Karies in den Backenzähnen gehört zu den häufigsten Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Fissurenversiegelung bietet einen effektiven Schutz für die stark gefährdeten Kauflächen. Doch nicht nur für Kinder kann diese präventive Maßnahme sinnvoll sein – auch Erwachsene profitieren in vielen Fällen von einer Versiegelung der Fissuren an den Zähnen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Fissurenversiegelung, deren Kosten, den Ablauf und für wen sich die Behandlung wirklich lohnt.
Was ist eine Fissurenversiegelung?
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive zahnärztliche Maßnahme, bei der die kariesanfälligen Furchen und Rillen auf den Kauflächen der Backenzähne mit einem dünnen Kunststoffüberzug verschlossen werden. Diese Vertiefungen werden als Fissuren bezeichnet und stellen ideale Nistplätze für Bakterien dar. Durch die Versiegelung wird eine glatte Oberfläche geschaffen, die sich deutlich einfacher reinigen lässt und Kariesbakterien den Lebensraum entzieht.
Die Behandlung gehört zu den wichtigsten Prophylaxemaßnahmen in der modernen Zahnmedizin. Besonders bei Kindern und Jugendlichen hat sich die Fissurenversiegelung als äußerst wirkungsvoll erwiesen, um Karies an den Backenzähnen nachhaltig vorzubeugen. Die Versiegelung ist schmerzfrei und kann in wenigen Minuten vom Zahnarzt durchgeführt werden.
Im Gegensatz zu Zahnfüllungen, die erst notwendig werden, wenn Karies bereits entstanden ist, wirkt die Fissurenversiegelung vorbeugend. Sie schützt die gesunde Zahnsubstanz, bevor Schäden auftreten können. Damit zählt sie zu den kosteneffizientesten Maßnahmen der Kariesprophylaxe.
Warum sind Fissuren besonders kariesanfällig?
Fissuren sind die natürlichen Rillen und Vertiefungen auf den Kauflächen der Backenzähne (Molaren und Prämolaren). Diese Strukturen entstehen während der Zahnentwicklung und sind genetisch bestimmt. Bei manchen Menschen verlaufen die Fissuren flach und weit, bei anderen sind sie tief und eng verzweigt.
| Fissurtyp | Beschaffenheit | Kariesrisiko | Reinigbarkeit |
|---|---|---|---|
| Typ U | Weite, offene Fissur | Gering | Sehr gut |
| Typ V | Schmale, tiefe Fissur | Mittel | Gut |
| Typ I | Enge, tiefe Fissur | Hoch | Schlecht |
| Typ IK | Komplexe Verästelungen | Sehr hoch | Sehr schlecht |
Gerade die engen, tiefen Fissuren stellen ein erhebliches Problem dar. Die Borsten der Zahnbürste können diese winzigen Spalten nicht erreichen. Speisereste und Bakterien sammeln sich darin und bilden zusammen mit Speichel einen idealen Nährboden für kariesverursachende Mikroorganismen. Die Folge: Karies entsteht unbemerkt in der Tiefe der Fissuren, oft ohne dass dies bei einer normalen zahnärztlichen Untersuchung sofort erkennbar ist.

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Für wen ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll?
Die Fissurenversiegelung ist grundsätzlich für alle Patienten sinnvoll, deren Backenzähne noch keine Karies aufweisen. Die Entscheidung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter das individuelle Kariesrisiko, das Alter der Zähne und die morphologische Beschaffenheit der Fissuren.
