Geschwollenes, gerötetes Zahnfleisch, das beim Zähneputzen blutet – etwa 80% der Erwachsenen erleben mindestens einmal im Leben eine Zahnfleischentzündung. Eine Gingivitis ist nicht nur unangenehm, sondern kann unbehandelt zu ernsthaften Folgeerkrankungen wie Parodontitis führen. Die gute Nachricht: Im Frühstadium lässt sich eine Zahnfleischentzündung oft mit bewährten Hausmitteln lindern. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, welche Hausmittel bei Zahnfleischentzündung wissenschaftlich fundiert wirken, wie Sie diese richtig anwenden und wann der Gang zum Zahnarzt unumgänglich ist.
Was ist eine Zahnfleischentzündung und wie entsteht sie?
Eine Zahnfleischentzündung, medizinisch als Gingivitis bezeichnet, ist eine bakterielle Entzündung des Zahnfleischgewebes. Sie entsteht in den meisten Fällen durch unzureichende Mundhygiene, wodurch sich bakterielle Beläge (Plaque) am Zahnfleischrand ansammeln. Diese Bakterien produzieren Toxine, die das Zahnfleischgewebe reizen und eine Entzündungsreaktion auslösen.
Typische Symptome einer Gingivitis sind:
- Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
- Zahnfleischbluten beim Putzen oder bei Berührung
- Druckempfindlichkeit im Zahnfleischbereich
- Mundgeruch trotz regelmäßiger Zahnpflege
- Verändertes Zahnfleischbild (glänzend statt matt)
Studien zeigen, dass etwa 50-90% der deutschen Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben von einer Zahnfleischentzündung betroffen sind. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Raucher, Schwangere und Diabetiker. Wenn Sie mehr über geschwollenes Zahnfleisch erfahren möchten, finden Sie in unserem Ratgeber weiterführende Informationen.
Der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis
Während eine Gingivitis das Zahnfleisch betrifft und reversibel ist, greift eine Parodontitis bereits auf den Zahnhalteapparat über und kann zu irreversiblen Schäden führen. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig.
| Merkmal | Gingivitis | Parodontitis |
|---|---|---|
| Betroffenes Gewebe | Nur Zahnfleisch | Zahnfleisch + Zahnhalteapparat |
| Reversibilität | Vollständig heilbar | Irreversible Schäden möglich |
| Zahnfleischtaschen | Keine oder flach (< 3mm) | Tief (> 4mm) |
| Knochenverlust | Nein | Ja |
| Behandlung | Oft mit Hausmitteln + Mundhygiene | Professionelle zahnärztliche Therapie |

Professionelle Zahnfleischbehandlungen können kostspielig werden. Lassen Sie sich jetzt kostenlos beraten, welche Zahnzusatzversicherung auch Parodontose-Behandlungen abdeckt.
Die wirksamsten Hausmittel bei Zahnfleischentzündung
Verschiedene Hausmittel haben sich über Generationen hinweg bewährt und werden auch von Zahnärzten als unterstützende Maßnahmen empfohlen. Wichtig ist jedoch zu verstehen: Hausmittel können eine professionelle Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden ist immer ein Zahnarztbesuch erforderlich.
Salzwasser-Spülungen: Der Klassiker unter den Hausmitteln
Salzwasser-Mundspülungen gehören zu den ältesten und wirksamsten Hausmitteln bei Zahnfleischentzündung. Eine Studie aus dem Journal of Indian Society of Periodontology (2016) zeigte, dass Salzwasserspülungen die bakterielle Belastung im Mundraum signifikant reduzieren können.
Anwendung: Lösen Sie einen halben Teelöffel Meersalz oder Himalaya-Salz in einem Glas lauwarmem Wasser (etwa 200 ml) auf. Spülen Sie Ihren Mund 2-3 Mal täglich für jeweils 30-60 Sekunden damit aus, besonders nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.
Wirkweise: Das Salz wirkt osmotisch, entzieht Bakterien Wasser und hemmt deren Wachstum. Gleichzeitig fördert es die Durchblutung und unterstützt die Heilung entzündeter Bereiche. Mehr Details zur richtigen Anwendung finden Sie in unserem Artikel über Salzwasser-Mundspülungen.
Kamillentee: Entzündungshemmend und beruhigend
Kamille enthält die Wirkstoffe Bisabolol und Matricin, die nachweislich entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften besitzen. Eine Studie der Universität Heidelberg (2019) bestätigte die positive Wirkung von Kamille bei Entzündungen der Mundschleimhaut.
Anwendung: Bereiten Sie einen starken Kamillentee zu (2 Teebeutel oder 2 Esslöffel getrocknete Kamillenblüten auf 200 ml Wasser), lassen Sie ihn 10 Minuten ziehen und abkühlen. Spülen Sie damit 3-4 Mal täglich Ihren Mund für jeweils 1-2 Minuten.
Tipp: Sie können auch einen getränkten Teebeutel direkt auf die entzündeten Stellen auflegen und 5-10 Minuten einwirken lassen.
