Zahnfehlstellungen korrigieren trotz Zahnfleischerkrankung – für viele Betroffene scheint das ein Widerspruch zu sein. Tatsächlich stellt die Kombination aus Parodontitis und dem Wunsch nach einer kieferorthopädischen Behandlung eine besondere Herausforderung dar. Etwa 11,5 Millionen Deutsche leiden an mittelschwerer bis schwerer Parodontitis, und viele von ihnen wünschen sich gleichzeitig eine Korrektur ihrer Zahnstellung. Dieser umfassende Ratgeber erklärt Ihnen, unter welchen Voraussetzungen eine Zahnspange bei Parodontose möglich ist, welche Risiken bestehen und wie moderne Behandlungskonzepte beide Probleme erfolgreich angehen können.
Grundlagen: Was ist Parodontitis und wie beeinflusst sie die Zahnstellung?
Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zu Knochenschwund und Zahnverlust führt. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend aus einer chronischen Zahnfleischentzündung und betrifft nicht nur das Weichgewebe, sondern vor allem den Kieferknochen.
Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Zahnfehlstellungen ist komplex: Einerseits können Fehlstellungen die Entstehung von Parodontitis begünstigen, da eng stehende oder verdrehte Zähne schwerer zu reinigen sind. Andererseits führt der durch Parodontose verursachte Knochenabbau häufig zu Zahnwanderungen und sekundären Fehlstellungen.
Stadien der Parodontitis und ihre Bedeutung für KFO-Behandlungen
| Stadium | Knochenverlust | Symptome | KFO-Behandlung möglich? |
|---|---|---|---|
| Gingivitis | Keiner | Zahnfleischbluten, leichte Rötung | Ja, nach Behandlung der Entzündung |
| Frühe Parodontitis | Bis 15% | Zahnfleischtaschen 3-4 mm | Ja, unter engmaschiger Kontrolle |
| Moderate Parodontitis | 15-33% | Taschen 5-6 mm, leichte Zahnlockerung | Bedingt, nur nach systematischer Vorbehandlung |
| Schwere Parodontitis | Über 33% | Tiefe Taschen, deutliche Lockerung | Nur in Ausnahmefällen nach Stabilisierung |
Die Entscheidung für oder gegen eine kieferorthopädische Behandlung bei Parodontose hängt maßgeblich vom Krankheitsstadium ab. Eine aktive, unbehandelte Parodontitis stellt eine absolute Kontraindikation dar, während eine erfolgreich behandelte und stabile Situation durchaus Behandlungsoptionen eröffnet.

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Warum ist KFO bei Parodontitis problematisch?
Die Herausforderung bei einer Zahnspange trotz Parodontitis liegt in der mechanischen Belastung, die kieferorthopädische Apparaturen auf den bereits geschwächten Zahnhalteapparat ausüben. Bei gesunden Zähnen führen die kontrollierten Kräfte zu einem geregelten Knochenumbau – bei vorgeschädigtem Gewebe können sie jedoch den Abbau beschleunigen.
Hauptrisiken der KFO-Behandlung bei Zahnfleischentzündung
- Beschleunigter Knochenverlust: Die orthodontischen Kräfte können bei aktiver Entzündung den bereits begonnenen Knochenabbau verstärken
- Wurzelresorptionen: Geschädigte Zähne reagieren empfindlicher auf Bewegungen, das Risiko für Wurzelverkürzungen steigt um 40-60%
- Erhöhte Zahnlockerung: Ohne ausreichende Knochenunterstützung können Zähne instabil werden
- Rezidivgefahr: Auch nach erfolgreicher Korrektur ist die Rückfallquote bei parodontal vorgeschädigten Zähnen deutlich höher
- Erschwerte Mundhygiene: Brackets und Drähte machen die ohnehin wichtige Reinigung noch anspruchsvoller
Studien zeigen, dass das Risiko für Komplikationen bei unbehandelter Parodontitis um das 3-5-fache erhöht ist. Besonders kritisch ist die Situation bei fortgeschrittenem Knochenabbau, wenn weniger als 50% der Wurzeloberfläche noch im Knochen verankert sind.
Biologische Prozesse während der orthodontischen Zahnbewegung
Um die Problematik zu verstehen, ist ein Blick auf die biologischen Vorgänge hilfreich: Bei einer kieferorthopädischen Behandlung wird Druck auf den Zahn ausgeübt. Auf der Druckseite kommt es zu einer Knochenresorption durch Osteoklasten, während auf der Zugseite Osteoblasten neuen Knochen aufbauen. Dieser Prozess funktioniert nur bei gesundem Gewebe optimal.