Fissurenversiegelung bei Kindern
Kinder und Jugendliche profitieren am meisten von einer Fissurenversiegelung. Die bleibenden Backenzähne brechen meist zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr durch. In dieser Zeit ist der Zahnschmelz noch nicht vollständig durchgehärtet und besonders anfällig für Karies. Eine zeitnahe Versiegelung nach dem Zahndurchbruch bietet den besten Schutz.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) wird die Fissurenversiegelung bei Kindern und Jugendlichen als Kassenleistung für die bleibenden Backenzähne (erste und zweite Molaren) empfohlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren. Weitere Informationen zur Zahnzusatzversicherung für Kinder finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
| Zahn | Durchbruchalter | Empfohlener Versiegelungszeitpunkt | Kassenleistung |
|---|---|---|---|
| 1. Molar (6-Jahres-Molar) | 5–7 Jahre | Sofort nach vollständigem Durchbruch | Ja (GKV) |
| 2. Molar (12-Jahres-Molar) | 11–13 Jahre | Sofort nach vollständigem Durchbruch | Ja (GKV) |
| Prämolaren | 10–12 Jahre | Nach individueller Entscheidung | Nein (IGeL) |
| 3. Molar (Weisheitszahn) | 17–25 Jahre | Meist nicht versiegelt | Nein |
Die Versiegelung sollte erfolgen, sobald der Zahn vollständig durchgebrochen ist und die Kaufläche vollständig sichtbar wurde. Ein zu frühes Aufbringen der Versiegelung kann zu Problemen führen, wenn noch Restgewebe des Zahnfleisches die Kaufläche bedeckt. Ihr Zahnarzt wird den optimalen Zeitpunkt individuell festlegen.
Fissurenversiegelung bei Erwachsenen
Auch bei Erwachsenen kann eine Fissurenversiegelung sinnvoll sein, insbesondere wenn ein erhöhtes Kariesrisiko besteht. Dies ist beispielsweise der Fall bei:
- Tiefen, stark verzweigten Fissuren
- Eingeschränkter manueller Geschicklichkeit bei der Zahnputztechnik
- Trockenmouth (Xerostomie) durch Medikamente oder Erkrankungen
- Nach Zähneknirschen mit abgenutzter Schmelzschicht
- Bestehenden kariösen Läsionen an anderen Zähnen
- Orthodontischer Behandlung mit erschwerter Mundhygiene
Die Fissurenversiegelung bei Erwachsenen ist eine Individualgesundheitsleistung (IGeL) und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Kosten müssen selbst getragen oder über eine private Zahnzusatzversicherung abgerechnet werden. Ob sich die Investition lohnt, hängt vom individuellen Kariesrisiko ab. Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch hilft bei der Einschätzung.
Ablauf einer Fissurenversiegelung
Die Fissurenversiegelung ist ein einfacher, schmerzfreier Eingriff, der in der Regel nur wenige Minuten pro Zahn dauert. Keine Betäubung ist notwendig, da der Zahn nicht aufgebohrt wird. Der gesamte Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte, die sorgfältig durchgeführt werden müssen, um eine lang anhaltende Versiegelung zu gewährleisten.
Schritt-für-Schritt Erklärung
Schritt 1: Professionelle Zahnreinigung
Zunächst wird der zu versiegelnde Zahn gründlich gereinigt. Plaque und Speisereste müssen vollständig entfernt werden, damit die Versiegelung optimal haftet. Oft wird eine professionelle Zahnreinigung empfohlen, um beste Voraussetzungen zu schaffen.
Schritt 2: Kariesdiagnostik
Vor der Versiegelung muss der Zahnarzt sicherstellen, dass keine Karies in den Fissuren vorhanden ist. Eine Versiegelung über bestehender Karies würde den kariösen Prozess verschlimmern, da Bakterien unter der Versiegelung weiterarbeiten können. Zur Diagnostik können Röntgenaufnahmen oder Laserdiagnostik eingesetzt werden.
Schritt 3: Konditionierung des Zahnschmelzes
Die Kaufläche wird mit einem speziellen Gel (meist Phosphorsäure) vorbehandelt. Dieser sogenannte Ätzvorgang schafft eine raue Oberfläche, die die Haftung des Versiegelungsmaterials verbessert. Nach etwa 15–30 Sekunden wird das Gel gründlich abgespült und der Zahn getrocknet.
Schritt 4: Auftragen des Versiegelungsmaterials
Der flüssige Kunststoff (meist ein lichthärtender Komposit-Kunststoff) wird dünn auf die Kaufläche aufgetragen und in die Fissuren verteilt. Das Material fließt in alle Vertiefungen und bildet eine geschlossene Schutzschicht.