Nelkenöl: Natürliches Schmerzmittel mit antibakterieller Wirkung
Nelkenöl enthält Eugenol, einen Wirkstoff mit starken schmerzlindernden und antibakteriellen Eigenschaften. Es wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Zahnmedizin eingesetzt. Detaillierte Informationen zur Anwendung finden Sie in unserem Ratgeber zu Nelkenöl bei Zahnschmerzen.
Anwendung: Verdünnen Sie 2-3 Tropfen reines Nelkenöl in einem Teelöffel Trägeröl (z.B. Kokosöl oder Olivenöl). Tragen Sie die Mischung mit einem Wattestäbchen vorsichtig auf die entzündeten Zahnfleischbereiche auf. Lassen Sie es 5-10 Minuten einwirken und spülen Sie dann mit Wasser nach.
Wichtig: Verwenden Sie Nelkenöl niemals unverdünnt, da es die Schleimhäute reizen kann. Bei empfindlichen Personen kann es zu allergischen Reaktionen kommen.
Ölziehen: Ayurvedische Methode für gesundes Zahnfleisch
Ölziehen ist eine traditionelle ayurvedische Technik, die in den letzten Jahren auch in der westlichen Welt an Popularität gewonnen hat. Studien zeigen, dass regelmäßiges Ölziehen die Plaque-Bildung reduzieren und Zahnfleischentzündungen vorbeugen kann.
Anwendung: Nehmen Sie morgens auf nüchternen Magen einen Esslöffel hochwertiges Öl (Kokosöl, Sesamöl oder Sonnenblumenöl) in den Mund und bewegen Sie es für 10-20 Minuten zwischen den Zähnen hin und her. Spucken Sie das Öl danach aus (nicht schlucken!) und spülen Sie mit warmem Wasser nach.
Ausführliche Informationen zur richtigen Technik finden Sie in unserem Artikel über Ölziehen und dessen Wirkung bei Zahnfleischentzündung.
| Hausmittel | Hauptwirkung | Anwendungshäufigkeit | Wirkungseintritt |
|---|---|---|---|
| Salzwasser | Antibakteriell, abschwellend | 2-3x täglich | 1-3 Tage |
| Kamillentee | Entzündungshemmend | 3-4x täglich | 2-4 Tage |
| Nelkenöl | Schmerzlindernd, antibakteriell | 2-3x täglich | Sofort (Schmerz) |
| Ölziehen | Plaque-Reduktion | 1x täglich (morgens) | 1-2 Wochen |
| Salbeitee | Zusammenziehend, antibakteriell | 2-3x täglich | 2-5 Tage |
Salbei: Adstringierend und antibakteriell
Salbei enthält Gerbstoffe und ätherische Öle, die eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung auf das Zahnfleisch haben und gleichzeitig Bakterien bekämpfen. In der traditionellen Heilkunde wird Salbei seit Jahrhunderten bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt.
Anwendung: Übergießen Sie 1-2 Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit 200 ml kochendem Wasser, lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn ab. Spülen Sie nach dem Abkühlen 2-3 Mal täglich damit.
Aloe Vera: Heilende Kraft aus der Natur
Aloe Vera Gel wirkt entzündungshemmend, wundheilend und antibakteriell. Eine Studie im Journal of Oral Health and Dental Management (2018) zeigte, dass Aloe Vera bei Gingivitis ähnlich wirksam sein kann wie Chlorhexidin-Mundspülungen, jedoch ohne deren Nebenwirkungen.
Anwendung: Verwenden Sie reines Aloe Vera Gel (ohne Zusätze) und massieren Sie es sanft in die entzündeten Zahnfleischbereiche ein. Lassen Sie es 10 Minuten einwirken und spülen Sie dann mit Wasser nach. Wiederholen Sie dies 2-3 Mal täglich.

Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen beugen Zahnfleischentzündungen vor. Erfahren Sie, wie eine Zahnzusatzversicherung diese Kosten übernimmt.
Weitere natürliche Mittel gegen geschwollenes Zahnfleisch
Teebaumöl: Starkes Antiseptikum
Teebaumöl besitzt ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften und kann bei Zahnfleischentzündungen hilfreich sein. Allerdings sollte es mit Vorsicht angewendet werden.
Anwendung: Geben Sie 2-3 Tropfen Teebaumöl in ein Glas Wasser und verwenden Sie es als Mundspülung. Alternativ können Sie 1 Tropfen auf Ihre Zahnpasta geben. Niemals unverdünnt verwenden und nicht schlucken!
Vorsicht: Teebaumöl kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Testen Sie es zunächst an einer kleinen Stelle.
Kurkuma: Entzündungshemmer aus der ayurvedischen Medizin
Kurkuma enthält Curcumin, einen Wirkstoff mit stark entzündungshemmenden Eigenschaften. Mehr zur Anwendung erfahren Sie in unserem Artikel über Zähneputzen mit Kurkuma.
Anwendung: Mischen Sie einen halben Teelöffel Kurkumapulver mit etwas Wasser zu einer Paste und massieren Sie diese sanft ins Zahnfleisch ein. Nach 5-10 Minuten gründlich ausspülen.