Bei Parodontitis ist dieses Gleichgewicht gestört. Die chronische Entzündung führt zu einer Überaktivität der knochenabbauenden Zellen. Zusätzliche mechanische Reize können diesen Prozess unkontrolliert verstärken, sodass mehr Knochen abgebaut als aufgebaut wird.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche KFO-Behandlung bei Parodontose
Eine Zahnspange bei Parodontose ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erfordert aber ein strukturiertes Vorgehen und die Erfüllung bestimmter Kriterien. Die moderne Parodontologie und Kieferorthopädie haben Protokolle entwickelt, die eine sichere Behandlung ermöglichen.
Die parodontale Vorbehandlung: Fundament jeder KFO-Therapie
Bevor überhaupt an eine kieferorthopädische Behandlung gedacht werden kann, muss die Parodontitis erfolgreich behandelt und stabilisiert werden. Dieser Prozess umfasst mehrere Phasen:
| Behandlungsphase | Maßnahmen | Dauer | Erfolgskriterium |
|---|---|---|---|
| Initialtherapie | Professionelle Zahnreinigung, Mundhygieneinstruktion | 2-4 Wochen | Blutung beim Sondieren unter 20% |
| Systematische Parodontalbehandlung | Geschlossene/offene Kürettage, ggf. Antibiotika | 4-8 Wochen | Taschentiefen unter 5 mm |
| Reevaluation | Kontrolle der Behandlungsergebnisse | 3-6 Monate | Stabile Verhältnisse ohne Entzündungszeichen |
| Erhaltungstherapie | Regelmäßige professionelle Reinigungen | Dauerhaft (alle 3-4 Monate) | Keine Progression der Erkrankung |
Erst wenn die Parodontitis mindestens sechs Monate stabil ist und keine aktiven Entzündungszeichen mehr vorliegen, kann eine kieferorthopädische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Die erfolgreiche Behandlung der Parodontose bildet das unverzichtbare Fundament.
Diagnostische Voraussetzungen
Vor Beginn einer KFO-Behandlung bei Parodontitis sind umfassende diagnostische Maßnahmen erforderlich:
- Parodontaler Screening-Index (PSI): Sollte maximal Code 2 aufweisen (Taschentiefen unter 3,5 mm)
- Röntgenstatus: Digitale Volumentomographie (DVT) zur präzisen Beurteilung der Knochensituation
- Mikrobiologische Tests: Ausschluss hochpathogener Keime wie Aggregatibacter actinomycetemcomitans
- Mobilitätsgrad: Zahnlockerung maximal Grad 1 (bis 1 mm horizontal)
- Mundhygiene-Index: Plaqueindex unter 20%, Patient muss nachweislich gute Mundhygiene beherrschen

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Moderne Behandlungskonzepte: KFO bei Knochenschwund
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, stehen verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung. Die Wahl der Methode hängt vom Ausmaß der Parodontitis, dem verbliebenen Knochenangebot und den individuellen Behandlungszielen ab.
Orthodontische Behandlungsoptionen bei parodontal vorgeschädigten Zähnen
Die kieferorthopädische Behandlung bei Parodontose unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Standardbehandlung. Besonders wichtig sind reduzierte Kräfte, längere Behandlungsintervalle und eine engmaschige parodontale Betreuung.
| Behandlungsmethode | Vorteile bei Parodontitis | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Festsitzende Brackets (modifiziert) | Präzise Kontrolle, auch komplexe Bewegungen möglich | Erschwerte Mundhygiene, höheres Entzündungsrisiko | Stabile Parodontitis, gute Compliance |
| Aligner-Therapie (Schienen) | Herausnehmbar, bessere Mundhygiene, geringere Kräfte | Limitierte Bewegungsmöglichkeiten, hohe Disziplin nötig | Leichte bis moderate Fehlstellungen |
| Linguale Brackets | Unsichtbar, präzise Kraftkontrolle | Sehr erschwerte Reinigung, höhere Kosten | Ästhetische Ansprüche bei stabiler Situation |
| Segmentbogenbehandlung | Lokale Behandlung, minimale Belastung | Nur für begrenzte Korrekturen | Einzelne Zahnfehlstellungen nach Parodontose |
Aligner als schonende Alternative
Bei parodontal vorgeschädigten Zähnen werden zunehmend transparente Aligner-Systeme eingesetzt. Diese bieten mehrere Vorteile: Die Kräfte sind geringer und gleichmäßiger verteilt, die Mundhygiene ist deutlich einfacher, und die Behandlung kann bei Bedarf jederzeit unterbrochen werden.