Schritt 5: Aushärtung
Mit einer speziellen UV-Lampe wird das Versiegelungsmaterial ausgehärtet. Dieser Vorgang dauert etwa 20–40 Sekunden pro Zahn. Danach ist die Versiegelung fest und belastbar.
Schritt 6: Bisskontrolle und Nachbehandlung
Der Zahnarzt kontrolliert, ob die Versiegelung den Biss nicht stört und korrigiert gegebenenfalls zu hohe Stellen. Abschließend wird oft ein Fluoridlack aufgetragen, um den Zahnschmelz zusätzlich zu stärken.
| Schritt | Dauer | Beschreibung |
|---|---|---|
| Reinigung | 1–2 Minuten | Entfernung von Plaque und Belägen |
| Kariesprüfung | 1 Minute | Visuelle und ggf. instrumentelle Kontrolle |
| Ätzen | 30 Sekunden | Aufrauen der Schmelzoberfläche |
| Spülen und Trocknen | 30 Sekunden | Entfernen des Ätzgels |
| Materialauftrag | 1 Minute | Verteilen des Kunststoffs |
| Aushärten | 20–40 Sekunden | Lichthärtung mit UV-Lampe |
| Kontrolle | 1 Minute | Bisskontrolle und Korrektur |

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Fissurenversiegelung: Kosten im Überblick
Die Kosten für eine Fissurenversiegelung variieren je nach Anzahl der zu versiegelnden Zähne, dem verwendeten Material und dem Aufwand der Behandlung. In Deutschland orientieren sich die Preise an der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Die Fissurenversiegelung wird nach der Ziffer 2270 GOZ abgerechnet.
Kosten pro Zahn
| Position | Kosten (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Versiegelung eines Zahns | 15–35 Euro | Je nach Material und Aufwand |
| Versiegelung aller 4 Molaren | 60–140 Euro | Häufigste Konstellation bei Kindern |
| Versiegelung aller Backenzähne (8) | 120–280 Euro | Inklusive Prämolaren |
| Kontrolltermin | Inklusive | Oft im Preis enthalten |
Bei Kindern und Jugendlichen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Versiegelung der ersten und zweiten Molaren. Für Erwachsene und für die Versiegelung der Prämolaren bei Kindern muss die Behandlung als IGeL-Leistung selbst bezahlt werden. Eine Zahnzusatzversicherung mit Leistung für Zahnreinigung übernimmt oft auch die Kosten für Prophylaxemaßnahmen wie die Fissurenversiegelung.
Beispielrechnung für Erwachsene
Ein 35-jähriger Patient möchte seine vier Molaren versiegeln lassen, da er tiefe Fissuren und ein erhöhtes Kariesrisiko hat. Die Kostenberechnung könnte wie folgt aussehen:
- 4 x Fissurenversiegelung à 25 Euro = 100 Euro
- Materialkosten pauschal = 15 Euro
- Gesamtkosten = 115 Euro
Bei einer passenden Zahnzusatzversicherung können diese Kosten teilweise oder vollständig erstattet werden. Die Investition lohnt sich besonders, wenn dadurch teure Füllungen oder Zahnkronen vermieden werden können.
Haltbarkeit und Nachsorge
Eine professionell durchgeführte Fissurenversiegelung hält in der Regel mehrere Jahre. Studien zeigen, dass nach 5 Jahren noch etwa 70–80 % der Versiegelungen intakt sind. Die Haltbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Qualität der Durchführung, die Position des Zahns und die individuelle Mundhygiene des Patienten.
Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen
- Qualität der Versiegelung: Eine trockene Arbeitsumgebung und saubere Fissuren sind Voraussetzungen für eine lange Haltbarkeit.
- Materialwahl: Hochwertige Komposit-Kunststoffe mit Füllkörpern sind langlebiger als reine Kunststoffe.
- Kaabelastung: Zähne mit starker Kaukraft können die Versiegelung schneller abnutzen.
- Mundhygiene: Eine gute Zahnpflege schützt auch die Versiegelung.
- Bruxismus: Zähneknirschen kann die Versiegelung beschädigen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Zähneknirschen und Bruxismus.