Natron: Sanfte Neutralisierung von Säuren
Natron (Natriumhydrogencarbonat) neutralisiert Säuren im Mundraum und schafft ein basisches Milieu, in dem sich Bakterien weniger gut vermehren können. Details zur Anwendung finden Sie in unserem Ratgeber Zähne mit Natron putzen.
Anwendung: Lösen Sie einen halben Teelöffel Natron in einem Glas Wasser auf und spülen Sie damit 1-2 Mal täglich. Alternativ können Sie eine Paste aus Natron und Wasser herstellen und diese vorsichtig ins Zahnfleisch einmassieren.
Hinweis: Verwenden Sie Natron nicht zu häufig, da es bei übermäßiger Anwendung den Zahnschmelz angreifen kann.
Grüner Tee: Antioxidative Wirkung
Grüner Tee enthält Catechine, starke Antioxidantien mit entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften. Studien zeigen, dass regelmäßiger Konsum von grünem Tee das Risiko für Zahnfleischerkrankungen senken kann.
Anwendung: Trinken Sie täglich 2-3 Tassen ungesüßten grünen Tee oder verwenden Sie abgekühlten grünen Tee als Mundspülung.
| Zusätzliche Hausmittel | Besonderheit | Vorsichtsmaßnahmen |
|---|---|---|
| Teebaumöl | Sehr starke antimikrobielle Wirkung | Nur verdünnt verwenden, Allergietest empfohlen |
| Kurkuma | Stark entzündungshemmend | Kann Zähne/Textilien verfärben |
| Natron | Neutralisiert Säuren | Nicht zu häufig verwenden (Zahnschmelz) |
| Grüner Tee | Antioxidative Wirkung | Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen |
| Propolis | Natürliches Antibiotikum | Allergierisiko bei Bienenprodukten |
Die richtige Mundhygiene als Basis der Behandlung
Hausmittel können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie mit einer optimalen Mundhygiene kombiniert werden. Tatsächlich ist die Verbesserung der täglichen Zahnpflege oft der wichtigste Schritt zur Heilung einer Zahnfleischentzündung.
Optimale Putztechnik bei entzündetem Zahnfleisch
Bei einer akuten Zahnfleischentzündung sollten Sie Ihre Putztechnik anpassen:
- Wählen Sie eine weiche Zahnbürste: Harte Borsten können das bereits gereizte Zahnfleisch zusätzlich verletzen
- Putzen Sie sanft: Zu viel Druck schadet mehr als er nützt. Die richtige Technik erfahren Sie in unserem Artikel Zähne richtig putzen mit elektrischer Zahnbürste
- Achten Sie auf den Zahnfleischrand: Hier sammeln sich die meisten Bakterien an
- Putzen Sie mindestens 2x täglich für 2-3 Minuten
- Verwenden Sie die Bass-Technik: Setzen Sie die Bürste in einem 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand an und führen Sie kleine rüttelnde Bewegungen aus
Zahnseide und Interdentalbürsten: Unverzichtbar bei Gingivitis
Etwa 40% der Zahnoberflächen liegen in den Zahnzwischenräumen, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden. Gerade hier sammeln sich Bakterien an, die Zahnfleischentzündungen verursachen. Die korrekte Anwendung von Zahnseide ist daher essenziell.
Tägliche Anwendung: Reinigen Sie mindestens einmal täglich – idealerweise abends – alle Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Bei entzündetem Zahnfleisch kann es anfangs zu leichten Blutungen kommen, die jedoch nach wenigen Tagen bei konsequenter Anwendung verschwinden sollten.
Antibakterielle Mundspülungen als Ergänzung
Medizinische Mundspülungen mit Chlorhexidin können kurzfristig (maximal 2 Wochen) unterstützend eingesetzt werden. Sie reduzieren die Bakterienzahl im Mundraum deutlich. Längerfristig sollten Sie jedoch auf mildere Alternativen wie Salzwasser oder Kräutertees zurückgreifen, da Chlorhexidin Verfärbungen verursachen und die natürliche Mundflora stören kann.
Ernährung und Lebensstil: Unterstützung von innen
Eine gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Zahnfleischentzündungen. Bestimmte Nährstoffe unterstützen das Immunsystem und die Heilung des Zahnfleischgewebes.
Wichtige Nährstoffe für gesundes Zahnfleisch
Vitamin C: Essenziell für die Kollagenbildung und die Wundheilung. Ein Vitamin-C-Mangel kann zu Zahnfleischbluten führen (Skorbut). Gute Quellen sind Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli und Beeren.
Vitamin D: Unterstützt das Immunsystem und hat entzündungshemmende Eigenschaften. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Parodontalerkrankungen.
Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend. Enthalten in fettem Fisch, Leinsamen und Walnüssen.