Studien aus 2024 zeigen, dass Aligner-Behandlungen bei stabilisierter Parodontitis eine Erfolgsrate von etwa 78% erreichen – verglichen mit 85% bei parodontal gesunden Patienten. Der Unterschied ist statistisch relevant, aber die Methode gilt als sicher, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Kombinationstherapie: Parodontologie und Kieferorthopädie Hand in Hand
Der Goldstandard bei KFO-Behandlung und Parodontose ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Während der gesamten kieferorthopädischen Behandlung erfolgen regelmäßige parodontale Kontrollen:
- Professionelle Zahnreinigung: Alle 6-8 Wochen statt der üblichen 3-6 Monate
- Taschentiefenmessung: Bei jedem Kontrolltermin zur Früherkennung von Rezidiven
- Mikrobiologisches Monitoring: Alle 3-4 Monate bei Risikopatienten
- Röntgenkontrollen: Jährlich zur Überwachung des Knochenniveaus
- Anpassung der KFO-Kräfte: Bei ersten Anzeichen von Problemen sofortige Reduktion
Diese intensive Betreuung erfordert ein hohes Maß an Patientencompliance und verursacht zusätzliche Kosten, die nicht immer von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Spezielle Behandlungssituationen und Herausforderungen
Bestimmte Ausgangssituationen erfordern besondere Behandlungskonzepte. Die moderne Zahnmedizin hat für die meisten dieser Herausforderungen Lösungen entwickelt.
Zahnwanderungen nach Parodontitis korrigieren
Eine häufige Folge fortgeschrittener Parodontose sind Zahnwanderungen, besonders im Frontzahnbereich. Die Schneidezähne kippen nach vorne (Protrusio), zwischen ihnen entstehen Lücken (Diastema), und die Ästhetik leidet erheblich. Diese sekundären Fehlstellungen zu korrigieren, ist eine der wichtigsten Indikationen für eine kieferorthopädische Behandlung bei Parodontose.
Das Problem: Die Zähne haben bereits Knochenunterstützung verloren. Die Behandlung muss daher besonders vorsichtig erfolgen. Oft wird zunächst versucht, die Zähne in ihre ursprüngliche Position zurückzubewegen. Dabei ist es wichtig, dass ausreichend Knochen vorhanden ist, um die Zähne aufzunehmen.
Knochenaufbau vor kieferorthopädischer Behandlung
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, vor der KFO-Behandlung einen gezielten Knochenaufbau durchzuführen. Dies ist besonders relevant, wenn die orthodontische Bewegung Zähne in Bereiche mit unzureichendem Knochenangebot verschieben würde.
| Augmentationsmethode | Indikation | Heilungszeit | Erfolgsrate |
|---|---|---|---|
| Gesteuerte Geweberegeneration (GTR) | Lokale Knochendefekte, Furkationsbefall | 6-9 Monate | 65-75% |
| Schmelz-Matrix-Proteine | Intraossäre Defekte | 6-12 Monate | 60-70% |
| Knochenersatzmaterialien | Horizontale/vertikale Defekte | 6-9 Monate | 70-80% |
| Autologe Knochentransplantate | Große Defekte | 6-12 Monate | 75-85% |
Nach erfolgreicher Augmentation verbessert sich die Prognose für die nachfolgende kieferorthopädische Behandlung erheblich. Die zusätzliche Zeit und die Kosten müssen jedoch in die Behandlungsplanung einbezogen werden.
Erwachsene Patienten: Besondere Überlegungen
Die meisten Patienten mit der Kombination Parodontitis und Behandlungswunsch sind Erwachsene. Bei ihnen sind einige Besonderheiten zu beachten:
- Langsamere Zahnbewegung: Der Knochenumbau dauert bei Erwachsenen länger, Behandlungszeiten verlängern sich um 30-50%
- Höheres Rezidivrisiko: Ohne lebenslange Retention wandern die Zähne häufig zurück
- Eingeschränkte Behandlungsziele: Oft ist nur eine Verbesserung, keine perfekte Korrektur möglich
- Systemische Faktoren: Diabetes, Rauchen und andere Faktoren beeinflussen die Heilung
Dennoch: Mit realistischen Erwartungen und konsequenter Durchführung können auch bei Erwachsenen mit Parodontose gute Ergebnisse erzielt werden. Die Behandlung bei älteren Patienten erfordert besondere Sorgfalt, ist aber keinesfalls aussichtslos.

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Risiken minimieren: Was Sie selbst tun können
Der Erfolg einer kieferorthopädischen Behandlung bei Parodontose hängt maßgeblich von Ihrer Mitarbeit ab. Ohne konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen ist das Risiko für Komplikationen deutlich erhöht.