Regelmäßige Kontrollen sind wichtig
Bei den halbjährlichen Kontrollterminen sollte der Zahnarzt den Zustand der Versiegelung überprüfen. Beschädigte oder teilweise abgelöste Versiegelungen sollten zeitnah repariert oder erneuert werden. Eine defekte Versiegelung bietet keinen ausreichenden Schutz mehr und kann sogar Karies begünstigen, wenn Bakterien unter die Ränder gelangen.
Die gute Nachricht: Eine erneute Versiegelung ist unkompliziert möglich. Der alte Versiegelungsmaterial wird entfernt und die Fissuren erneut verschlossen. Die Kosten hierfür entsprechen denen einer Erstversiegelung. Bei guter Pflege ist jedoch oft erst nach vielen Jahren eine Erneuerung notwendig.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Fissurenversiegelung gilt als sehr sichere und gut verträgliche prophylaktische Maßnahme. Dennoch gibt es einige Aspekte zu beachten, die Patienten kennen sollten.
Mögliche Komplikationen
Bisphenol A (BPA): Einige Versiegelungsmaterialien enthalten Spuren von Bisphenol A, einem Stoff, der hormonell wirksam sein kann. Die Menge ist jedoch minimal und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen unbedenklich. Für besorgte Patienten stehen BPA-freie Alternativen zur Verfügung. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt darauf an.
Allergische Reaktionen: In sehr seltenen Fällen können Patienten auf Bestandteile des Versiegelungsmaterials allergisch reagieren. Dies äußert sich meist durch lokale Reizungen im Mundbereich. Informieren Sie Ihren Zahnarzt über bekannte Allergien vor der Behandlung. Patienten mit Zahnersatz-Allergien sollten dies besonders beachten.
Karies unter der Versiegelung: Wird eine Fissur versiegelt, obwohl bereits Karies vorhanden ist, kann sich diese unbemerkt ausbreiten. Eine sorgfältige Diagnostik vor der Versiegelung ist daher essenziell. Moderne Diagnoseverfahren wie die Laserfluoreszenz helfen, verborgene Karies zu erkennen.
Ablösung der Versiegelung: Bei unzureichender Trockenlegung oder mangelnder Haftung kann sich die Versiegelung teilweise oder vollständig lösen. Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass defekte Versiegelungen rechtzeitig erkannt werden.
Die Vorteile überwiegen deutlich
Bei korrekter Durchführung überwiegen die Vorteile der Fissurenversiegelung die minimalen Risiken bei Weitem. Studien belegen eine Kariesreduktion von bis zu 80 % in versiegelten Zähnen. Die Behandlung ist schmerzfrei, schnell durchführbar und kostengünstig im Vergleich zu späteren Füllungen oder Kronen.

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Kostenübernahme durch Krankenkassen
Die Kostenübernahme für die Fissurenversiegelung ist in Deutschland klar geregelt, unterscheidet sich jedoch je nach Alter des Patienten und betroffenen Zähnen.
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden Molaren bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren. Dies ist eine Regelleistung der GKV. Die Versiegelung muss innerhalb von vier Jahren nach dem Durchbruch des jeweiligen Zahns erfolgen.
Für die Versiegelung der Prämolaren (vordere Backenzähne) bei Kindern sowie für alle Fissurenversiegelungen bei Erwachsenen zahlen die gesetzlichen Kassen nicht. Hier handelt es sich um eine reine Selbstzahlerleistung.
Private Krankenversicherung (PKV)
Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme vom individuellen Tarif ab. Viele private Vollversicherungen übernehmen prophylaktische Leistungen wie die Fissurenversiegelung. Details entnehmen Sie bitte Ihrem Versicherungsschein oder erkundigen sich bei Ihrer Versicherung. Informationen zur Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte finden Sie in unserem Spezialartikel.