Calcium und Vitamin K2: Wichtig für die Knochengesundheit, auch im Kieferbereich. Milchprodukte, grünes Blattgemüse und fermentierte Lebensmittel sind gute Quellen.
| Nährstoff | Wirkung auf Zahnfleisch | Beste Nahrungsquellen | Empfohlene Tagesdosis |
|---|---|---|---|
| Vitamin C | Kollagenbildung, Wundheilung | Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli | 100-200 mg |
| Vitamin D | Immunsystem, Entzündungshemmung | Fettfisch, Eier, Sonnenlicht | 20-50 µg |
| Omega-3 | Entzündungshemmung | Lachs, Makrele, Leinsamen | 250-500 mg EPA/DHA |
| Coenzym Q10 | Zellregeneration | Fleisch, Nüsse, Spinat | 30-100 mg |
| Zink | Wundheilung, Immunfunktion | Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse | 10-15 mg |
Was Sie bei Zahnfleischentzündung meiden sollten
- Zucker und stark verarbeitete Kohlenhydrate: Sie fördern das Bakterienwachstum im Mund
- Säurehaltige Lebensmittel: Können das gereizte Zahnfleisch zusätzlich reizen
- Alkohol und Tabak: Verzögern die Heilung und erhöhen das Risiko für Zahnfleischerkrankungen erheblich
- Sehr heiße oder sehr kalte Speisen: Können Schmerzen verstärken
- Harte, scharfkantige Lebensmittel: Können das Zahnfleisch mechanisch verletzen
Stressreduktion und ausreichend Schlaf
Chronischer Stress schwächt das Immunsystem und kann Entzündungsprozesse im Körper verstärken – auch im Mundraum. Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stress und Zahnfleischerkrankungen. Achten Sie daher auf:
- Ausreichend Schlaf (7-8 Stunden pro Nacht)
- Regelmäßige Entspannungsphasen
- Stressmanagement-Techniken wie Meditation oder Yoga
- Ausreichend Bewegung an der frischen Luft

Wenn Hausmittel nicht ausreichen, können professionelle Zahnfleischbehandlungen notwendig werden. Informieren Sie sich jetzt über Versicherungsoptionen mit umfassender Parodontitis-Abdeckung.
Wann Hausmittel nicht mehr ausreichen: Der Gang zum Zahnarzt
So wirksam Hausmittel bei Zahnfleischentzündung auch sein können – sie haben ihre Grenzen. Es gibt klare Warnsignale, bei denen Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten.
Alarmsignale, die einen Zahnarztbesuch erfordern
Suchen Sie umgehend einen Zahnarzt auf, wenn:
- Die Beschwerden nach 7-10 Tagen konsequenter Behandlung mit Hausmitteln nicht besser werden
- Das Zahnfleisch sich zurückzieht und Zahnhälse sichtbar werden
- Zähne locker werden oder sich ihre Position verändert
- Starke, anhaltende Schmerzen auftreten
- Eitriger Ausfluss aus den Zahnfleischtaschen austritt
- Fieber oder Schwellungen im Gesichtsbereich auftreten
- Starker, persistenter Mundgeruch trotz guter Mundhygiene besteht
- Zahnfleischtaschen tiefer als 3-4 mm sind (beim Zahnarzt messbar)
Diese Symptome können auf eine fortgeschrittene Parodontitis oder andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen, die eine professionelle Behandlung erfordern. Mehr Informationen zu Zahnfleischproblemen finden Sie in unserem Artikel über Zahnfleischrückgang.
Professionelle Behandlungsmöglichkeiten
Wenn Hausmittel nicht ausreichen, stehen verschiedene zahnärztliche Behandlungen zur Verfügung:
Professionelle Zahnreinigung (PZR): Entfernt hartnäckige Beläge und Zahnstein, die mit häuslicher Mundhygiene nicht zu beseitigen sind. Die professionelle Zahnreinigung sollte bei Zahnfleischproblemen alle 3-6 Monate durchgeführt werden.
Kürettage: Reinigung der Zahnfleischtaschen unter örtlicher Betäubung, wenn diese bereits tiefer als 3-4 mm sind.
Antibiotika-Therapie: In schweren Fällen können lokal angewendete oder systemische Antibiotika notwendig sein.
Laserbehandlung: Moderne Methode zur Bakterienreduktion und Geweberegeneration.
Chirurgische Eingriffe: Bei fortgeschrittener Parodontitis können chirurgische Maßnahmen wie Lappenoperationen notwendig werden.
| Behandlung | Indikation | Kosten (ca.) | Kostenübernahme GKV |
|---|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung | Vorbeugung, leichte Gingivitis | 80-150 € | Meist nicht oder nur teilweise |
| Parodontitis-Behandlung | Mittelschwere bis schwere Gingivitis | 150-400 € | Ja, nach Genehmigung |
| Geschlossene Kürettage | Tiefe Zahnfleischtaschen | 200-600 € | Teilweise |
| Offene Parodontalchirurgie | Fortgeschrittene Parodontitis | 400-1.000 € pro Quadrant | Teilweise |
| Laserbehandlung | Ergänzende Therapie | 100-300 € pro Sitzung | Nein (Privatleistung) |
Kosten und Versicherungsschutz
Die Kosten für professionelle Zahnfleischbehandlungen können erheblich sein. Während die gesetzliche Krankenversicherung bei diagnostizierter Parodontitis einen Teil der Behandlungskosten übernimmt, bleiben viele moderne und schonende Verfahren Privatleistungen. Auch die wichtige Vorsorge durch regelmäßige professionelle Zahnreinigungen wird von den meisten Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen.