Optimale Mundhygiene während der KFO-Behandlung
Die tägliche Zahnpflege ist bei der Kombination aus Parodontitis und Zahnspange besonders herausfordernd. Folgende Hilfsmittel haben sich bewährt:
- Elektrische Zahnbürste: Vorzugsweise mit Drucksensor und Timer, mindestens 2x täglich für je 3 Minuten
- Interdentalbürsten: Täglich zwischen allen Zähnen, auch unter Drähten und um Brackets herum
- Munddusche: Ergänzend zur mechanischen Reinigung, besonders bei Brackets effektiv
- Fluoridgel: Wöchentliche Anwendung zur Kariesprävention und Zahnhartsubstanzstärkung
- Chlorhexidin-Spülungen: Bei Bedarf kurzfristig zur Entzündungskontrolle (max. 2 Wochen)
Ernährung und Lifestyle-Faktoren
Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für den Behandlungserfolg:
| Empfohlen | Zu vermeiden | Begründung |
|---|---|---|
| Kalziumreiche Lebensmittel (Milchprodukte, grünes Gemüse) | Zuckerhaltige Snacks und Getränke | Unterstützt Knochengesundheit vs. fördert Karies und Entzündung |
| Vitamin-C-reiche Kost (Zitrusfrüchte, Paprika) | Klebrige Süßigkeiten (Karamell, Gummibärchen) | Wichtig für Bindegewebe vs. haftet an Brackets und ist schwer zu entfernen |
| Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Leinsamen) | Harte Lebensmittel (Nüsse, hartes Brot) | Entzündungshemmend vs. Gefahr von Bracket-Ablösungen |
| Ausreichend Wasser | Säurehaltige Getränke (Cola, Energydrinks) | Spült Bakterien weg vs. greift Zahnschmelz an |
Besonders wichtig: Rauchen Sie nicht! Rauchen ist der stärkste Risikofaktor für Parodontitis und verschlechtert die Prognose jeder Behandlung dramatisch. Studien zeigen, dass Raucher ein 5-6-fach erhöhtes Risiko für Behandlungsversagen haben.
Warnsignale erkennen und rechtzeitig reagieren
Während der Behandlung sollten Sie auf folgende Warnsignale achten und bei deren Auftreten sofort Ihren Zahnarzt kontaktieren:
- Zahnfleischbluten, das trotz guter Mundhygiene nicht zurückgeht
- Zunehmende Zahnlockerung oder Zahnwanderung
- Anhaltende Schmerzen, die über die normale Bewegungsempfindlichkeit hinausgehen
- Schwellungen, Rötungen oder Eiteraustritt am Zahnfleisch
- Mundgeruch trotz gründlicher Reinigung
- Freiliegende Zahnhälse oder sich zurückziehendes Zahnfleisch
Je früher Probleme erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden. Zögern Sie nicht, auch zwischen den regulären Kontrollterminen Kontakt aufzunehmen.
Kosten und Kostenerstattung: Was zahlt die Versicherung?
Die Behandlung einer Kombination aus Parodontitis und kieferorthopädischem Behandlungsbedarf ist kostenintensiv. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten.
Kostenüberblick: Parodontalbehandlung und Kieferorthopädie
| Behandlungsschritt | Kosten (circa) | GKV-Leistung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Parodontale Vorbehandlung (systematisch) | 500-1.200 € | Wird übernommen | 0-300 € (je nach Aufwand) |
| Mikrobiologische Diagnostik | 100-200 € | Keine Leistung | 100-200 € |
| Professionelle Zahnreinigung (alle 2 Monate) | 80-120 € pro Sitzung | Keine Regelleistung | Vollständig privat |
| Knochenaufbau (falls nötig) | 400-1.500 € pro Region | Keine Leistung | Vollständig privat |
| KFO-Behandlung Erwachsene (Brackets) | 3.500-6.000 € | Nur bei extremen Fehlstellungen | Meist vollständig privat |
| KFO-Behandlung (Aligner) | 3.000-7.000 € | Keine Leistung | Vollständig privat |
| Retention (lebenslang) | 300-800 € einmalig + 100-200 €/Jahr | Keine Leistung | Vollständig privat |
Insgesamt müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 5.000 und 12.000 Euro rechnen, von denen die GKV nur einen Bruchteil übernimmt. Besonders die kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen wird fast nie von der gesetzlichen Versicherung getragen.
Zahnzusatzversicherung: Sinnvolle Absicherung
Eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung kann einen großen Teil dieser Kosten übernehmen. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Versicherung abschließen, bevor die Behandlung angeraten oder begonnen wurde. Achten Sie auf folgende Leistungsmerkmale:
- Parodontosebehandlung: Mindestens 80% Erstattung auch für private Zusatzleistungen
- Kieferorthopädie für Erwachsene: Nicht alle Tarife bieten dies an, Leistungsobergrenze beachten
- Professionelle Zahnreinigung: Mindestens 2x jährlich mit hoher Erstattung
- Knochenaufbau: Sollte im Leistungskatalog enthalten sein
- Keine oder kurze Wartezeiten: Bei geplanten Behandlungen relevant
Die Beiträge für solche Tarife liegen typischerweise zwischen 30 und 60 Euro monatlich, können sich aber bei umfangreichen Behandlungen schnell amortisieren. Eine Finanzierung der Behandlung ist alternativ möglich, aber meist teurer als eine rechtzeitig abgeschlossene Versicherung.
Alternativen zur kieferorthopädischen Behandlung
Nicht immer ist eine klassische KFO-Behandlung bei Parodontose die beste Lösung. Je nach Ausgangssituation können andere Behandlungsoptionen sinnvoller sein.