Zahnzusatzversicherung als Ergänzung
Eine Zahnzusatzversicherung kann die Kostenlücke schließen, die die GKV lässt. Viele Tarife übernehmen prophylaktische Leistungen inklusive Fissurenversiegelung für Erwachsene oder für Zähne, die nicht im GKV-Leistungskatalog enthalten sind. Der Vergleich von Stiftung Warentest hilft bei der Auswahl des passenden Tarifs.
| Versichertenstatus | 1. und 2. Molar | Prämolaren | Erwachsene |
|---|---|---|---|
| GKV (Kinder 6–18 J.) | Ja | Nein | Nein |
| GKV (Erwachsene) | Nein | Nein | Nein |
| PKV (je nach Tarif) | Ja | Oft ja | Teilweise |
| Zahnzusatzversicherung | Ja | Ja | Ja (je nach Tarif) |
Alternativen zur Fissurenversiegelung
Neben der klassischen Fissurenversiegelung gibt es weitere prophylaktische Maßnahmen, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können.
Fluoridierung
Die Fluoridierung der Zähne ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Kariesvorbeugung. Fluorid härtet den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Die Kombination aus Zahnpasta mit Fluorid und regelmäßiger professioneller Fluoridierung beim Zahnarzt bietet einen guten Basisschutz. Ergänzend kann die Schmelzpflege durch Remineralisierung unterstützen.
Erweiterte Fissurenversiegelung
Bei der erweiterten Fissurenversiegelung werden die Fissuren vor dem Versiegeln minimal erweitert, um versteckte Karies sicher auszuschließen und eine bessere Haftung zu erreichen. Diese Methode ist aufwendiger, bietet aber zusätzliche Sicherheit.
Regelmäßige Kontrollen und Prophylaxe
Unabhängig von einer Versiegelung sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und eine gute Mundhygiene die wichtigsten Faktoren für gesunde Zähne. Die professionelle Zahnreinigung sollte mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. Viele Zahnzusatzversicherungen bieten hierfür eine PZR-Flatrate an.
Wissenschaftliche Bewertung der Fissurenversiegelung
Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Fissurenversiegelung ist hervorragend. Zahlreiche Studien und Meta-Analysen bestätigen den kariespräventiven Effekt. Die Cochrane Collaboration, ein internationales Netzwerk für evidenzbasierte Medizin, kommt in einer systematischen Übersichtsarbeit zu dem Ergebnis, dass versiegelte Zähne deutlich seltener von Karies betroffen sind als nicht versiegelte.
Studienergebnisse im Überblick
- Kariesreduktion nach 1 Jahr: ca. 85 %
- Kariesreduktion nach 5 Jahren: ca. 70 %
- Kariesreduktion nach 10 Jahren: ca. 50 %
Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) empfiehlt die Fissurenversiegelung ausdrücklich als Standardprophylaxe für alle bleibenden Molaren. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Maßnahme als wirksame Kariesprävention ein.
Häufig gestellte Fragen zur Fissurenversiegelung
Ist die Fissurenversiegelung schmerzhaft?
Nein, die Fissurenversiegelung ist eine vollständig schmerzfreie Behandlung. Es wird kein Zahnsubstanz abgetragen und keine Betäubung benötigt. Das Ätzgel kann bei empfindlichen Zähnen kurzzeitig ein leichtes Summen verursachen, das jedoch sofort nach dem Abspulen verschwindet. Die meisten Patienten empfinden die Behandlung als unproblematisch.
Ab welchem Alter ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll?
Die erste Fissurenversiegelung sollte erfolgen, sobald der erste bleibende Backenzahn (6-Jahres-Molar) vollständig durchgebrochen ist, also meist im Alter von 6 bis 7 Jahren. Die zweiten Molaren werden im Alter von 11 bis 13 Jahren versiegelt. Auch bei Erwachsenen kann eine Versiegelung noch sinnvoll sein, wenn die Zähne kariesfrei sind und ein erhöhtes Risiko besteht.
Wie lange hält eine Fissurenversiegelung?
Eine professionell durchgeführte Fissurenversiegelung hält durchschnittlich 5 bis 10 Jahre. Die Haltbarkeit hängt von der Qualität der Durchführung, der individuellen Kaubelastung und der Mundhygiene ab. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt stellen sicher, dass beschädigte Versiegelungen rechtzeitig erkannt und repariert werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Versiegelung der ersten und zweiten Molaren bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren. Für Erwachsene und für die Prämolaren bei Kindern zahlen die gesetzlichen Kassen nicht. Private Zusatzversicherungen können diese Lücke schließen.