Eine gute Zahnzusatzversicherung kann hier sinnvoll sein, insbesondere wenn Sie zu den Risikogruppen für Zahnfleischerkrankungen gehören. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung.
Vorbeugung: So schützen Sie sich vor Zahnfleischentzündungen
Die beste Behandlung ist immer noch die Vorbeugung. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie das Risiko einer Zahnfleischentzündung deutlich reduzieren.
Die tägliche Prophylaxe-Routine
Morgens:
- Zähneputzen (2-3 Minuten mit weicher Zahnbürste)
- Zungenreinigung (entfernt Bakterien)
- Mundspülung mit Wasser oder Kräutertee
- Optional: Ölziehen vor dem Frühstück
Abends:
- Zahnzwischenräume reinigen (Zahnseide oder Interdentalbürsten)
- Gründliches Zähneputzen
- Mundspülung (z.B. Salzwasser oder Kamillentee)
Nach den Mahlzeiten:
- Mund mit Wasser ausspülen
- Bei Bedarf zuckerfreien Kaugummi kauen (regt Speichelfluss an)
Regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen
Selbst bei optimaler häuslicher Mundhygiene bilden sich an schwer zugänglichen Stellen Beläge und Zahnstein, die nur professionell entfernt werden können. Empfohlene Abstände:
- Zahnärztliche Kontrolluntersuchung: Alle 6 Monate (in Ihrem Bonusheft dokumentiert)
- Professionelle Zahnreinigung: Alle 6 Monate, bei erhöhtem Risiko alle 3-4 Monate
- Parodontitis-Nachsorge: Bei Vorerkrankung alle 3 Monate
Die Kosten für regelmäßige professionelle Zahnreinigungen summieren sich auf 160-300 € pro Jahr. Viele moderne Zahnzusatzversicherungen übernehmen diese Kosten vollständig oder bieten sogar eine PZR-Flatrate an.
Risikofaktoren kennen und minimieren
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Zahnfleischentzündungen erheblich:
- Rauchen: Raucher haben ein 3-6-fach erhöhtes Risiko für Parodontitis
- Diabetes: Erhöht das Risiko für Zahnfleischerkrankungen um das 2-3-fache
- Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen begünstigen Zahnfleischentzündungen
- Stress: Schwächt das Immunsystem
- Bestimmte Medikamente: Z.B. Immunsuppressiva, manche Blutdrucksenker
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung von Parodontitis
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sollten Sie besonders auf Ihre Zahnfleischgesundheit achten und engmaschigere Kontrollen wahrnehmen.
Spezielle Situationen: Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft
Etwa 60-75% aller Schwangeren entwickeln eine sogenannte Schwangerschaftsgingivitis. Die hormonellen Veränderungen, insbesondere der erhöhte Progesteronspiegel, führen zu einer stärkeren Durchblutung und erhöhten Empfindlichkeit des Zahnfleisches.
Besonderheiten in der Schwangerschaft
Warum tritt sie häufiger auf?
- Hormonelle Veränderungen erhöhen die Entzündungsneigung
- Veränderter pH-Wert des Speichels
- Häufigeres Erbrechen (morgendliche Übelkeit) greift Zahnschmelz und Zahnfleisch an
- Veränderte Essgewohnheiten (häufigere Mahlzeiten, Heißhunger auf Süßes)
Sichere Hausmittel in der Schwangerschaft:
- Salzwasser-Spülungen (völlig unbedenklich)
- Kamillentee-Spülungen
- Salbeitee in Maßen
- Sanfte Mundpflege mit weicher Zahnbürste
Vorsicht bei:
- Ätherischen Ölen in hoher Konzentration (z.B. Nelkenöl)
- Teebaumöl (nur stark verdünnt)
- Bestimmten Kräutertees in großen Mengen
Wichtig: Informieren Sie Ihren Zahnarzt über Ihre Schwangerschaft. Zahnärztliche Behandlungen sind auch während der Schwangerschaft möglich und wichtig, idealerweise im zweiten Trimester.
Zahnfleischentzündung bei Kindern
Auch Kinder können von Zahnfleischentzündungen betroffen sein, insbesondere während des Zahnwechsels oder bei unzureichender Mundhygiene. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Karies bei Kindern.
Ursachen bei Kindern
- Unzureichende oder falsche Zahnpflege
- Durchbrechende Zähne (besonders Milchzähne und Backenzähne)
- Mundatmung (trocknet Schleimhäute aus)
- Zuckerreiche Ernährung
- Kieferorthopädische Apparaturen
Kindgerechte Hausmittel
Besonders geeignet:
- Milde Salzwasser-Spülungen (bei älteren Kindern, die ausspucken können)
- Kamillentee-Spülungen oder -Umschläge
- Kühle Kompressen von außen bei Schwellungen
- Sanfte Zahnfleischmassagen mit sauberem Finger
Nicht geeignet:
- Ätherische Öle in hoher Konzentration
- Alkoholhaltige Mundspülungen
- Zu aggressive Reinigungsmethoden
Wichtig: Führen Sie Kinder früh an gute Mundhygiene heran. Bei anhaltenden Problemen sollten Sie einen Kinderzahnarzt aufsuchen. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder kann sinnvoll sein, insbesondere wenn kieferorthopädische Behandlungen absehbar sind.