Prothetische Rehabilitation statt Zahnbewegung
Bei stark geschädigten Zähnen mit ungünstiger Prognose kann es sinnvoller sein, auf eine kieferorthopädische Behandlung zu verzichten und stattdessen prothetisch zu versorgen:
- Veneers: Können leichte Fehlstellungen und Lücken im Frontzahnbereich ästhetisch kaschieren
- Kronen: Ermöglichen die Korrektur von Position und Form bei einzelnen Zähnen
- Brücken: Können Lücken schließen und gleichzeitig Fehlstellungen ausgleichen
- Implantate: Bei hoffnungslosen Zähnen oft die bessere Alternative als aufwändige Erhaltungsversuche
Diese Optionen sind schneller umsetzbar als eine mehrjährige kieferorthopädische Behandlung und belasten den parodontal geschädigten Zahnhalteapparat nicht zusätzlich. Allerdings erfordern sie das Beschleifen gesunder Zahnsubstanz und sind ebenfalls kostenintensiv.
Minimalinvasive Korrekturen
Manchmal genügen kleine Eingriffe, um das ästhetische Ergebnis deutlich zu verbessern:
- Zahnschmelzreduktion (Stripping): Geringfügiges Verschmälern der Zähne, um Platz zu schaffen
- Gingivoplastik: Korrektur des Zahnfleischverlaufs für ein harmonischeres Erscheinungsbild
- Bonding: Aufbau mit Komposit zur Formkorrektur und Lückenschluss
- Selective Grinding: Gezieltes Einschleifen zur Verbesserung der Okklusion
Diese Maßnahmen können eigenständig oder als Ergänzung zu einer kieferorthopädischen Behandlung eingesetzt werden. Sie sind besonders bei leichten Kieferfehlstellungen eine praktikable Option.
Langzeitprognose und Retention
Selbst nach erfolgreicher Behandlung ist die Arbeit nicht getan. Die Langzeitstabilität ist bei parodontal vorgeschädigten Zähnen eine besondere Herausforderung.
Die Bedeutung der Retention
Retainer – festsitzende oder herausnehmbare Geräte zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses – sind bei Patienten mit Parodontose besonders wichtig. Die Empfehlung lautet: lebenslange Retention. Der Grund: Parodontal geschädigte Zähne haben weniger Knochenunterstützung und neigen stärker zu Rückfällen.
| Retentionsart | Vorteile | Nachteile | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Festsitzender Retainer (geklebt) | Permanent, keine Compliance nötig, sehr effektiv | Erschwerte Reinigung, kann sich lösen | Erste Wahl bei Parodontose |
| Herausnehmbare Schiene | Einfache Reinigung, flexibel | Erfordert Disziplin, kann verloren gehen | Ergänzend zur Nacht |
| Kombinierte Retention | Maximale Sicherheit | Aufwändiger | Bei hohem Rezidivrisiko |
Langzeitbetreuung und Nachsorge
Nach Abschluss der aktiven kieferorthopädischen Behandlung sollten Sie sich auf eine intensive Nachsorgephase einstellen:
- Erste 6 Monate: Kontrollen alle 4-6 Wochen, engmaschige parodontale Überwachung
- Erstes Jahr: Kontrollen alle 2-3 Monate, Anpassung der Retention bei Bedarf
- Langfristig: Mindestens 2x jährlich zahnärztliche Kontrolle, 3-4x jährlich professionelle Zahnreinigung
- Lebenslang: Konsequente häusliche Mundhygiene, Vermeidung von Risikofaktoren
Die Nachsorge nach zahnmedizinischen Behandlungen ist gerade bei der Kombination aus Parodontitis und Kieferorthopädie entscheidend für den dauerhaften Erfolg.
Realistische Erwartungen
Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben. Bei parodontal vorgeschädigten Zähnen sind die Behandlungsergebnisse oft nicht so perfekt wie bei gesunden Zähnen. Folgende Einschränkungen sind möglich:
- Nicht alle Fehlstellungen können vollständig korrigiert werden
- Zurückgebildetes Zahnfleisch wächst nicht nach, ästhetische Kompromisse bleiben
- Die Behandlungsdauer ist oft länger als geplant
- Das Rezidivrisiko bleibt auch mit Retention erhöht
- Einzelne Zähne können während oder nach der Behandlung verloren gehen
Dennoch: Eine Verbesserung der Situation ist in den meisten Fällen möglich, und viele Patienten sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch wenn es nicht perfekt ist.

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Häufig gestellte Fragen zu Kieferorthopädie und Parodontitis: Was ist möglich?
Kann ich trotz Parodontitis eine Zahnspange bekommen?
