des Behandlers lässt sich dieses Risiko minimieren. Entzündungen der umgebenden Schleimhaut können bei mangelnder Mundhygiene auftreten, sind aber in der Regel gut behandelbar. Ihr Kieferorthopäde wird Sie über die richtige Pflege der Implantatstelle aufklären.

Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Osteoporose kann die Integration der Miniimplantate beeinträchtigt sein. Eine gründliche Anamnese vor Behandlungsbeginn ist daher essenziell. Auch Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, da die Durchblutung und Wundheilung im Kieferbereich eingeschränkt sein können.

Pflege und Hygiene während der Behandlung

Die Pflege von Miniimplantaten erfordert keine besonderen Hilfsmittel, aber konsequente Mundhygiene ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Wie bei einer herkömmlichen Implantatpflege gilt es, Entzündungen der umliegenden Schleimhaut zu vermeiden. Eine Periimplantitis – also eine Entzündung des Gewebes um das Implantat – kann zum Verlust der Schraube führen.

Die Reinigung erfolgt am besten mit einer weichen Zahnbürste und sanften Bewegungen um das Implantat herum. Ihr Kieferorthopäde kann Ihnen spezielle Interdentalbürsten oder Soft-Picks empfehlen, die für die Reinigung der schwer zugänglichen Stellen geeignet sind. Mundspülungen mit Chlorhexidin werden oft für die ersten Wochen nach der Insertion empfohlen, um die Keimbesiedlung zu reduzieren.

Tipps für die Pflege von Miniimplantaten

  • Reinigen Sie die Implantatstelle zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste
  • Verwenden Sie Interdentalbürsten für schwer erreichbare Bereiche
  • Spülen Sie bei Bedarf mit einer empfohlenen Mundspülung
  • Vermeiden Sie harte oder klebrige Speisen im Implantatbereich
  • Kontrollieren Sie regelmäßig den festen Sitz der Schraube
  • Suchen Sie bei Schmerzen oder Schwellungen umgehend Ihren Kieferorthopäden auf

Miniimplantate bei verschiedenen Altersgruppen

Während TADS ursprünglich hauptsächlich bei Erwachsenen eingesetzt wurden, hat sich das Anwendungsspektrum erweitert. Auch bei Jugendlichen können Miniaturschrauben sinnvoll sein, insbesondere bei komplexen Fällen, die eine absolute Verankerung erfordern. Der wachsende Kiefer bietet dabei sogar gewisse Vorteile, da der Knochen noch anpassungsfähig ist und die Integration der Implantate begünstigt.

Für Eltern, die eine Kieferorthopädie-Behandlung ihrer Kinder planen, sind die Kostenaspekte besonders relevant. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr einen Teil der Behandlungskosten, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Die Kosten für Miniimplantate selbst müssen jedoch oft privat getragen werden, auch bei Jugendlichen.

Altersspezifische Besonderheiten

Altersgruppe Knochenbeschaffenheit Erfolgsrate Besonderheiten
Jugendliche (12-17) Noch wachsend, hohe Anpassungsfähigkeit ca. 85-90% Position muss Wachstum berücksichtigen
Junge Erwachsene (18-35) Stabil, gute Regeneration ca. 90-95% Ideal für komplexe Korrekturen
Erwachsene (36-55) Stabil, zunehmend dichter ca. 88-93% Gute Knochendichte begünstigt Stabilität
Ältere Erwachsene (55+) Oft reduzierte Dichte, langsamere Heilung ca. 80-88% Evtl. Konditionierung erforderlich

Kombination mit anderen kieferorthopädischen Verfahren

Miniimplantate lassen sich hervorragend mit verschiedenen kieferorthopädischen Apparaturen kombinieren. Sowohl bei festen Zahnspangen als auch bei Aligner-Therapien wie Invisalign können TADS als Verankerungspunkte dienen. Die Kombination erweitert die therapeutischen Möglichkeiten beider Systeme erheblich.