Wissenschaftliche Evidenz: Was sagt die Forschung?
Die Wirksamkeit von Hausmitteln bei Zahnfleischentzündung ist unterschiedlich gut wissenschaftlich belegt. Hier ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand (2026):
Gut belegte Hausmittel
Salzwasser-Spülungen: Eine Meta-Analyse von 2019 im Journal of Clinical Periodontology bestätigte die antibakterielle Wirkung und Reduktion von Plaque-Bakterien um bis zu 30%.
Ölziehen: Eine Studie im Indian Journal of Dental Research (2018) zeigte eine signifikante Reduktion von Plaque und Gingivitis nach 4 Wochen regelmäßiger Anwendung, vergleichbar mit Chlorhexidin-Mundspülungen.
Grüner Tee: Mehrere Studien belegen die entzündungshemmende Wirkung der Catechine. Eine japanische Studie (2020) zeigte, dass regelmäßiger Konsum das Parodontitis-Risiko um bis zu 19% senken kann.
Vielversprechend, aber weitere Forschung nötig
Kurkuma: Kleine Studien zeigen positive Effekte, größere randomisierte Kontrollstudien stehen noch aus.
Aloe Vera: Erste Studien sind vielversprechend, aber die Datenlage ist noch nicht ausreichend für definitive Empfehlungen.
Nelkenöl: Die schmerzlindernde Wirkung ist gut belegt, die Wirkung auf Zahnfleischentzündungen weniger gut untersucht.
Limitierungen von Hausmitteln
Wichtig zu verstehen: Hausmittel können Symptome lindern und leichte Entzündungen behandeln, aber sie können keine professionelle Zahnsteinentfernung ersetzen. Einmal verhärtete Beläge (Zahnstein) lassen sich nur mechanisch durch den Zahnarzt entfernen. Mehr zur richtigen Plaque-Entfernung erfahren Sie in unserem Ratgeber.
| Hausmittel | Evidenzgrad | Studienlage | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Salzwasser | Hoch | Multiple Studien, Meta-Analysen | Stark empfohlen |
| Ölziehen | Mittel-Hoch | Mehrere kontrollierte Studien | Empfohlen |
| Kamille | Mittel | Traditionelle Anwendung, einige Studien | Empfohlen |
| Grüner Tee | Mittel-Hoch | Mehrere epidemiologische Studien | Empfohlen |
| Kurkuma | Mittel | Kleine Studien, vielversprechend | Kann versucht werden |
| Aloe Vera | Mittel | Begrenzte Studienlage | Kann versucht werden |
Praktischer Behandlungsplan: So gehen Sie vor
Hier finden Sie einen strukturierten 14-Tage-Plan zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Zahnfleischentzündung mit Hausmitteln:
Tage 1-3: Akutphase
Morgens:
- Ölziehen (10-15 Minuten) mit Kokosöl
- Sanftes Zähneputzen mit weicher Zahnbürste (2-3 Minuten)
- Salzwasser-Spülung (30 Sekunden)
Mittags:
- Nach dem Essen Mund mit Wasser ausspülen
- Kamillentee-Spülung
Abends:
- Zahnzwischenräume vorsichtig mit Zahnseide reinigen
- Gründliches Zähneputzen
- Salbeitee-Spülung
- Optional: Verdünntes Nelkenöl auf besonders entzündete Stellen auftragen
Tage 4-7: Verbesserungsphase
Fortführung der Routine aus Tage 1-3, zusätzlich:
- Beginnen Sie mit sanften Zahnfleischmassagen (mit sauberen Fingern)
- Erhöhen Sie die Vitamin-C-Zufuhr (frisches Obst, Gemüse)
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Stressreduktion
Tage 8-14: Stabilisierungsphase
Wenn sich die Symptome deutlich gebessert haben:
- Reduzieren Sie die Spülungen auf 2x täglich
- Intensivieren Sie die mechanische Reinigung (Zahnseide, Interdentalbürsten)
- Erwägen Sie die Vereinbarung eines Termins zur professionellen Zahnreinigung
Wichtig: Wenn nach 7 Tagen keine deutliche Besserung eintritt oder sich die Symptome verschlechtern, suchen Sie unbedingt einen Zahnarzt auf!
Langfristige Erhaltung
Nach erfolgreicher Behandlung:
- Behalten Sie eine gründliche Mundhygiene-Routine bei
- Ölziehen 2-3x pro Woche als Prophylaxe
- Regelmäßige Salzwasser-Spülungen
- Halbjährliche Kontrolltermine beim Zahnarzt
- Professionelle Zahnreinigung alle 6 Monate

Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind die beste Vorbeugung gegen Zahnfleischentzündungen. Finden Sie jetzt eine Zahnzusatzversicherung, die PZR vollständig übernimmt.