Ja, eine kieferorthopädische Behandlung ist bei Parodontitis grundsätzlich möglich, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Parodontitis muss zunächst erfolgreich behandelt und für mindestens 6 Monate stabilisiert sein. Es dürfen keine aktiven Entzündungen mehr vorliegen, die Taschentiefen sollten unter 5 mm liegen, und Sie müssen eine sehr gute Mundhygiene nachweisen können. Die Behandlung erfolgt dann unter engmaschiger parodontaler Kontrolle mit reduzierten Kräften und längeren Behandlungsintervallen. Ohne vorherige Stabilisierung der Parodontitis ist eine KFO-Behandlung kontraindiziert, da sie den Knochenabbau beschleunigen würde.
Wie lange dauert eine KFO-Behandlung bei Parodontose?
Die Behandlungsdauer bei parodontal vorgeschädigten Zähnen ist deutlich länger als bei gesunden Zähnen. Während eine normale kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen 18-24 Monate dauert, müssen Sie bei Parodontose mit 24-36 Monaten rechnen, in komplexen Fällen auch länger. Die Zahnbewegung erfolgt langsamer und vorsichtiger, um den geschwächten Zahnhalteapparat nicht zu überlasten. Hinzu kommt die Zeit für die parodontale Vorbehandlung (3-6 Monate) und gegebenenfalls für Knochenaufbaumaßnahmen (weitere 6-12 Monate). Insgesamt sollten Sie von Behandlungsbeginn bis zum Abschluss mit 3-4 Jahren rechnen.
Welche Kosten entstehen und was übernimmt die Krankenkasse?
Die Gesamtkosten für eine Kombination aus Parodontalbehandlung und Kieferorthopädie liegen zwischen 5.000 und 12.000 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die systematische Parodontalbehandlung, jedoch nicht die mikrobiologische Diagnostik (100-200 €) oder die professionelle Zahnreinigung (80-120 € pro Sitzung, empfohlen alle 2 Monate). Die kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen wird von der GKV nur in extremen Ausnahmefällen bezahlt – in der Regel tragen Sie die Kosten von 3.000-7.000 € vollständig selbst. Auch Knochenaufbau (400-1.500 € pro Region) und lebenslange Retention (300-800 € plus laufende Kosten) sind Privatleistungen. Eine gute Zahnzusatzversicherung kann 70-90% dieser Kosten übernehmen.
Sind Aligner oder feste Zahnspangen bei Parodontitis besser?
Bei Parodontitis haben transparente Aligner (Schienen) mehrere Vorteile gegenüber festsitzenden Brackets: Sie sind herausnehmbar, was die Mundhygiene erheblich erleichtert – ein entscheidender Faktor bei parodontal vorgeschädigten Zähnen. Die Kräfte sind geringer und gleichmäßiger verteilt, was den geschwächten Zahnhalteapparat weniger belastet. Die Behandlung kann bei Problemen jederzeit unterbrochen werden. Allerdings sind Aligner bei komplexen Fehlstellungen weniger effektiv als Brackets. Studien zeigen eine Erfolgsrate von etwa 78% mit Alignern versus 82% mit modifizierten Brackets bei stabilisierter Parodontitis. Die Entscheidung hängt von der Art der Fehlstellung, dem Ausmaß der Parodontose und Ihrer Compliance ab. Ihr Kieferorthopäde wird die optimale Methode für Ihre individuelle Situation empfehlen.
Kann sich durch die Zahnspange die Parodontitis verschlechtern?
Ja, wenn die Behandlung nicht korrekt durchgeführt wird oder die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann eine kieferorthopädische Behandlung die Parodontitis verschlechtern. Die mechanischen Kräfte können bei unzureichend behandelter oder instabiler Parodontose den Knochenabbau beschleunigen. Auch erschwerte Mundhygiene durch Brackets kann zu neuen Entzündungen führen. Deshalb ist es absolut entscheidend, dass die Parodontitis vor Beginn der KFO-Behandlung vollständig stabilisiert ist und während der gesamten Behandlung engmaschig kontrolliert wird. Bei korrekter Vorgehensweise – stabile Parodontitis, reduzierte Kräfte, intensive Betreuung, exzellente Mundhygiene – ist das Risiko einer Verschlechterung minimal. Studien zeigen, dass bei optimaler Behandlung nur bei 5-8% der Patienten eine Progression der Parodontose auftritt, verglichen mit 3-5% ohne KFO-Behandlung.
Ist ein Knochenaufbau vor der Zahnspange notwendig?
Ein Knochenaufbau ist nicht in jedem Fall notwendig, kann aber die Prognose deutlich verbessern. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß des Knochenverlusts ab: Bei weniger als 30% Knochenverlust ist meist kein Aufbau erforderlich. Bei 30-50% Verlust kann ein gezielter Aufbau in kritischen Bereichen sinnvoll sein, besonders wenn Zähne in Regionen mit wenig Knochen bewegt werden sollen. Bei über 50% Knochenverlust ist ein Aufbau oft unerlässlich, um überhaupt eine sichere Zahnbewegung zu ermöglichen. Die Augmentation dauert 6-12 Monate und kostet 400-1.500 € pro Region. Moderne Verfahren wie gesteuerte Geweberegeneration (GTR) oder Schmelz-Matrix-Proteine erreichen Erfolgsraten von 60-80%. Ihr Parodontologe wird anhand von Röntgenbildern und klinischer Untersuchung entscheiden, ob ein Knochenaufbau in Ihrem Fall empfehlenswert ist.