Bei der Behandlung mit durchsichtigen Alignern bieten Miniimplantate eine besonders elegante Lösung. Der Aligner selbst kann an den TADS verankert werden, wodurch komplexe Zahnbewegungen möglich werden, die mit reinem Aligner-Druck nicht realisierbar wären. Dies macht Aligner-Behandlungen zu einer Option auch für schwierigere Fälle, die früher zwingend eine feste Zahnspange erfordert hätten.

Auch bei der Korrektur von Tiefbiss-Fehlstellungen oder Unterbiss-Problemen haben sich Miniimplantate als wertvolle Ergänzung bewährt. Die gezielte Intrusion oder Extrusion einzelner Zähne wird durch die absolute Verankerung präzise kontrollierbar. Behandlungszeiten verkürzen sich, und Ergebnisse werden vorhersehbarer.

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Häufig gestellte Fragen zu Miniimplantate & Miniaturschrauben in der Kieferorthopädie

Ist das Einsetzen von Miniimplantaten schmerzhaft?

Die meisten Patienten empfinden das Einsetzen als kaum schmerzhaft. Der Eingriff wird oft ohne Betäubung durchgeführt, kann aber bei Bedarf mit einer lokalen Anästhesie erfolgen. Viele beschreiben lediglich ein leichtes Druckgefühl während der Insertion. In den ersten Tagen nach dem Eingriff kann ein leichtes Ziehen oder Druckempfinden auftreten, das jedoch gut mit herkömmlichen Schmerzmitteln behandelbar ist.

Wie lange bleiben Miniimplantate im Kiefer?

Miniimplantate verbleiben für die Dauer der aktiven Zahnbewegung im Kiefer, typischerweise zwischen 6 und 24 Monaten. Die genaue Verweildauer hängt von der individuellen Behandlungsplanung ab. Nach Erreichen des gewünschten Behandlungsziels werden sie unkompliziert entfernt. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen die Schrauben während der Retentionsphase als zusätzliche Sicherung dienen.

Was passiert, wenn ein Miniimplantat verloren geht?

Der Verlust eines Miniimplantats ist zwar ärgerlich, aber kein schwerwiegendes Problem. In den meisten Fällen kann problemlos eine neue Schraube an derselben oder einer leicht veränderten Position eingesetzt werden. Die Behandlung wird lediglich um wenige Wochen verzögert. Die Erfolgsquote bei Re-Insertionen ist sehr hoch, da der Knochen bereits an die Belastung angepasst ist.

Kann ich mit Miniimplantaten normal essen?

Ja, mit Miniimplantaten können Sie grundsätzlich normal essen. In den ersten Tagen nach der Insertion wird empfohlen, weichere Speisen zu bevorzugen und harte oder klebrige Lebensmittel im Bereich der Implantate zu meiden. Langfristig gibt es kaum Einschränkungen, solange Sie keine extremen Kräfte auf die Implantate ausüben. Ihr Kieferorthopäde wird Sie über geeignete Ernährung während der Behandlung beraten.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Die Kostenübernahme hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei Erwachsenen in der Regel keine Kosten für kieferorthopädische Behandlungen, es sei denn, es liegt eine schwere Kieferanomalie vor. Die Kosten für Miniimplantate selbst werden meist als Zusatzleistung eingestuft und nicht bezuschusst. Private Zahnzusatzversicherungen können hier eine finanzielle Entlastung bieten und Teile der Behandlungskosten erstatten.

Sind Miniimplantate für jeden Patienten geeignet?

Miniimplantate sind für die meisten Patienten geeignet, es gibt jedoch Kontraindikationen. Patienten mit schwerer Osteoporose, schlecht eingestelltem Diabetes oder Erkrankungen, die die Knochenheilung beeinträchtigen, haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Auch bei sehr geringer Knochendichte oder ungünstigen anatomischen Verhältnissen kann die Anwendung eingeschränkt sein. Eine individuelle Beratung durch Ihren Kieferorthopäden klärt, ob die Methode für Sie geeignet ist.