Häufig gestellte Fragen zu Hausmitteln bei Zahnfleischentzündung
Wie schnell wirken Hausmittel bei Zahnfleischentzündung?
Bei leichten Zahnfleischentzündungen können Sie erste Verbesserungen bereits nach 2-3 Tagen konsequenter Anwendung bemerken. Die vollständige Abheilung dauert in der Regel 1-2 Wochen. Wichtig ist die regelmäßige und korrekte Anwendung der Hausmittel in Kombination mit optimaler Mundhygiene. Wenn nach 7-10 Tagen keine deutliche Besserung eintritt, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen, da möglicherweise eine professionelle Behandlung erforderlich ist.
Kann ich Zahnfleischentzündung nur mit Hausmitteln heilen?
Bei einer leichten, oberflächlichen Gingivitis im Frühstadium können Hausmittel in Kombination mit verbesserter Mundhygiene tatsächlich ausreichen. Allerdings können Hausmittel keinen Zahnstein entfernen, der häufig die Hauptursache für chronische Zahnfleischentzündungen ist. Wenn bereits Zahnstein vorhanden ist oder die Entzündung tiefer geht, ist eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt unumgänglich. Hausmittel sollten als Ergänzung, nicht als Ersatz für zahnärztliche Behandlung verstanden werden.
Welches ist das beste Hausmittel gegen Zahnfleischbluten?
Salzwasser-Spülungen gelten als das wirksamste und am besten erforschte Hausmittel gegen Zahnfleischbluten. Die antibakterielle und abschwellende Wirkung ist wissenschaftlich gut belegt. Auch Kamillentee-Spülungen sind sehr effektiv aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften. Wichtig: Zahnfleischbluten ist ein Warnsignal und sollte nicht ignoriert werden. Auch wenn Hausmittel die Symptome lindern, sollten Sie die Ursache zahnärztlich abklären lassen, insbesondere wenn das Bluten länger als eine Woche anhält.
Wie oft sollte ich bei Zahnfleischentzündung mit Salzwasser spülen?
Bei akuter Zahnfleischentzündung empfiehlt sich eine Salzwasser-Spülung 2-3 Mal täglich, idealerweise nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen. Jede Spülung sollte 30-60 Sekunden dauern. Lösen Sie dafür einen halben Teelöffel Salz in einem Glas (200 ml) lauwarmem Wasser auf. Übertreiben Sie es nicht mit der Häufigkeit, da zu häufige Spülungen die Mundschleimhaut austrocknen können. Nach Abklingen der akuten Symptome können Sie auf 1-2 Spülungen täglich reduzieren.
Ist Ölziehen wirklich wirksam gegen Zahnfleischentzündung?
Ja, die Wirksamkeit von Ölziehen bei Zahnfleischentzündung ist durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass regelmäßiges Ölziehen über 4 Wochen die Plaque-Bildung und Gingivitis-Symptome ähnlich stark reduziert wie Chlorhexidin-Mundspülungen. Der Mechanismus beruht darauf, dass das Öl Bakterien und Toxine bindet und aus dem Mundraum entfernt. Für optimale Ergebnisse sollten Sie täglich morgens auf nüchternen Magen 10-20 Minuten mit hochwertigem Kokos- oder Sesamöl ziehen. Wichtig: Das Öl danach ausspucken, nicht schlucken!
Kann ich Nelkenöl direkt auf das Zahnfleisch auftragen?
Nein, Nelkenöl sollte niemals unverdünnt auf das Zahnfleisch aufgetragen werden, da es die empfindliche Schleimhaut reizen oder sogar verätzen kann. Verdünnen Sie immer 2-3 Tropfen Nelkenöl in einem Teelöffel Trägeröl (z.B. Kokosöl oder Olivenöl), bevor Sie es mit einem Wattestäbchen vorsichtig auf die betroffenen Stellen auftragen. Lassen Sie es maximal 10 Minuten einwirken und spülen Sie dann gründlich mit Wasser nach. Bei Brennen oder Unwohlsein sofort abspülen. Nelkenöl sollte nicht länger als 1-2 Wochen am Stück verwendet werden.
Helfen Hausmittel auch bei Parodontitis?
Hausmittel können bei Parodontitis unterstützend wirken und die Symptome lindern, aber sie können eine fortgeschrittene Parodontitis nicht heilen. Parodontitis betrifft nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch den Zahnhalteapparat und führt zu Knochenabbau, der irreversibel ist. Bei diagnostizierter Parodontitis ist eine professionelle zahnärztliche Behandlung mit Kürettage der Zahnfleischtaschen unerlässlich. Hausmittel können dann als begleitende Maßnahme die Heilung unterstützen und Rückfällen vorbeugen. Vernachlässigen Sie bei Parodontitis niemals die zahnärztliche Therapie!
Welche Zahnpasta sollte ich bei Zahnfleischentzündung verwenden?