Wie oft muss ich während der Behandlung zur Kontrolle?
Die Kontrollfrequenz ist bei KFO-Behandlung mit Parodontose deutlich höher als bei gesunden Patienten. Während der aktiven Behandlungsphase sollten Sie alle 4-6 Wochen zur kieferorthopädischen Kontrolle und Apparaturanpassung. Zusätzlich sind alle 6-8 Wochen professionelle Zahnreinigungen beim Parodontologen erforderlich (statt der üblichen 3-6 Monate). Alle 3 Monate sollte eine parodontale Kontrolle mit Taschentiefenmessung erfolgen. Insgesamt bedeutet das etwa 2-3 Termine pro Monat. Diese intensive Betreuung ist notwendig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und die Behandlung bei Bedarf anzupassen. Nach Abschluss der aktiven Behandlung bleibt die Kontrollfrequenz für die ersten 6 Monate erhöht, danach sind lebenslang mindestens 2 zahnärztliche und 3-4 parodontale Kontrollen pro Jahr erforderlich.
Was passiert, wenn die Behandlung nicht funktioniert?
Wenn sich während der Behandlung zeigt, dass die Zähne nicht wie gewünscht reagieren oder sich die parodontale Situation verschlechtert, muss die Behandlung angepasst oder abgebrochen werden. Warnsignale sind zunehmendes Zahnfleischbluten, sich vertiefende Taschen, verstärkte Zahnlockerung oder sichtbarer Knochenabbau im Röntgenbild. In solchen Fällen wird die kieferorthopädische Behandlung zunächst pausiert, bis die parodontale Situation wieder stabilisiert ist. Manchmal muss das Behandlungsziel angepasst werden – statt einer vollständigen Korrektur wird nur eine Verbesserung angestrebt. In seltenen Fällen (etwa 5-10% bei vorgeschädigten Zähnen) muss die Behandlung komplett abgebrochen werden. Dann werden alternative Lösungen wie prothetische Versorgung oder minimalinvasive Korrekturen in Betracht gezogen. Die bereits investierten Kosten sind dann teilweise verloren, weshalb eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten vor Behandlungsbeginn so wichtig ist.
Muss ich nach der Behandlung lebenslang einen Retainer tragen?
Ja, bei parodontal vorgeschädigten Zähnen wird eine lebenslange Retention dringend empfohlen. Der Grund: Zähne mit reduzierter Knochenunterstützung neigen deutlich stärker zu Rückfällen als gesunde Zähne. Ohne Retention wandern die Zähne in 60-80% der Fälle innerhalb von 2-5 Jahren teilweise oder vollständig in ihre ursprüngliche Position zurück. Die Retention erfolgt typischerweise mit einem festsitzenden Retainer (dünner Draht, der hinter die Frontzähne geklebt wird) kombiniert mit einer herausnehmbaren Schiene für die Nacht. Der festsitzende Retainer erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Mundhygiene und muss regelmäßig kontrolliert werden. Die Kosten liegen bei 300-800 € initial plus etwa 100-200 € jährlich für Kontrollen und eventuelle Reparaturen. Diese Investition ist jedoch notwendig, um das mühsam erreichte Behandlungsergebnis dauerhaft zu sichern.
Gibt es ein Mindestalter für KFO-Behandlungen bei Parodontose?
Es gibt kein festgelegtes Mindestalter, aber Parodontitis tritt typischerweise erst ab dem 30. Lebensjahr gehäuft auf. Die meisten Patienten, die eine KFO-Behandlung bei Parodontose benötigen, sind zwischen 35 und 60 Jahre alt. Grundsätzlich ist eine Behandlung in jedem Alter möglich, solange die allgemeine Gesundheit es zulässt und die parodontale Situation stabilisiert werden kann. Bei jüngeren Patienten (unter 30) mit aggressiver Parodontitis ist die Prognose oft ungünstiger, da die Erkrankung schneller fortschreitet. Bei älteren Patienten (über 65) verlangsamt sich die Zahnbewegung, und systemische Faktoren wie Osteoporose oder Diabetes können die Behandlung erschweren. Entscheidend ist nicht das kalendarische Alter, sondern der parodontale Zustand, die Knochenqualität und Ihre Fähigkeit zur konsequenten Mitarbeit. Eine Behandlung bei Senioren erfordert besondere Sorgfalt, ist aber durchaus erfolgreich durchführbar.
Welche Rolle spielen Diabetes und Rauchen bei der Behandlung?