Kann eine Fissurenversiegelung auch bei Milchzähnen durchgeführt werden?
Grundsätzlich ist eine Fissurenversiegelung auch bei Milchzähnen möglich, wird aber in der Regel nicht routinemäßig empfohlen. Die Milchmolaren haben meist flachere Fissuren und fallen ohnehin aus. Ausnahmen können bei besonders kariesanfälligen Kindern oder tiefen Fissuren gemacht werden. Die Kosten hierfür werden nicht von den Krankenkassen übernommen.
Was passiert, wenn Karies unter der Versiegelung entsteht?
Wenn Karies unter einer Versiegelung entsteht – beispielsweise durch eine undichte Stelle – kann sich diese unbemerkt ausbreiten. Daher sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen wichtig. Der Zahnarzt kann mittels Röntgenaufnahmen oder speziellen Diagnosegeräten verborgene Karies erkennen. Wird Karies festgestellt, muss die Versiegelung entfernt und der Zahn behandelt werden.
Muss die Versiegelung erneuert werden?
Ja, eine beschädigte oder abgelöste Versiegelung sollte zeitnah ersetzt werden, um den Kariesschutz zu gewährleisten. Bei den halbjährlichen Kontrollterminen prüft der Zahnarzt den Zustand der Versiegelung. Eine Erneuerung ist unkompliziert und entspricht dem Ablauf einer Erstversiegelung.
Ist die Fissurenversiegelung bei Erwachsenen sinnvoll?
Die Fissurenversiegelung bei Erwachsenen kann sinnvoll sein, insbesondere bei tiefen Fissuren, eingeschränkter Mundhygiene oder erhöhtem Kariesrisiko. Da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, ist eine private Zahnzusatzversicherung empfehlenswert. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre individuelle Situation.
Kann man die versiegelten Zähne normal putzen?
Ja, versiegelte Zähne können und sollten ganz normal geputzt werden. Die Versiegelung ist robust und hält der normalen Zahnpflege stand. Eine gute Mundhygiene bleibt wichtig, da die Versiegelung nur die Kauflächen schützt – die Zahnzwischenräume und anderen Flächen benötigen weiterhin regelmäßige Pflege mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen.
Enthalten Versiegelungsmaterialien schädliche Stoffe?
Einige Versiegelungsmaterialien enthalten Spuren von Bisphenol A (BPA). Die Menge ist jedoch minimal und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen unbedenklich. Für besorgte Patienten stehen BPA-freie Alternativen zur Verfügung. Besprechen Sie dies gegebenenfalls mit Ihrem Zahnarzt.
Fazit: Fissurenversiegelung bietet wirksamen Kariesschutz
Die Fissurenversiegelung ist eine der effektivsten und kostengünstigsten Maßnahmen zur Kariesvorbeugung. Besonders bei Kindern und Jugendlichen bietet sie einen zuverlässigen Schutz für die stark gefährdeten Backenzähne. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Versiegelung der ersten und zweiten Molaren im Alter von 6 bis 18 Jahren.
Auch für Erwachsene kann eine Fissurenversiegelung sinnvoll sein, insbesondere bei tiefen Fissuren und erhöhtem Kariesrisiko. Da die Kosten hierfür selbst getragen werden müssen, lohnt sich der Blick auf eine passende Zahnzusatzversicherung. Die Investition in die Prophylaxe amortisiert sich schnell, wenn teure Füllungen oder Kronen vermieden werden können.
Die Behandlung ist schmerzfrei, schnell durchgeführt und wissenschaftlich hervorragend abgesichert. Mit regelmäßigen Kontrollen und guter Mundhygiene bleibt der Schutz über viele Jahre erhalten. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf die Fissurenversiegelung an – es ist ein kleiner Aufwand für einen großen Nutzen für Ihre Zahngesundheit.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Zahngesundheitsfragen immer einen qualifizierten Zahnarzt. Stand: 2026