Bei Zahnfleischentzündung empfiehlt sich eine Zahnpasta mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Kamillenextrakt, Salbei oder Myrrhe. Fluorid sollte enthalten sein, da es den Zahnschmelz stärkt. Vermeiden Sie stark schäumende Zahnpasten mit aggressiven Tensiden (SLS/SLES), da diese die Schleimhäute zusätzlich reizen können. Spezielle Zahnfleisch-Zahnpasten enthalten oft Zink, Vitamin E oder Coenzym Q10, die die Heilung unterstützen. Wichtiger als die Zahnpasta ist jedoch die richtige Putztechnik mit einer weichen Zahnbürste und sanftem Druck. Lesen Sie mehr über Zahnpasta mit oder ohne Fluorid.
Kann eine Zahnfleischentzündung von selbst heilen?
Eine leichte, akute Zahnfleischentzündung kann sich theoretisch von selbst zurückbilden, wenn die Ursache (z.B. vorübergehend vernachlässigte Mundhygiene) beseitigt wird. In der Praxis geschieht dies jedoch selten, da die bakteriellen Beläge ohne aktive Entfernung (Zähneputzen, Zahnseide) weiter bestehen bleiben. Unbehandelt kann sich eine Gingivitis zu einer chronischen Entzündung entwickeln und schließlich in eine Parodontitis übergehen. Daher sollten Sie bei ersten Anzeichen aktiv werden: Verbessern Sie Ihre Mundhygiene, wenden Sie unterstützend Hausmittel an und suchen Sie bei anhaltenden Beschwerden einen Zahnarzt auf.
Sind Hausmittel gegen Zahnfleischentzündung auch für Kinder geeignet?
Ja, viele Hausmittel sind auch für Kinder geeignet, allerdings mit Einschränkungen. Salzwasser- und Kamillentee-Spülungen sind für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet, wenn sie sicher ausspucken können. Ätherische Öle wie Nelken- oder Teebaumöl sollten bei Kindern nur sehr stark verdünnt oder gar nicht verwendet werden. Ölziehen ist für ältere Kinder ab etwa 8-10 Jahren möglich, wenn sie die Technik beherrschen. Generell sollten Sie bei Kindern vorsichtiger sein und im Zweifel einen Kinderzahnarzt konsultieren. Wichtiger als Hausmittel ist bei Kindern das frühzeitige Erlernen richtiger Zahnputztechniken. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel über Milchzähne.
Wann sollte ich bei Zahnfleischentzündung unbedingt zum Zahnarzt gehen?
Sie sollten umgehend einen Zahnarzt aufsuchen, wenn: die Beschwerden nach 7-10 Tagen Selbstbehandlung nicht besser werden oder sich verschlimmern, starke Schmerzen auftreten, Eiter aus dem Zahnfleisch austritt, Zähne locker werden, das Zahnfleisch sich stark zurückzieht, Schwellungen im Gesichtsbereich oder Fieber auftreten. Auch wenn Sie zu Risikogruppen gehören (Diabetiker, Immunsupprimierte, Schwangere), sollten Sie Zahnfleischprobleme zeitnah zahnärztlich abklären lassen. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Zahnarzt gehen. Frühe Behandlung verhindert oft aufwendigere Therapien später. Informieren Sie sich auch über zahnärztliche Notdienste in Ihrer Region.
Fazit: Hausmittel als wertvolle Ergänzung der Zahnfleischbehandlung
Hausmittel bei Zahnfleischentzündung können eine wirkungsvolle und kostengünstige Unterstützung bei der Behandlung leichter bis mittelschwerer Gingivitis sein. Besonders Salzwasser-Spülungen, Ölziehen, Kamillentee und Salbei haben sich bewährt und sind auch wissenschaftlich gut untersucht. Die richtige Anwendung in Kombination mit optimaler Mundhygiene kann in vielen Fällen eine deutliche Besserung innerhalb von 1-2 Wochen bewirken.
Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass Hausmittel ihre Grenzen haben. Sie können eine professionelle zahnärztliche Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen. Insbesondere wenn bereits Zahnstein vorhanden ist oder die Entzündung tiefer geht, ist eine professionelle Behandlung unumgänglich. Auch bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollten Sie nicht zögern, einen Zahnarzt aufzusuchen.
Die beste Strategie ist die Vorbeugung: Eine konsequente tägliche Mundhygiene mit Zähneputzen, Zahnseide und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen kann die meisten Zahnfleischentzündungen verhindern. Achten Sie außerdem auf eine zahngesunde Ernährung, ausreichend Vitamine und Mineralien sowie Stressreduktion.
Da professionelle Zahnfleischbehandlungen und regelmäßige Prophylaxe-Maßnahmen mit erheblichen Kosten verbunden sein können, lohnt sich oft der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Moderne Tarife decken nicht nur Zahnersatz ab, sondern auch wichtige Vorsorgemaßnahmen wie professionelle Zahnreinigungen und Parodontitis-Behandlungen. Lassen Sie sich unverbindlich beraten, welcher Tarif für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Zahnarzt oder Arzt. Die genannten Hausmittel können unterstützend wirken, ersetzen aber keine zahnärztliche Therapie, wenn diese medizinisch notwendig ist. Stand: 2026