Wie unterscheiden sich Miniimplantate von regulären Zahnimplantaten?

Miniimplantate sind deutlich kleiner (1,2-2,5 mm Durchmesser) als reguläre Zahnimplantate (3,5-6 mm) und werden temporär eingesetzt. Im Gegensatz zu Zahnimplantaten, die fest mit dem Knochen verwachsen (Osseointegration), verbleiben Miniaturschrauben mechanisch verankert und werden nach der Behandlung entfernt. Die Insertion ist weniger invasiv, und die Kosten sind deutlich niedriger als bei klassischen Implantaten.

Können Miniimplantate mit Invisalign kombiniert werden?

Ja, Miniimplantate lassen sich sehr gut mit Invisalign und anderen Aligner-Systemen kombinieren. Die TADS dienen dabei als Verankerungspunkte für Attachments oder Gummizüge, die den Aligner mit dem Implantat verbinden. Dies erweitert die Behandlungsmöglichkeiten von Alignern erheblich und macht komplexere Zahnbewegungen möglich, die mit Alignern allein nicht realisierbar wären.

Besteht eine Allergiegefahr bei Titan-Implantaten?

Allergische Reaktionen auf Titan sind extrem selten. Titan gilt als eines der biokompatibelsten Materialien und wird vom Körper hervorragend akzeptiert. Lediglich bei Patienten mit bekannter Titanüberempfindlichkeit können alternative Materialien wie Keramik oder Kunststoff in Betracht gezogen werden. Ihr Kieferorthopäde wird im Rahmen der Anamnese eventuelle Allergien abklären.

Wie finde ich einen erfahrenen Behandler für Miniimplantate?

Achten Sie bei der Wahl eines Behandlers auf eine spezifische Ausbildung und Erfahrung im Umgang mit Miniimplantaten. Viele Kieferorthopäden weisen auf ihren Webseiten auf entsprechende Fortbildungen und Schwerpunkte hin. Ein ausführliches Beratungsgespräch gibt Aufschluss über die Expertise des Behandlers. Zögern Sie nicht, nach der Anzahl der durchgeführten TADS-Behandlungen und den Erfolgsraten zu fragen.

Fazit: Miniimplantate erweitern die Möglichkeiten der modernen Kieferorthopädie

Miniimplantate in der Kieferorthopädie haben sich als wertvolle Ergänzung etablierter Behandlungsmethoden bewährt. Sie bieten eine stabile Verankerung für Zahnspangen und Aligner, ermöglichen präzisere Behandlungen und verkürzen oft die Therapiedauer. Besonders bei komplexen Fällen, die ohne diese Technik nur schwer oder gar nicht behandelbar wären, eröffnen TADS neue therapeutische Perspektiven.

Die Entscheidung für Miniaturschrauben sollte nach sorgfältiger Beratung durch einen erfahrenen Kieferorthopäden getroffen werden. Die Erfolgsaussichten sind mit über 90 Prozent sehr gut, und mögliche Komplikationen sind in der Regel gut behandelbar. Die zusätzlichen Kosten amortisieren sich oft durch kürzere Behandlungszeiten und bessere Ergebnisse. Eine passende Zahnzusatzversicherung kann die finanzielle Belastung erheblich reduzieren.

Wenn Sie überlegen, eine kieferorthopädische Behandlung zu beginnen, informieren Sie sich über die Möglichkeiten mit Miniimplantaten. Ein Beratungstermin bei einem qualifizierten Kieferorthopäden klärt, ob diese Methode für Ihre individuelle Situation geeignet ist. Die Investition in ein ästhetisches, funktionales Zahnbild zahlt sich langfristig aus – für Ihre Gesundheit und Ihr Selbstbewusstsein.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie mit Ihrem Kieferorthopäden über die für Sie passende Behandlung. Stand: 2026

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Joschka Weiss

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