Diabetes und Rauchen sind die wichtigsten Risikofaktoren, die den Erfolg einer KFO-Behandlung bei Parodontose erheblich beeinflussen. Rauchen verdoppelt das Risiko für Parodontitis und verschlechtert die Heilung nach parodontalen Eingriffen um 50-70%. Raucher haben ein 5-6-fach erhöhtes Risiko für Behandlungsversagen. Ein Rauchstopp ist daher dringend empfohlen, idealerweise mindestens 3 Monate vor Behandlungsbeginn. Diabetes, besonders wenn schlecht eingestellt (HbA1c über 7%), beeinträchtigt die Wundheilung und erhöht das Infektionsrisiko. Bei gut eingestelltem Diabetes (HbA1c unter 6,5%) ist die Prognose deutlich besser, aber immer noch schlechter als bei Nicht-Diabetikern. Beide Faktoren zusammen potenzieren sich: Rauchende Diabetiker haben eine Erfolgsrate von nur 40-50% verglichen mit 80-85% bei Nicht-Rauchern ohne Diabetes. Wenn Sie rauchen oder Diabetiker sind, besprechen Sie dies unbedingt offen mit Ihrem Behandler, um realistische Erwartungen zu entwickeln.
Fazit: Kieferorthopädie bei Parodontitis ist möglich – mit der richtigen Strategie
Eine kieferorthopädische Behandlung trotz Parodontitis ist keine Standardsituation, aber mit moderner Diagnostik und einem strukturierten Behandlungskonzept durchaus erfolgreich durchführbar. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbehandlung, der realistischen Einschätzung der Erfolgsaussichten und der engmaschigen Betreuung während und nach der Behandlung.
Entscheidend ist, dass Sie die Parodontitis nicht als unveränderliches Schicksal akzeptieren, sondern aktiv angehen. Eine erfolgreiche Parodontaltherapie ist die unverzichtbare Grundlage für jede weitere Behandlung. Erst wenn die Entzündung gestoppt und die Situation für mindestens sechs Monate stabil ist, kann über kieferorthopädische Maßnahmen nachgedacht werden.
Die Behandlung selbst erfordert von Ihnen ein hohes Maß an Disziplin: exzellente Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen, Verzicht auf Risikofaktoren wie Rauchen und die Bereitschaft, auch bei Rückschlägen am Ball zu bleiben. Die Erfolgsraten liegen bei korrekter Durchführung zwischen 75 und 85% – nicht perfekt, aber deutlich besser als viele Betroffene erwarten.
Wichtig ist auch die finanzielle Planung. Mit Gesamtkosten zwischen 5.000 und 12.000 Euro, von denen die gesetzliche Krankenversicherung nur einen kleinen Teil übernimmt, ist dies eine erhebliche Investition. Eine rechtzeitig abgeschlossene Zahnzusatzversicherung kann hier einen großen Teil der Belastung auffangen.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Zahnarzt zunächst zurückhaltend reagiert. Die Kombination aus Parodontitis und kieferorthopädischem Behandlungswunsch ist komplex und erfordert Erfahrung. Suchen Sie gegebenenfalls eine Zweitmeinung bei einem auf Parodontologie spezialisierten Zahnarzt oder einem Kieferorthopäden mit Erfahrung in der Behandlung parodontal vorgeschädigter Patienten.
Bedenken Sie auch, dass es Alternativen gibt: Nicht immer muss es die aufwändige kieferorthopädische Behandlung sein. Manchmal führen prothetische Lösungen oder minimalinvasive Korrekturen schneller und mit weniger Risiko zum Ziel. Lassen Sie sich umfassend beraten und wägen Sie alle Optionen ab.
Die Langzeitperspektive ist entscheidend: Eine KFO-Behandlung bei Parodontose ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Mit der aktiven Behandlung allein ist es nicht getan – die lebenslange Retention und regelmäßige parodontale Betreuung sind unerlässlich für dauerhaften Erfolg. Wer bereit ist, diese Verpflichtung einzugehen, hat gute Chancen auf ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, Kieferorthopädie bei Parodontitis ist möglich. Sie erfordert mehr Zeit, mehr Aufwand und mehr Kosten als eine Standardbehandlung, aber für viele Betroffene ist das Ergebnis – eine verbesserte Zahnstellung, bessere Funktion und mehr Lebensqualität – diese Mühe wert. Mit realistischen Erwartungen, konsequenter Mitarbeit und kompetenter zahnärztlicher Betreuung stehen die Chancen gut, dass auch Sie Ihre Zahngesundheit nachhaltig verbessern können.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine professionelle zahnmedizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Entscheidung für oder gegen eine kieferorthopädische Behandlung bei Parodontitis muss individuell nach gründlicher Untersuchung durch qualifizierte Fachzahnärzte getroffen werden. Die genannten Kosten sind Durchschnittswerte und können regional und je nach individuellem Behandlungsaufwand erheblich variieren. Konsultieren Sie bei konkreten Fragen immer Ihren Zahnarzt, Parodontologen oder Kieferorthopäden. Stand: 2025


